Arakhin 14

Kapitel 14

א מחתך בבשר הוא אמר רבה לא נצרכה להביא סכין דרך רשות הרבים
1 als Fleisch schneiden!? Raba erwiderte: Dies ist deshalb [zu lehren] nötig, daß man nämlich das Messer über öffentliches Gebiet holen darf. —
ב ומאי קמשמע לן דמספיקא מחללינן שבתא תנינא מי שנפלה עליו מפולת ספק הוא שם ספק אינו שם ספק חי ספק מת ספק כנעני ספק ישראל מפקחין עליו את הגל
2 Er lehrt uns somit, daß man des Zweifels wegen den Šabbath entweihen dürfe, und dies haben wir ja bereits gelernt!? Wenn über einen Trümmer zusammengestürzt sind und es zweifelhaft ist, ob er sich da befindet oder nicht, oder es zweifelhaft ist, ob er lebt oder tot ist, oder es zweifelhaft ist, ob er ein Nichtjude oder ein Jisraélit ist, so trage man seinethalben die Trümmer ab. —
ג מהו דתימא התם הוא דהוה ליה חזקה דחיותא אבל הכא דלא הוה ליה חזקה דחיותא מעיקרא אימא לא קמ"ל:
3 Man könnte glauben, dies gelte nur da, wo es feststeht, daß er vorher gelebt hat, nicht aber hierbei, wo es nicht feststeht, daß er vorher gelebt hat, so lehrt er uns.
ד האשה שנהרגה וכו': ואמאי איסורי הנאה נינהו אמר רב באומרת תנו שערי לבתי אילו אמרה תנו ידי לבתי מי יהבינן לה
4 I<small>ST EINE</small> F<small>RAU HINGERICHTET WORDEN &amp;C</small>. Weshalb denn, es sind ja Dinge, die zur Nutznießung verboten sind!? Rabh erwiderte: Wenn sie verfügt hat, daß man ihr Haar ihrer Tochter gebe. — Würde man denn, wenn sie verfügt hätte, daß man ihre Hand ihrer Tochter gebe, sie ihr geben!?
ה אמר רב בפאה נכרית טעמא דאמרה תנו הא לא אמרה תנו גופה הוא ומיתסר
5 R. Papa erwiderte: Dies gilt von einer Perücke. — Also nur in dem Falle, wenn sie verfügt hat, daß man es ihr gebe, wenn sie aber nicht verfügt hat, daß man es ihr gebe, gehört es zu ihrem Körper und ist verboten;
ו והא מיבעיא ליה לר' יוסי בר' חנינא דבעי ר' יוסי בר' חנינא שער נשים צדקניות מהו
6 aber dies war ja R. Jose b. R. Ḥanina fraglich!? R. Jose b. R. Ḥanina fragte nämlich, wie es sich mit dem Haare der frommen Frauen verhalte,
ז ואמר רבא בפאה נכרית (לא) קמיבעיא ליה כי קמיבעיא ליה לר' יוסי בר' חנינא דתלי בסיכתא
7 und Raba sagte, er frage hinsichtlich einer Perücke. — Die Frage des R. Jose b. R. Ḥanina bezieht sich auf den Fall, wenn sie am Pflocke hängt,
ח הכא דמחבר בה טעמא דאמרה תנו הא לא אמרה תנו גופה הוא ומיתסר:
8 hier aber, wenn sie sie anhat; nur wenn sie verfügt hat, daß man sie ihr gebe, wenn sie aber nicht verfügt hat, daß man sie ihr gebe, gehört sie zu ihrem Körper und ist verboten.
ט קשיא ליה לרב נחמן בר יצחק והא דומיא דבהמה קתני מה התם גופיה אף ה"נ גופיה
9 R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Er lehrt es ja [von der Frau] gleichlautend wie vom Vieh; wie es nun beim Vieh von seinem Körper gilt, ebenso bei [der Frau] von ihrem Körper!?
י אלא א"ר נחמן זו מיתתה אוסרתה וזו גמר דינה אוסרתה
10 Vielmehr, erwiderte R. Naḥman, diese macht der Tod verboten, jenes aber macht die Verurteilung verboten.
יא תני לוי כוותיה דרב תני לוי כוותיה דר"נ בר יצחק תני לוי כוותיה דרב האשה שיוצאה ליהרג ואמרה תנו שערי לבתי נותנין מתה אין נותנין מפני שהמת אסור בהנאה
11 Levi lehrte übereinstimmend mit Rabh und Levi lehrte übereinstimmend mit R. Naḥman b. Jiçḥaq. Levi lehrte übereinstimmend mit Rabh: Wenn eine Frau zur Hinrichtung hinausgeführt wird und sagt, daß man ihr Haar ihrer Tochter gebe, so gebe man es ihr. Stirbt eine, so gebe man es ihr nicht, weil ein Toter zur Nutznießung verboten ist.
יב פשיטא אלא שנויי המת אסור בהנאה
12 Dies ist ja selbstverständlich!? Wahrscheinlich [lehrt dies,] daß von einem Toten auch das Abgeänderte zur Nutznießung verboten ist.
יג תניא כוותיה דרב נחמן בר יצחק האשה שמתה נהנין בשערה בהמה שנהרגה אסורה בהנאה ומה הפרש בין זה לזה זו מיתתה אוסרתה וזו גמר דינה אוסרתה:
13 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Naḥman b. Jiçḥaq: Ist eine Frau gestorben, so darf man ihr Haar nutznießen; ist ein Vieh hingerichtet worden, so ist es zur Nutznießung verboten. Welchen Unterschied gibt es zwischen diesem und jener? Jene macht der Tod verboten, dieses aber macht die Verurteilung verboten.
יד <br><br><big><strong>הדרן עלך הכל מעריכין:</strong></big><br><br>
14 
טו מתני׳ <big><strong>אין</strong></big> נערכין פחות מסלע ולא יתר על חמשים סלע כיצד נתן סלע והעשיר אינו נותן כלום פחות מסלע והעשיר נותן חמשים סלע
15 <b>D</b>IE W<small>ERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑ UND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑</small>. Z<small>UM</small> B<small>EISPIEL</small>. W<small>ENN ER EINEN</small> S<small>ELA͑ ENTRICHTET</small> <small>HAT UND REICH GEWORDEN IST, SO BRAUCHT ER NICHTS WEITER ZU ENTRICHTEN; WENN WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑ UND REICH GEWORDEN IST, SO ENTRICHTE ER FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑.</small>
טז היו בידיו חמש סלעים ר"מ אומר אינו נותן אלא אחת וחכמים אומרים נותן את כולן אין נערכין פחות מסלע ולא יתר על חמשים סלע:
16 H<small>AT ER FÜNF</small> S<small>ELA͑ IN SEINEM</small> B<small>ESITZE, SO ENTRICHTE ER, WIE</small> R. M<small>EÍR SAGT, NUR EINEN, UND WIE DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ALLE.</small> D<small>IE</small> W<small>ERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑ UND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑</small>.
יז <big><strong>גמ׳</strong></big> אין נערכין פחות מסלע מנלן דכתיב (ויקרא כז, כה) וכל ערכך יהיה בשקל הקדש כל ערכין שאתה מעריך לא יהו פחותין משקל
17 GEMARA. D<small>IE</small> W<small>ERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑</small>. Woher dies? — Es heißt: <i>all deine Schätzungen sollen mit dem Šeqel des Heiligtumes geschehen</i>, alle Wertschätzungen, die du gelobst, sollen nicht unter einen Šeqel betragen.
יח ולא יתר על חמשים סלעים דכתיב חמשים:
18 U<small>ND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑</small>. Denn es heißt: <i>fünfzig</i>.
יט היו בידיו חמשה כו': מ"ט דר"מ כתיב חמשים וכתיב שקל או חמשים או שקל
19 H<small>AT ER FÜNF IN SEINEM</small> B<small>ESITZE &amp;C</small>. Was ist der Grund R. Meírs? — Es heißt <i>fünfzig</i> und es heißt <i>Šeqel</i>, entweder fünfzig oder einen Šeqel. —
כ ורבנן ההוא לכל ערכין שאתה מעריך לא יהו פחותים משקל הוא דאתא היכא דאית ליה אמר קרא (ויקרא כז, ח) אשר תשיג יד הנודר והרי ידו משגת
20 Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf, daß alle Wertschätzungen, die du schätzest, nicht weniger als einen Šeqel betragen dürfen. Von dem Falle aber, wenn er [Vermögen] besitzt, sagt die Schrift: <i>soweit die Hand des Gelobenden reicht</i>, und seine Hand reicht ja. —
כא ור"מ ההוא יד הנודר ולא יד הנידר הוא דאתא ורבנן לאו ממילא שמעת מינה דהיכא דידו משגת שקול מיניה
21 Und R. Meír!? — Dies deutet darauf, daß es die Hand des Gelobenden sein muß, nicht aber die Hand des Gelobten. — Und die Rabbanan!? — Ist es denn nicht selbstverständlich, daß, wenn seine Hand reicht, man von ihm nehme?
כב א"ר אדא בר אהבה היו בידיו חמש סלעים ואמר ערכי עלי וחזר ואמר ערכי עלי ונתן ארבע לשניה ואחד לראשונה יצא ידי שתיהן
22 R. Ada b. Ahaba sagte: Wenn jemand, der fünf Sela͑ hat, gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, dann wiederum gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, und vier für den zweiten und einen für den ersten gegeben hat, so hat er der Pflicht beider genügt.
כג מ"ט ב"ח מאוחר שקדם וגבה מה שגבה גבה
23 Dies aus folgendem Grunde: wenn ein späterer Gläubiger [dem ersteren] zuvorgekommen ist und eingefordert hat, so ist die Einforderung gültig.
כד בעידנא דיהיב לשניה משעבד לראשונה בעידנא דיהיב לראשונה תו לית ליה
24 Als er für den zweiten gab, schuldete er für den ersten, und als er für den ersten gab, hatte, er nichts mehr.