Yevamot 201

Kapitel 201

א היו שניהם כהנים וכו': תנו רבנן הכה זה וחזר והכה זה קלל זה וחזר וקלל זה קלל שניהם בבת אחת הכה שניהם בבת אחת חייב רבי יהודה אומר בבת אחת חייב בזה אחר זה פטור
1 W<small>ENN BEIDE</small> P<small>RIESTER &amp;C</small>. Die Rabbanan lehrten: Hat er zuerst einen und nachher den anderen geschlagen, zuerst einem und nachher dem anderen geflucht, beiden gleichzeitig geflucht oder beide gleichzeitig geschlagen, so ist er schuldig. R. Jehuda sagt, wenn gleichzeitig, sei er schuldig, wenn nacheinander, sei er frei. –
ב והתניא רבי יהודה אומר פטור בבת אחת תרי תנאי אליבא דרבי יהודה
2 Es wird ja aber gelehrt, R. Jehuda sagt, er sei frei, auch wenn gleichzeitig!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jehudas, –
ג מאי טעמא דמאן דפטר אמר רבי חנינא נאמר ברכה למטה ונאמר ברכה למעלה מה למעלה שאין בה שותפות אף למטה שאין בה שותפות ואיתקש הכאה לקללה:
3 Was ist der Grund desjenigen, nach welchem er frei ist? R. Ḥanina erwiderte: Es wird vom Segnen gegen unten und es wird vom Segnen gegen oben gesprochen, wie es oben keine Gemeinschaft gibt, ebenso gibt es unten keine Gemeinschaft, und man vergleiche das Schlagen mit dem Fluchen.
ד ועולה במשמרו וכו': וכי מאחר דאינו חולק למה עולה למה עולה האמר בעינא דניעביד מצוה אלא עלה לא קתני אלא עולה בעל כרחו
4 E<small>R TRETE AN MIT DER</small> P<small>RIESTERWACHE &amp;C</small>. Wozu braucht er, wenn er keinen Anteil erhält, anzutreten!? – Wozu er anzutreten braucht, wenn er sagt, er wolle das Gebot ausüben!? – Vielmehr, es heißt nicht: ist er angetreten, sondern: trete an, wonach man ihm zwinge.
ה אמר רב אחא בר חנינא אמר אביי אמר רבי אסי אמר ר' יוחנן משום פגם משפחה:
5 R. Aḥa b. Ḥanina erwiderte im Namen Abajjes im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Wegen Bemakelung der Familie.
ו ואם היו שניהם במשמר כו': מאי שנא שני משמרות דלא דאזיל להא משמרה ומדחו ליה ואזיל להא משמרה ומדחו ליה משמר אחד נמי אזיל להאי בית אב ומדחו ליה
6 G<small>EHÖREN BEIDE DERSELBEN</small> P<small>RIESTERWACHE AN &amp;C</small>. Wenn zwei Priesterwachen wohl deshalb nicht, weil, wenn er zur einen kommt, sie ihn abweisen kann, und wenn er zur anderen kommt, sie ihn ebenfalls abweisen kann, und auch in derselben Priesterwache kann ihn ja jede Tageswache, zu der er kommt, abweisen!?
ז אמר רב פפא הכי קאמר אם היו שניהם משמר אחד ובית אב אחד נוטל חלק אחד:
7 R. Papa erwiderte, Er meint es wie folgt: gehören beide zur selben Priester wache und zur selben Tageswache, so erhält er einen Anteil.
ח <br><br><big><strong>הדרן עלך נושאין על האנוסה</strong></big><br><br>
8 
ט מתני׳ <big><strong>מצות חליצה</strong></big> בשלשה דיינין ואפילו שלשתן הדיוטות חלצה במנעל חליצתה כשרה באנפיליא חליצתה פסולה בסנדל שיש לו עקב כשר ושאין לו עקב פסול
9 <b>D</b>IE Z<small>EREMONIE DER</small> Ḥ<small>ALIÇA MUSS VOR DREI</small> R<small>ICHTERN ERFOLGEN, AUCH WENN ALLE DREI</small> L<small>AIEN</small> <small>SIND</small>. V<small>OLLZOG SIE DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA MIT EINEM</small> S<small>CHUH</small>, <small>SO IST SIE GÜLTIG; MIT EINER</small> S<small>OCKE, SO IST SIE UNGÜLTIG; MIT EINER</small> S<small>ANDALE, DIE EINE</small> H<small>ACKE HAT, SO IST SIE GÜLTIG, DIE KEINE</small> H<small>ACKE HAT, SO IST SIE UNGÜLTIG; </small>
י מן הארכובה ולמטה חליצה כשרה מן הארכובה ולמעלה חליצה פסולה חלצה בסנדל שאין שלו או בסנדל של עץ או בשל שמאל בימין חליצה כשרה חלצה בגדול שהוא יכול להלוך בו או בקטן שהוא חופה את רוב רגלו חליצתה כשרה:
10 UNTERHALB DES K<small>NIES, SO IST SIE GÜLTIG, OBERHALB DES</small> K<small>NIES</small>, <small>SO IST SIE UNGÜLTIG</small>. V<small>OLLZOG SIE DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA MIT EINER</small> S<small>ANDALE, DIE NICHT IHM GEHÖRT, MIT EINER</small> S<small>ANDALE AUS</small> H<small>OLZ, ODER MIT DER LINKEN AM RECHTEN</small> [F<small>USSE</small>], <small>SO IST SIE GÜLTIG</small>. V<small>OLLZOG SIE DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA MIT EINER ZU GROSSEN, MIT DER ER JEDOCH GEHEN KANN, ODER MIT EINER ZU KLEINEN, DIE JEDOCH DEN GRÖSSEREN</small> T<small>EIL DES</small> F<small>USSES BEDECKT, SO IST SIE GÜLTIG</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> ומאחר דאפילו שלשה הדיוטות דיינין למה לי הא קמ"ל דבעינן בשלשה שיודעים להקרות כעין דיינים תנינא להא דתנו רבנן מצות חליצה בשלשה שיודעין להקרות כעין דיינים רבי יהודה אומר בחמשה
11 GEMARA. Wenn auch drei Laien zulässig sind, wozu sind Richter erforderlich!? – Folgendes lehrt er uns: es sind drei erforderlich, die vorzulesen verstehen, wie Richter. Unsere Mišna lehrt das, was die Rabbanan gelehrt haben: Die Zeremonie der Ḥaliça muß von drei [Personen] erfolgen, die vorzulesen verstehen, wie Richter. R. Jehuda sagt, vor fünf.
יב מ"ט דת"ק דתניא זקנים שנים ואין בית דין שקול מוסיפין עליהן עוד אחד הרי כאן שלשה ור' יהודה זקני שנים זקנים שנים ואין בית דין שקול מוסיפין עליהן עוד אחד הרי כאן ה'
12 Was ist der Grund des ersten Tanna? – Es wird gelehrt: <i>Vor den Ältesten</i>, zwei, und damit das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehe, nehme man noch einen hinzu; das sind also drei. – Und R. Jehuda? – <i>Die Ältesten</i>, zwei, <i>vor den Ältesten</i>, zwei, und damit das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehe, nehme man noch einen hinzu; das sind also fünf. –
יג ות"ק האי זקני מאי עביד ליה מיבעי ליה לרבויי אפילו שלשה הדיוטות
13 Wofür verwendet der erste Autor [das Wort] <i>die Ältesten</i>? – Dies deutet darauf, daß auch drei Laien einbegriffen sind. –
יד ורבי יהודה הדיוטות מנא ליה נפקא ליה מלעיני דאמר מר לעיני פרט לסומים
14 Woher entnimmt dies R. Jehuda hinsichtlich Laien? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] <i>vor den Augen</i>, Der Meister sagte, [das Wort] <i>vor den Augen</i> schließe Blinde aus,
טו ומדאיצטריך לעיני למעוטי סומים ש"מ דאפילו הדיוטות דאי סלקא דעתך סנהדרין בעינן למה לי למעוטי סומין מדתני רב יוסף נפקא דתני רב יוסף כשם שב"ד מנוקים בצדק כך ב"ד מנוקים מכל מום
15 und da eine Ausschließung von Blinden nötig ist, so ist zu entnehmen, daß auch Laien zulässig sind. Wenn man nämlich sagen wollte, es seien [Mitglieder des] Synedriums erforderlich, so wäre zur Ausschließung von Blinden kein Schriftvers nötig, da dies aus einer Lehre R. Josephs hervorgeht. R. Joseph lehrte nämlich: Wie das Gericht hinsichtlich der Gerechtigkeit rein sein muß, ebenso muß es rein von jedem Leibesfehler sein,