Yoma 173

Kapitel 173

א בצבו נפשיה לקטלא נפיק וצבו ביתיה לית הוא עביד וריקן לביתיה אזיל ולואי שתהא ביאה כיציאה וכי הוי חזי אמבוהא אבתריה אמר (איוב כ, ו) אם יעלה לשמים שיאו וראשו לעב יגיע כגללו לנצח יאבד רואיו יאמרו איו רב זוטרא כי הוו מכתפי ליה בשבתא דריגלא הוה אמר (משלי כז, כד) כי לא לעולם חסן ואם נזר לדור ודור
1 Freiwillig geht er dem Tode entgegen, ohne daß es ihm den Bedarf seines Hauses einbringt, denn leer kehrt er heim. O daß doch das Kommen dem Fortgehen gleiche! Und wenn er die Scharen hinter sich sah, sprach er: <i>Wenn auch seine Höhe bis zum Himmel reicht, und sein Haupt bis in die Wolken ragt, gleich seinem Kote schwindet er für immer, die ihn sehen, sprechen: Wo ist er</i>? Wenn man Mar Zuṭra an einem Festšabbath trug, sprach er: <i>Denn Vermögen währt nicht immer, und bleibt etwa die Krone von Geschlecht zu Geschlecht</i>?
ב (משלי יח, ה) שאת פני רשע לא טוב לא טוב להם לרשעים שנושאין להם פנים בעולם הזה לא טוב לו לאחאב שנשאו לו פנים בעוה"ז שנאמר (מלכים א כא, כט) יען כי נכנע (אחאב מלפני) לא אביא הרעה בימיו
2 <i>Es ist nicht gut, das Gesicht des Frevlers zu schonen</i>; es ist für die Frevler nicht gut, daß man sie auf dieser Welt schont. Es war für Aḥa͑b nicht gut, daß man ihn auf dieser Welt schonte, wie es heißt: <i>weil sich Aḥa͑b vor mir gedemütigt hat, will ich das Unglück nicht bei seinen Lebzeiten hereinbrechen lassen</i>.
ג (משלי יח, ה) להטות צדיק במשפט טוב להם לצדיקים שאין נושאין להם פנים בעוה"ז טוב לו למשה שלא נשאו לו פנים בעוה"ז שנאמר (במדבר כ, יב) יען לא האמנתם בי להקדישני הא אילו האמנתם בי עדיין לא הגיע זמנם ליפטר מן העולם
3 <i>Daß man den Gerechten im Gericht hinwegstößt</i>; es ist für die Gerechten gut, daß man sie auf dieser Welt nicht schont. Es war für Moše gut, daß man ihn auf dieser Welt nicht schonte, wie es heißt: <i>weil ihr auf mich nicht vertraut habt, mich zu heiligen</i>; würdet ihr aber auf mich vertraut haben, so würde eure Zeit, aus der Welt zu scheiden, noch nicht herangereicht sein.
ד אשריהם לצדיקים לא דיין שהן זוכין אלא שמזכין לבניהם ולבני בניהם עד סוף כל הדורות שכמה בנים היו לו לאהרן שראויין לישרף כנדב ואביהוא שנאמר (ויקרא י, יב) הנותרים אלא שעמד להם זכות אביהם
4 Heil den Frommen; nicht genug, daß sie Verdienst für sich selbst erlangen, vielmehr erlangen sie Verdienst auch für ihre Kinder und Kindeskinder bis zum Ende aller Geschlechter. Ahron hatte viele Söhne, die es, gleich Nadab und Abihu, verbrannt zu werden verdient hatten, demi es heißt: <i>die zurückblieben</i>, nur stand ihnen das Verdienst ihres Vaters bei.
ה אוי להם לרשעים לא דיין שמחייבין עצמן אלא שמחייבין לבניהם ולבני בניהם עד סוף כל הדורות הרבה בנים היו לו לכנען שראויין ליסמך כטבי עבדו של רבן גמליאל אלא שחובת אביהם גרמה להן
5 Wehe den Gottlosen; nicht genug, daß sie sich selbst verschulden, vielmehr verschulden sie auch ihre Kinder und Kindeskinder bis zum Ende aller Geschlechter. Kenaa͑n hatte viele Nachkommen, die es, gleich Ṭabi, dem Sklaven R. Gamliéls, Autorisation zu erlangen verdient hatten, nur lastete auf ihnen die Verschuldung ihres Ahnes.
ו כל המזכה את הרבים אין חטא בא על ידו וכל המחטיא את הרבים כמעט אין מספיקין בידו לעשות תשובה כל המזכה את הרבים אין חטא בא על ידו מ"ט כדי שלא יהא הוא בגיהנם ותלמידיו בגן עדן שנאמר (תהלים טז, י) כי לא תעזוב נפשי לשאול לא תתן חסידך לראות שחת וכל המחטיא את הרבים אין מספיקין בידו לעשות תשובה שלא יהא הוא בגן עדן ותלמידיו בגיהנם שנאמר (משלי כח, יז) אדם עשוק בדם נפש עד בור ינוס אל יתמכו בו
6 Wer das Publikum zu verdienstvollen Handlungen veranlaßt, dem bleibt die Sünde fern; wer das Publikum zur Sünde verleitet, dem läßt man nicht gelingen, Buße zu tun. – Weshalb bleibt dem, der das Publikum zu verdienstvollen Handlungen bringt, die Sünde fern? – Damit nicht er sich im Fegefeuer befinde, seine Schüler aber im Paradiese, denn es heißt: <i>denn du überläßt meine Seele nicht der Unterwelt, gibst nicht zu, daß dein Frommer die Grube schaue</i>. – Wer das Publikum zur Sünde verleitet, dem läßt man nicht gelingen, Buße zu tun, damit nicht er im Paradiese sich befinde, seine Schüler aber im Fegefeuer, denn es heißt: <i>ein Mensch, den das Blut eines Ermordeten drückt, muß bis zur Grube flüchtig sein; niemand stütze ihn</i>.
ז האומר אחטא ואשוב אחטא ואשוב למה לי למימר אחטא ואשוב אחטא ואשוב תרי זימני כדרב הונא אמר רב דאמר רב הונא אמר רב כיון שעבר אדם עבירה ושנה בה הותרה לו הותרה לו סלקא דעתך אלא נעשית לו כהיתר
7 S<small>AGT JEMAND, ER WOLLE SÜNDIGEN UND</small> B<small>USSE TUN, SÜNDIGEN UND</small> B<small>USSE TUN</small>. Wozu heißt es zweimal: sündigen und Buße tun, sündigen und Buße tun? – Wie R. Hona im Namen Rabhs sagte, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Sobald ein Mensch eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, so ist sie ihm erlaubt. – Erlaubt, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, sie kommt ihm erlaubt vor.
ח אחטא ויום הכפורים מכפר אין יום הכפורים מכפר לימא מתני' דלא כרבי דתניא רבי אומר על כל עבירות שבתורה בין עשה תשובה בין לא עשה תשובה יוה"כ מכפר אפילו תימא רבי אגב שאני
8 E<small>R WOLLE SÜNDIGEN, UND DER</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAG WERDE ES SÜHNEN, SO SÜHNT ES DER</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAG NICHT</small>. Unsere Mišna lehrt also nicht nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Versöhnungstag sühnt alle Sünden der Tora, einerlei, ob man Buße getan hat oder nicht. – Du kannst auch sagen, nach Rabbi, denn anders ist es, wenn es daraufhin erfolgt.
ט עבירות שבין אדם למקום וכו' רמי ליה רב יוסף בר חבו לרבי אבהו עבירות שבין אדם לחבירו אין יוה"כ מכפר והא כתיב (שמואל א ב, כה) אם יחטא איש לאיש ופללו אלהים מאן אלהים דיינא
9 S<small>ÜNDEN DES</small> M<small>ENSCHEN GEGEN</small> G<small>OTT</small> &amp;<small>C</small>. R. Joseph b. Ḥabo wies R. Abahu auf einen Widerspruch hin. [Er lehrt,] der Versöhnungstag sühne nicht die Sünden des Menschen gegen seinen Nächsten, dagegen heißt es: <i>sündigt ein Mensch wider einen Menschen, so besänftigt Gott!?</i> – Unter ‘Gott’ ist das Gericht zu verstehen. –
י אי הכי אימא סיפא ואם לה' יחטא איש מי יתפלל לו הכי קאמר אם יחטא איש לאיש ופללו אלהים ימחול לו ואם לה' יחטא איש מי יתפלל בעדו תשובה ומעשים טובים
10 Wie ist demnach der Schluß zu erklären: <i>wenn einer aber wider den Herrn sündigt, wer sollte ihn richten</i>!? – Er meint es wie folgt: wenn ein Mensch gegen einen Menschen sündigt und er ihn besänftigt, so vergibt ihm Gott, wenn aber ein Mensch gegen Gott sündigt, wer könnte für ihn beten, – nur Buße und gute Handlungen.
יא אמר ר' יצחק כל המקניט את חבירו אפילו בדברים צריך לפייסו שנאמר (משלי ו, א) בני אם ערבת לרעך תקעת לזר כפיך נוקשת באמרי פיך עשה זאת אפוא בני והנצל כי באת בכף רעך לך התרפס ורהב רעיך אם ממון יש בידך התר לו פסת יד ואם לאו הרבה עליו ריעים
11 R. Jiçḥaq sagte: Wer seinen Nächsten kränkt, auch wenn nur durch Worte, muß ihn besänftigen, denn es heißt: <i>mein Sohn, bist du Bürge geworden für deinen Nächsten, hast du für einen anderen deinen Handschlag gegeben, bist du verstrickt durch die Rede deines Mundes, so tue doch dieses, mein Sohn, daß du dich errettest &amp;c</i>. Hast du Geld, so öffne ihm deine Hand, wenn aber nicht, so bestürme ihn durch Freunde.
יב (ואמר) רב חסדא וצריך לפייסו בשלש שורות של שלשה בני אדם שנאמר (איוב לג, כז) ישור על אנשים ויאמר חטאתי וישר העויתי ולא שוה לי
12 R. Ḥisda sagte: Er muß ihn vor drei Reihen von je drei Personen um Verzeihung bitten, denn es heißt: <i>er soll vor den Leuten bekennen</i> <i>und sprechen: Ich habe gefehlt und das Recht verkehrt, und es wurde mir nicht vergolten</i>.
יג (ואמר) ר' יוסי בר חנינא כל המבקש מטו מחבירו אל יבקש ממנו יותר משלש פעמים שנאמר (בראשית נ, יז) אנא שא נא ועתה שא נא ואם מת מביא עשרה בני אדם ומעמידן על קברו ואומר חטאתי לה' אלהי ישראל ולפלוני שחבלתי בו
13 R. Jose b. Ḥanina sagte: Wer seinen Nächsten [um Verzeihung] bittet, tue dies nicht mehr als dreimal, denn es heißt: <i>ach</i> <i>vergib doch, nun vergib doch</i>. Ist [der Beleidigte] gestorben, so hole er zehn Personen an sein Grab und spreche: Ich habe gesündigt wider den Herrn, den Gott Jisraéls, und wider diesen, den ich verletzt habe.
יד ר' ירמיה הוה ליה מילתא לר' אבא בהדיה אזל איתיב אדשא דר' אבא בהדי דשדיא אמתיה מיא מטא זרזיפי דמיא ארישא אמר עשאוני כאשפה קרא אנפשיה (תהלים קיג, ז) מאשפות ירים אביון שמע ר' אבא ונפיק לאפיה אמר ליה השתא צריכנא למיפק אדעתך דכתיב לך התרפס ורהב רעיך
14 R. Abba hatte etwas gegen R. Jirmeja; da ging er hin und setzte sich an die Tür des R. Abba, und als die Magd Wasser hinausgoß, spritzten Tropfen auf seinen Kopf. Da sprach er: Sie haben mich zum Misthaufen gemacht, und er las über sich [den Schriftvers]: <i>aus dem Misthaufen erhebt er den Armen</i>. Als R. Abba dies erfuhr, kam er ihm entgegen und sprach zu ihm: Jetzt muß ich zu dir kommen, denn es heißt: <i>geh hin, wirf dich nieder und bestürme deinen Nächsten</i>.
טו ר' זירא כי הוה ליה מילתא בהדי איניש הוה חליף ותני לקמיה וממציא ליה כי היכי דניתי וניפוק ליה מדעתיה
15 Wenn R. Zera etwas gegen jemand hatte, ging er an ihm vorüber und zeigte sich ihm, damit dieser von selbst herankomme.
טז רב הוה ליה מילתא בהדי ההוא טבחא לא אתא לקמיה במעלי יומא דכפורי אמר איהו איזיל אנא ' לפיוסי ליה פגע ביה רב הונא אמר ליה להיכא קא אזיל מר אמר ליה לפיוסי לפלניא אמר אזיל אבא למיקטל נפשא אזל וקם עילויה הוה יתיב וקא פלי רישא דלי עיניה וחזייה אמר ליה אבא את זיל לית לי מילתא בהדך בהדי דקא פלי רישא אישתמיט גרמא ומחייה בקועיה וקטליה
16 Rabh hatte einst etwas gegen einen Schlächter, und als dieser am Vorabend des Versöhnungstages zu ihm nicht kam, sprach er: Ich werde zu ihm gehen, um ihn zu besänftigen. Da traf ihn R. Hona und fragte ihn: Wohin geht der Meister? Dieser erwiderte: Jenen besänftigen. Da sprach er: Abba geht einen Menschen töten! Er ging aber dennoch hin und blieb vor ihm stehen, während jener dasaß und einen Kopf spaltete. Als jener seine Augen erhob und ihn bemerkte, rief er: Es ist Abba; geh, ich will mit dir nichts zu tun haben. Während er den Kopf weiter spaltete, löste sich ein Knochen, der ihm in den Hals drang und ihn tötete.
יז רב הוה פסיק סידרא קמיה דרבי עייל
17 Einst las Rabh vor Rabbi Abschnitte vor,