Yevamot 156

Kapitel 156

א והא אמר רב כהנא לא שנו אלא רובו אבל כולו חוצץ שאני עובר דהיינו רביתיה
1 so sagte ja R. Kahana, dies gelte nur vom größeren Teile, beim ganzen aber gelte es als Trennung. – Anders verhält es sich beim Fötus, dessen Wachstum auf diese Weise erfolgt.
ב כי אתא רבינא א"ר יוחנן באומות הלך אחר הזכר נתגיירו הלך אחר פגום שבשניהם באומות הלך אחר הזכר כדתניא מנין לאחד מן האומות שבא על הכנענית והוליד בן שאתה רשאי לקנותו בעבד שנאמר (ויקרא כה, מה) וגם מבני התושבים הגרים עמכם מהם תקנו
2 Als Rabina kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne; haben sie sich bekehrt, so folgt es dem bemakelten unter beiden. Bei den weltlichen Völkern folgt [das Kind] dem Manne, wie gelehrt wird: Woher, daß, wenn jemand von den Völkern einer Kenaa͑niterin beigewohnt und von ihr einen Sohn gezeugt hat, man diesen als Sklaven kaufen darf? Es heißt: <i>und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch weilen, aus ihnen mögt ihr erwerben</i>.
ג יכול אפי' אחד מן הכנענים שבא על אחת מן האומות והוליד בן שאתה רשאי לקנותו בעבד ת"ל אשר הולידו בארצכם מן הנולדים בארצכם ולא מן הגרים בארצכם:
3 Man könnte glauben, wenn einer von den Kenaa͑nitern einer [Person] von den Völkern beigewohnt und von ihr einen Sohn gezeugt hat, dürfe man ihn ebenfalls als Sklaven kaufen, so heißt es: <i>die sie in eurem Lande gezeugt haben</i>; von denen, die in eurem Lande gezeugt worden sind, nicht aber von denen, die in eurem Lande wohnen.
ד נתגיירו הלך אחר פגום שבשניהם: במאי אילימא במצרי שנשא עמונית מאי פגום שבשניהם אית בה עמוני ולא עמונית אלא בעמוני שנשא מצרית אי זכר הוי שדייה בתר עמוני אי נקבה הוי שדייה בתר מצרית:
4 «Haben sie sich bekehrt, so folgt es dem bemakelten unter beiden.» In welchem Falle: wollte man sagen, wenn ein Miçri eine Ammoniterin geheiratet hat, wieso nach dem bemakelten unter beiden, es heißt ja <i>A͑mmoniter</i>, nicht aber eine A͑mmoniterin!? – Vielmehr, wenn ein A͑mmoniter eine Miçrith geheiratet hat. Ist es ein männliches [Kind], so gehört es zum A͑mmoniter, ist es ein weibliches, so gehört es zur Miçrith.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> ממזרין ונתינין אסורין ואיסורן איסור עולם אחד זכרים ואחד נקבות:
5 <b>H</b><small>URENKINDER UND</small> N<small>ETHINIM SIND VERBOTEN</small>, <small>UND DAS</small> V<small>ERBOT GILT EWIG</small>, <small>SOWOHL FÜR</small> M<small>ÄNNER ALS AUCH FÜR</small> F<small>RAUEN</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר ריש לקיש ממזרת לאחר עשרה דורות מותרת יליף עשירי עשירי מעמוני ומואבי מה להלן נקבות מותרות אף כאן נקבות מותרות
6 GEMARA. Reš Laqiš sagte: Eine Hurentochter ist nach zehn Generationen erlaubt, denn dies ist durch [das Wort] <i>zehnte</i> von A͑mmoniter und Moabiter zu folgern: wie bei diesen Frauen erlaubt sind, ebenso sind bei jenem Frauen erlaubt. –
ז אי מה להלן מיד אף כאן מיד כי אהני גזירה שוה מעשירי ואילך
7 Demnach sollten, wie die einen es sofort sind, auch die anderen es sofort sein!? – [Der Schluß durch] Wortanalogie ist nur von der zehnten [Generation] ab anwendbar. –
ח והאנן תנן ממזרים ונתינין אסורין ואיסורן איסור עולם אחד זכרים ואחד נקבות לא קשיא הא כמאן דאמר דון מינה ומינה
8 Wir haben ja aber gelernt, Hurenkinder und Nethinim seien verboten, und das Verbot gelte für ewig, sowohl für Männer als auch für Frauen!? – Das ist kein Einwand; einer ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, man folgere eine Sache in jeder Hinsicht,
ט הא כמאן דאמר דון מינה ואוקי באתרא
9 und einer ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, man folgere und belasse sie bei ihrer Bestimmung.
י שאלו את רבי אליעזר ממזרת לאחר עשרה דרי מהו אמר להם מי יתן לי דור שלישי ואטהרנו אלמא קסבר ממזרא לא חיי וכן אמר רב הונא ממזרא לא חיי
10 Man fragte R. Elie͑zer, wie es sich mit einer Hurentochter nach zehn Generationen verhalte. Dieser erwiderte: Wenn mir jemand die dritte Generation vorführt, erkläre ich sie als rein. Er ist nämlich der Ansicht, Hurenkinder pflanzen sich nicht fort. Ebenso sagte R. Hona, Hurenkinder pflanzen sich nicht fort. –
יא והא אנן תנן ממזרין אסורין ואיסורן איסור עולם אמר רבי זירא לדידי מפרשא לי מיניה דרב יהודה דידיע חיי דלא ידיע לא חיי דידיע ולא ידיע עד תלתא דרי חיי טפי לא חיי
11 Wir haben ja aber gelernt, Hurenkinder seien verboten, und das Verbot gelte für ewig!? R. Zera erwiderte: Mir wurde von R. Jehuda erklärt: von denen man es weiß, pflanzen sich fort, von denen man es nicht weiß, pflanzen sich nicht fort, von denen man es [weiß, jedoch] nicht [sicher] weiß, pflanzen sich drei Generationen fort, mehr aber nicht.
יב ההוא דהוי בשבבותיה דר' אמי אכריז עליה דממזרא הוה בכי ואזיל אמר ליה חיים נתתי לך
12 Einst war einer in Nachbarschaft R. Amis, und er ließ über ihn bekannt machen, daß er Hurenkind sei. Dieser weinte darüber. Da sprach er zu ihm: Ich habe dir Leben verschafft.
יג אמר רב חנא בר אדא נתינים דוד גזר עליהם שנאמר (שמואל ב כא, ב) ויקרא המלך לגבעונים ויאמר אליהם והגבעונים לא מבני ישראל המה וגו'
13 R. Ḥana b. Ada sagte: David verhängte das Verbot über die Nethinim, denn es heißt: <i>und der König berief die Gibeo͑niten</i> <i>und sprach zu ihnen; die Gibeo͑niten aber waren nicht von den Kindern Jisraél &amp;c</i>. –
יד מאי טעמא גזר עלייהו דכתיב (שמואל ב כא, א) ויהי רעב בימי דוד שלש שנים שנה אחר שנה שנה ראשונה אמר להם שמא עובדי עבודת כוכבים יש בכם דכתיב (דברים יא, טז) ועבדתם אלהים אחרים והשתחויתם להם ועצר את השמים ולא יהיה מטר וגו' בדקו ולא מצאו
14 Weshalb verhängte er dies über sie? – Es heißt: <i>und es war eine Hungersnot in den Tagen Davids drei Jahre lang, Jahr auf Jahr</i>. Im ersten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Götzenanbeter? Es heißt nämlich: <i>wenn ihr fremden Göttern dienet und euch vor ihnen niederwerft &amp;c., so verschließt er den Himmel, daß es keinen Regen gibt &amp;c</i>. Sie forschten nach und fanden keine.
טו שניה אמר להם שמא עוברי עבירה יש בכם דכתיב (ירמיהו ג, ג) וימנעו רביבים ומלקוש לא היה ומצח אשה זונה היה לך וגו' בדקו ולא מצאו
15 Im zweiten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Leute der Sünde? Es heißt nämlich: <i>vorenthalten wurde der Regen und Spätregen kam nicht, und die Stirn eines buhlerischen Weibes hattest du &amp;c</i>. Sie forschten nach und fanden keine.
טז שלישית אמר להם שמא פוסקי צדקה ברבים יש בכם ואין נותנין דכתיב (משלי כה, יד) נשיאים ורוח וגשם אין איש מתהלל במתת שקר בדקו ולא מצאו
16 Im dritten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Leute, die öffentlich Almosen versprechen und nicht geben? Es heißt nämlich: <i>Gewölk und Wind ohne Regen, so ist ein Mann, der sich einer Gabe fälschlich rühmt</i>. Sie forschten nach und fanden keine.
יז אמר אין הדבר תלוי אלא בי מיד ויבקש דוד את פני ה' מאי היא אמר ריש לקיש ששאל באורים ותומים
17 Da sprach er: Es liegt also nur an mir. Hierauf: <i>da betete David vor dem Antlitz des Herrn</i>. – Was bedeutet dies? Reš Laqiš erwiderte: Er befragte das Orakel. –
יח מאי משמע א"ר אלעזר אתיא פני פני כתיב הכא ויבקש דוד את פני ה' וכתיב התם (במדבר כז, כא) ושאל לו במשפט האורים לפני ה'
18 Wieso geht dies hieraus hervor? R. Elea͑zar erwiderte: Es ist aus [dem Worte] <i>Antlitz</i> zu entnehmen; hier heißt es: <i>da betete David vor dem Antlitz des Herrn</i>, und dort heißt es: <i>und er befragte das Urteil der Urim vor dem Antlitz des Herrn</i>.
יט ויאמר ה' אל שאול ואל בית הדמים על אשר המית הגבעונים אל שאול שלא נספד כהלכה ואל בית הדמים על אשר המית הגבעונים וכי היכן מצינו בשאול שהמית הגבעונים אלא מתוך שהרג נוב עיר הכהנים שהיו מספיקין להם מים ומזון מעלה עליו הכתוב כאילו הרגן
19 <i>Da sprach der Herr: Wegen Šaúls und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat</i>. Wegen Šaúls, weil er nicht nach Gebühr betrauert worden ist; wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat. Wo finden wir, daß Šaúl die Gibeo͑niten getötet hat? Vielmehr, er mordete die Priesterstadt Nob, die sie mit Wasser und Nahrung versorgte, und dies rechnet ihm die Schrift an, als hätte er sie getötet. –
כ קא תבע אל שאול שלא נספד כהלכה וקא תבע על אשר המית הגבעונים אין דאמר ריש לקיש מאי דכתיב (צפניה ב, ג) בקשו את ה' כל ענוי ארץ אשר משפטו פעלו באשר משפטו שם פעלו
20 Er klagte an, daß Šaúl nicht nach Gebühr betrauert worden ist, und er klagte an, daß dieser die Gibeo͑niten getötet hat!? – Allerdings, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt: <i>suchet den Herrn all ihr Demütigen des Landes, die nach seinem Rechte handeln</i>; wo sein Recht, da seine Handlungen.
כא אמר דוד שאול נפקו להו
21 David sprach dann: Über Šaúl sind bereits