Yoma 155

Kapitel 155

א מפכין עתידין להיות יוצאין מתחת מפתן הבית מכאן ואילך היה מתגבר ועולה עד שמגיע לפתח בית דוד כיון שמגיע לפתח בית דוד נעשה כנחל שוטף שבו רוחצין זבין וזבות נדות ויולדות שנאמר (זכריה יג, א) ביום ההוא יהיה מקור נפתח לבית דוד וליושבי ירושלם לחטאת ולנדה
1 das dereinst unter der Schwelle des Hauses hervorquellen wird. Von da ab nahm er zu und stieg an, bis er die Tür des Davidischen Hauses erreichte, und an der Tür des Davidischen Hauses war er ein reißender Strom, in dem männliche und weibliche Flußbehaftete und Wöchnerinnen badeten, wie es heißt: an jedem Tage wird dem Hause Davids und den Bewohnern Jerušalems eine Quelle zur [Abwaschung von] Sünden und Menstruation eröffnet werden</i>.
ב אמר רב יוסף מכאן רמז לנדה שצריכה לישב עד צוארה במים ולית הילכתא כוותיה
2 R. Joseph sagte: Hieraus ist eine Andeutung zu entnehmen, daß eine Menstruierende [beim Untertauchen] bis an den Hals im Wasser sitzen müsse. Die Halakha ist aber nicht wie er. –
ג (תינח יום הכפורים דליכא מנעל) שבת דאיכא מנעל מאי אמר נחמיה חתניה דבי נשיאה אנא חזיתיה לרבי אמי ורבי אסי דמטו עורקומא דמיא ועברוה דרך מלבוש
3 Allerdings am Versöhnungstage, an dem man keine Sandalen anhat, wie ist es aber am Šabbath, an dem man Sandalen anhat? R. Neḥemja, der Schwiegersohn des Exilarchen, erwiderte: Ich sah, wie R. Ami und R. Asi, als sie an einen Wassergraben herankamen, ihn in [Schuhen] überschritten. –
ד תינח מנעל סנדל מאי איכא למימר אמר רב ריחומי אנא חזיתיה לרבינא דעבר דרך מלבוש רב אשי אמר סנדל לכתחלה לא
4 Allerdings in Schuhen, wie verhält es sich aber mit den Sandalen? R. Reḥumi erwiderte: Ich sah, wie Rabina in solchen [über ein Gewässer] ging. R. Aši sagte: Von vornherein darf man es in Sandalen nicht.
ה ריש גלותא איקלע להגרוניא לבי רב נתן רפרם וכולהו רבנן אתו לפירקא רבינא לא אתא למחר בעי רפרם לאפוקי לרבינא מדעתיה דריש גלותא אמר ליה מאי טעמא לא אתא מר לפירקא אמר ליה הוה כאיב לי כרעאי איבעי לך למיסם מסאני גבא דכרעא הוה
5 Einst traf der Exilarch in Hagron ja bei R. Nathan ein; Raphram und alle Rabbanan kamen zu seinem Vortrage, Rabina aber kam nicht. Am folgenden Tage wollte Raphram den Rabina aus den Gedanken des Exilarchen schlagen und fragte ihn: Weshalb kam der Meister nicht zum Vortrage? Dieser erwiderte: Ein Fuß schmerzte mich. – So solltest du Schuhe anziehen. – Es war der Fußrücken. –
ו איבעי לך למרמא סנדלא אמר ליה עורקמא דמיא הוה באורחא איבעי לך למעבריה דרך מלבוש אמר ליה לא סבר לה מר להא דאמר רב אשי סנדל לכתחלה לא
6 So solltest du Sandalen anziehen. – Auf dem Wege befindet sich ein Wassergraben. – So solltest du ihn [in Sandalen] überschreiten. Dieser erwiderte: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Aši gesagt hat, daß man es in Sandalen von vornherein nicht dürfe!?
ז תני יהודה בר גרוגרות אסור לישב על גבי טינא ביום הכפורים אמר רבי יהושע בן לוי ובטינא מטפחת אמר אביי ובטופח על מנת להטפיח אמר רב יהודה מותר להצטנן בפירות רב יהודה מצטנן בקרא
7 Jehuda b.Grogroth lehrte: Es ist verboten, am Versöhnungstage auf Lehm zu sitzen. R. Jehošua b.Levi sagte: Auf feuchtem. Abajje sagte: Nur wenn man sich zu befeuchten beabsichtigt. R. Jehuda sagte: Man darf sich an Früchten kühlen. R. Jehuda kühlte sich an einem Kürbis; Rabba kühlte sich an Gurken;
ח רבה מצטנן בינוקא רבא מצטנן בכסא דכספא אמר רב פפא כסא דכספא מלא אסור חסר שרי דפחרא אידי ואידי אסור משום דמישחל שחיל רב (פפא) אמר כסא דכספא חסר נמי אסור משום דמזדריב
8 Raba kühlte sich an einem silbernen Becher. R.Papa sagte: An einem silbernen Becher ist es, wenn er voll ist, verboten, wenn er nicht voll ist, erlaubt; an einem irdenen aber ist es in beiden Fällen verboten, weil er [Flüssigkeit] ausschwitzt. R. Papa sagte: An einem silbernen Becher ist es verboten, auch wenn er nicht voll ist, weil er [aus der Hand] gleiten kann.
ט זעירא בר חמא אושפיזכנין דרבי אמי ורבי אסי ורבי יהושע בן לוי ודכולהו רבנן דקיסרי הוה אמר ליה לרב יוסף בריה דרבי יהושע בן לוי בר אריא תא אימא לך מילתא מעליתא דהוה עביד אבוך מטפחת היה לו בערב יום הכפורים ושורה אותה במים ועושה אותה כמין כלים נגובין ולמחר מקנח בה פניו ידיו ורגליו ערב תשעה באב שורה אותה במים ולמחר מעבירה על גבי עיניו
9 Zee͑ra b.Ḥama war der Wirt von R. Ami, R. Aši, R. Jehošua͑ b.Levi und allen übrigen Rabbanan von Cäsarea. Einst sprach er zu R. Joseph, dem Sohne des R. Jehošua͑ b.Levi: Gelehrtensohn, komm, ich will dir eine schöne Gepflogenheit von deinem Vater erzählen: Am Vorabende des Versöhnungstages tauchte er ein Tuch in Wasser und ließ es ein wenig trocknen und am nächsten Morgen rieb er damit Hände und Füße ab. Am Vorabend des Neunten Ab tauchte er ein solches in Wasser, und am folgenden Morgen fuhr er damit über die Augen.
י וכן כי אתא רבה בר מרי אמר בערב תשעה באב מביאין לו מטפחת ושורה אותה במים ומניחה תחת מראשותיו ולמחר מקנח פניו ידיו ורגליו בערב יום הכפורים מביאין לו מטפחת ושורה אותה במים ועושה אותה כמין כלים נגובין ולמחר מעבירה על גבי עיניו אמר ליה ר' יעקב לרבי ירמיה בר תחליפא איפכא אמרת לן ואותיבנך סחיטה
10 Ebenso erzählte Rabba b.Mari, als er kam: Am Vorabend des neunten Ab holte man ihm ein Tuch das er in Wasser tauchte und unter das Kopfende [des Bettes] legte, und am folgenden Morgen rieb er damit Gesicht, Hände und Füße ab. Am Vorabend des Versöhnungstages holte man ihm ein Tuch, das er in Wasser tauchte und ein wenig trocknen ließ, und am folgenden Morgen fuhr er damit über die Augen. R. Jaqo͑b sprach zu R. Jirmeja b.Taḥlipha: Du hast uns dies entgegengesetzt erzählt, und wir wandten ein: er drückte ja [das Wasser] aus.
יא אמר רב מנשיא בר תחליפא אמר רב עמרם אמר רבה בר בר חנה שאלו את רבי אלעזר זקן ויושב בישיבה צריך ליטול רשות להתיר בכורות או אינו צריך
11 R. Mehasja b. Taḥlipha erzählte im Namen R. A͑mrams im Namen des Rabba b.Bar Ḥana: Man fragte R. Elea͑zar, ob ein Greis, der im Kollegium sitzt, der Autorisation benötigt, um ein Erstgeborenes zu erlauben, oder nicht benötigt? –
יב מאי קא מיבעי להו הכי קא מיבעי להו כי הא דאמר רב אידי בר אבין דבר זה הניחו להם לבי נשיאה כדי להתגדר בו צריך ליטול רשות או דילמא כיון דזקן ויושב בישיבה אין צריך עמד ר' צדוק בן חלוקה על רגליו ואמר אני ראיתי את רבי יוסי בן זימרא שזקן ויושב בישיבה היה ועמד במעלה מזקנו של זה ונטל רשות להתיר בכורות
12 Was war ihnen da fraglich? – Folgendes war ihnen fraglich: R. Idi b.Abin sagte, man habe dies dem Fürstenhause als Auszeichnung überlassen, demnach benötigt er der Autorisation, oder benötigt er ihrer nicht, da er ein Greis ist, der im Kollegium sitzt? Da stand R. Çadoq b. Haqula (auf seine Füße) auf und sprach: Ich sah, wie R. Jose b.Zimra, ein Greis, der im Kollegium saß und höher im Range war, als der Großvater von diesem, Autorisation einholte, um ein Erstgeborenes zu erlauben.
יג אמר ליה ר' אבא לא כך היה מעשה אלא כך היה מעשה ר' יוסי בן זימרא כהן היה והכי קא מיבעיא ליה הלכה כר"מ דאמר החשוד בדבר לא דנו ולא מעידו או דילמא הלכה כרבן שמעון בן גמליאל דאמר נאמן הוא על של חבירו ואינו נאמן על של עצמו ופשט ליה הלכה כרשב"ג
13 R. Abba sprach zu ihm: Nicht so verhielt sich die Sache, sondern wie folgt: R. Jose b.Zimra war Priester, und sie fragten, ob die Halakha wie R. Meír sei, welcher sagt, wer verdächtig erscheint, dürfe in dieser Sache weder richten noch bekunden, oder aber ist die Halakha wie R. Šimo͑n b.Gamliél, welcher sagt, er sei für andere glaubwürdig, für sich selber aber nicht glaubwürdig, und er entschied, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b.Gamliél.
יד ותו קא מבעיא להו מהו לצאת בסנדל של
14 Ferner fragten sie ihn, ob man am Versöhnungstage