Beitzah 50

Kapitel 50

א אורח ארעא קמ"ל
1 lehrt uns Lebensart.
ב כדתניא לא יאכל אדם שום ובצל מראשו אלא מעליו ואם אכל ה"ז רעבתן כיוצא בו לא ישתה אדם כוסו בבת אחת ואם שתה ה"ז גרגרן תנו רבנן השותה כוסו בבת אחת ה"ז גרגרן שנים דרך ארץ שלשה מגסי הרוח
2 Es wird nämlich gelehrt: Man beginne Knoblauch oder Zwiebel nicht an der Kopfseite zu essen, sondern an der Blätterseite; wer so ißt, ist gefräßig. Desgleichen trinke man seinen Becher nicht mit einem Zuge aus; wer so trinkt, ist gierig. Die Rabbanan lehrten: Wer seinen Becher in einem Zuge trinkt, ist gierig, wer in zwei, ist gesittet, wer in drei, ist hochmütig.
ג ואמר רמי בר אבא חצובא מקטע רגליהון דרשיעיא
3 Ferner sagte Rami b.Abba: Der Epheu hackt die Füße der Frevler ab.
ד נטיעה מקטע רגליהון דקצביא ודבועלי נדות
4 Die Pflanze hackt die Füße der Schlächter und der Menstruierenden Beiwohnenden ab.
ה תורמוסא מקטע רגליהון דשנאיהון של ישראל שנאמר (שופטים י, ו) ויוסיפו בני ישראל לעשות הרע בעיני ה' ויעבדו את הבעלים ואת העשתרות ואת אלהי ארם ואת אלהי צידון ואת אלהי מואב ואת אלהי בני עמון ואת אלהי פלשתים ויעזבו את ה' ולא עבדוהו
5 Die Lupine hackt die Füße der Feinde Jisraéls ab, denn es heißt: <i>die Kinder Jisraéls fuhren fort das zu tun, was dem Herrn mißfiel, und sie verehrten die Baa͑le, die Aštaroth, die Götter Arams, die Götter Çidons, die Götter Moabs, die Götter der A͑mmoniten und die Götter der Pelištim; sie verließen den Herrn und verehrten ihn nicht</i>.
ו ממשמע שנאמר ויעזבו את ה' איני יודע שלא עבדוהו ומה ת"ל ולא עבדוהו א"ר אלעזר אמר הקב"ה אפילו כתורמוס הזה ששולקין אותו שבע פעמים ואוכלין אותו בקנוח סעודה לא עשאוני בני
6 Wenn es heißt: <i>sie verließen den Herrn</i>, so weiß ich ja, daß sie ihn nicht verehrten, wozu heißt es: <i>und sie verehrten ihn nicht</i>? R. Elea͑zar erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht einmal der Lupine, die man siebenmal kocht und zum Nachtisch ißt, haben meine Kinder mich gleichgestellt.
ז תנא משמיה דר"מ מפני מה נתנה תורה לישראל מפני שהן עזין תנא דבי ר' ישמעאל (דברים לג, ב) מימינו אש דת למו אמר הקב"ה ראויין הללו שתנתן להם דת אש איכא דאמרי דתיהם של אלו אש שאלמלא (לא) נתנה תורה לישראל אין כל אומה ולשון יכולין לעמוד בפניהם
7 Im Namen R. Meírs wurde gelehrt: Die Tora wurde deshalb den Jisraéliten gegeben, weil sie keck sind. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: <i>An seiner Rechten ein feuriges Gesetz für sie</i>; der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Diese sind würdig, daß ihnen das feurige Gesetz verliehen werde. Manche erklären: Die Eigenheit dieser ist wie Feuer; wäre nämlich den Jisraéliten die Tora nicht gegeben worden, so könnte kein Volk und kein Sprachstamm vor ihnen bestehen.
ח והיינו דאמר ר"ש בן לקיש ג' עזין הן ישראל באומות כלב בחיות תרנגול בעופות וי"א אף עז בבהמה דקה וי"א אף צלף באילנות:
8 Das ist es, was Šimo͑n b. Laqiš gesagt hat: Es gibt drei Kecke: Jisraél unter den Völkern, den Hund unter den Tieren und den Hahn unter den Vögeln. Manche sagen, auch die Ziege unter dem Kleinvieh. Manche sagen, auch die Kaper unter den Sträuchern.
ט שחטה בשדה לא יביאנה במוט: ת"ר אין הסומא יוצא במקלו ולא הרועה בתרמילו ואין יוצאין בכסא אחד האיש ואחד האשה
9 H<small>AT MAN ES AUF DEM</small> F<small>ELDE GESCHLACHTET, SO DARF MAN ES NICHT AN EINER</small> S<small>TANGE HEIMBRINGEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Der Blinde darf [am Feste] nicht mit seinem Stabe ausgehen, noch der Hirt mit seiner Tasche; ferner darf weder ein Mann noch eine Frau in einem Tragsessel ausgehen. –
י איני והא שלח ר' יעקב בר אידי זקן אחד היה בשכונתינו והיה יוצא בגלודקי שלו ובאו ושאלו את ר' יהושע בן לוי ואמר אם רבים צריכין לו מותר
10 Dem ist ja aber nicht so, R. Ja͑qob b.Idi ließ ja mitteilen: In unserer Nachbarschaft war ein Greis, der auf einer Sänfte getragen wurde, und als man vor R. Jehošua͑ b.Levi kam und ihn diesbezüglich fragte, erwiderte er: Wenn die Menge seiner bedarf, ist es erlaubt.
יא וסמכו רבותינו על דברי אחי שקיא דאמר אנא אפיקתיה לרב הונא מהיני לשילי ומשילי להיני ואמר ר"נ בר יצחק אנא אפיקתיה למר שמואל משמשא לטולא ומטולא לשמשא התם כדאמר טעמא אם היו רבים צריכין לו מותר
11 Unsere Meister stützten sich auch auf die worte des Aḥi Šaqja, der erzählte, er habe R. Hona von Hini nach Šili und von Šili nach Hini gebracht. Ferner erzählte auch R. Naḥman b. Jiçḥaq, er habe Mar Šemuél von der Sonne nach dem Schatten und vom Schatten nach der Sonne gebracht!? – Da wird ja auch der Grund angegeben: wenn die Menge seiner bedarf, ist es erlaubt.
יב א"ל רב נחמן לחמא בר אדא שליח ציון כי סלקת להתם אקיף וזיל אסולמא דצור וזיל לגבי דר' יעקב בר אידי ובעי מיניה כסא מה אתון ביה
12 R. Naḥman sprach zu Ḥama b.Ada: Çijons-Bote, wenn du dort hingehst, mache einen Umweg und gehe über den Stufengang vor Çor; besuche da R. Ja͑qob b.Idi und frage ihn: Was sagt ihr vom Tragsessel?
יג אדאזל להתם נח נפשיה דר' יעקב בר אידי כי סליק אשכחיה לרבי זריקא א"ל כסא מה אתון ביה א"ל הכי אמר ר' אמי ובלבד שלא יכתף מאי ובלבד שלא יכתף אמר רב יוסף בריה דרבא באלונקי
13 Während er hinging, kehrte die Seele des R. Ja͑qob b. Idi zur Ruhe ein, und als er da eintraf, fand er R. Zeriqa vor und fragte ihn: Was sagt ihr vom Tragsessel? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Ami: Nur darf man nicht schultern. – Was heißt: nur darf man nicht schultern? R. Jose, der Sohn Rabas, erwiderte: Auf einer Schultertrage. –
יד איני והא רב נחמן שרא לה לילתא למיפק אאלונקי שאני ילתא דבעיתא
14 Dem ist ja aber nicht so, R. Naḥman erlaubte ja [seiner Frau] Jalta, sich auf einer Schultertrage tragen zu lassen!? – Anders war es bei Jalta, die ängstlich war.
טו אמימר ומר זוטרא מכתפי להו בשבתא דרגלא משום ביעתותא ואמרי לה משום דוחקא דצבורא:
15 Amemar und Mar Zuṭra trug man am Šabbath der Festwoche auf einer Schultertrage, weil sie ängstlich waren, und manche sagen, wegen der Belästigung des Publikums.
טז <big><strong>מתני׳</strong></big> בכור שנפל לבור רבי יהודה אומר ירד מומחה ויראה
16 <b>I</b><small>ST EIN</small> E<small>RSTGEBORENES</small> <small>IN EINE</small> G<small>RUBE GEFALLEN, SO STEIGE EIN</small> S<small>ACHKUNDIGER</small> <small>HINAB UND UNTERSUCHE ES; </small>