Yoma 175

Kapitel 175

א מפני שצריך לומר הבדלה בחונן הדעת תנאי היא דתניא כל חייבי טבילות טובלין כדרכן ביום הכפורים נדה ויולדת טובלות כדרכן בלילי יוה"כ
1 weil man in [den Segen] ‘Der Erkenntnis verleiht’ den Unterscheidungssegen einschalten muß!? – Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Alle, die unterzutauchen haben, tauchen am Versöhnungstage wie gewöhnlich unter; die Menstruierende und die Wöchnerin tauchen wie gewöhnlich in der Nacht des Versöhnungstages unter:
ב בעל קרי טובל והולך עד המנחה רבי יוסי אומר כל היום כולו
2 der Ergußbehaftete darf bis zum Vespergebete untertauchen, und R. Jose sagt, während des ganzen Tages. –
ג ורמינהו הזב והזבה המצורע והמצורעת ובועל נדה וטמא מת טובלין כדרכן ביוה"כ נדה ויולדת טובלות כדרכן בלילי יוה"כ בעל קרי טובל והולך כל היום כולו ר' יוסי אומר מן המנחה ולמעלה אין יכול לטבול
3 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen. Der männliche und die weibliche Flußbehaftete, der männliche und die weibliche Aussätzige, der einer Menstruierenden Beiwohnende und der Leichenunreine tauchen in der Nacht des Versöhnungstages wie gewöhnlich unter; die Menstruierende und die Wöchnerin tauchen wie gewöhnlich in der Nacht des Versöhnungstages unter; der Ergußbehaftete darf während des ganzen Tages untertauchen; R. Jose sagt, vom Vespergebete ab dürfe er nicht mehr untertauchen!? –
ד לא קשיא הא דצלי תפלת נעילה הא דלא צלי
4 Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er das Schlußgebet verrichtet hat, und das andere, wenn er es nicht verrichtet hat. –
ה אי דצלי מאי טעמייהו דרבנן קא סברי רבנן טבילה בזמנה מצוה
5 Was ist, wenn er es verrichtet hat, der Grund der Rabbanan!? – Die Rabbanan sind der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei Gebot. –
ו מכלל דר' יוסי סבר לאו מצוה והתניא הרי שהיה שם כתוב על בשרו ה"ז לא ירחץ ולא יסוך ולא יעמוד במקום הטנופת נזדמנה לו טבילת מצוה כורך עליו גמי ויורד וטובל רבי יוסי אומר יורד וטובל כדרכו ובלבד שלא ישפשף
6 Demnach wäre R. Jose der Ansicht, dies sei kein Gebot, und [dem widersprechend] wird gelehrt: Wenn einem auf dem Leibe der Gottesname geschrieben ist, so darf er nicht baden, sich nicht salben und an keinem schmutzigen Orte stehen; trifft es sich, daß er ein Pflichtbad nehmen muß, so umbinde er ihn mit Bast, steige hinab und tauche unter. R. Jose sagt, er dürfe wie gewöhnlich hinabsteigen und untertauchen, aber ihn nicht wegspülen.
ז וקי"ל דבטבילה בזמנה מצוה פליגי
7 Und es ist uns bekannt, daß sie über das Gebot des Untertauchens zur festgesetzten Zeit streiten!? –
ח ההיא רבי יוסי בר יהודה היא דתניא ר' יוסי בר יהודה אומר דיה לטבילה שתהא באחרונה
8 Da ist es R. Jose b. Jehuda, denn es wird gelehrt, R. Jose b. Jehuda sagt, es genüge, wenn das Untertauchen am Ende erfolgt.
ט ת"ר הרואה קרי ביום הכפורים יורד וטובל ולערב ישפשף לערב מאי דהוה הוה אלא אימא מבערב ישפשף (קא סבר מצוה לשפשף)
9 Die Rabbanan lehrten: Wer am Versöhnungstage Samenerguß bekommt, steige hinab und tauche unter, und abends spüleer sich ab. – Abends, was geschehen ist, ist ja geschehen!? – Sage vielmehr, am Abend vorher spüle ersich ab. Er ist der Ansicht, es sei Gebot, sich abzuspülen.
י תני תנא קמיה דרב נחמן הרואה קרי ביוה"כ עונותיו מחולין לו והתניא עונותיו סדורין מאי סדורין סדורין לימחל
10 Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Wer am Versöhnungstage Samenerguß bekommt, dem sind seine Sünden vergeben. – Es wird ja aber gelehrt: dem sind seine Sünden geordnet!? – Sie sind geordnet, um vergeben zu werden.
יא תנא דבי רבי ישמעאל הרואה קרי ביוה"כ ידאג כל השנה כולה ואם עלתה לו שנה מובטח לו שהוא בן העולם הבא אמר רב נחמן בר יצחק תדע שכל העולם כולו רעב והוא שבע כי אתא רב דימי אמר מפיש חיי סגי ומסגי
11 In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wer am Versöhnungstage Samenerguß bekommt, sei das ganze Jahr hindurch besorgt, wenn er aber das Jahr überlebt, so sei er versichert, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist. R. Naḥman b.Jiçḥaq sagte: Dies ist erklärlich: die ganze Welt ist hungrig, er aber ist satt. Als R. Dimi kam, sagte er: Er lebt lange, gedeiht und vermehrt sich.
יב <br><br><big><strong>הדרן עלך יום הכפורים וסליקא לה מסכת יומא</strong></big><br><br>
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