Arakhin 28

Kapitel 28

א תלמוד לומר (ויקרא כז, כב) אם את שדה מקנתו אשר לא משדה אחוזתו שדה שאינה שדה אחוזה יצתה זו שהיא שדה אחוזה
1 Es heißt: <i>wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das</i> <i>nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört</i>; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist, ausgenommen ein solches, das sein erblicher Grundbesitz ist.
ב אילו לרבי יהודה ולרבי שמעון אפי' הקדישה ואחר כך מת אב שדה אחוזה הויא מאי טעמא אי משום קרא קרא לכדרבי מאיר הוא דאתא
2 Aus welchem Grunde gilt es nach R. Jehuda und R. Šimo͑n, auch wenn er es geweiht und der Vater nachher gestorben ist, als Erbbesitzfeld: wenn wegen des Schriftverses, so deutet ja der Schriftvers auf die Lehre R. Meírs!?
ג אלא לאו משום דאזיל בתר פדיון
3 Doch wohl, weil man sich nach der Auslösung richte.
ד אמר רב נחמן בר יצחק רבי יהודה ורבי שמעון קרא אשכחו ודרוש
4 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: R. Jehuda und R. Šimo͑n fanden einen Schriftvers und legten ihn aus.
ה אם כן לכתוב רחמנא אם את שדה מקנתו אשר לא אחוזתו מאי משדה שדה שאינה ראויה להיות שדה אחוזה:
5 Der Allbarmherzige sollte doch geschrieben haben: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist, wenn es aber heißt: <i>zu seinem [erblichen] Grundbesitze</i>, so heißt dies: ein Feld, das nicht geeignet ist, sein erblicher Grundbesitz zu sein.
ו אמר רב פפא הקדיש טרשין פודן בשווין מאי טעמא בית זרע אמר רחמנא והני לאו בני זריעה נינהו
6 R. Papa sagte: Hat jemand Felsboden geweiht, so löse er ihn um den richtigen Wert aus, denn der Allbarmherzige spricht von einer Saatfläche, und dieser ist zum Säen ungeeignet.
ז לא גאלן יוצאין ביובל מאי טעמא שדה אמר רחמנא כל דהו
7 Löst er ihn nicht aus, so fällt er im Jobeljahre [den Priestern] zu, denn der Allbarmherzige spricht von einem Felde, welches es auch sei.
ח מכר טרשין נגאלין פחות משתי שנים מאי טעמא (ויקרא כה, טו) מספר שני תבואות אמר רחמנא והאי לאו בני תבואה נינהו לא גאלן חוזרת לבעלים ביובל מאי טעמא (ויקרא כה, כז) ושב לאחוזתו אמר רחמנא והאי נמי אחוזה היא
8 Hat jemand Felsboden verkauft, so ist er auch vor zwei Jahren auszulösen. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt: <i>nach Anzahl der Jahre des Ertrages</i>, und dieser ist nicht ertragsfähig. Hat er ihn nicht ausgelöst, so geht er im Jobeljahre zurück an den Eigentümer. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt: <i>er kehre zu seinem Erbbesitze zurück</i>, und auch dieser ist Erbbesitz.
ט הקדיש אילנות פודה בשוויהן מאי טעמא {ויקרא כז } בית זרע אמר רחמנא ולא אילנות לא גאלן אין יוצאין לכהנים ביובל (ויקרא כז, כא) והיה השדה אמר רחמנא ולא אילנות
9 Hat jemand Bäume geweiht, so löse er sie um ihren Wert aus. — Weshalb? — Der Allbarmherzige spricht von einer Saatfläche, nicht aber Bäume. Hat er sie nicht ausgelöst, so fallen sie im Jobeljahre nicht den Priestern zu, denn der Allbarmherzige sagt: <i>so soll das Feld sein</i>, nicht aber Bäume.
י מכר אילנות אין נגאלין פחות משתי שנים מאי טעמא שני תבואות אמר רחמנא והני בני תבואות נינהו לא גאלן אין חוזרת לבעלים ביובל מאי טעמא ושב לאחוזתו אמר רחמנא ולא אילנות
10 Hat jemand Bäume verkauft, so sind sie nicht vor zwei Jahren auszulösen. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt: <i>Jahre des Ertrages</i>, und diese sind Jahre des Ertrages. Hat er sie nicht ausgelöst, so gehen sie im Jobeljahre nicht an den Eigentümer zurück. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt: <i>er kehre zu seinem Erbbesitze zurück</i>, nicht aber zu Bäumen.
יא אמר מר הקדיש אילנות פודה בשווין אמאי וליקדשו אגב ארעייהו וליפרקוה אגב ארעייהו
11 Der Meister sagte: Hat jemand Bäume geweiht, so löse er sie um ihren Wert aus. Weshalb denn, sie sollten doch durch den Boden geweiht werden und durch den Boden ausgelöst werden!?
יב וכי תימא אילנות אקדיש ארעא לא אקדיש והאמרי נהרדעי מאן דמזבן ליה דקלא לחבריה קני ליה משיפולא ועד תהומא לאו מי איתמר עלה בבא מחמת טענה:
12 Wolltest du erwidern, er habe nur die Bäume geweiht, nicht aber hat er den Boden geweiht, so sagten ja die Nehardee͑nser, wenn jemand seinem Nächsten eine Dattelpalme verkauft, eigne dieser [den Boden] von der Basis bis zum Abgrunde!? — Hierzu wurde ja gelehrt, wenn er sein Recht darauf geltend macht.
יג שדה מקנה נותן שוויו: תנו רבנן {ויקרא כז } במכסת מה בא ללמוד לפי שנאמר (ויקרא כז, טז) זרע חומר שעורים בחמשים שקל כסף יכול אף שדה מקנה כן תלמוד לומר מכסת
13 F<small>ÜR EIN GEKAUFTES</small> F<small>ELD GEBE ER DEN</small> W<small>ERT</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Den Betrag</i>. Was lehrt dies? Da es heißt: <i>die Aussaatfläche eines Ḥomer Gerste für fünfzig Silberšeqel</i>, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem gekauften Felde, so heißt es: <i>den Betrag</i>.
יד רבי אליעזר אומר נאמר כאן {ויקרא כז } וחשב ונאמר להלן וחשב מה להלן דבר קצוב אף כאן דבר קצוב
14 R. Elie͑zer sagte: Hier heißt es: <i>er rechne</i>, und dort heißt es: <i>er rechne</i>, wie dort etwas festgesetztes, ebenso hier etwas festgesetztes.
טו איבעיא להו רבנן אית להו גזירה שוה ומפקין ליה לחומש או דלמא לית להו גזירה שוה ולית להו לחומש
15 Sie fragten: Halten die Rabbanan von dieser Wortanalogie und folgern hinsichtlich des Fünftels, oder halten sie nicht von der Wortanalogie und folgern nicht hinsichtlich des Fünftels?
טז אמר רבא מסתברא לית להו גזירה שוה מדגלי רחמנ' חומש גבי שדה אחוזה וגבי מקדיש ביתו הוו ליה שני כתובין הבאין כאחד וכל שני כתובין הבאין כאחד אין מלמדין
16 Raba erwiderte: Es ist einleuchtend, daß sie von dieser Wortanalogie nicht halten, denn der Allbarmherzige lehrt dies vom Fünftel beim Erbbesitzfelde und bei der Heiligung eines Hauses, somit sind es zwei Schriftverse, die dasselbe lehren, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. —
יז ולמ"ד מלמדין מדגלי רחמנא חומש במעשר בבהמה טהורה ובבהמה טמאה הוה ליה טובא ואין מלמדין
17 Nach demjenigen aber, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? — Der Allbarmherzige lehrt vom Fünftel auch beim Zehnten vom reinen Vieh und vom unreinen Vieh, somit wird dies vielmals gelehrt, und ist hieraus nichts zu folgern.
יח תניא כוותיה דרבא ולא מטעמיה תניא {ויקרא כ״ז:כ״ג } במכסת הערכך הקישו הכתוב לערכין מה ערכין אין מוסיף חומש אף שדה מקנה אין מוסיף חומש:
18 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba, aber nicht wegen des von ihm angegebenen Grundes. Es wird gelehrt: <i>Den Betrag der Schätzung</i>, die Schrift vergleicht es mit der Schätzung: wie bei der Schätzung das Fünftel nicht hinzuzufügen ist, ebenso ist beim gekauften Felde das Fünftel nicht hinzuzufügen.
יט <big><strong>מתני׳</strong></big> בשור המועד שהמית את העבד להקל ולהחמיר כיצד אחד שהמית את הנאה שבעבדים ואת הכעור שבעבדים נותן שלשים סלע המית בן חורין נותן שוויו חבל בזה ובזה נותן נזק שלם:
19 <b>W</b><small>IESO</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG BEIM VERWARNTEN</small> O<small>CHSEN</small>? E<small>INERLEI, OB ER DEN SCHÖNSTEN UNTER DEN</small> S<small>KLAVEN ODER DEN HÄSSLICHSTEN UNTER DEN</small> S<small>KLAVEN GETÖTET HAT, ZAHLE</small> [<small>DER</small> E<small>IGENTÜMER</small>] <small>DREISSIG</small> S<small>ELA͑ HAT ER EINEN</small> F<small>REIEN GETÖTET, SO ZAHLE ER DESSEN</small> W<small>ERT</small>. H<small>AT ER DEN EINEN ODER DEN ANDREN VERLETZT, SO ZAHLE ER DEN VOLLEN</small> S<small>CHADENERSATZ</small>.
כ <big><strong>גמ׳</strong></big> במועד אין בתם לא לימא מתני' דלא כרבי עקיבא דתנן רבי עקיבא אומר אף תם שחבל באדם משלם במותר נזק שלם
20 GEMARA. Nur bei einem verwarnten, nicht aber bei einem nicht verwarnten, somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. A͑qibas vertritt. Wir haben nämlich gelernt: R. A͑qiba sagt, auch wenn der nicht verwarnte [Ochs] den Menschen [mehr] verletzt hat, sei die übersteigende Schädigung vollständig zu ersetzen. —
כא אפילו תימא רבי עקיבא הוא הדין דאפילו תם נמי ואיידי דקא בעי למתנא סיפא המית עבד המית בן חורין דבמועד הוא דמשכחת לה בתם לא משכחת לה משום הכי קתני מועד:
21 Du kannst auch sagen, die des R. A͑qiba, denn dies gilt auch von einem nicht verwarnten, und nur weil er im Schlußsatze den Fall lehren will, wenn er (einen Sklaven oder) einen Freien getötet hat, was nur bei einem verwarnten und nicht bei einem nicht verwarnten gilt, lehrt er es von einem verwarnten.
כב <big><strong>מתני׳</strong></big> באונס ובמפתה להקל ולהחמיר כיצד אחד שאנס ופיתה את גדולה שבכהונה ואת הקטנה שבישראל נותן חמשים סלעים והבושת והפגם הכל לפי המבייש והמתבייש:
22 <b>W</b><small>IESO</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG BEIM</small> N<small>OTZÜCHTER UND BEIM</small> V<small>ERFÜHRER?</small> E<small>INERLEI, OB ER DIE</small> V<small>ORNEHMSTE AUS EINEM</small> P<small>RIESTERHAUSE ODER DIE</small> G<small>ERINGSTE AUS EINEM</small> J<small>ISRAÉLITENHAUSE GENOTZÜCHTIGT ODER VERFÜHRT HAT, ZAHLE ER FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑;</small> B<small>ESCHÄMUNG UND</small> W<small>ERTMINDERUNG NACH</small> [<small>DER</small> S<small>TELLUNG DES</small>] B<small>ESCHÄMENDEN UND DES</small> B<small>ESCHÄMTEN</small>.
כג <big><strong>גמ׳</strong></big> אמאי אימא חמשים סלעים אמר רחמנא מכל מילי
23 GEMARA. Weshalb denn, vielleicht meint der Allbarmherzige fünfzig Sela͑ für alles zusammen!?
כד אמר רב זעירא יאמרו בעל בת מלכים חמשים בעל בת הדיוטות חמשים
24 R. Zee͑ra erwiderte: Man würde dann sagen: wieso sollte, wer eine Königstochter beschlafen hat, fünfzig [zahlen], und wer die Tochter eines Gemeinen beschlafen hat, ebenfalls fünfzig [zahlen].
כה א"ל אביי א"ה גבי עבד נמי יאמרו עבד נוקב מרגלית שלשים עבד עושה מעשה מחט שלשים אלא אמר רב זעירא
25 Abajje sprach zu ihm: Demnach kann man ja auch hinsichtlich eines Sklaven sagen: wieso für einen Sklaven, der Perlen locht, dreißig, und für einen Sklaven, der Nadelarbeit verrichtet, ebenfalls dreißig!?