Yoma 27

Kapitel 27

א לומר שאינו עובד כל היום גזירה שמא יאכל א"ל רב אדא בר אהבה לרבא ומי גזר רבי יהודה שמא יאכל והתנן ר' יהודה אומר אף אשה אחרת מתקינין לו שמא תמות אשתו ואי מייתא אשתו עביד עבודה ולא גזר רבי יהודה שמא יאכל אמר ליה הכי השתא התם כיון דיום הכפורים הוא דכולי עלמא לא קא אכלי הוא נמי לא אתי למיכל הכא דכולי עלמא אכלי הוא נמי אתי למיכל
1 zu verstehen, er dürfe den ganzen Tag den Dienst nicht verrichten, mit Rücksicht darauf, er könnte zu essen veranlaßt werden. R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Berücksichtigt denn R. Jehuda, er könnte zu essen veranlaßt werden, wir haben ja gelernt, R. Jehuda sagt, man halte für ihn auch eine andere Frau in Bereitschaft, weil seine Frau sterben könnte; wenn seine Frau stirbt, darf er also den Dienst verrichten, und R. Jehuda berücksichtigt nicht, er könnte zu essen veranlaßt werden!? Dieser erwiderte: Ist es denn gleich; da, am Versöhnungstage, an dem alle Welt nicht ißt, wird auch er nicht zu essen veranlaßt, hierbei aber, wo alle Welt ißt, könnte er ebenfalls zu essen veranlaßt werden. —
ב וכי האי גוונא מי חיילא עליה אנינות והא מיגרשא נהי דאנינות לא חייל עליה אטרודי מי לא מיטריד
2 Ist er denn in einem solchen Falle überhaupt zur Trauer verpflichtet, sie ist ja geschieden!? — Zugegeben, daß er zur Trauer nicht verpflichtet ist, aber ist er denn nicht zerstreut!?
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> כל שבעת הימים הוא זורק את הדם ומקטיר את הקטורת ומיטיב את הנרות ומקריב את הראש ואת הרגל ושאר כל הימים אם רצה להקריב מקריב שכהן גדול מקריב חלק בראש ונוטל חלק בראש
3 <b>A</b><small>LL DIESE SIEBEN</small> T<small>AGE SPRENGT ER DAS</small> [O<small>PFER</small>]<small>BLUT, RÄUCHERT ER DAS</small> R<small>ÄUCHERWERK AUF, SÄUBERT ER DIE</small> L<small>AMPEN</small> <small>UND OPFERT ER</small> K<small>OPF UND</small> F<small>ÜSSE AUF; AN ALLEN ÜBRIGEN</small> T<small>AGEN OPFERT ER, WENN ER ES WÜNSCHT</small>. D<small>ER</small> H<small>OCHPRIESTER NIMMT NÄMLICH</small> A<small>NTEIL AM</small> O<small>PFERDIENSTE ALS ERSTER UND ERHÄLT SEINEN ANTEIL ALS ERSTER</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> מאן תנא אמר רב חסדא דלא כרבי עקיבא דאי ר"ע הא אמר טהור שנפלה עליו הזאה טמאתו היכי עביד עבודה
4 GEMARA. Wer ist der Autor? R. Ḥisda erwiderte: Nicht nach R. A͑qiba, denn wieso dürfte er, wenn es R. A͑qiba wäre, den Dienst verrichten, dieser sagt ja, ein Reiner, auf den das Besprengungswasser gekommen ist, sei unrein.
ה דתניא (במדבר יט, יט) והזה הטהור על הטמא על הטמא טהור ועל הטהור טמא דברי ר' עקיבא וחכמים אומרים אין הדברים הללו אמורין אלא בדברים המקבלים טומאה
5 Es wird nämlich gelehrt: <i>Der Reine sprenge auf den Unreinen</i>, wenn auf einen Unreinen, so ist er rein, wenn auf einen Reinen, so ist er unrein — so R. A͑qiba; die Weisen sagen, diesa Worte beziehen sich nur auf Dinge, die für die Unreinheit empfänglich sind. —
ו מאי היא כדתנן נתכוון להזות על הבהמה והזה על האדם אם יש באזוב ישנה נתכוון להזות על האדם והזה על הבהמה אם יש באזוב לא ישנה
6 Welches Bewenden hat es damit? — Wir haben gelernt: Wenn er in der Absicht, ein Tier zu besprengen, einen Menschen besprengt hat, so darf er, wenn im Ysopbündel genügend [Wasser ist, die Besprengung] wiederholen; wenn er aber in der Absicht, einen Menschen zu besprengen, ein Tier besprengt, so darf er, wenn im Ysopbündel genügend [Wasser ist, die Besprengung] nicht wiederholen. —
ז מ"ט דר' עקיבא נכתוב רחמנא והזה הטהור עליו מאי על הטמא שמע מינה על הטמא טהור ועל הטהור טמא ורבנן האי לדברים המקבלין טומאה הוא דאתא אבל הכא קל וחומר הוא אם על הטמא טהור על הטהור לא כל שכן
7 Was ist der Grund R. A͑qibas? — Der Allbarmherzige sollte ja geschrieben haben: ‘der Reine soll ihn besprengen’, wenn es aber ‘den Unreinen’ heißt, so ist hieraus zu entnehmen, wenn einen Unreinen, sei er rein, wenn aber einen Reinen, sei er unrein. — Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf, daß es sich nur auf für die Unreinheit empfängliche Sachen beziehe. Hierbei aber ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn der Unreine, auf den [es kommt] rein ist, um wieviel mehr der Reine. —
ח ור' עקיבא היינו דקאמר שלמה (קהלת ז, כג) אמרתי אחכמה והיא רחוקה ממני ורבנן ההוא למזה ולמזין עליו טהור ונוגע בהן טמא
8 Und R. A͑qiba!? — Das ist es, was Šelomo sagt: <i>ich dachte Weisheit zu besitzen, aber sie blieb fern von mir</i>. — Und die Rabbanan!? — Dies bezieht sich darauf, daß nämlich der Besprengende und der Besprengte rein sind, wer aber [das Besprengungswasser] berührt, ist unrein. —
ט ומזה טהור והכתיב (במדבר יט, כא) ומזה מי הנדה יכבס בגדיו מאי מזה נוגע והכתיב מזה והא כתיב נוגע ועוד מזה בעי כיבוס בגדים נוגע לא בעי כבוס בגדים
9 Ist denn der Besprengende rein, es heißt ja: <i>wer das Besprengungswasser sprengt, soll seine Kleider waschen</i>!? — Unter ‘sprengt’ ist das Berühren zu verstehen. — Es heißt ja aber <i>sprengt</i> und es heißt <i>berührt</i>!? Ferner benötigt der Besprengende des Kleiderwaschens, der Berührende aber benötigt des Kleiderwaschens nicht!? —
י אלא מאי מזה נושא ונכתוב רחמנא נושא מ"ט כתיב מזה הא קמ"ל דבעינן שיעור הזאה
10 Vielmehr, unter ‘sprengt’ ist das Tragen zu verstehen. — Sollte der Allbarmherzige ‘trägt’ geschrieben haben, weshalb ‘sprengt’!? — Er lehrt uns folgendes: zur Besprengung ist ein bestimmtes Quantum erforderlich. —
יא הניחא למ"ד הזאה צריכה שיעור אלא למ"ד הזאה אין צריכה שיעור מאי איכא למימר אפילו למ"ד הזאה אין צריכא שיעור הני מילי אגבא דגברא אבל במנא צריכה שיעור דתנן כמה יהא בהן ויהא כדי הזאה כדי שיטבול
11 Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, zur Besprengung sei ein bestimmtes Quantum erforderlich, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, zur Besprengung sei kein bestimmtes Quantum erforderlich!? — Auch derjenige, welcher sagt, zur Besprengung sei kein bestimmtes Quantum erforderlich, spricht nur vom Rücken der Person, im Gefäße aber ist ein bestimmtes Quantum erforderlich. Wir haben nämlich gelernt: Welches Quantum ist zur Besprengung erforderlich?