Yevamot 229

Kapitel 229

א דאי בעיא אמרה שלום בעולם או דלמא כיון דאיחזקה אמרה בדדמי ולא אתי מה לי לשקר ומרע חזקתיה
1 denn wenn sie wollte, könnte sie sagen, Frieden habe in der Welt geherrscht, oder aber kann, da es feststeht, sie sage es aus Vermutung, [der Umstand,] sie habe keine Veranlassung zu lügen, diese Feststellung nicht entkräften? –
ב ת"ש עישינו עלינו בית עישינו עלינו מערה הוא מת ואני נצלתי אינה נאמנת שאני התם דאמר לה כי היכי דלדידך איתרחיש ניסא לדידיה נמי איתרחיש ניסא
2 Komm und höre: [Sagt sie:] sie haben über uns das Haus in Brand gesteckt, sie haben über uns die Höhle in Brand gesteckt, er ist gestorben und ich bin entkommen, so ist sie nicht glaubhaft. – Anders ist es da, wo ihr zu erwidern ist: wie dir ein Wunder geschehen ist, kann auch ihm ein Wunder geschehen sein. –
ג ת"ש נפלו עלינו עובדי כוכבים נפלו עלינו ליסטים הוא מת ונצלתי נאמנת התם כדרב אידי דא"ר אידי אשה כלי זיינה עליה
3 Komm und höre: [Sagt sie:] Nichtjuden überfielen uns, er ist getötet worden und ich bin entkommen, so ist sie glaubhaft. – Hierbei nach R. Idi, denn R. Idi sagte, eine Frau habe ihre Waffen bei sich.
ד ההוא גברא דבשילהי הלוליה איתלי נורא בי גנני אמרה להו דביתהו חזו גבראי חזו גבראי אתו חזו גברא חרוכא דשדי ופסתא דידא דשדיא
4 Einst ereignete es sich, daß einem bei Beendigung der Antrauung der Hochzeitsbaldachin im Brand geriet. Da rief seine Frau: Seht meinen Mann! Als man herankam, fand man einen versengten Menschen und eine versengte Hand liegen.
ה סבר רב חייא בר אבין למימר היינו עישינו עלינו בית עישינו עלינו מערה אמר רבא מי דמי התם לא קאמרה חזו גבראי חזו גבראי ועוד גברא חרוכא דשדי ופסתא דידא דשדיא
5 R. Ḥija b. Abin wollte entscheiden, dies gleiche [dem Falle, wenn sie sagt:] sie haben über uns das Haus in Brand gesteckt, sie haben über uns die Höhle in Brand gesteckt. Da sprach Raba: Wieso denn, da sagte sie nicht: seht meinen Mann, seht meinen Mann, hierbei aber fand man einen versengten Menschen und eine versengte Hand. –
ו ורב חייא בר אבין גברא חרוכא דשדיא אימא איניש אחרינא אתא לאצולי ואכילתיה נורא ופסתא דידא דשדיא נורא איתליא ואתיליד ביה מומא ומחמת כיסופא אזל וערק לעלמא
6 Und R. Ḥija b. Abin!? – Der versengte Mensch, der da lag, war vielleicht ein anderer, der ihn retten wollte und verbrannt wurde, und die Hand, die da lag, von [ihrem Manne], der vom Feuer erfaßt wurde, und aus Scham über sein Gebrechen in die Welt ausgewandert ist.
ז איבעיא להו עד אחד במלחמה מהו טעמא דעד אחד מהימן משום דמילתא דעבידא לאיגלויי הוא לא משקר ה"נ לא משקר או דלמא טעמא דעד אחד משום דהיא גופא דייקא ומינסבא והכא [כיון דזימנין דסניא ליה] לא דייקא ומינסבא
7 Sie fragten: Wie verhält es sich bei einem einzelnen Zeugen, wenn Krieg herrschte: ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil er bei einer Sache, die sich heraussteilen kann, nicht lügt, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil sie selber genau prüft und sich erst dann verheiratet, hierbei aber verheiratet sie sich ohne genau zu prüfen.
ח אמר רמי בר חמא ת"ש אמר רבי עקיבא כשירדתי לנהרדעא לעבר השנה מצאתי נחמיה איש בית דלי ואמר לי שמעתי שאין משיאין את האשה בארץ ישראל על פי עד אחד אלא רבי יהודה בן בבא ונמתי לו כן הדברים אמר לי אמור להם משמי אתם יודעים המדינה הזו משובשת בגייסות כך מקובלני מר"ג הזקן שמשיאין האשה על פי עד אחד
8 Rami b. Ḥama erwiderte: Komm und höre: R. A͑qiba erzählte: Als ich nach Nehardea͑ zur Interkalation des Schaltjahres kam, traf ich Neḥemja aus Bedali, und er sagte mir, er habe gehört, mit Ausnahme von R. Jehuda b. Baba erlaube niemand im Jisraéllande auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten. Ich erwiderte ihm: So ist es. Hierauf sprach er zu mir: Sage ihnen in meinem Namen: Ihr wisset, daß in diesem Lande Kriegsbanden streifen; von R. Gamliél dem Älteren ist es mir überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten erlaube.
ט מאי מדינה משובשת בגייסות לאו אע"ג דמדינה זו משובשת כך מקובלני שמשיאין על פי עד אחד אלמא עד אחד מהימן
9 [Die Worte,] in diesem Lande Kriegsbanden streifen, sind wohl wie folgt zu verstehen: obgleich in diesem Lande Kriegsbanden streifen, dennoch ist es mir überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin zu heiraten erlaube. Demnach ist ein einzelner Zeuge glaubhaft.
י אמר רבא אי הכי מאי שנא מדינה זו כל מקום שיש גייסות מיבעי ליה אלא אמר רבא ה"ק אתם יודעים שמדינה זו משובשת בגייסות ולא אפשר לי למשבק אינשי ביתי ומייתי קמי רבנן כך מקובלני מרבן גמליאל שמשיאין האשה ע"פ עד אחד
10 Raba erwiderte: Wieso demnach gerade dieses Land, er sollte doch gesagt haben: überall, wo Kriegsbanden sich befinden!? Vielmehr, erklärte Raba, sagte er wie folgt: ihr wisset, daß in diesem Lande Kriegsbanden streifen, sodaß es mir nicht möglich ist, meine Familie zu verlassen und vor den Gelehrten zu erscheinen; von R. Gamliél dem Älteren ist es mir aber überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten erlaube. –
יא ת"ש מעשה בשני תלמידי חכמים שהיו באין עם אבא יוסי בן סימאי בספינה וטבעה והשיא רבי נשותיהן ע"פ נשים והא מים כמלחמה דמו ונשים אפי' מאה כעד א' דמו וקתני השיא
11 Komm und höre: Einst reisten zwei Schriftgelehrte mit Abba Jose b. Simaj zu Schiff, und dieses ging unter; und auf die Aussage von Frauen hin erlaubte Rabbi ihren Frauen zu heiraten. Ein Gewässer gleicht ja einem Kriege, und Frauen, auch hundert, gleichen ja einem einzelnen Zeugen, und er lehrt, daß er ihnen zu heiraten erlaubte. –
יב ותסברא מים שאין להם סוף נינהו ומים שאין להם סוף אשתו אסורה אלא ה"ד דאמרי אסקינהו קמן
12 Glaubst du, es war ja ein unumgrenztes Gewässer und bei einem unumgrenzten Gewässer ist ja die Frau verboten!?