Yoma 64

Kapitel 64

א תנא דבי רבי ישמעאל קל וחומר מה בגדי זהב שאין כהן נכנס בהן לפני ולפנים טעון טבילה בגדי לבן שנכנס בהן לפני ולפנים אינו דין שטעון טבילה איכא למפרך מה לבגדי זהב שכן כפרתן מרובה אלא נפקא ליה מדרבי
1 In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, dies sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die goldenen Kleider, in denen der Priester in das Allerheiligste nicht eintreten darf, des Untertauchens benötigen, um wieviel mehr benötigen die weißen Kleider des Untertauchens, in denen er in das Allerheiligste eintritt. – Dies ist ja zu widerlegen: wohl die goldenen Kleider, weil in diesen mehr Sühne verschafft wird!? – Vielmehr ist es aus [der Schlußfolgerung] Rabbis zu entnehmen.
ב אמר רבי מנין לחמש טבילות ועשרה קידושין שטובל כהן גדול ומקדש בו ביום ת"ל כתנת בד קודש ילבש הא למדת שכל המשנה מעבודה לעבודה שטעון טבילה אשכחן מבגדי זהב לבגדי לבן מבגדי לבן לבגדי זהב מנין
2 «Rabbi sagte: Woher, daß der Hochpriester an diesem Tage fünf Tauchbäder nehmen und zehn Waschungen machen muß? Es heißt: <i>einen heiligen linnenen Leibrock soll er anziehen</i>. Du lernst also daß der Wechsel einer jeden Dienstverrichtung des Untertauchens benötigt.» Wir wissen dies [vom Wechsel] der goldenen Kleider auf die weißen Kleider, woher dies [vom Wechsel] der weißen Kleider auf die goldenen Kleider?
ג תנא דבי רבי ישמעאל ק"ו מה בגדי לבן שאין כפרתן מרובה טעונין טבילה בגדי זהב שכפרתן מרובה אינו דין שטעונין טבילה
3 In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, dies sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die weißen Kleider, in denen nicht viel Sühne verschafft wird, des Untertauchens benötigen, um wieviel mehr benötigen die goldenen Kleider des Untertauchens, in denen viel Sühne verschafft wird. –
ד איכא למפרך מה לבגדי לבן שכן נכנס בהן לפני ולפנים היינו דקתני ואומר בגדי קודש הם ורחץ את בשרו במים ולבשם
4 Dies ist ja zu widerlegen: wohl die weißen Kleider, weil er in diesen in das Allerheiligste eintritt!? – Deshalb sagte er auch: ferner heißt es: <i>heilige Kleider sind es, er bade seinen Leib im Wasser und ziehe sie an</i>.
ה וחמש עבודות הן תמיד של שחר בבגדי זהב עבודת היום בבגדי לבן אילו ואיל העם בבגדי זהב כף ומחתה בבגדי לבן תמיד של בין הערבים בבגדי זהב
5 «Fünf Dienstverrichtungen sind es: das beständige Morgenopfer in goldenen Kleidern; der Dienst des Tages, in weißen Kleidern; sein Widder und der Widder des Volkes, in goldenen Kleidern; Kelle und Kohlenpfanne, in weißen Kleidern; das beständige Abendopfer, in goldenen Kleidern.
ו ומנין שכל טבילה וטבילה צריכה ב' קידושין תלמוד לומר ופשט ורחץ ורחץ ולבש האי בטבילה כתיב אם אינו ענין לטבילה דנפקא ליה מבגדי קדש הם תנהו ענין לקידוש
6 Und woher, daß zu jedem Untertauchen zwei Waschungen erforderlich sind: Es heißt: <i>ausziehen und baden, baden und anziehen</i>.» – Dieser Schriftvers spricht ja vom Untertauchen!? – Da dies auf das Untertauchen nicht zu beziehen ist, da dies schon aus [den Worten:] <i>heilige Kleider sind es</i>, zu entnehmen ist, so beziehe man es auf die Waschung. –
ז וליכתביה רחמנא בלשון קידוש הא קמ"ל דטבילה כקידוש מה קידוש במקום קדוש אף טבילה במקום קדוש
7 Sollte der Allbarmherzige dabei den Ausdruck ‘waschen’ gebrauchen!? – Er lehrt uns folgendes: das Untertauchen gleicht der Waschung, wie die Waschung an einem heiligen Orte, ebenso das Untertauchen an einem heiligen Orte. –
ח ורבי יהודה קידוש מנא ליה נפקא ליה מדרבי אלעזר בר' שמעון
8 Woher entnimmt R. Jehuda die Waschung!? – Er entnimmt dies aus [der Schlußfolgerung] des R. Elea͑zar b.R. Šimon.
ט אמר רב חסדא הא דרבי מפקא מדר' מאיר ומפקא מדרבנן מפקא מדרבנן דאילו רבנן אמרי כשהוא לבוש מקדש ואיהו אמר כשהוא פושט מקדש ומפקא מדר' מאיר דאילו ר"מ אמר הך קידוש בתרא כשהוא לבוש מקדש ואיהו אמר כשהוא פושט מקדש
9 R. Ḥisda sagte: Die Ansicht Rabbis ist nicht die des R. Meír und nicht die der Rabbanan. Sie ist nicht die der Rabbanan, denn die Rabbanan sagen, die Waschung erfolge angezogen, während er aber sagt, die Waschung erfolge ausgezogen; auch nicht die des R. Meír, denn R. Meír sagt, die letzte Waschung erfolge angezogen, während er aber sagt, die Waschung erfolge ausgezogen.
י אמר רב אחא בר יעקב הכל מודין בקידוש שני שלובש ואחר כך מקדש מ"ט דאמר קרא (שמות ל, כ) או בגשתם אל המזבח מי שאינו מחוסר אלא גישה יצא זה שמחוסר לבישה וגישה
10 R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Alle stimmen hinsichtlich der zweiten Waschung überein, daß er sich vorher anziehe und nachher [Hände und Füße] wasche, denn die Schrift sagt: <i>oder wenn sie an den Altar herantreten</i>, der nur heranzutreten hat, ausgenommen derjenige, der sich anzuziehen und heranzutreten hat.
יא א"ל רב אחא בריה דרבא לרב אשי לא רב חסדא אית ליה דרב אחא ולא רב אחא אית ליה דרב חסדא דאם כן לרבי הוו ליה חמיסר קידושין
11 R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. A͑si: R. Ḥisda hält nichts von dem, was R. Aḥa gesagt hat, und R. Aḥa hält nichts von dem, was R. Ḥisda gesagt hat, denn sonst wären es ja nach Rabbi fünfzehn Waschungen.
יב הביאו לו את התמיד קרצו וכו' מאי קרצו אמר עולא לישנא דקטלא הוא אמר רב נחמן בר יצחק מאי קרא (ירמיהו מו, כ) עגלה יפהפיה מצרים קרץ מצפון בא בא מאי משמע כדמתרגם רב יוסף מלכא יאי הוה מצרים עממין קטולין מציפונא ייתון עלה קרצו בכמה אמר עולא ברוב שנים
12 H<small>IERAUF BRACHTE MAN IHM DAS BESTÄNDIGE</small> O<small>PFER UND ER SCHNITT</small> [<small>DEN</small> H<small>ALS</small>] <small>EIN &amp;C</small>. Was heißt qaraç [einschneiden]? U͑la erwiderte: Dies bedeutet töten. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers: <i>wie eine schöne junge Kuh ist Miçrajim, aber die Vernichtung [qereç] kommt vom Norden her</i>. – Wieso geht dies hieraus hervor? – Nach der Auslegung R. Josephs: ein schönes Königreich ist Miçrajim, aber die mordenden Völker kommen über es aus dem Norden her. – Wie weit schnitt er hinein? U͑la erwiderte: Den größeren Teil beider [Halsorgane].
יג וכן אמר ר' יוחנן ברוב שנים ואף ריש לקיש סבר ברוב שנים דאמר ריש לקיש וכי מאחר ששנינו רובו של אחד כמוהו למה שנינו רוב אחד בעוף ורוב שנים בבהמה לפי ששנינו הביאו לו את התמיד קרצו ומירק אחר שחיטה על ידו וקיבל את הדם וזרקו יכול לא מירק יהא פסול
13 Ebenso sagte auch R. Joḥanan, den größeren Teil beider [Halsorgane]. Auch Reš Laqiš ist der Ansicht, den größeren Teil beider [Halsorgane], denn Reš Laqiš sagte: Wozu lehrt er, nachdem wir gelernt haben, der größere Teil gleiche dem ganzen, daß [das Durchschneiden] des größeren Teiles des einen beim Geflügel und des größeren Teiles beider beim Vieh erforderlich sei? Da wir gelernt haben, daß man ihm das beständige Opfer brachte und er den Hals einschnitt, während ein anderer an seiner Seite das Schlachten vollendete, das Blut aufnahm und es sprengte, so könnte man glauben, es sei untauglich, wenn jener das Schlachten nicht beendet. –
יד יכול לא מירק יהא פסול אם כן הויא ליה עבודה באחר (ותנן) כל עבודות יום הכפורים אינן כשרות אלא בו הכי קאמר יכול יהא פסול מדרבנן
14 Wenn man glauben könnte, es sei untauglich, wenn jener das Schlachten nicht beendet, so erfolgt ja der Dienst durch andere, und wir haben ja gelernt, daß alle Dienstverrichtungen am Versöhnungstage nur durch ihn giltig seien!? – Er meint es vielmehr wie folgt: man könnte glauben, es sei rabbanitisch ungültig,