Yevamot 130

Kapitel 130

א הוא אמר אפלת בגו עשר והיא אמרה לא אפלית א"ר אמי אף בזו היא נאמנת דאם איתא דהפילה נפשה בעקרתה לא מחזקה
1 Wenn er sagt, sie habe innerhalb der zehn Jahre abortiert, und sie sagt, sie habe nicht abortiert, so ist, wie R. Ami sagt, auch in diesem Falle sie glaubwürdig, denn hätte sie abortiert, würde sie sich nicht als unfruchtbar feststellen lassen.
ב הפילה וחזרה והפילה וחזרה והפילה הוחזקה לנפלים הוא אמר אפילה תרי והיא אמרה תלת אמר רבי יצחק בן אלעזר עובדא הוה בי מדרשא ואמרו היא מהימנא דאם איתא דלא אפלה נפשה בניפלי לא מחזקה:
2 Hat sie abortiert, wiederum abortiert und wiederum abortiert, so ist sie als Abortierende festgestellt. Wenn er sagt, sie habe zweimal abortiert, und sie sagt, dreimal, – ein solcher Fall wurde, wie R. Jiçḥcaq b. Elea͑zar sagte, im Lehrhause vorgebracht, und man entschied, sie sei glaubwürdig, denn hätte sie nicht abortiert, würde sie sich nicht als Abortierende feststellen lassen.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> האיש מצווה על פריה ורביה אבל לא האשה רבי יוחנן בן ברוקה אומר על שניהם הוא אומר (בראשית א, כח) ויברך אותם אלהים ויאמר להם [אלהים] פרו ורבו:
3 <b>D</b><small>ER</small> M<small>ANN IST ZUR</small> F<small>ORTPFLANZUNG VERPFLICHTET, NICHT ABER DIE</small> F<small>RAU.</small> R. J<small>OḤANAN B.</small> B<small>EROQA SAGT, VON BEIDEN HEISST ES</small>: <i>der Herr segnete sie und sprach zu ihnen: seid fruchtbar und mehret euch.</i>
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> מנא הני מילי אמר ר' אילעא משום ר' אלעזר בר' שמעון אמר קרא (בראשית א, כח) ומלאו את הארץ וכבשוה איש דרכו לכבש ואין אשה דרכה לכבש
4 GEMARA. Woher dies? R. Ilea͑ erwiderte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Die Schrift sagt: <i>füllet die Erde und unterwerfet sie</i>; es ist die Art des Mannes zu unterwerfen, nicht aber ist es die Art der Frau zu unterwerfen. –
ה אדרבה וכבשוה תרתי משמע אמר רב נחמן בר יצחק וכבשה כתיב רב יוסף אמר מהכא (בראשית לה, יא) אני אל שדי פרה ורבה ולא קאמר פרו ורבו
5 Im Gegenteil, unter <i>unterwerfet</i> sind ja zwei zu verstehen!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist <i>unterwirf</i>. R. Joseph entnimmt dies aus folgendem: <i>ich bin Gott, der Allmächtige, sei fruchtbar und mehre dich</i>; es heißt nicht: seid fruchtbar und mehret euch.
ו ואמר רבי אילעא משום ר' אלעזר בר' שמעון כשם שמצוה על אדם לומר דבר הנשמע כך מצוה על אדם שלא לומר דבר שאינו נשמע רבי אבא אומר חובה שנאמר (משלי ט, ח) אל תוכח לץ פן ישנאך הוכח לחכם ויאהבך
6 Ferner sagte R. Ilea͑ im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Wie es einem Menschen geboten ist, etwas zu sagen, wenn man dem gehorcht, ebenso ist es geboten, nicht zu sagen, wenn man dem nicht gehorcht. R. Abba sagt, dies sei Pflicht, denn es heißt: <i>rüge nicht den Spötter, damit er dich nicht hasse, rüge den Klugen, so wird er dich lieben</i>.
ז וא"ר אילעא משום רבי אלעזר בר' שמעון מותר לו לאדם לשנות בדבר השלום שנאמר (בראשית נ, טז) אביך צוה וגו כה תאמרו ליוסף אנא שא נא וגו'
7 Ferner sagte R. Ilea͑ im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Man darf des Friedens wegen [von der Wahrheit] abweichen, denn es heißt: <i>dein Vater hat befohlen</i> <i>&amp;c. also sprechet zu Joseph: o vergib doch &amp;c</i>.
ח ר' נתן אומר מצוה שנאמר (שמואל א טז, ב) ויאמר שמואל איך אלך ושמע שאול והרגני וגו'
8 R. Nathan sagt, dies sei Gebot, denn es heißt: <i>und Šemuél sprach: wie soll ich gehen, wenn Šaúl es hört, tötet er mich</i><i>&amp;c</i>.
ט דבי רבי ישמעאל תנא גדול השלום שאף הקדוש ברוך הוא שינה בו דמעיקרא כתיב (בראשית יח, יב) ואדוני זקן ולבסוף כתיב ואני זקנתי:
9 In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Bedeutend ist der Friede, daß sogar der Heilige, gepriesen sei er, dieserhalb [von der Wahrheit] abgewichen ist, denn zuerst heißt es: <i>und mein Herr ist alt</i>, weiter aber heißt es: <i>und ich bin alt</i>.
י רבי יוחנן בן ברוקה אומר: אתמר רבי יוחנן ור' יהושע בן לוי חד אמר הלכה כרבי יוחנן בן ברוקה וחד אמר אין הלכה כרבי יוחנן בן ברוקה
10 R. J<small>OḤANAN B</small>. B<small>EROQA SAGT</small> &amp;<small>C</small>. Es wurde gelehrt: R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi [streiten]; einer sagt, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Beroqa, und einer sagt, die Halakha sei nicht wie R. Joḥanan b. Beroqa.
יא תסתיים דרבי יוחנן הוא דאמר אין הלכה דיתיב ר' אבהו וקאמר משמיה דרבי יוחנן הלכה ואהדרינהו רבי אמי ורבי אסי לאפייהו
11 Es ist zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, die Halakha sei nicht so. Einst saß nämlich R. Abahu und trug im Namen R. Joḥanans vor, die Halakha sei so; da wandten R. Ami und R. Asi das Gesicht ab.
יב ואיכא דאמרי רבי חייא בר אבא אמר ואהדרינהו רבי אמי ורבי אסי לאפייהו אמר רב פפא בשלמא למאן דאמר רבי אבהו אמרה משום כבוד בי קיסר לא אמרו ליה ולא מידי אלא למאן דאמר רבי חייא בר אבא אמרה לימרו ליה לא אמר רבי יוחנן הכי
12 Manche sagen, R. Ḥija b. Abba habe es vorgetragen, und R. Ami und R. Asi wandten das Gesicht ab. R. Papa sprach: Allerdings sagten sie nach demjenigen, welcher sagt, R. Abahu habe es vorgetragen, es ihm nicht ausdrücklich, wegen der kaiserlichen Würde, nach demjenigen aber, welcher sagt, R. Ḥija b. Abba habe es vorgetragen, sollten sie ihm erwidert haben, R. Joḥanan habe dies nicht gesagt!? –
יג מאי הוה עלה ת"ש דאמר ר' אחא בר חנינא אמר ר' אבהו אמר ר' אסי עובדא הוה קמיה דרבי יוחנן בכנישתא דקיסרי ואמר יוציא ויתן כתובה ואי ס"ד לא מפקדה כתובה מאי עבידתה
13 Wie bleibt es damit? – Komm und höre: R. Aḥa b. Ḥanina sagte im Namen R. Abahus im Namen R. Asis: Einst kam ein solcher Fall vor R. Joḥanan im Lehrhause zu Cäsarea, und er entschied, daß er [die Frau] freigebe und ihr ihre Morgengabe zahle. Wieso wird ihr die Morgengabe zugesprochen, wenn du sagen wolltest, es sei ihr nicht geboten!? –
יד דלמא בבאה מחמת טענה
14 Vielleicht hatte sie einen Anspruch.
טו כי ההיא דאתאי לקמיה דר' אמי אמרה ליה הב לי כתובה אמר לה זיל לא מיפקדת אמרה ליה מסיבו דילה מאי תיהוי עלה דהך אתתא אמר כי הא ודאי כפינן
15 So kam einst [eine Frau] vor R. Ami und verlangte die Morgengabe; da sprach er zu ihr: Geh, dir ist es nicht geboten. Diese erwiderte: Was soll aus mir im Alter werden! Hierauf entschied er: In diesem Falle zwinge man ihn entschieden.
טז ההיא דאתאי לקמיה דרב נחמן אמר לה לא מיפקדת אמרה ליה לא בעיא הך אתתא חוטרא לידה ומרה לקבורה אמר כי הא ודאי כפינן
16 Ebenso kam einst [eine Frau] vor R. Naḥman; da sprach er zu ihr: Es ist dir nicht geboten. Diese erwiderte: Brauche ich etwa nicht einen Stab in der Hand und eine Schaufel zur Beerdigung!? Hierauf entschied er: In diesem Falle zwinge man ihn entschieden.
יז יהודה וחזקיה תאומים היו אחד נגמרה צורתו לסוף תשעה ואחד נגמרה צורתו לתחלת שבעה יהודית דביתהו דר' חייא הוה לה צער לידה שנאי מנא ואתיא לקמיה דר' חייא ואמרה אתתא מפקדא אפריה ורביה אמר לה לא אזלא אשתיא סמא דעקרתא
17 Jehuda und Ḥizqija waren Zwillinge; einer war am Ende des neunten [Monats] entwickelt und einer war am Beginn des siebenten [Monats] entwickelt. [Ihre Mutter] Jehudith, die Frau R. Ḥijas, litt [daher übermäßige] Geburtswehen. Da verkleidete sie sich und kam vor R. Ḥija und fragte ihn, ob einer Frau die Fortpflanzung geboten sei. Dieser erwiderte: Nein. Hierauf ging sie fort und nahm einen Sterilitätstrank ein.
יח לסוף איגלאי מילתא אמר לה איכו ילדת לי חדא כרסא אחריתא דאמר מר יהודה וחזקיה אחי פזי וטוי
18 Als die Sache später herauskam, sprach er zu ihr: Hättest du mir doch noch ein Paar geboren! Der Meister sagte nämlich: Jehuda und Ḥizqija waren Brüder. Pazi und Ṭavi waren