Arakhin 4

Kapitel 4

א עובד כוכבים וחבירו מחד קרא נפקי אייתרי להו תרי חד קרבנו ולא קרבן אביו ואידך לרבות כל בעלי חוברין לסמיכה
1 nur folgert er hinsichtlich eines Nichtjuden und hinsichtlich seines Nächsten aus einem Schriftworte, somit bleiben zwei zurück, von denen eines deutet: <i>sein Opfer</i>, nicht aber das Opfer seines Vaters, und eines alle Beteiligten hinsichtlich des Stützens einschließt. —
ב ורבי יהודה האי (ויקרא כז, י) המר ימיר מאי עביד ליה מיבעי ליה לרבות את האשה דתניא לפי שכל הענין אינו מדבר אלא בלשון זכר מה סופינו לרבות את האשה ת"ל ואם המר ימיר
2 Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte:] <i>umtauschen wird er umtauschen</i>!? — Diese verwendet er zur Einschließung des Weibes. Es wird nämlich gelehrt: Da die ganze Schriftstelle in männlicher Fassung gehalten ist, wo finden wir [einen Anhalt] auch das Weib einzuschließen? Es heißt: <i>umtauschen wird er umtauschen</i>. —
ג ורבנן מואם ור' יהודה ואם לא דריש:
3 Und die Rabbanan!? — [Es heißt:] <i>wenn [umtauschen]</i>. — Und R. Jehuda!? — Er verwendet das <i>wenn</i> nicht zur Schriftforschung.
ד הכל חייבין בסוכה לאיתויי מאי לאיתויי קטן שאינו צריך לאמו דתנן קטן שאינו צריך לאמו חייב בסוכה
4 «Jeder ist zur Festhütte verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der seiner Mutter nicht mehr benötigt. Wir haben nämlich gelernt: Ein Minderjähriger, der seiner Mutter nicht mehr benötigt, ist zur Festhütte verpflichtet. —
ה הכל חייבין בלולב לאיתויי מאי לאיתויי קטן היודע לנענע דתנן קטן היודע לנענע חייב בלולב
5 «Jeder ist zum Feststrauße verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der [den Feststrauß] zu schütteln versteht. Wir haben nämlich gelernt: Ein Minderjähriger, der [den Feststrauß] zu schütteln versteht, ist zum Feststrauße verpflichtet.
ו הכל חייבין בציצית לאיתויי מאי לאיתויי קטן היודע להתעטף דתניא קטן היודע להתעטף חייב בציצית
6 «Jeder ist zu den Çiçith verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der sich in die Çiçith zu hüllen versteht. Es wird nämlich gelehrt: Ein Minderjähriger, der sich in die Çiçith zu hüllen versteht, ist zu den Çiçith verpflichtet. —
ז הכל חייבין בתפילין לאיתויי מאי לאיתויי קטן היודע לשמור תפלין דתניא קטן היודע לשמור תפלין אביו לוקח לו תפלין
7 «Jeder ist zu den Tephillin verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der die Tephillin zu verwahren versteht. Es wird nämlich gelehrt: Einem Minderjährigen, der die Tephillin zu verwahren versteht, kaufe der Vater Tephillin. —
ח הכל חייבין בראייה לאיתויי מאי לאיתויי מי שחציו עבד וחציו בן חורין
8 «Jeder ist zum Erscheinen verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt den Halbsklaven ein.
ט ולרבינא דאמר מי שחציו עבד וחציו בן חורין פטור מן הראייה לאיתויי חיגר ביום ראשון ונתפשט ביום שני
9 Nach Rabina aber, welcher sagt, der Halbsklave sei vom Erscheinen befreit, schließt dies den ein, der am ersten Tage lahm war und am zweiten Tage normal wurde. —
י הניחא למאן דאמר כולן תשלומין זה לזה אלא למ"ד כולן תשלומין לראשון לאיתויי מאי
10 Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, sie alle seien ein Ersatz für einander, was aber schließt dies nach demjenigen ein, welcher sagt, sie seien alle ein Ersatz für den ersten!? —
יא לאיתויי סומא באחת מעיניו ודלא כי האי תנא
11 Dies schließt den auf einem Auge Blinden ein, gegen die Ansicht des Autors der folgenden Lehre:
יב דתניא יוחנן בן דהבאי אומר משום רבי יהודה סומא באחת מעיניו פטור מן הראייה שנאמר {שמות כג } יראה יראה כדרך שבא לראות כך בא ליראות מה לראות בשתי עיניו אף ליראות בשתי עיניו
12 R. Joḥanan b. Dahabaj sagte im Namen R. Jehudas: Der Blinde auf einem Auge ist vom Erscheinen frei, denn es heißt ‘sehen’ und ‘gesehen werden’; wie er sehen kommt, so muß man auch erscheinen: wie sehen mit beiden Augen, ebenso erscheinen mit beiden Augen.
יג ואיבעית אימא לעולם לאיתויי מי שחציו עבד וחציו בן חורין ודקא קשיא לך דרבינא לא קשיא כאן במשנה ראשונה כאן במשנה אחרונה
13 Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich schließt dies den Halbsklaven ein, wenn du aber einen Einwand erhebst nach der Ansicht Rabinas, so ist dies kein Einwand, denn das eine gilt nach der ersten Fassung der Lehre und das andre nach der letzten Fassung der Lehre.
יד דתנן מי שחציו עבד וחציו בן חורין עובד את רבו יום אחד ואת עצמו יום אחד דברי ב"ה
14 Wir haben nämlich gelernt: Der Halbsklave diene einen Tag seinem Herrn und einen Tag sich selber — so die Schule Hillels.
טו אמרו להם ב"ש תיקנתם את רבו ואת עצמו לא תיקנתם לישא שפחה אינו יכול בת חורין אינו יכול יבטל והלא לא נברא העולם אלא לפריה ורביה שנאמר (ישעיהו מה, יח) לא תוהו בראה לשבת יצרה
15 Die Schule Šammajs sprach zu ihnen: Ihr habt allerdings eine Vorsorge für seinen Herrn getroffen, ihr habt aber keine Vorsorge getroffen für ihn: er kann keine Sklavin heiraten und er kann keine Freie heiraten, und wollte er [die Heirat] ganz unterlassen, so ist ja die Welt zur Fortpflanzung erschaffen worden, wie es heißt: <i>nicht zur Einöde hat er sie geschaffen, zum Wohnen vielmehr gebildet</i>.
טז אלא מפני תיקון העולם כופין את רבו ועושה אותו בן חורין וכותב שטר על חצי דמיו וחזרו בית הלל להורות כדברי ב"ש
16 Als vorsorgende Institution zwinge man vielmehr seinen Herrn, ihn zum Freien zu machen, und dieser schreibe ihm einen Schuldschein über die Hälfte seines Wertes. Da trat die Schule Hillels zurück und lehrte wie die Schule Šammajs.
יז הכל חייבין בתקיעת שופר לאיתויי מאי לאיתויי קטן שהגיע לחינוך דתנן אין מעכבין את הקטן מלתקוע ביו"ט
17 «Jeder ist zum Posaunenblasen verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der zur Angewöhnung herangewachsen ist. Wir haben nämlich gelernt: Man hindere Kinder nicht, wenn sie am Feste blasen. —
יח הכל חייבין במקרא מגילה הכל כשרין לקרות את המגילה לאיתויי
18 «Jeder ist zum Lesen der Esterrolle verpflichtet. Jeder ist zum Vorlesen der Esterrolle zulässig.» Was schließt dies ein? —