Arakhin 45

Kapitel 45

א <big><strong>מתני׳</strong></big> המקדיש נכסיו והיתה עליו כתובת אשה ר"א אומר כשיגרשנה ידור הנאה רבי יהושע אומר אינו צריך כיוצא בדבר ארשב"ג אף הערב לאשה בכתובתה והיה בעלה מגרשה ידירנה הנאה שמא יעשה קינוניא על נכסים של זה ויחזיר את אשתו:
1 <b>W</b><small>ENN JEMAND SEINE</small> G<small>ÜTER DEM</small> H<small>EILIGTUME GEWEIHT UND EU DIE</small> M<small>ORGENGABE EINER</small> F<small>RAU</small> [<small>ZU BEZAHLEN</small>] <small>HAT, SO MUSS ER, WIE</small> R. E<small>LIE͑ZER SAGT, WENN ER SICH VON IHR SCHEIDEN LÄSST, SICH DEN</small> G<small>ENUSS VON IHR ABGELOBEN</small>. R. J<small>EHOŠUA͑ SAGT, ER BRAUCHE DIES NICHT</small>. D<small>ESGLEICHEN SAGTE AUCH</small> R. Š<small>IMO͑N B. GAMLIEL, WENN JEMAND EINER</small> <small>FRAU FÜR IHRE</small> M<small>ORGENGABE GEBÜRGT HAT, UND IHR</small> M<small>ANN SICH VON IHR SCHEIDEN LÄSST, SO MUSS ER SICH JEDEN</small> G<small>ENUSS VON IHR ABGELOBEN, DENN SIE KÖNNTEN SONST EINE FRAUDULÖSE</small> A<small>BMACHUNG ÜBER DAS</small> V<small>ERMÖGEN VON JENEN TREFFEN</small> <small>UND ER SEINE</small> F<small>RAU WIEDER HEIRATEN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> במאי קמיפלגי רבי אליעזר סבר אדם עושה קינוניא על ההקדש ורבי יהושע סבר אין אדם עושה קינוניא על ההקדש
2 GEMARA. Worin besteht ihr Streit? — R. Elie͑zer ist der Ansicht, man treffe eine fraudulöse Abmachung gegen das Vermögen des Heiligtumes, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, man treffe keine fraudulöse Abmachung gegen das Vermögen des Heiligtumes. —
ג ואלא הא דאמר רב הונא שכיב מרע שהקדיש כל נכסיו ואמר מנה לפלוני בידי נאמן חזקה אין עושה קינוניא על הקדש לימא כתנאי אמרה לשמעתיה
3 R. Hona sagte, wenn ein Sterbender sein ganzes Vermögen dem Heiligtume geweiht hat und darauf sagt, jener habe bei ihm eine Mine, sei er glaubhaft, weil es als feststehend gilt, daß niemand eine fraudulöse Abmachung gegen das Heiligtum treffe; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaím streiten!? —
ד לא עד כאן לא פליגי אלא בבריא אבל בשכיב מרע דברי הכל אין אדם עושה קינוניא על ההקדש מ"ט אין אדם חוטא ולא לו
4 Nein, sie streiten über einen Gesunden, über einen Sterbenden aber stimmen alle überein, daß man keine fraudulöse Abmachung gegen das Heiligtum treffe, denn niemand sündigt, ohne selber etwas davon zu haben.
ה איכא דאמרי בבריא דכ"ע לא פליגי (דאין) אדם עושה קינוניא על הקדש והכא בנדר שהודר ברבים קמיפלגי מר סבר יש לו הפרה ומ"ס אין לו הפרה
5 Manche lesen: Über einen Gesunden stimmen alle überein, daß man eine fraudulöse Abmachung gegen das Heiligtum treffe, hier aber streiten sie über das öffentlich abgelegte Gelübde; einer ist der Ansicht, es gebe dafür eine Auflösung, und einer ist der Ansicht, es gebe dafür keine Auflösung. —
ו ואיבעית אימא דכ"ע נדר שהודר ברבים יש לו הפרה והכא בנדר שהודר על דעת רבים קמיפלגי
6 Wenn du aber willst, sage ich, alle sind der Ansicht, für ein öffentlich abgelegtes Gelübde gebe es eine Auflösung, und hier streiten sie über ein im Sinne der Öffentlichkeit abgelegtes Gelübde. —
ז ואלא הא דאמר אמימר נדר שהודר ברבים יש לו הפרה על דעת רבים אין לו הפרה לימא כתנאי אמרה לשמעתיה ותו רבי יהושע אומר אינו צריך אינו מועיל מיבעי ליה
7 Amemar sagte, für ein öffentlich abgelegtes Gelübde gebe es eine Auflösung, für ein im Sinne der Öffentlichkeit abgelegtes gebe es keine Auflösung; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaím streiten!? Und wieso heißt es ferner: R. Jehošua͑ sagt, er brauche es nicht, es sollte doch heißen: es nütze nicht!? —
ח אלא הכא בשאלה דהקדש קמיפלגי
8 Vielmehr, hier streiten sie über das Nachsuchen beim Heiligen.
ט והתניא המקדיש נכסיו והיתה עליו כתובת אשה ר"א אומר כשהוא מגרשה ידור הנאה רבי יהושע אומר אינו צריך וא"ר אלעזר ברבי שמעון הן הן דברי בית שמאי הן הן דברי ב"ה
9 Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand seine Güter dem Heiligtume geweiht und die Morgengabe einer Frau [zu bezahlen] hat, so muß er, wie R. Elie͑zer sagt, wenn er sich von ihr scheiden läßt, sich den Genuß von ihr abgeloben. R. Jehošua͑ sagt, er brauche dies nicht. Hierzu sagte R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Diese sind die Worte der Schule Šammajs und jene sind die Worte der Schule Hillels.
י שב"ש אומרים הקדש טעות הקדש וב"ה אומרים הקדש טעות אינו הקדש:
10 Die Schule Šammajs sagt nämlich, die irrtümliche Heiligung gelte als Heiligung, und die Schule Hillels sagt, die irrtümliche Heiligung gelte nicht als Heiligung.
יא וכן היה רבן שמעון בן גמליאל אומר וכו': משה בר עצרי ערבא דכלתיה הוה ורב הונא בריה צורבא מרבנן הוה ודחיקא ליה מילתא אמר אביי ליכא דנסבי עצה לרב הונא דליגרש לדביתהו ותיתבע כתובתה מאבוה ולהדרה מיהדרי
11 D<small>ESGLEICHEN SAGTE AUCH</small> R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIEL &amp;C</small>. Moše b. Açri war Bürge für [die Morgengabe] seiner Schwiegertochter, und sein Sohn R. Hona war Gelehrtenjünger, und es ging ihm schlecht. Da sprach Abajje: Ist denn niemand da, der R. Hona den Rat erteilen könnte, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, sie dann ihre Morgengabe von seinem Vater einfordern zu lassen, und sie nachher wieder zu heiraten?
יב א"ל רבא והאנן ידור הנאה תנן ואביי אטו כל דמגרש בבי דינא מגרש לסוף איגלאי מלתא דכהן הוה אמר אביי בתר עניא אזלא עניותא
12 Raba sprach zu ihm: Wir haben ja gelernt, er müsse sich dann jeden Genuß von ihr abgeloben. — Und Abajje!? — Läßt sich denn jeder, der sich scheiden läßt, vor Gericht scheiden!? Später stellte es sich heraus, daß er Priester war. Da sprach Abajje: Dem Armen folgt das Elend. —
יג ומי אמר אביי הכי והאמר אביי איזהו רשע ערום זה המשיא עצה למכור בנכסים כרבן [שמעון בן] גמליאל
13 Kann Abajje dies denn gesagt haben, Abajje sagte ja, ein schlauer Bösewicht sei derjenige, der den Rat erteilt, Güter zu verkaufen, nach R. [Šimo͑n b.] Gamliél!? —
יד בריה שאני וצורבא מרבנן שאני
14 Anders verhält es sich bei einem eigenen Sohne, und anders verhält es sich bei einem Gelehrtenjünger. —
טו ותיפוק ליה דערב דכתובה לא משתעבד
15 Aber es sollte ja der Umstand entscheidend sein, daß der Bürge einer Morgengabe nicht haftbar sei!? —