Yevamot 44

Kapitel 44

א מיזקק נמי זקיק:
1 so verpflichtet er auch dazu.
ב ואחיו הוא לכל דבר: למאי הלכתא ליורשו וליטמא לו
2 E<small>R GILT IN JEDER</small> H<small>INSICHT ALS SEIN</small> B<small>RUDER</small>. In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Daß er ihn beerbe und sich an ihm verunreinige. —
ג פשיטא אחיו הוא סד"א הואיל וכתיב (ויקרא כא, ב) כי אם לשארו הקרוב אליו ואמר מר שארו זו אשתו וכתיב (ויקרא כא, ד) לא יטמא בעל בעמיו להחלו יש בעל שמטמא ויש בעל שאין מטמא הא כיצד מטמא הוא לאשתו כשרה ואין מטמא לאשתו פסולה
3 Selbstverständlich, er ist ja sein Bruder!? — Es heißt: <i>nur an seinen nahen Verwandten</i>, und der Meister sagte, unter ‘Verwandten’ sei seine Frau zu verstehen, dagegen heißt es: <i>nicht soll der Ehemann unter seinem Volke sich verunreinigen, sich zu entweihen</i>; mancher Ehemann verunreinige sich und mancher verunreinige sich nicht, und zwar: er verunreinige sich an seiner unbemakelten Frau und verunreinige sich nicht an seiner bemakelten Frau.
ד ה"נ מטמא הוא לאח כשר ואין מטמא לאח פסול קמ"ל ואימא ה"נ התם לאפוקי קיימא הכא אחיו הוא:
4 Man könnte glauben, auch hierbei verunreinige er sich an seinem unbemakelten Bruder und nicht an seinem bemakelten Bruder, so lehrt er uns. — Vielleicht ist dem auch so!? — Da ist sie zur Entfernung bestimmt, hierbei aber ist er sein Bruder.
ה חוץ ממי שיש לו אח מן השפחה ומן העובדת כוכבים: מ"ט אמר קרא (שמות כא, ד) האשה וילדיה תהיה לאדוניה:
5 A<small>USGENOMMEN EINER VON EINER</small> S<small>KLAVIN ODER EINER</small> N<small>ICHTJÜDIN</small>. Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt: <i>die Frau und ihre Kinder gehören ihrem Herrn</i>.
ו מי שיש לו בן מ"מ פוטר וכו': מכל מקום לאתויי מאי אמר רב יהודה לאיתויי ממזר מאי טעמא דאמר קרא (דברים כה, ה) ובן אין לו עיין עליו:
6 W<small>ENN JEMAND IRGEND EINEN</small> S<small>OHN HAT, SO ENTBINDET &amp;C</small>. Was schließen [die Worte] ‘irgend einen’ ein? R. Jehuda erwiderte: Sie schließen das Hurenkind ein. — Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt: <i>und einen Sohn hat er nicht</i>, man forsche nach.
ז וחייב על מכתו: אמאי קרי כאן (שמות כב, כז) ונשיא בעמך לא תאור בעושה מעשה עמך
7 F<small>ERNER IST ER SCHULDIG WEGEN</small> S<small>CHLAGENS</small>. Weshalb denn, lese man doch hierbei: <i>einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht fluchen</i>, wenn er nach den Taten deines Volkes handelt!? —
ח כדאמר רב פנחס משמיה דרב פפא בעושה תשובה הכא נמי כשעשה תשובה
8 Wie R. Pinḥas im Namen R. Papas erklärt hat, wenn er Buße getan hat, ebenso auch hierbei, wenn er Buße getan hat. —
ט והאי בר תשובה הוא והתנן שמעון בן מנסיא אומר איזהו (קהלת א, טו) מעוות לא יוכל לתקון זה הבא על הערוה והוליד ממנה ממזר השתא מיהא עושה מעשה עמך הוא:
9 Wieso kann dieser Buße getan haben, wir haben ja gelernt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: <i>Krummes kann nicht gerade werden</i>, wenn nämlich jemand eine Inzestuöse beschlafen und von ihr ein Hurenkind gezeugt hat!? — Immerhin handelt er jetzt nach den Taten deines Volkes.
י תנו רבנן הבא על אחותו והיא בת אשת אביו חייב משום אחותו ומשום בת אשת אביו רבי יוסי בן יהודה אומר אינו חייב אלא משום אחותו בלבד ולא מפני בת אשת אביו
10 Die Rabbanan lehrten: Wer seiner Schwester, die die Tochter der Frau seines Vaters ist, beiwohnt, ist wegen einer Schwester und wegen einer Tochter der Frau seines Vaters schuldig. R. Jose b. R. Jehuda sagt, er sei schuldig nur wegen einer Schwester, nicht aber wegen einer Tochter der Frau seines Vaters.
יא מאי טעמייהו דרבנן אמרי מכדי כתיב (ויקרא יח, ט) ערות אחותך בת אביך או בת אמך ערות בת אשת אביך מולדת אביך אחותך היא למה לי ש"מ לחייבו משום אחותו ומשום בת אשת אביו
11 Was ist der Grund der Rabbanan? — Merke, es heißt ja: <i>die Scham deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter</i>, wozu heißt es: <i>die Scham der Tochter deines Vaters, von deinem Vater erzeugt, deine Schwester ist sie</i>? Damit er schuldig sei wegen seiner Schwester und wegen der Tochter seines Vaters. —
יב ורבי יוסי בר' יהודה אמר קרא אחותך היא משום אחותו אתה מחייבו ואי אתה מחייבו משום בת אשת אביו
12 Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Die Schrift sagt: <i>deine Schwester ist sie</i>, du kannst ihn wegen seiner Schwester schuldig sprechen, nicht aber wegen der Tochter der Frau seines Vaters. —
יג ורבנן האי אחותך היא מאי עבדי ליה מיבעי להו לחייבו על אחותו בת אביו ובת אמו לומר שאין מזהירין מן הדין
13 Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] <i>deine Schwester ist sie</i>? — Sie entnehmen hieraus, daß man schuldig sei wegen seiner Schwester, die Tochter seines Vaters und seiner Mutter ist. Dies besagt, daß man kein Verbot aus einem Schlusse folgere. —
יד ורבי יוסי בר' יהודה אם כן לכתוב רחמנא אחותך היא למה לי משום אחותך אתה מחייבו ואי אתה מחייבו משום בת אשת אביו
14 Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Der Allbarmherzige sollte nur geschrieben haben: <i>deine Schwester</i>, wozu heißt es: <i>ist sie</i>? Du kannst ihn schuldig sprechen wegen seiner Schwester, nicht aber wegen der Tochter der Frau seines Vaters. —
טו ורבנן אף על גב דכתיב אחותך איצטריך למכתב היא שלא תאמר בעלמא מזהירין מן הדין
15 Und die Rabbanan!? — Obgleich es <i>deine Schwester</i> heißt, sind auch [die Worte] <i>ist sie</i> nötig; man könnte glauben, anderweitig folgere man ein Verbot durch einen Schluß,
טז וכ"ת אחותך דכתב רחמנא למה לי מילתא דאתיא בק"ו טרח וכתב לה קרא כתב רחמנא היא
16 und hierbei heiße es deshalb <i>deine Schwester</i>, weil die Schrift sich bemüht, auch das zu schreiben, was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre, daher schrieb der Allbarmherzige <i>ist sie</i>. —
יז ורבי יוסי בר' יהודה אם כן ליכתביה רחמנא לאחותך היא באידך קרא
17 Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Demnach sollte doch der Allbarmherzige [die Worte] <i>deine Schwester ist sie</i> in jenem Schriftverse geschrieben haben. —
יח ור' יוסי בר' יהודה האי בת אשת אביך מאי עביד ליה מיבעי ליה מי שיש לו אישות לאביך בה פרט לאחותו משפחה ועובדת כוכבים שאין אישות לאביך בה
18 Wofür verwendet R. Jose b. R. Jehuda [die Worte:] <i>der Tochter der Frau deines Vaters</i>!? — Hieraus folgert er: die dein Vater ehelichen kann, ausgenommen die Schwester von einer Sklavin oder einer Nichtjüdin, die dein Vater nicht ehelichen kann. —
יט ואימא פרט לאחותו מאנוסה ההיא לא מצית אמרת מדרבא
19 Vielleicht schließt dies die Schwester von einer Genotzüchtigten aus!? — Dies kannst du nicht sagen, wegen einer Lehre Rabas.
כ דרבא רמי כתיב (ויקרא יח, י) ערות בת בנך או בת בתך לא תגלה הא בת בנה דידה ובת בתה דידה שרי וכתיב (ויקרא יח, יז) ערות אשה ובתה לא תגלה את בת בנה ואת בת בתה הא כיצד
20 Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: es heißt: <i>die Scham der Tochter deines Sohnes oder der Tochter deiner Tochter sollst du nicht entblößen</i>, demnach ist die Tochter ihres Sohnes oder die Tochter ihrer Tochter erlaubt, dagegen heißt es: <i>die Scham einer Frau und ihrer Tochter sollst du nicht entblößen; die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter;</i> wie ist dies zu erklären?
כא כאן באונסין כאן בנשואין
21 Jenes gilt von der Genotzüchtigten, dieses von der Angeheirateten. —