Zevachim 39

Kapitel 39

א מהו דתימא הני מילי עבודה דמעכבא כפרה אבל עבודה דלא מעכבא כפרה לא קמ"ל
1 Man könnte glauben, dies gelte nur von einem für die Sühne unerläßlichen Dienst, nicht aber von einem für die Sühne nicht unerläßlichen Dienst, so lehrt er uns.
ב כי אתא רב דימי אמר רבי יוחנן בעי אילפא לדברי האומר אין לינה מועלת בקידוש ידים ורגלים מי כיור מהו שיפסלו מי אמרינן הני למאי לקידוש ידים ורגלים קידוש ידים ורגלים גופייהו לא פסול בהו לינה או דלמא כיון דקדוש להו בכלי שרת מיפסלי
2 Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans, Ilpha habe folgendes gefragt: Wird nach demjenigen, welcher sagt, die Nachtwende sei beim Waschen der Hände und Füße nicht von Wirkung, das Wasser im Wasserbeckenuntauglich: sagen wir, dieses ist ja zum Waschen der Hände und Füße bestimmt, und das Waschen der Hände und Füße selbst wird durch die Nachtwende nicht untauglich, oder aber wird es, da es durch das Dienstgefäß geweiht worden ist, untauglich?
ג כי אתא רבין אמר רבי ירמיה אמר רבי אמי אמר ר' יוחנן הדר פשיט אילפא כמחלוקת בזו כך מחלוקת בזו
3 Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Jirmejas im Namen R. Amis im Namen R. Joḥanans, Ilpha habe es später entschieden: wie sie über das eine streiten, so streiten sie auch über das andere.
ד אמר לפניו ר' יצחק בר ביסנא רבי אתה אומר כן אלא הכי אמר ר' אסי אמר ר' יוחנן [משמיה דאילפא] כיור שלא שקעו מבערב מקדש ממנו לעבודת לילה ולמחר אינו מקדש
4 R. Jiçḥaq b. Bisna sprach vor ihm: Meister, so sagst du, aber R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans, daß man aus einem Waschbecken, das nicht abends hinabgelassen worden ist, sich für den Nachtdienst wasche, am folgenden Tage aber wasche man sich daraus nicht.
ה והוינן בה למחר אינו מקדש דלא צריך לקדוש או דלמא איפסלו בלינה ולא פשיט לן ומר קא פשיט ליה מיפשיט
5 Wir fragten, ob unter ‘am folgenden Tage wasche man sich daraus nicht’ zu verstehen sei, man brauche sich daraus nicht zu waschen, oder aber, es sei durch die Nachtwende untauglich geworden, und er entschied es uns nicht; der Meister aber entscheidet dies! –
ו ת"ש בן קטין עשה שנים עשר דד לכיור אף הוא עשה מוכני לכיור שלא יהיו מימיו נפסלין בלינה מאי לאו רבי אלעזר ברבי שמעון היא לא רבי היא
6 Komm und höre: Ben-Qaṭṭin machte zwölfHähne an das Waschbecken; ebenso machte er eine Vorrichtungfür das Waschbecken, damit das Wasser nicht durch das Übernachten untauglich werde. Wahrscheinlich [auch] nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n. – Nein, [nur] nach Rabbi. –
ז והא מדרישא רבי אלעזר ברבי שמעון סיפא נמי רבי אלעזר ברבי שמעון
7 Wenn aber die erste Lehre die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n vertritt, so vertritt ja auch die andere die des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n!?
ח דקתני רישא בא לו אצל פרו ופר היה עומד בין האולם ולמזבח ראשו לדרום ופניו למערב והכהן עומד במזרח ופניו למערב מאן שמעת ליה דאמר בין האולם ולמזבח צפון רבי אלעזר ברבי שמעון
8 In der ersten wird nämlich gelehrt: Sodann begab ersich zu seinem Farren, der zwischen der Vorhalle und dem Altar stand, den Kopf nach Süden mit dem Gesichte nach Westen gewendet. Der Priester stellte sich östlich mit dem Gesichte nach Westen. Derjenige, welcher sagt, der Raum zwischen der Vorhalle und dem Altar gehöre zur Nordseite, ist ja R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n,
ט דתניא איזהו צפון מקיר מזבח צפוני ועד כותל עזרה צפוני וכנגד כל המזבח כולו צפון דברי רבי יוסי ברבי יהודה רבי אלעזר ברבי שמעון מוסיף אף בין האולם ולמזבח רבי מוסיף אף מקום דריסת רגלי הכהנים ומקום דריסת רגלי ישראל אבל מן החליפות ולפנים הכל מודים שפסול
9 denn es wird gelehrt: Was gehörte zur Nordseite? Von der nördlichen Wand des Altars bis zur nördlichen Wand des Vorhofes, gegenüber dem ganzen Altar – so R. Jose b. R. Jehuda. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n fügt noch den Raum zwischen der Vorhalle und dem Altarhinzu. Rabbi fügt noch hinzu den Raum, wo die Priester sich aufhielten, und den Raum, wo die Jisraéliten sich aufhielten. Alle stimmen jedoch über ein, daß es vom Messerraumeab einwärts unzulässigsei. –
י ותסברא רבי אלעזר ברבי שמעון היא ולא רבי [השתא רבי] אדרבי יוסי ברבי יהודה מוסיף אדרבי אלעזר בר' שמעון לא מוסיף
10 Du glaubst wohl, da sei nur die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n vertreten, und Rabbi gehe nur über die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda und nicht auch über die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑nhinaus!? –
יא אנן הכי קאמרינן אי ס"ד רבי היא לוקמה במקום דריסת רגלי כהנים ובמקום דריסת רגלי ישראל
11 Wir meinen es wie folgt: nach Rabbi sollte man ihn doch da stehen lassen, wo die Priester sich aufhielten und die Jisraéliten sich aufhielten. –
יב אלא מאי רבי אלעזר ברבי שמעון היא לוקמה מקיר מזבח צפוני עד כותל עזרה צפוני אלא מאי אית לך למימר משום חולשא דכהן גדול הכא נמי משום חולשא דכהן גדול:
12 Auch nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sollte man ihn doch zwischen der Nordseite des Altars und der nördlichen Wand des Vorhofesstehen lassen!? Du mußt also erklären, wegen der Schwäche des Hochpriesters, ebenso auch [nach Rabbi], wegen der Schwäche des Hochpriesters.
יג אמר רבי יוחנן קידש ידיו ורגליו לתרומת הדשן למחר אינו צריך לקדש שכבר קידש מתחילת עבודה
13 R. Joḥanan sagte: Hat er Hände und Füße zur Abhebung der Aschegewaschen, so braucht er sie am folgenden Tage nicht mehr zu waschen, weil er dies bereits beim Antritt des Dienstes getan hat.
יד למאן אי לרבי האמר פסלה לינה אי לרבי אלעזר בר"ש האמר אין צריך לקדש אפי' מיכן ועד עשרה ימים
14 Nach wessen Ansicht: wenn nach Rabbi, so sagt er ja, daß es durch die Nachtwende ungültig werde, und wenn nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, so sagt er ja, daß er sie nicht einmal nach zehn Tagen zu waschen brauche!?
טו אמר אביי לעולם לרבי ולינה דרבנן היא ומודי דמקרות הגבר ועד צפרא לא פסלה לינה
15 Abajje erwiderte: Tatsächlich nach Rabbi, da aber die [Wirkung der] Nachtwende nur rabbanitisch ist, so pflichtet er bei, daß sie von der Zeit des Hahnenrufes bis zum Morgen nicht von Wirkung sei.
טז רבא אמר לעולם רבי אלעזר ברבי שמעון [היא וראה ר"י דבריו] בתחילת עבודה ולא בסוף עבודה
16 Raba erwiderte: Tatsächlich nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, jedoch nur hinsichtlich des Antrittesdes Dienstes, nicht aber hinsichtlich der Beendigung des Dienstes.
יז מיתיבי ראוהו אחיו הכהנים שירד והן רצו ובאו מיהרו וקידשו ידיהם ורגליהם מן הכיור
17 Man wandte ein: Sobald seine Brüder, die Priester, ihn herabsteigensahen, liefen sie heran und wuschen schnell Hände und Füße aus dem Wasserbecken.