Yoma 15

Kapitel 15

א ומה ציץ שאין בו אלא אזכרה אחת אמרה תורה על מצחו תמיד שלא יסיח דעתו ממנו תפילין שיש בהן אזכרות הרבה על אחת כמה וכמה
1 das Stirnblatt enthielt den Gottesnamen nur einmal, dennoch sagt die Tora: <i>beständig auf seiner Stirn</i>, daß er nämlich seine Gedanken nicht davon abwende, um wieviel mehr gilt dies von den Tephillin, die vielmal den Gottesnamen enthalten. —
ב ולר"ש דאמר תמיד מרצה והא כתיב על מצחו ונשא ההוא לקבוע לו מקום הוא דאתא
2 Wieso sagt R. Šimo͑n, es mache [das Opfer] beständig wohlgefällig, es heißt ja: <i>auf der Stirn, [er] soll auf sich nehmen</i>!? — dies deutet nur die Stelle desselben an. —
ג ורבי יהודה לקבוע לו מקום מנא ליה נפקא ליה מעל מצחו ור"ש נמי תיפוק ליה מעל מצחו אין ה"נ
3 Woher weiß R. Jehuda, die Stelle desselben zu entnehmen!? — Er entnimmt dies aus [den Worten]: <i>auf seiner Stirn</i>. Sollte auch R. Šimo͑n es entnehmen aus [den Worten]: <i>auf seiner Stirn</i>!? — Dem ist auch so. —
ד אלא על מצחו ונשא מאי עביד ליה אמר לך ראוי למצח מרצה שאינו ראוי למצח אינו מרצה לאפוקי נשבר הציץ דלא מרצה
4 Wofür verwendet er nun [die Worte:] <i>auf der Stirn, [er] soll auf sich nehmen</i>!? — Er kann dir erwidern: das für die Stirn brauchbar ist, macht [das Opfer] wohlgefällig, das aber für die Stirn nicht brauchbar ist, macht es nicht wohlgefällig; dies schließt den Fall aus, wenn das Stirnblatt zerbrochen ist, daß es nicht wohlgefällig mache. —
ה ולר' יהודה נשבר הציץ מנא ליה נפקא ליה ממצח מצחו ור"ש מצח מצחו לא משמע ליה
5 Woher weiß es R. Jehuda von dem Falle, wenn das Stirnblatt zerbrochen ist? — Er folgert dies aus <i>Stirn, seiner Stirn</i>. — Und R. Šimo͑n!? [Die Folgerung aus] <i>Stirn, seiner Stirn</i>, leuchtet ihm nicht ein.
ו נימא הני תנאי כהני תנאי דתניא אחד זה ואחד זה מזין עליו כל שבעה מכל חטאות שהיו שם דברי רבי מאיר רבי יוסי אומר אין מזין עליו אלא שלישי ושביעי בלבד ר' חנינא סגן הכהנים אומר כהן השורף את הפרה מזין עליו כל שבעה כה"ג ביוה"כ אין מזין עליו אלא שלישי ושביעי
6 Es wäre anzunehmen, daß jene Tannaím [denselben Streit führen], wie die folgenden Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Man besprenge sowohl diesen als auch jenen während aller sieben [Tage mit dem Entsündigungswasser] von allen Sündopfern, die dort vorhanden waren — so R. Meír. R. Jose sagt, man besprenge ihn nur am dritten und am siebenten. R. Ḥanina der Priestervorsteher sagt, den Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, besprenge man während aller sieben [Tage], den Hochpriester für den Versöhnungstag besprenge man nur am dritten und am siebenten.
ז מאי לאו בהא קא מיפלגי ר"מ סבר טומאה דחויה היא בציבור ור' יוסי סבר טומאה היתר היא בציבור
7 Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Meír ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt, und R. Jose ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde aufgehoben. —
ח ותסברא אי סבר רבי יוסי היתר היא בציבור הזאה כלל למה לי אלא דכולי עלמא הני תנאי סברי טומאה דחויה היא בציבור
8 Glaubst du: wozu ist, wenn R. Jose der Ansicht ist, sie werde bei einer Gemeinde aufgehoben, die Besprengung überhaupt nötig!? Vielmehr sind jene Tannaím beide der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt,
ט והכא בהא קמיפלגי ר"מ סבר אמרינן טבילה בזמנה מצוה ורבי יוסי סבר לא אמרינן טבילה בזמנה מצוה
9 und ihr Streit besteht in folgendem: R. Meír ist der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei Gebot, und R. Jose ist der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei kein Gebot. —
י וסבר רבי יוסי לא אמרינן טבילה בזמנה מצוה והתניא הרי שהיה שם כתוב על בשרו הרי זה לא ירחץ ולא יסוך ולא יעמוד במקום הטנופת נזדמנה לו טבילה של מצוה כורך עליו גמי וטובל רבי יוסי אומר יורד וטובל כדרכו ובלבד שלא ישפשף
10 Ist denn R. Jose der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei kein Gebot, es wird ja gelehrt: Wenn einem auf dem Leibe der Gottesname geschrieben ist, so darf er nicht baden, sich nicht salben, und an keinem schmutzigen Orte stehen; trifft es sich, daß er ein Pflichtbad nehmen muß, so umbinde er ihn mit Bast und tauche unter. R. Jose sagt, er dürfe wie gewöhnlich hinabsteigen und untertauchen, aber ihn nicht wegspülen.
יא וקיימא לן דבטבילה בזמנה מצוה קא מיפלגי דתנא קמא סבר לא אמרינן טבילה בזמנה מצוה. ורבי יוסי סבר אמרינן טבילה בזמנה מצוה אלא דכולי עלמא להני תנאי אמרינן טבילה בזמנה מצוה
11 Und es ist uns bekannt, daß sie über das Gebot des Untertauchens zur festgesetzten Zeit streiten: der erste Tanna ist der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei kein Gebot, und R. Jose ist der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei Gebot!? —
יב והכא בהא קמיפלגי רבי מאיר סבר מקשינן הזאה לטבילה ור' יוסי סבר לא מקשינן הזאה לטבילה
12 Vielmehr, jene Tannaím sind beide der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei Gebot, und ihr Streit besteht in folgendem: R. Meír ist der Ansicht, man vergleiche die Besprengung mit dem Untertauchen, und R. Jose ist der Ansicht, man vergleiche nicht die Besprengung mit dem Untertauchen. —
יג ורבי חנינא סגן הכהנים אי מקיש הזאה לטבילה אפילו כהן ביוה"כ נמי אי לא מקיש הזאה לטבילה אפי' כהן השורף את הפרה נמי לא
13 [Welcher Ansicht ist] R. Ḥanina der Priestervorsteher: vergleicht er die Besprengung mit dem Untertauchen, so sollte dies auch vom Hochpriester für den Versöhnungstag gelten, und vergleicht er nicht die Besprengung mit dem Untertauchen, so sollte es auch vom Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, nicht gelten!? —
יד לעולם לא מקיש וכהן השורף את הפרה מעלה בעלמא
14 Tatsächlich vergleicht er sie nicht miteinander, nur ist es beim Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, nichts weiter als eine Verschärfung. —
טו כמאן אזלא הא דתנו רבנן אין בין כהן השורף את הפרה לכהן גדול ביום הכפורים אלא
15 Wessen Ansicht vertritt die Lehre der Rabbanan, daß nämlich der Unterschied zwischen dem Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, und dem Hochpriester für den Versöhnungstag nur darin bestehe,