Temurah 57

Kapitel 57

א וכלי שרת [וכלי אשירה] ועצי אשירה ומוקצה ונעבד
1 [ohne] Dienstgeräte, mit Geräten von einer Ašera, mit Holz von einer Ašera, Abgesondertes und Angebetetes.
ב אמר רב טובי בר מתנה א"ר יאשיה מנין למוקצה מן התורה שנאמר (במדבר כח, ב) תשמרו להקריב לי במועדו כל שעושין לו שימור
2 R. Ṭobi b. Mathna sagte im Namen des R. Jošija: Wo ist [das Gesetz] vom Abgesonderten aus der Tora zu entnehmen? Es heißt:<i>sollt ihr beobachten, es mir zur festgesetzten Zeit darzubringen</i>, dem eine Beobachtungzuteil wird.
ג מתקיף לה אביי אלא מעתה אייתית אימרא דצומא ולא עביד ליה שימור ה"נ דלא חזו להקרבה [א"ל] אנא תשמרו להקריב לי במועדו קאמינא לי ולא לאדון אחר ואיזהו אחר שמקריבין לו הוי אומר זו עבודת כוכבים
3 Abajje wandte ein: Demnachist, wenn man ein abgezehrtes Lammholt und ihm keine Beobachtung zuteil werden läßt, dieses zur Darbringung ungeeignet!? – Ich meine es wie folgt: <i>sollt ihr beobachten, es mir zur festgesetzten Zeit darzubringen</i>, mir und nicht einem anderen Herrn; und ein anderer, dem man Opfer darbringt, ist der Götze.
ד אמר רבא בר רב אדא אמר רב יצחק אין מוקצה אסור אלא עד שיעבדו עולא א"ר יוחנן עד שימסרוהו לכומרי עבודת כוכבים
4 Raba b. R. Ada sagte im Namen des R. Jiçḥaq: Das abgesonderte ist verboten, erst wenn es für den Götzendienst verwendet worden ist. U͑la sagte im Namen des R. Joḥanan: Erst wenn es den Pfaffen übergeben worden ist. Baha sagte im Namen des R. Joḥanan: Erst wenn man ihm Wicken vom Götzendienste zu fressen gegeben hat.
ה בהא אמר רבי יוחנן עד שיאכילוהו כרשיני עבודת כוכבים אמר ליה רבי אבא לבהא מפלגיתו אתון אעולא א"ל לא עולא נמי כי קאמר הוא דשפי ליה כרשיני עבודת כוכבים
5 R. Abba sprach zu Baha: Streitet ihr gegen U͑la? Dieser erwiderte: Nein, auch U͑la spricht nur von dem Falle, wenn man es mit Wicken vom Götzendienste gemästet hat.
ו א"ר אבא ידע בהא לשנויי שמעתא ואי לא דסליק התם לא הוה ידע דארץ ישראל גרמה ליה אמר ליה רב יצחק בהא מיכן ומיכן הוה
6 R. Abba sagte: Baha versteht, eine Lehre zu erklären; wäre er aber nicht nach dorthinaufgegangen, so würde er es nicht verstanden haben, denn das Jisraélland hat diesveranlaßt. Da sprach R. Jiçḥaq zu ihm: Baha hat es von daund von dort.
ז דתני רב חנניא טריטאה קמיה דר' יוחנן אין מוקצה אסור אלא עד שיעשו בו מעשה הוא תני לה והדר אמר לה מאי מעשה עד שיגזז ויעבדו בו
7 R. Ḥananja aus Ṭriṭalehrte vor R. Joḥanan: Das abgesonderte ist erst dann verboten, wenn man damit eine Handlung begangen hat. Er lehrte es, und er selbst erklärte später: unter Handlung ist zu verstehen, wenn man es geschoren oder zur Arbeit verwandt hat.
ח איזהו נעבד כו' מנא הני מילי
8 W<small>AS HEISST ANGEBETET &amp;C</small>. Woher dies?
ט אמר רב פפא דאמר קרא (יחזקאל מה, טו) ממשקה ישראל מן המותר לישראל ואי ס"ד אסירי להדיוט למה לי קרא ממעטינהו מגבוה
9 R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:<i>von den Wiesengründen Jisraéls</i>, von dem, was Jisraéliten erlaubt ist, und wenn man sagen wollte, sie seien einem Gemeinen verboten, so wäre ja kein Schriftvers nötig, sie für den Höchsten auszuschließen. –
י וכל היכא דאסירי להדיוט לא בעי קרא והא טרפה דאסירא להדיוט ומעטיה קרא מגבוה
10 Ist denn, wenn es für einen Gemeinen verboten ist, kein Schriftversnötig, das Totverletzte ist ja auch einem Gemeinen verboten, und dennoch schließt die Schrift es für den Höchsten aus!?
יא דתניא כשהוא אומר מן הבקר למטה שאין ת"ל אלא להוציא את הטרפה
11 Es wird nämlich gelehrt: Untenheißt es <i>vom Rinde</i>, und da dies überflüssigist, so schließt dies das Totverletzte aus. –
יב איצטריך סד"א הני מילי דנטרפה ואחר כך נתקדשה אבל נתקדשה ואחר כך נטרפה אימא דתישרי לגבוה
12 <i>Dies</i> ist nötig; man könnte glauben, nur in dem Falle, wenn es totverletzt war und nachher geheiligt worden ist, wenn es aber geheiligt war und nachher totverletzt worden ist, sei es für den Höchsten erlaubt. –
יג והא מהכא נפקא (ויקרא כז, לב) כל אשר יעבור תחת השבט פרט לטרפה שאינה עוברת
13 Dies geht ja aber schon aus folgendem hervor:<i>was unter dem Stabe durchgeht</i>, ausgenommen das Totverletzte, das nicht durchgeht!? –
יד ההוא נמי איצטריך סלקא דעתך אמינא הני מילי היכא דלא היתה לה שעת הכושר דנולדה טרפה ממעי אמה אבל היכא דהיתה לה שעת הכושר ויצאת לאויר העולם ואח"כ נטרפה אימא תשתרי לגבוה קמ"ל
14 Dies ist ebenfalls nötig; man könnte glauben, nur wenn es gar keine Zeit der Tauglichkeit hatte, wenn es nämlich totverletzt aus dem Mutterleibe kam, wenn es aber eine Zeit der Tauglichkeit hatte, wenn es [heil] in den Weltenraum kam und darauf totverletzt wurde, sei es für den Höchsten erlaubt, so lehrt er uns.
טו <big><strong>מתני׳</strong></big> ואיזהו אתנן האומר לזונה הוליך טלה זה בשכרך אפי' הן ק' כולן אסורין וכן האומר לחבירו הוליך טלה זה ותלין שפחתך אצל עבדי רבי (מאיר) אומר אינו אתנן וחכמים אומרים אתנן
15 <b>W</b><small>AS HEISST</small> H<small>URENGABE</small>? W<small>ENN JEMAND ZU EINER</small> H<small>UBE GESAGT HAT: DA HAST DU DIESES</small> L<small>AMM ALS</small> B<small>ELOHNUNG</small>. S<small>ELBST WENN ES HUNDERTSIND, SIND SIE VERBOTEN</small>. D<small>ESGLEICHEN, WENN JEMAND ZU SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN SAGT: DA HAST DU DIESES</small> L<small>AMM, UND DAFÜR MAG DEINE</small> M<small>AGD BEI MEINEM</small> S<small>KLAVEN SCHLAFEN</small>; R<small>ABBI SAGT, ES SEI KEINE</small> H<small>URENGABE, UND DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ES SEI</small> H<small>URENGABE</small>.
טז <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר מר ואפילו הן מאה כולן אסורין היכי דמי אילימא דשקלה אגרא מאה בהמות פשיטא דכולהו אסירי מה לי חד מה לי מאה
16 GEMARA. Der Meister sagte, selbst wenn es hundert sind, seien sie verboten. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie hundert Stück Vieh als Belohnung nimmt, so ist es ja selbstverständlich, daß sie alle verboten sind; was ist denn der Unterschied, ob eines oder hundert!? –
יז לא צריכא דשקלה אגרא חדא ויהיב לה מאה דכולהו מכח אתנן קאתי
17 In dem Falle, wenn sie als Belohnung eines nimmt, er ihr aber hundert gegeben hat, weil sie alle von einer Belohnung kommen.
יח ת"ר נתן לה ולא בא עליה בא עליה ולא נתן לה אתננה מותר נתן לה ולא בא עליה אתננה קרית ליה ותו בא עליה ולא נתן לה מאי יהיב לה
18 Die Rabbanan lehrten: Wenn er ihr gegeben, ihr aber nicht beigewohnt hat, ihr beigewohnt, ihr aber nicht gegeben hat, so ist die Hurengabe erlaubt. – Wenn er ihr gegeben, ihr aber nicht beigewohnt hat, nennst du es Hurengabe!? Ferner; wenn er ihr beigewohnt, aber nicht gegeben hat, so hat er ihr ja nichts gegeben!? –
יט אלא הכי קתני נתן לה ואח"כ בא עליה בא עליה ואח"כ נתן לה אתננה מותר וליחול עליה אתנן למפרע אמר רבי אלעזר
19 Vielmehr, er meint es wie folgt: wenn er ihr zuerst gegeben und ihr nachher beigewohnt hat, oder wenn er ihr zuerst beigewohnt und ihr nachher gegeben hat, so ist die Hurengabe erlaubt. – Sollte es doch [vom Verbote] der Hurengabe rückwirkend erfaßtwerden!? R. Elea͑zar erwiderte: