Beitzah 47

Kapitel 47

א המחוסר צידה אסור ושאינו מחוסר צידה מותר:
1 W<small>ENN NOCH EIN ABERMALIGES</small> F<small>ANGEN</small> <small>NÖTIG IST, SO IST ES</small><small>VERBOTEN, WENN EIN ABERMALIGES</small> F<small>ANGEN NICHT NÖTIG IST, SO IST ES ERLAUBT</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> ורמינהו ביברין של חיה ושל עופות אין צדין מהם ביום טוב ואין נותנין לפניהם מזונות קשיא חיה אחיה קשיא עופות אעופות
2 GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf am Festtage kein Wild und kein Geflügel aus dem Gehege fangen, auch darf man ihnen kein Futter reichen. Es besteht also ein Widerspruch hinsichtlich des Wildes und hinsichtlich des Geflügels!?
ג בשלמא חיה אחיה לא קשיא הא ר' יהודה הא רבנן
3 Allerdings ist der Widerspruch hinsichtlich des Wildes zu erklären: das eine nach R. Jehuda und das andere nach den Rabbanan,
ד דתנן ר' יהודה אומר הצד צפור למגדל וצבי לבית חייב לבית הוא דמחייב אבל לביברין לא וחכמים אומרים צפור למגדל וצבי לגנה ולחצר ולביברין
4 denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, wer einen Vogel in einen Schlag oder ein Reh in ein Haus einfängt, sei schuldig, nur in ein Haus und nicht in ein Gehege; die Weisen sagen, einen Vogel in einen Schlag, ein Reh in einen Garten, in einen Hof oder in ein Gehege.
ה אלא עופות אעופות קשיא וכי תימא הא נמי לא קשיא הא בביבר מקורה הא בביבר שאינו מקורה
5 Aber hinsichtlich des Geflügels besteht ja ein Widerspruch!? Wolltest du sagen, hinsichtlich dessen bestehe kein Widerspruch, denn das eine gelte von einem Gehege mit Bedachung und das andere von einem Gehege ohne Bedachung,
ו והא בית דכביבר מקורה דמי ובין לרבי יהודה ובין לרבנן צפור למגדל אין לבית לא
6 so gleicht ja auch ein Haus einem Gehege mit Bedachung, dennoch gilt dies sowohl nach R. Jehuda als auch nach den Rabbanan nur [vom Einfangen] eines Vogels in einen Schlag, nicht aber in ein Haus!?
ז אמר רבה בר רב הונא הכא בצפור דרור עסקינן שאינה מקבלת מרות דתנא דבי ר' ישמעאל למה נקרא שמה צפור דרור שדרה בבית כבשדה
7 Rabba b.R. Hona erwiderte: Diese [Lehre] spricht von Waldvögeln, die sich nicht zähmen lassen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: Er wird deshalb Waldvogel genannt, weil er sowohl im Hause als auch im Freien wohnt. –
ח השתא דאתית להכי חיה אחיה נמי לא קשיא הא בביבר קטן הא בביבר גדול
8 Da du nun darauf gekommen bist, so ist auch der Widerspruch hinsichtlich des Wildes zu erklären, denn das eine gilt von einem kleinen Gehege und das eine gilt von einem großen Gehege. –
ט היכי דמי ביבר קטן היכי דמי ביבר גדול אמר רב אשי כל היכא דרהיט אבתרה ומטי לה בחד שחיא ביבר קטן ואידך ביבר גדול אי נמי כל היכא דאיכא עוקצי עוקצי ביבר גדול ואידך ביבר קטן אי נמי כל היכא דנפלי טולא דכתלי אהדדי ביבר קטן ואידך ביבר גדול:
9 Welches heißt ein kleines Gehege und welches heißt ein großes Gehege? R. Aši erwiderte: Wenn man [dem Tiere] nachläuft und es mit einem Satze erhascht, ist es ein kleines Gehege, sonst aber ist es ein großes Gehege. Oder aber, wenn es Winkel [zum Entwischen] hat, ist es ein großes Gehege, sonst aber ist es ein kleines Gehege. Oder aber, wenn der Schatten der einen Wand auf die andere fällt, ist es ein kleines Gehege, sonst aber ist es ein großes Gehege.
י רשב"ג אומר לא כל הביברין שוין וכו': אמר רב יוסף אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבי שמעון בן גמליאל אמר ליה אביי הלכה מכלל דפליגי
10 R. Š<small>IMO͑N B.</small>G<small>AMLIÉL SAGT, NICHT ALLE</small> G<small>EHEGE GLEICHEN EINANDER &amp;C</small>. R. Joḥanan sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b.Gamliél. Abajje sprach zu ihm: ‘Die Halakha ist’, streitet denn jemand dagegen!?
יא אמר ליה ומאי נפקא לך מינה אמר ליה גמרא גמור זמורתא תהא:
11 Dieser erwiderte: Was kommt es darauf an!? Jener entgegnete: Eine Lehre vortragen nur als Singsang!?
יב זה הכלל כל המחוסר צידה וכו': היכי דמי מחוסר צידה אמר רב יוסף אמר רב יהודה אמר שמואל כל שאומר הבא מצודה ונצודנו
12 D<small>IE</small> R<small>EGEL IST</small>: W<small>ENN NOCH EIN ABERMALIGES</small> F<small>ANGEN NÖTIG IST &amp;C</small>. Was heißt ein abermaliges Fangen? R. Joseph erwiderte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Wenn man sagt: hole ein Netz, wir wollen es einfangen.
יג אמר ליה אביי והא אווזין ותרנגולין שאומרים הבא מצודה ונצודנו ותניא הצד אווזין ותרנגולין ויוני הרדיסאות פטור
13 Abajje sprach zu ihm: Beim [Einfangen von] Gänsen und Hühnern sagt man ja ebenfalls: hole ein Netz, wir wollen sie einfangen, dennoch wird gelehrt, wer Gänse, Hühner oder Haustauben einfängt, sei frei!?
יד אמר רבה בר רב הונא אמר שמואל הללו באין לכלובן לערב והללו אין באין לכלובן לערב
14 Rabba b.R. Hona erwiderte im Namen Šemuéls: Diese kommen abends in ihren Käfig, jene kommen abends nicht in ihren Käfig. –
טו והרי יוני שובך ויוני עלייה דבאין לכלובן לערב ותניא הצד יוני שובך ויוני עלייה וצפרים שקננו בטפיחין בבירות חייב
15 Aber Tauben, die sich im Schlage und auf dem Boden aufhalten, kommen ja ebenfalls abends in ihren Käfig, dennoch wird gelehrt, wer [am Feste] im Schlage und auf dem Boden sich aufhaltende Tauben oder in Nestern und Wölbungen nistende Vögel fängt, sei schuldig!?
טז אלא אמר רבה בר רב הונא אמר שמואל הללו באין לכלובן לערב ומזונותן עליך והללו באין לכלובן לערב ואין מזונותן עליך
16 Vielmehr, erklärte Rabba b. R. Hona im Namen Šemuéls, diese kommen abends in ihren Käfig, und ihre Nahrung liegt dir ob, jene kommen abends in ihren Käfig, ihre Nahrung liegt dir aber nicht ob.
יז רב מרי אמר הני עבידי לרבויי והני לא עבידי לרבויי כולהו נמי עבידי לרבויי לכלובן קאמרינן דעבידי לרבויי:
17 R.Mari erwiderte: Diesen muß man [beim Einfangen] auflauern, jenen braucht man nicht aufzulauern. – Auflauern muß man ja allen!? – Wir meinen, auch wenn sie in ihren Käfig zurückkehren.
יח <big><strong>מתני׳</strong></big> מצודות חיה ועוף ודגים שעשאן מערב יום טוב לא יטול מהן ביום טוב אלא אם כן יודע שנצודו מערב יום טוב ומעשה בנכרי אחד שהביא דגים לרבן גמליאל ואמר מותרין הן אלא שאין רצוני לקבל הימנו:
18 <b>W</b><small>ENN MAN AM</small> V<small>ORABEND DES</small> F<small>ESTTAGES</small> T<small>IER-</small>, G<small>EFLÜGEL- UND</small> F<small>ISCHNETZE AUSGELEGT HAT, SO DARF MAN AUS DIESEN AM</small> F<small>ESTTAGE NUR DANN NEHMEN, WENN MAN WEISS, DASS SIE BEREITS AM</small> V<small>ORABEND DES</small> F<small>ESTES GEFANGEN WAREN</small>. E<small>INST BRACHTE EIN</small> N<small>ICHTJUDE</small> R. G<small>AMLIÉL</small> F<small>ISCHE</small> [<small>AM</small> F<small>ESTE</small>], <small>DA SPRACH ER</small>: S<small>IE SIND ZWAR ERLAUBT, JEDOCH WILL ICH SIE IHM NICHT ABNEHMEN</small>.
יט <big><strong>גמ׳</strong></big> מעשה לסתור חסורי מחסרא והכי קתני ספק מוכן אסור ורבן גמליאל מתיר ומעשה נמי בנכרי אחד שהביא דגים לרבן גמליאל ואמר מותרין הן אלא שאין רצוני לקבל הימנו
19 GEMARA. Ein Tatfall zur Widerlegung!? - [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wovon ein Zweifel obwaltet, ob es [am Vorabend] vorrätig war, ist verboten, nach R. Gamliél aber erlaubt; einst brachte auch ein Nichtjude R. Gamliél Fische [am Feste], da sprach er: Sie sind zwar erlaubt, jedoch will ich sie ihm nicht abnehmen.
כ אמר רב יהודה אמר שמואל אין הלכה כר"ג ואיכא דמתני לה אהא דתניא ספק מוכן ר"ג מתיר ורבי יהושע אוסר אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כר' יהושע ואיכא דמתני לה אהא דתניא
20 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist nicht wie R. Gamliél. Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Wovon ein Zweifel obwaltet, ob es [am Vorabend] vorrätig war, ist nach R. Gamliél erlaubt und nach R. Jehošua͑ verboten. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jehošua͑. Manche beziehen dies auf folgende Lehre: