Yoma 70

Kapitel 70

א מיתיבי (יחזקאל מד, יט) ולבשו בגדים אחרים ולא יקדשו את העם בבגדיהם
1 Man wandte ein: <i>Sie sollen andere Gewänder anlegen, damit sie nicht das Volk durch ihre Gewänder heiligen</i>;
ב מאי לאו אחרים חשובין מהן לא אחרים פחותים מהן
2 andere, doch wohl bessere als jene!? – Nein, andere, einfachere als jene.
ג תני רב הונא בר יהודה ואמרי לה רב שמואל בר יהודה אחר שכלתה עבודת ציבור כהן שעשתה לו אמו כתונת לובשה ועובד בה עבודת יחיד ובלבד שימסרנה לציבור פשיטא
3 R. Hona b.Jehuda, manche sagen, R. Šemuél b.Jehuda, lehrte: Wenn einem Priester seine Mutter einen Leibrock gefertigt hat, so darf er, nachdem er den Gemeindedienst beendet hat, ihn anziehen und darin Einzeldienst verrichten, nur muß er ihn der Gemeinde übergeben. – Demnach ist es ja selbstverständlich!? –
ד מהו דתימא ניחוש שמא לא ימסרנה יפה יפה קמ"ל אמרו עליו על רבי ישמעאל בן פאבי שעשתה לו אמו כתונת של מאה מנה ולובשה ועובד בה עבודת יחיד ומסרה לציבור
4 Man könnte glauben, es sei zu befürchten, die Übergabe erfolgt vielleicht nicht ganz so, wie sie sein soll, so lehrt er uns. Man erzählt von R. Jišma͑él b.Phabi, daß ihm seine Mutter einen Leibrock im Werte von hundert Minen machte, den er anlegte und darin er Einzeldienst verrichtete; er übergab ihn der Gemeinde.
ה אמרו עליו על ר' אלעזר בן חרסום שעשתה לו אמו כתונת משתי ריבוא ולא הניחוהו אחיו הכהנים ללובשה מפני שנראה כערום ומי מתחזי והאמר מר חוטן כפול ששה אמר אביי כחמרא במזגא
5 Man erzählt von R. Elea͑zar b.Ḥarsom, daß ihm seine Mutter einen Leibrock im Werte von zwei Myriaden [Minen] machte, und seine Priesterbrüder ihn diesen nicht anlegen ließen, weil er darin wie nackt aussah. – Wieso war dies möglich, der Meister sagte ja, die Fäden waren sechsfach gedreht!? – Abajje erwiderte: Wie der Wein im Glase.
ו ת"ר עני ועשיר ורשע באין לדין לעני אומרים לו מפני מה לא עסקת בתורה אם אומר עני הייתי וטרוד במזונותי אומרים לו כלום עני היית יותר מהלל
6 Die Rabbanan lehrten: Der Arme, der Reiche und der Wüstling erscheinen beim [himmlischen] Gerichte. Wenn man dem Armen vorhält, weshalb er sich nicht mit der Tora befaßt habe, und er erwidert, er sei arm und mit seiner Erwerbstätigkeit überlastet gewesen, so entgegnet man ihm: Warst du etwa ärmer als Hillel!?
ז אמרו עליו על הלל הזקן שבכל יום ויום היה עושה ומשתכר בטרפעיק חציו היה נותן לשומר בית המדרש וחציו לפרנסתו ולפרנסת אנשי ביתו פעם אחת לא מצא להשתכר ולא הניחו שומר בית המדרש להכנס עלה ונתלה וישב על פי ארובה כדי שישמע דברי אלהים חיים מפי שמעיה ואבטליון
7 Man erzählt von Hillel dem Älteren, daß er täglich durch Arbeit einen Tropaïk verdiente, von dem er die Hälfte dem Pedell des Lehrhauses gab und die andere Hälfte für seinen Unterhalt und den Unterhalt seiner Familie verwandte. Eines Tages fand er nichts zu verdienen, und der Pedell des Lehrhauses ließ ihn nicht herein; da kletterte er hinauf und setzte sich auf das Dachfenster, um die Worte des lebendigen Gottes aus dem Munde von Šema͑ja und Ptollion zu hören.
ח אמרו אותו היום ערב שבת היה ותקופת טבת היתה וירד עליו שלג מן השמים כשעלה עמוד השחר אמר לו שמעיה לאבטליון אבטליון אחי בכל יום הבית מאיר והיום אפל שמא יום המעונן הוא הציצו עיניהן וראו דמות אדם בארובה עלו ומצאו עליו רום שלש אמות שלג פרקוהו והרחיצוהו וסיכוהו והושיבוהו כנגד המדורה אמרו ראוי זה לחלל עליו את השבת
8 Man erzählt, es war an einem Freitag um die Jahreswende des Tebeth, und vom Himmel fiel der Schnee auf ihn nieder. Als die Morgenröte aufging, sprach Šema͑ja zu Ptollion: Bruder Ptollion, an jedem anderen Tage ist das Zimmer hell, heute aber ist es dunkel; ist denn der Tag so sehr wolkig? Als sie hinaufschauten und die Gestalt eines Menschen im Dachfenster bemerkten, stiegen sie hinauf und fanden ihn drei Ellen hoch mit Schnee bedeckt. Da holten sie ihn hervor, wuschen und schmierten ihn und setzten ihn gegen das Feuer, indem sie sagten, er verdiene es, daß man seinetwegen den Šabbath entweihe.
ט עשיר אומרים לו מפני מה לא עסקת בתורה אם אומר עשיר הייתי וטרוד הייתי בנכסי אומרים לו כלום עשיר היית יותר מרבי אלעזר אמרו עליו על רבי אלעזר בן חרסום שהניח לו אביו אלף עיירות ביבשה וכנגדן אלף ספינות בים ובכל יום ויום נוטל נאד של קמח על כתיפו ומהלך מעיר לעיר וממדינה למדינה ללמוד תורה
9 Wenn man dem Reichen vorhält, weshalb er sich nicht mit der Tora befaßt habe, und er erwidert, er sei reich und durch sein Vermögen überlastet gewesen, so entgegnete man ihm: Warst du etwa reicher als R. Elea͑zar b. Ḥarsom. Man erzählt von R. Elea͑zar b.Ḥarsom, daß ihm sein Vater tausend Städte auf dem Festlande und dementsprechend tausend Schiffe auf dem Meere hinterließ. Jeden Tag nahm er einen Sack mit Mehl auf die Schulter und wanderte von Stadt zu Stadt und von Provinz zu Provinz, um die Tora zu studieren.
י פעם אחת מצאוהו עבדיו ועשו בו אנגריא אמר להן בבקשה מכם הניחוני ואלך ללמוד תורה אמרו לו חיי רבי אלעזר בן חרסום שאין מניחין אותך ומימיו לא הלך וראה אותן אלא יושב ועוסק בתורה כל היום וכל הלילה
10 Eines Tages trafen ihn seine Knechte und zwangen ihn zur Fronarbeit. Da sprach er zu ihnen: Ich bitte euch, lasset mich, ich will die Tora studieren gehen. Diese aber erwiderten ihm: Beim Leben des R. Elea͑zar b.Ḥarsom, wir lassen dich nicht. Er hatte sie nämlich nie im Leben gesehen, vielmehr saß er tags und nachts und befaßte sich mit der Tora.
יא רשע אומרים לו מפני מה לא עסקת בתורה אם אמר נאה הייתי וטרוד ביצרי הייתי אומרים לו כלום נאה היית מיוסף אמרו עליו על יוסף הצדיק בכל יום ויום היתה אשת פוטיפר משדלתו בדברים בגדים שלבשה לו שחרית לא לבשה לו ערבית בגדים שלבשה לו ערבית לא לבשה לו שחרית
11 Wenn man dem Wüstling vorhält, weshalb er sich nicht mit der Tora befaßt habe, und er erwidert, er sei hübsch gewesen und durch seinen bösen Trieb abgelenkt worden, so entgegnet man ihm: Warst du etwa hübscher als der fromme Joseph!? Man erzählt vom frommen Joseph, daß die Frau Poṭiphars tagtäglich ihn durch Worte zu verführen suchte; Gewänder, die sie seinetwegen morgens anlegte, legte sie abends nicht an, Gewänder, die sie seinetwegen abends anlegte, legte sie morgens nicht an.
יב אמרה לו השמע לי אמר לה לאו אמרה לו הריני חובשתך בבית האסורין אמר לה (תהלים קמו, ז) ה' מתיר אסורים הריני כופפת קומתך (תהלים קמו, ח) ה' זוקף כפופים הריני מסמא את עיניך (תהלים קמו, ח) ה' פוקח עורים נתנה לו אלף ככרי כסף לשמוע אליה לשכב אצלה להיות עמה ולא רצה לשמוע אליה
12 Sie sprach zu ihm: Sei mir zuwillen. Er erwiderte ihr: Nein. Sie sprach zu ihm: Ich sperre dich ins Gefängnis. Er erwiderte ihr: <i>Der Herr befreit die Gefangenen</i>. – Ich beuge deine Statur. – <i>Der Herr richtet die Gehengten auf</i>. – Ich blende dir die Augen. – <i>Der Herr macht die Blinden sehend</i>. Alsdann gab sie ihm tausend Silbertalente, damit er ihr zuwillen sei, mit ihr zu schlafen, mit ihr zusammen zu sein; er aber wollte ihr nicht zuwillen sein.
יג לשכב אצלה בעוה"ז להיות עמה לעוה"ב נמצא הלל מחייב את העניים רבי אלעזר בן חרסום מחייב את העשירים יוסף מחייב את הרשעים
13 <i>Mit ihr zu schlafen</i>, auf dieser Welt; <i>mit ihr zusammen zu sein</i>, in jener Welt. So beschuldet Hillel die Armen, beschuldet R. Elea͑zar b. Ḥarsom die Reichen und beschuldet Joseph die Wüstlinge.
יד <big><strong>מתני׳</strong></big> בא לו אצל פרו ופרו היה עומד בין האולם ולמזבח ראשו לדרום ופניו למערב והכהן עומד במזרח ופניו למערב וסומך שתי ידיו עליו ומתודה
14 <b>S</b><small>ODANN BEGAB ER SICH ZU SEINEM</small> F<small>ARREN, DER ZWISCHEN DER</small> V<small>ORHALLE UND DEM</small> A<small>LTAR STAND, DEN</small> K<small>OPF NACH</small> S<small>ÜDEN MIT DEM</small> G<small>ESICHTE NACH</small> W<small>ESTEN</small>. D<small>ER</small> P<small>RIESTER STELLTE SICH ÖSTLICH MIT DEM</small> G<small>ESICHTE NACH</small> W<small>ESTEN, STÜTZTE BEIDE</small> H<small>ÄNDE AUF DIESEN UND SPRACH DAS</small> S<small>ÜNDENBEKENNTNIS</small>.
טו וכך היה אומר אנא השם עויתי פשעתי חטאתי לפניך אני וביתי אנא השם כפר נא לעונות ולפשעים ולחטאים שעויתי ושפשעתי ושחטאתי לפניך אני וביתי ככתוב בתורת משה עבדך (ויקרא טז, ל) כי ביום הזה יכפר וגו' והן עונין אחריו ברוך שם כבוד מלכותו לעולם ועד
15 E<small>R SPRACH ALSO</small>: A<small>CH</small>, H<small>ERR</small>, <small>ICH HABE VOR DIR GESÜNDIGT, GEFREVELT UND GEFEHLT, ICH UND MEIN</small> H<small>AUS</small>! A<small>CH</small>, H<small>ERR, VERGIB DOCH DIE</small> S<small>ÜNDEN, DIE</small> F<small>REVEL UND DIE</small> V<small>ERFEHLUNGEN, DIE ICH VOR DIR GESÜNDIGT, GEFREVELT UND GEFEHLT HABE, ICH UND MEIN</small> H<small>AUS</small>! W<small>IE DOCH GESCHRIEBEN STEHT IN DER</small> T<small>ORA DEINES</small> K<small>NECHTES</small> M<small>OŠE</small>: <i>denn an diesem Tage wird er vergeben &amp;c</i>. U<small>ND SIE STIMMTEN NACH IHM EIN</small>: G<small>EPRIESEN SEI DER</small> N<small>AME SEINER KÖNIGLICHEN</small> M<small>AJESTÄT AUF IMMER UND EWIG</small>.