Beitzah 7

Kapitel 7

א אומר רואין את העליונות כאילו הן פרודות והתחתונות מעלות את העליונות
1 die oberen [Feigen] als einzelne betrachtet, und die oberen gehen unter den unteren auf,
ב רבי יהושע אומר אם יש שם מאה פומין יעלו ואם לאו הפומין אסורין והשולים מותרין
2 und nach R. Jehošua͑ gehen sie nur unter hundert anderen am Rande befindlichen auf, und wenn keine [hundert vorhanden] sind, so sind die am Rande befindlichen verboten, und die am Boden befindlichen erlaubt.
ג רבי יהודה אומר רבי אליעזר אומר אם יש שם מאה פומין יעלו ואם לאו הפומין אסורין והשולים מותרין רבי יהושע אומר אפילו יש שם שלש מאות פומין לא יעלו
3 R. Jehuda sagt, nach R. Elie͑zer gehen sie unter hundert am Rande befindlichen auf, und wenn keine [hundert vorhanden] sind, so sind die am Rande befindlichen verboten und die am Boden befindlichen erlaubt, nach R. Jehošua͑ aber gehen sie nicht einmal unter dreihundert anderen am Rande befindlichen auf.
ד דרסה בעגול ואינו יודע באיזה עגול דרסה דברי הכל יעלו דברי הכל היינו פלוגתייהו
4 Wenn man sie aber in der Form gepreßt und weiß nicht, in welcher Form man sie gepreßt hat, so stimmen alle überein, daß sie aufgehen. – ‘So stimmen alle überein’, darin besteht ja ihr Streit!?
ה אמר רב פפא הכי קאמר דרסה בעגול ואינו יודע באיזה מקום עגול דרסה אי לצפונה אי לדרומה דברי הכל יעלו
5 R. Papa erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn man sie in einer Form gepreßt hat und nicht weiß, an welcher Stelle der Form man sie gepreßt hat, ob nördlich oder südlich, so stimmen alle überein, daß sie aufgehen.
ו רב אשי אמר לעולם ספק יום טוב ספק חול הוי דבר שיש לו מתירין וכל דבר שיש לו מתירין אפילו בדרבנן לא בטיל
6 R. Aši sagte: Tatsächlich handelt es sich um den Zweifel, ob am Festtage oder am Wochentage [gelegt], es ist aber eine Sache, für die es ein Erlaubtwerden gibt, und eine Sache, für die es ein Erlaubtwerden gibt, geht auch bei einem rabbanitischen [Verbote] nicht auf.
ז תניא אחרים אומרים משום רבי אליעזר ביצה תאכל היא ואמה במאי עסקינן אילימא בתרנגולת העומדת לאכילה פשיטה דהיא ואמה שריא אלא בתרנגולת העומדת לגדל ביצים היא ואמה אסורה א"ר זירא תאכל אגב אמה
7 Es wird gelehrt: Manche sagen im Namen R. Elie͑zers, Ei und Henne dürfen beide gegessen werden. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn die Henne zum Schlachten bestimmt ist, so ist es ja selbstverständlich, daß es und die Mutter erlaubt sind, und wollte man sagen, wenn die Henne zum Eierlegen bestimmt ist, so sind ja beide verboten!? R. Zera erwiderte: Es darf durch die Mutter gegessen werden. –
ח היכי דמי אמר אביי כגון שלקחה סתם נשחטה הובררה דלאכילה עומדת לא נשחטה הובררה דלגדל ביצים עומדת
8 In welchem Falle? Abajje erwiderte: Wenn man sie zum Beispiel ohne Bestimmung gekauft hat; wird sie geschlachtet, so ergibt es sich, daß sie zum Schlachten bestimmt war, wird sie nicht geschlachtet, so ergibt es sich, daß sie zum Eierlegen bestimmt war.
ט רב מרי אמר גוזמא קתני דתניא אחרים אומרים משום רבי אליעזר ביצה תאכל היא ואמה ואפרוח וקליפתו
9 R. Mari sagte: Er lehrt nur eine Übertreibung. Es wird nämlich gelehrt: Manche sagen im Namen R. Elie͑zers, Ei und Henne, Kücklein und Schale dürfen gegessen werden.
י מאי קליפתו אילימא קליפה ממש קליפה בת אכילה היא אלא אפרוח בקליפתו עד כאן לא פליגי רבנן עליה דרבי אליעזר בן יעקב אלא היכא דיצא לאויר העולם אבל היכא דלא יצא לאויר העולם לא פליגי
10 Was heißt Schale: wollte man sagen, die wirkliche Schale, so ist ja die Schale nicht eßbar, und wollte man sagen, das Kücklein in der Schale, so streiten ja die Rabbanan gegen R. Elie͑zer b. Ja͑qob nur über den Fall, wenn es noch nicht zur Welt gekommen ist, nicht aber über den Fall, wenn es bereits zur Welt gekommen ist!?
יא אלא אפרוח וקליפתו גוזמא הכא נמי תאכל היא ואמה גוזמא
11 Vielmehr ist [der Ausdruck] ‘Kücklein und Schale’ nur eine Übertreibung, ebenso ist auch hier der Ausdruck ‘Ei und Henne’ nur eine Übertreibung.
יב אתמר שבת ויום טוב רב אמר נולדה בזה אסורה בזה ורבי יוחנן אמר נולדה בזה מותרת בזה נימא קסבר רב קדושה אחת היא
12 Es wurde gelehrt: Wenn ein Šabbath und ein Festtag [aufeinander folgen, so ist das Ei], das an einem [dieser Tage] gelegt wurde, am anderen, wie Rabh sagt, verboten; R. Joḥanan sagt, das an einem Tage gelegt wurde, ist am anderen erlaubt. Demnach wäre Rabh der Ansicht, die Heiligkeit [beider Tage] sei die gleiche
יג והאמר רב הלכה כארבעה זקנים ואליבא דרבי אליעזר דאמר שתי קדושות הן
13 und [dem widersprechend] sagte Rabh, die Halakha sei wie die vier Ältesten, nach R. Elie͑zer, welcher sagt, es seien zwei verschiedene Heiligkeiten!? –
יד אלא הכא בהכנה דרבה קמיפלגי רב אית ליה הכנה דרבה ורבי יוחנן לית ליה הכנה דרבה
14 Vielmehr, sie streiten über die Vorbereitung des Rabba. Rabh hält von der Vorbereitung des Rabba und R. Joḥanan hält nichts von der Vorbereitung des Rabba.
טו כתנאי נולדה בשבת תאכל ביום טוב ביום טוב תאכל בשבת רבי יהודה אומר משום רבי אליעזר עדיין היא מחלוקת שבית שמאי אומרים תאכל ובית הלל אומרים לא תאכל
15 [Hierüber streiten auch] Tannaím: Das am Šabbath gelegte [Ei] darf am Feste und das am Feste gelegte [Ei] darf am Šabbath gegessen werden; R. Jehuda sagt im Namen R. Elie͑zers, hierüber bestehe noch ein Streit: nach der Schule Šammajs darf es gegessen werden, und nach der Schule Hillels darf es nicht gegessen werden.
טז אושפיזכניה דרב אדא בר אהבה הוו ליה הנך ביצים מיו"ט לשבת אתא לקמיה אמר ליה מאי לאטווינהו האידנא וניכלינהו למחר
16 Der Gastwirt des R. Ada b.Ahaba hatte zum Šabbath am Feste [vorher] gelegte Eier, und kam zu ihm fragen, ob man sie heute backen dürfe, um sie morgen zu essen?
יז א"ל מאי דעתיך רב ורבי יוחנן הלכה כרבי יוחנן אפילו רבי יוחנן לא קא שרי אלא לגומעה למחר אבל ביומיה לא
17 Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, [bei einem Streite zwischen] Rabh und R. Joḥanan sei die Halakha wie R. Joḥanan zu entscheiden, aber auch R. Joḥanan erlaubt nur, es am folgenden Tage zu trinken, nicht aber, es am selben Tage [zu berühren].
יח והתניא אחת ביצה שנולדה בשבת ואחת ביצה שנולדה ביום טוב אין מטלטלין אותה לא לכסות בה את הכלי ולא לסמוך בה כרעי המטה
18 Es wird nämlich gelehrt: Man darf ein Ei, einerlei ob am Šabbath oder am Festtage gelegt, nicht fortbewegen, um damit ein Gefäß zuzudecken, oder damit den Fuß einer Bettstelle zu stützen.
יט אושפיזכניה דרב פפא ואמרי לה ההוא גברא דאתא לקמיה דרב פפא הוו ליה הנך ביצים משבת ליום טוב אתא לקמיה אמר ליה מהו למכלינהו למחר אמר ליה זיל האידנא ותא למחר דרב לא מוקי אמורא עלויה מיומא טבא לחבריה משום שכרות
19 Der Gastwirt R. Papas, manche sagen, jemand anders, der vor R. Papa kam, hatte zum Feste am Šabbath vorher gelegte Eier und fragte ihn, ob man sie morgen essen dürfe? Dieser erwiderte: Gehe jetzt und komm morgen. Rabh bestellte nämlich keinen Dolmetsch an einem Festtage für den folgenden wegen Trunkenheit.
כ כי אתא למחר אמר ליה
20 Als jener am folgenden Tage kam, sprach er zu ihm: