Yevamot 48

Kapitel 48

א למאי הלכתא לגריעותא מה בכור אינו נוטל בראוי כבמוחזק אף האי אינו נוטל בראוי כבמוחזק:
1 Zum Nachteile; wie der Erstgeborene vom Inaussichtstehenden nicht ebenso wie vom Vorhandenen erhält, ebenso erhält auch dieser nicht vom Inaussichtstehenden wie vom Vorhandenen.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> הנטען על השפחה ונשתחררה או על העובדת כוכבים ונתגיירה הרי זה לא יכנוס ואם כנס אין מוציאין מידו הנטען על אשת איש והוציאוה מתחת ידו אע"פ שכנס יוציא:
2 <b>W</b><small>ENN EINEM</small> [<small>DER</small> U<small>MGANG</small>]<small> MIT EINER</small> S<small>KLAVIN NACHGESAGT, UND SIE FREIGELASSEN, MIT EINER</small> N<small>ICHTJÜDIN, UND SIE</small> P<small>ROSELYTIN WIRD</small>, <small>SO DARF ER SIE NICHT NEHMEN; HAT ER SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS SEINEM</small> B<small>ESITZE</small>. W<small>ENN EINEM</small> [<small>DER</small> U<small>MGANG</small>] <small>MIT EINER</small> E<small>HEFRAU NACHGESAGT WIRD, UND MAN SIE ENTFERNT</small> <small>HAT, SO MUSS ER SIE, SELBST WENN ER SIE BEREITS GENOMMEN HAT, ENTFERNEN</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> הא גיורת מיהא הויא ורמינהי אחד איש שנתגייר לשום אשה ואחד אשה שנתגיירה לשום איש וכן מי שנתגייר לשום שולחן מלכים לשום עבדי שלמה אינן גרים דברי ר' נחמיה
3 GEMARA. Proselytin aber ist sie, und dem widersprechend wird gelehrt: Ein Mann, der wegen einer Frau Proselyt wird, eine Frau, die wegen eines Mannes Proselytin wird, und ebenso diejenigen, die wegen der königlichen Tafel oder gleich den Sklaven Šelomos Proselyten werden, gelten nicht als Proselyten — so R. Neḥemja.
ד שהיה רבי נחמיה אומר אחד גירי אריות ואחד גירי חלומות ואחד גירי מרדכי ואסתר אינן גרים עד שיתגיירו בזמן הזה
4 R. Neḥemja sagte nämlich: Die Löwenproselyten, ebenso Traumproselyten und die Proselyten [der Zeit] von Mordekhaj und Ester sind keine Proselyten; nur die in der Jetztzeit Proselyten werden. —
ה בזמן הזה ס"ד אלא אימא כבזמן הזה
5 In der Jetztzeit, wie kommst du darauf!? — Lies: wie in der Jetztzeit. —
ו הא איתמר עלה א"ר יצחק בר שמואל בר מרתא משמיה דרב הלכה כדברי האומר כולם גרים הם
6 Hierzu wird ja gelehrt: R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie derjenige, welcher sagt, sie alle sind Proselyten. —
ז אי הכי לכתחלה נמי משום דרב אסי דאמר רב אסי (משלי ד, כד) הסר ממך עקשות פה ולזות שפתים וגו'
7 Demnach sollte dies auch von vornherein gelten!? — Wegen [eines Ausspruches] R. Asis, denn R. Asi sagte:<i> Schaffe von dir Krümme des Mundes und das Lästermaul &amp;c</i>.
ח ת"ר אין מקבלין גרים לימות המשיח כיוצא בו לא קבלו גרים לא בימי דוד ולא בימי שלמה א"ר אליעזר מאי קרא (ישעיהו נד, טו) הן גור יגור אפס מאותי מי גר אתך עליך יפול אבל אידך לא:
8 Die Rabbanan lehrten: In den messianischen Tagen wird man keine Proselyten aufnehmen; desgleichen nahm man in den Tagen Davids und in den Tagen Šelomos keine Proselyten auf. R. Elea͑zar sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: <i>wer</i> <i>sich bekehrt, nur meinetwegen; wer mit dir wohnt, fällt zu dir</i>; andere aber nicht.
ט הנטען על אשת איש וכו': אמר רב ובעדים
9 W<small>ENN EINEM</small> [<small>DER</small> U<small>MGANG</small>]<small> MIT EINER</small> E<small>HEFRAU NACHGESAGT WIRD &amp;C</small>. Rabh sagte: Durch Zeugen.
י אמר רב ששת אמינא כי ניים ושכיב רב אמר להאי שמעתתא דתניא הנטען על אשת איש והוציאוה על ידו ונתגרשה מתחת ידי אחר אם כנס לא יוציא
10 R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte dies schlummernd und schlafend. Es wird gelehrt: Wenn einem [der Umgang] mit einer Ehefrau nachgesagt wird und man sie dieserhalb entfernt hat, und sie darauf von einem anderen geschieden worden ist, so braucht jener, wenn er sie genommen hat, sie nicht zu entfernen.
יא ה"ד אי דאיכא עדים כי אתא אחר ואפסקיה לקלא מאי הוי אלא לאו דליכא עדים וטעמא דאתא אחר ואפסקיה לקלא הא לאו הכי מפקינן
11 In welchem Falle: waren Zeugen vorhanden, so ist ja nichts dabei, daß ein anderer das Gerede abgeschnitten hat; doch wohl, wenn keine Zeugen vorhanden waren, und nur in dem Falle, wenn ein anderer das Gerede abgeschnitten hat, sonst entferne man sie.
יב אמר לך רב הוא הדין דאע"ג דלא אתא אחר ואפסקיה לקלא אי איכא עדים מפקינן אי ליכא עדים לא מפקינן והכי קאמר דאע"ג דאתא אחר ואפסקיה לקלא לכתחלה לא יכנוס
12 Rabh kann dir erwidern: auch wenn ein anderer das Gerede nicht abgeschnitten hat, entferne man sie nur dann, wenn Zeugen vorhanden sind, nicht aber, wenn keine vorhanden sind, nur lehrt er folgendes: obgleich ein anderer das Gerede abgeschnitten hat, darf er sie von vornherein nicht nehmen.
יג מיתיבי בד"א כשאין לה בנים אבל יש לה בנים לא תצא ואם באו עדי טומאה אפילו יש לה כמה בנים תצא
13 Man wandte ein: Nur in dem Falle, wenn sie keine Kinder hat, wenn sie aber Kinder hat, entferne man sie nicht; sind Zeugen der Verunreinigung gekommen, so entferne man sie, selbst wenn sie viele Kinder hat!? —
יד רב מוקי לה למתניתין ביש לה בנים ויש לה עדים ומאי דוחקיה דרב לאוקמי למתניתין ביש לה בנים ויש לה עדים וטעמא דאיכא עדים מפקינן ואי ליכא עדים לא מפקינן לוקמה בשאין לה בנים אע"ג דליכא עדים
14 Rabh bezieht unsere Mišna auf den Fall, wenn sie Kinder hat und Zeugen vorhanden sind. — Was zwingt Rabh unsere Mišna auf den Fall zu beziehen, wenn sie Kinder hat und Zeugen vorhanden sind, und man entferne sie nur dann, wenn Zeugen vorhanden sind, nicht aber, wenn keine Zeugen vorhanden sind, soll er sie auf den Fall beziehen, wenn sie keine Kinder hat, auch wenn keine Zeugen vorhanden sind!?
טו אמר רבא מתניתין קשיתיה מאי איריא דתני הוציאוה ליתני הוציאה אלא כל הוציאוה בבית דין ובית דין בעדים הוא דמפקי
15 Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm auffallend: weshalb heißt es: man sie entfernt hat, es sollte doch heißen: er sie entfernt hat; wahrscheinlich ist unter ‘man’ das Gericht zu verstehen, und das Gericht entfernt sie, wenn Zeugen vorhanden sind.
טז ואי בעית אימא הני מתנייתא רבי היא דתניא רוכל יוצא ואשה חוגרת בסינר אמר רבי הואיל ומכוער הדבר תצא רוק למעלה מן הכילה אמר רבי הואיל ומכוער הדבר תצא
16 Wenn du willst, sage ich: jene Lehre vertritt die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Wenn der Hausierer hinausgeht und die Frau den Schurz umbindet, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich ist, zu entfernen; wenn Speichel oben am Betthimmel ist, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich ist, zu entfernen;