Beitzah 40

Kapitel 40

א והביא כל צאן קדר שבירושלים והעמידן בעזרה ואמר כל מי שרוצה לסמוך יבא ויסמוך ואותו היום גברה ידן של בית הלל וקבעו הלכה כמותן ולא היה שם אדם שערער בדבר כלום:
1 alles Schlachtvieh Jerušalems holen, brachte es nach der Tempelhalle und sprach: Wer stützen will, komme und stütze. Hierauf gewann die Schule Hillels die Oberhand und setzte die Halakha nach ihrer Ansicht fest, und niemand war da, der dem widersprach.
ב שוב מעשה בתלמיד אחד מתלמידי ב"ה שהביא עולתו לעזרה לסמוך עליה מצאו תלמיד אחד מתלמידי ב"ש אמר לו מה זו סמיכה אמר לו מה זו שתיקה שתקו בנזיפה והלך לו
2 Ferner ereignete es sich, daß ein Schüler aus der Schule Hillels sein Brandopfer nach dem Tempelhofe zum Stützen brachte; da begegnete ihm ein Schüler aus der Schule Šammajs und sprach zu ihm: Was heißt Stützen? Jener erwiderte: Was heißt Schweigen? Darauf brachte er ihn durch einen Verweis zum Schweigen, und dieser ging fort.
ג אמר אביי הלכך האי צורבא מרבנן דאמר ליה חבריה מלתא לא להדר ליה מלתא טפי ממאי דאמר ליה חבריה דאיהו אמר ליה מה זו סמיכה וקא מהדר ליה מה זו שתיקה:
3 Abajje sprach: Ein Gelehrtenjünger antworte daher seinem Kollegen, der ihm etwas sagt, nicht mehr, als dieser zu ihm gesprochen hat; dieser sprach: Was heißt Stützen? und jener erwiderte entsprechend: Was heißt Schweigen?
ד תניא אמרו להם בית הלל לבית שמאי ומה במקום שאסור להדיוט מותר לגבוה מקום שמותר להדיוט אינו דין שמותר לגבוה אמרו להם בית שמאי נדרים ונדבות יוכיחו שמותר להדיוט ואסור לגבוה
4 Es wird gelehrt: Die Schule Hillels sprach zu der Schule Šammajs: Wenn es schon dann, wo es für einen Gemeinen verboten ist, für Gott erlaubt ist, um wieviel mehr muß es dann, wo es für einen Gemeinen erlaubt ist, für Gott erlaubt sein!? Die Schule Šammajs erwiderte: Gelobtes und Gespendetes beweisen [das Gegenteil]: sie sind für Gott verboten, während einem Gemeinen [das Schlachten] erlaubt ist.
ה אמרו להם בית הלל מה לנדרים ונדבות שאין קבוע להם זמן תאמר בעולת ראייה שקבוע לה ' זמן אמרו להם בית שמאי אף זו אין קבוע לה זמן דתנן מי שלא חג ביום טוב ראשון של חג חוגג והולך כל הרגל כולו ויום טוב האחרון של חג
5 Die Schule Hillels entgegnete: Wohl kein Gelobtes und Gespendetes, weil dafür keine Zeit festgesetzt ist, während aber für das Wallfahrts-Brand-opfer eine Zeit festgesetzt ist. Die Schule Šammajs erwiderte: Auch für dieses ist keine Zeit festgesetzt. Es wird nämlich gelehrt: Wer das Festopfer am ersten Festtage nicht dargebracht hat, bringe es während des ganzen Festes dar, auch am letzten Tage.
ו אמרו להם בית הלל אף זו קבוע לה זמן דתנן עבר הרגל ולא חג אינו חייב באחריותו
6 Die Schule Hillels entgegnete: Doch ist dafür eine Zeil festgesetzt. Es wird nämlich gelehrt: Ist das Fest vorüber, ohne daß man das Festopfer dargebracht hat, so ist man dafür nicht haftbar.
ז אמרו להם בית שמאי והלא כבר נאמר לכם ולא לגבוה אמרו להם בית הלל והלא כבר נאמר לה' כל דלה' אם כן מה תלמוד לומר לכם לכם ולא לכותים לכם ולא לכלבים:
7 Die Schule Šammajs erwiderte: Es heißt ja bereits <i>für euch</i>, aber nicht für Gott. Die Schule Hillels entgegnete: Es heißt ja bereits <i>des Herrn</i>, was alles des Herrn ist. – Wieso heißt es demnach <i>für euch</i>? – Für euch und nicht für Nichtjuden, für euch und nicht für Hunde.
ח אבא שאול אומרה בלשון אחרת ומה במקום שכירתך סתומה כירת רבך פתוחה במקום שכירתך פתוחה אינו דין שכירת רבך פתוחה וכן בדין שלא יהא שולחנך מלא ושולחן רבך ריקן
8 Abba Šaúl lehrte es in anderem Wortlaute: Wenn schon dann, wo dein Herd geschlossen ist, der Herd deines Meisters geöffnet ist, um wieviel mehr muß dann, wo dein Herd geöffnet ist, der Herd deines Meisters geöffnet sein!? So gebührt es sich auch: es darf ja nicht der Tisch deines Meisters leer und deiner voll sein. –
ט במאי קא מפלגי מר סבר נדרים ונדבות קרבין ביום טוב ומר סבר אין קרבין ביום טוב
9 Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, Gelobtes und Gespendetes dürfen am Festtage dargebracht werden, und einer ist der Ansicht, sie dürfen am Festtage nicht dargebracht werden.
י אמר רב הונא לדברי האומר נדרים ונדבות אין קרבין ביום טוב לא תימא מדאורייתא מחזא חזו ורבנן הוא דגזרי בהו גזירה שמא ישהה
10 R. Hona sagte: Sage nicht, daß nach demjenigen, nach dem Gelobtes und Gespendetes am Festtage nicht dargebracht werden dürfen, es nach der Tora erlaubt sei und nur die Rabbanan es verboten haben, mit Rücksicht darauf, man könnte sie [zum Feste] aufschieben,
יא אלא אפילו מדאורייתא נמי לא חזו דהא שתי הלחם דחובת היום נינהו וליכא למגזר שמא ישהה ואינו דוחה לא את השבת ולא את יו"ט:
11 vielmehr ist es auch nach der Tora nicht zulässig, denn die zwei Brote sind ja Pflicht des Tages, bei denen also das Aufschieben nicht zu berücksichtigen ist, dennoch verdrängt [deren Bereitung] weder den Šabbath noch den Festtag.
יב איבעיא להו לדברי האומר נדרים ונדבות אין קרבין בי"ט עבר ושחט מאי רבא אמר זורק את הדם על מנת להתיר בשר באכילה רבה בר רב הונא אמר זורק את הדם על מנת להקטיר אימורין לערב
12 Sie fragten: Wie ist es nach dem, welcher sagt, Gelobtes und Gespendetes dürfen am Festtage nicht dargebracht werden, wenn man übertreten und sie geschlachtet hat? Raba erwiderte: Man sprenge das Blut, um das Fleisch essen zu dürfen. Rabba b.R. Hona erwiderte: Man sprenge das Blut, um abends die Opferteile aufzuräuchern. –
יג מאי בינייהו איכא בינייהו נטמא בשר או שאבד לרבא לא זריק לרבה בר רב הונא זריק
13 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn das Fleisch unrein geworden oder abhanden gekommen ist; nach Raba sprenge man dann [das Blut] nicht, nach Rabba b. R. Hona sprenge man es wohl.
יד מיתיבי כבשי עצרת ששחטן שלא לשמן או ששחטן בין לפני זמנן בין לאחר זמנן הדם יזרק והבשר יאכל ואם היתה שבת לא יזרוק ואם זרק
14 Man wandte ein: Wenn man die Lämmer des Wochenfestes auf einen anderen Namen oder wenn man sie vor oder nach der Zeit geschlachtet hat, so ist das Blut zu sprengen und das Fleisch zu essen; ist es ein Šabbath, so sprenge man es nicht; hat man es gesprengt, so ist das Opfer wohlgefällig, sodaß abends die Opferteile aufzuräuchern sind.