Yevamot 183

Kapitel 183

א כל קלא דבתר נשואין לא חיישינן מהו דתימא הואיל ואתאי לבי דינא ושרינן כקלא דקמי נשואין דמי ותיתסר קמ"ל:
1 man berücksichtige kein nach der Verheiratung [entstandenes] Gerücht!? – Man könnte glauben, hierbei gleiche es, da sie vor Gericht erscheinen mußte, damit man ihr [die Heirat] erlaube, einem Gerüchte vor der Verheiratung, und sie sei verboten, so lehrt er uns.
ב ניסת ע"פ ב"ד תצא וכו': אמר זעירי ליתא למתני' מדתני בי מדרשא דתני בי מדרשא הורו בית דין ששקעה חמה ולבסוף זרחה אין זו הוראה אלא טעות
2 H<small>AT SIE SICH AUF DIE</small> E<small>NTSCHEIDUNG DES</small> G<small>ERICHTES HIN VERHEIRATET</small>, <small>SO IST SIE ZU ENTFERNEN</small> &amp;<small>C</small>. Zee͑ri sagte: Unsere Mišna ist wegen einer im Lehrhause vorgetragenen Lehre nicht aufrecht zu erhalten, denn im Lehrhause wurde vorgetragen: Wenn das Gericht entschieden hat, daß die Sonne untergegangen sei, und sie nachher scheint, so ist dies keine Entscheidung, sondern ein Irrtum.
ג ורב נחמן אמר הוראה היא
3 R. Naḥman aber sagte, dies sei eine Entscheidung.
ד א"ר נחמן תדע דהוראה היא דבכל התורה כולה עד אחד לא מהימן והכא מהימן מ"ט לאו משום דהוראה היא אמר רבא תדע דטעות הוא דאילו הורו ב'ד בחלב ובדם להיתירא והדר חזו טעמא לאיסורא כי הדרי ואמרי להיתירא לא משגחינן להו
4 R. Naḥman sprach: Es ist zu beweisen, daß dies eine Entscheidung ist: in der ganzen Tora ist ein einzelner Zeuge nicht glaubhaft, hierbei aber ist er glaubhaft. Doch wohl deshalb, weil dies eine Entscheidung ist. Raba sprach: Es ist zu beweisen, daß dies ein Irrtum ist: wenn das Gericht Talg oder Blut erlaubt hatte, dann einen Grund zu einem Verbote gefunden hat, und darauf es wiederum erlaubt, so beachte man dies nicht;
ה ואילו היכא דאתא עד אחד שרינא אתו תרי אסרנא כי הדר אתא עד אחרינא שרינן לה מ"ט לאו משום דטעות הוא
5 hierbei dagegen wird, wenn ein einzelner Zeuge kommt, [der Frau zu heiraten] erlaubt, wenn darauf zwei kommen, dies verboten, und wenn wiederum ein einzelner Zeuge kommt, dies abermals erlaubt. Doch wohl deshalb, weil dies ein Irrtum ist.
ו ואף ר' אליעזר סבר דטעות הוא דתניא ר' אליעזר אומר יקוב הדין את ההר ותביא חטאת שמינה אי אמרת בשלמא דטעות הוא משום הכי מתיא קרבן אלא אי אמרת דהוראה היא אמאי מתיא קרבן
6 Auch R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies sei ein Irrtum, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, das Recht durchbohre den Berg, und sie bringe ein fettes Sündopfer dar. Erklärlich ist es, daß sie ein Sündopfer darbringe, wenn du sagst, es sei ein Irrtum, wieso aber bringe sie ein Sündopfer dar, wenn du sagst, es sei eine Entscheidung!? –
ז ודלמא קסבר ר' אליעזר יחיד שעשה בהוראת ב"ד חייב א"כ מה יקוב הדין את ההר:
7 Vielleicht ist R. Elie͑zer der Ansicht, wenn ein Einzelner nach einer Entscheidung des Gerichtes [sündhaft] gehandelt hat, sei er schuldig!? – Wieso hieße es demnach, das Recht durchbohre den Berg!?
ח הורוה ב"ד להנשא כו': מאי קלקלה ר' אליעזר אומר זינתה ר' יוחנן אמר אלמנה לכהן גדול גרושה וחלוצה לכהן הדיוט
8 W<small>ENN DAS</small> G<small>ERICHT IHR ENTSCHIEDEN HAT</small>, <small>SICH ZU VERHEIRATEN</small> &amp;<small>C</small>. Was heißt gesündigt? R. Elie͑zer erklärte: gehurt; R. Joḥanan erklärte: eine Witwe einen Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça einen gemeinen Priester [geheiratet].
ט מאן דאמר זינתה כל שכן אלמנה לכהן גדול מאן דאמר אלמנה לכהן גדול אבל זינתה לא מ"ט [דאמרה] אתון הוא דשויתין פנויה
9 Einer erklärt: gehurt, und um so mehr, wenn eine Witwe einen Hochpriester [geheiratet hat]; einer erklärt: eine Witwe einen Hochpriester [geheiratet], nicht aber, wenn sie gehurt hat, denn es hat sie zur Ledigen gemacht.
י תניא כוותיה דר' יוחנן הורוה ב"ד להנשא והלכה וקלקלה כגון אלמנה לכהן גדול גרושה וחלוצה לכהן הדיוט חייבת בקרבן על כל ביאה וביאה דברי ר' אלעזר
10 Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Wenn das Gericht ihr entschieden hat, sich zu verheiraten, und sie hingegangen ist und gesündigt hat, zum Beispiel eine Witwe einen Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça einen gemeinen Priester [geheiratet], so ist sie wegen jeder Beiwohnung ein Opfer schuldig – so R. Elea͑zar;
יא וחכ"א קרבן אחד על הכל ומודים חכמים לר' אלעזר שאם נשאת לחמשה בני אדם שחייבת בקרבן על כל אחד ואחד הואיל וגופין מוחלקין:
11 die Weisen sagen, ein Sündopfer wegen aller zusammen. Jedoch pflichten die Weisen R. Elea͑zar bei, daß, wenn sie sich mit fünf Personen verheiratet hat, sie wegen eines jeden besonders ein Opfer schuldig sei, da es getrennte Körper sind.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> האשה שהלך בעלה ובנה למדינת הים ובאו ואמרו לה מת בעליך ואח"כ מת בנך ונשאת ואחר כך אמרו לה חילוף היו הדברים תצא והולד ראשון ואחרון ממזר
12 <b>W</b><small>ENN MAN EINER</small> F<small>RAU</small>, <small>DEREN</small> M<small>ANN UND</small> S<small>OHN NACH DEM</small> Ü<small>BERSEELANDE VERREIST SIND</small>, <small>BERICHTET HATTE</small>, <small>IHR</small> M<small>ANN SEI GESTORBEN UND NACHHER</small> <small>SEI IHR</small> S<small>OHN GESTORBEN</small>, <small>UND SIE SICH VERHEIRATETE</small>, <small>UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET</small>, <small>ES SEI UMGEKEHRT</small> <small>ERFOLGT</small>, <small>SO IST SIE ZU ENTFERNEN</small>, <small>UND DAS FRÜHERE UND DAS SPÄTERE</small> K<small>IND SIND</small> H<small>URENKINDER</small>.
יג אמרו לה מת בנך ואח"כ מת בעליך ונתייבמה ואח"כ אמרו לה חילוף היו הדברים תצא והולד ראשון ואחרון ממזר אמרו לה מת בעליך וניסת ואח"כ אמרו לה קיים היה ומת תצא והולד ראשון ממזר והאחרון אינו ממזר
13 W<small>ENN MAN IHR BERICHTET HATTE</small>, <small>IHR</small> S<small>OHN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR</small> M<small>ANN GESTORBEN</small>, <small>UND AN IHR DIE</small> S<small>CHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN IST</small>, <small>UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET</small>, <small>ES SEI UMGEKEHRT ERFOLGT</small>, <small>SO IST SIE ZU ENTFERNEN</small>, <small>UND DAS FRÜHERE UND DAS SPÄTERE</small> K<small>IND SIND</small> H<small>URENKINDER</small>. W<small>ENN MAN IHR BERICHTET HATTE</small>, <small>IHR</small> M<small>ANN SEI GESTORBEN</small>, <small>UND SIE SICH VERHEIRATETE</small>, <small>UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET</small>, <small>ER LEBTE DANN UND SEI</small> [<small>ERST SPÄTER</small>] <small>GESTORBEN</small>, <small>SO IST SIE ZU ENTFERNEN</small>, <small>UND DAS FRÜHERE</small> K<small>IND IST</small> H<small>URENKIND</small>, <small>DAS SPÄTERE ABER KEIN</small> H<small>URENKIND</small>.
יד אמרו לה מת בעליך ונתקדשה ואחר כך בא בעלה מותרת לחזור לו אע"פ שנתן לה אחרון גט לא פסלה מן הכהונה את זו דרש רבי אלעזר בן מתיא (ויקרא כא, ז) ואשה גרושה מאישה ולא מאיש שאינו אישה:
14 W<small>ENN MAN IHR BERICHTET HATTE</small>, <small>IHR</small> M<small>ANN SEI GESTORBEN</small>, <small>UND SIE ANGETRAUT WORDEN</small>, <small>UND DARAUF IHR</small> M<small>ANN GEKOMMEN IST</small>, <small>SO DARF SIE ZU IHM ZURÜCKKEHREN</small>; <small>AUCH WENN DER ANDERE IHR EINEN</small> S<small>CHEIDEBRIEF GIBT</small>, <small>MACHT ER SIE FÜR DIE</small> P<small>RIESTERSCHAFT NICHT</small> <small>UNTAUGLICH</small>. D<small>IES DEDUZIERTE</small> R. E<small>LEA͑ZAR B</small>. M<small>ATHJA</small>: <i>Eine von ihrem Manne geschiedene Frau</i>, <small>NICHT ABER VON EINEM</small>, <small>DER NICHT IHR</small> M<small>ANN WAR</small>.
טו <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי ראשון ומאי אחרון אילימא ראשון לפני שמועה ואחרון לאחר שמועה ליתני הולד ממזר
15 GEMARA. Was heißt früheres und was heißt späteres, wollte man sagen, früheres, vor der Nachricht, und späteres, nach der Nachricht, so sollte er doch lehren, das Kind sei Hurenkind!? –
טז משום דקבעי למיתני סיפא אמרו לה מת בעליך ונשאת ואח"כ א"ל קיים היה ומת הראשון ממזר והאחרון אינו ממזר תנא נמי רישא ראשון ואחרון ממזר
16 Da er im Schlußsatze lehren will, daß, wenn man ihr berichtet hatte, ihr Mann sei gestorben, und sie sich verheiratete, und man ihr später berichtet, er lebte dann und sei [erst später] gestorben, das frühere Hurenkind, und das spätere kein Hurenkind sei, lehrt er auch im Anfangsatze, das frühere und das spätere seien Hurenkinder.
יז ת"ר זו דברי ר"ע שהיה אומר אין קדושין תופסין בחייבי לאוין אבל חכמים אומרים אין ממזר מיבמה ולימא אין ממזר מחייבי לאוין
17 Die Rabbanan lehrten: Dies ist die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, die Antrauung der mit einem Verbote belegten sei ungültig, die Weisen aber sagen, [das Kind] der Schwägerin sei kein Hurenkind. – Sollte er doch sagen, [das Kind] von mit einem Verbote belegten sei kein Hurenkind!? –
יח האי תנא הך תנא דר"ע הוא דאמר מחייבי לאוין דשאר הוי ממזר מחייבי לאוין גרידי לא הוי ממזר אמר רב יהודה
18 Dieser Autor ist der Autor der Schule R. A͑qibas, welcher sagt, der von wegen Blutsverwandtschaft mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei Hurenkind, und der von mit einem gewöhnlichen Verbote belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind. R. Jehuda sagte