Beitzah 73

Kapitel 73

א דאית ליה אשה ובנים:
1 In dem Falle, wenn man Frau und Kinder hat.
ב לא חולצין ולא מיבמין: והא מצוה קא עביד לא צריכא דאיכא גדול ומצוה בגדול ליבם
2 D<small>IE</small> Ḥ<small>ALIÇA NICHT ERTEILEN UND DIE</small> S<small>CHWAGEREHE NICHT VOLLZIEHEN</small>. Man übt ja ein Gebot aus!? – In dem Falle, wenn ein älterer [Bruder] vorhanden ist, und es ist Gebot, daß der ältere die Schwagerehe vollziehe. –
ג וכלהו טעמא מאיגזרה שמא יכתוב:
3 Weshalb ist dies alles [verboten]? – Weil man zum Schreiben veranlaßt werden könnte.
ד ואלו הן משום מצוה לא מקדישין ולא מעריכין ולא מחרימין: גזרה משום מקח וממכר:
4 F<small>OLGENDES ALS</small> G<small>EBOT: MAN DARF NICHTS DEM</small> H<small>EILIGTUME WEIHEN, KEIN</small> S<small>CHÄTZGELÜBDE TUN, KEIN</small> B<small>ANNGELÜBDE TUN</small>. Mit Rücksicht auf Kauf und Verkauf.
ה ולא מגביהין תרומות ומעשרות: פשיטא תני רב יוסף לא נצרכא אלא ליתנה לכהן בו ביום
5 N<small>ICHT DIE</small> H<small>EBE UND DEN</small> Z<small>EHNTEN ABHEBEN</small>. Selbstverständlich!? – R. Joseph lehrte, selbst in dem Falle, wenn man sie am selben Tage dem Priester gibt.
ו וה"מ פירי דטבילי מאתמול אבל פירי דטבילי האידנא כגון עיסה לאפרושי מינה חלה מפרשינן ויהבינן לכהן
6 Dies gilt aber nur von Früchten, die seit dem Tage vorher zehntpflichtig waren, von Früchten aber, die erst jetzt zehntpflichtig werden, beispielsweise die Teighebe vom Teige, darf man sie absondern und dem Priester geben. –
ז והני משום רשות איכא משום שבות ליכא והני משום מצוה איכא משום שבות ליכא
7 Sind denn jene nur Freigestelltes und nicht des Feierns wegen [verboten], und sind denn diese nur Gebote und nicht des Feierns wegen [verboten]!?
ח א"ר יצחק לא מבעיא קאמר לא מבעיא שבות גרידתא דאסור אלא אפי' שבות דרשות נמי אסור ולא מבעיא שבות דרשות דאסור אלא אפי' שבות דמצוה נמי אסור:
8 R. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist als selbstverständlich zu verstehen: selbstverständlich ist das des Feierns wegen Verbotene verboten, aber auch Freigestelltes ist des Feierns wegen verboten; und selbstverständlich ist Freigestelltes des Feierns wegen verboten, aber auch ein Gebot ist des Feierns verboten.
ט כל אלו ביו"ט אמרו: ורמינהו משילין דרך ארובה ביו"ט אבל לא בשבת
9 D<small>IES ALLES SAGTEN SIE VOM</small> F<small>ESTTAGE</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf am Festtage Früchte durch eine Luke herablassen, jedoch nicht am Šabbath!?
י אמר רב יוסף לא קשיא הא ר"א הא ר' יהושע
10 R. Joseph erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Elie͑zer und das andere nach R. Jehošua͑.
יא דתניא אותו ואת בנו שנפלו לבור ר"א אומר מעלה את הראשון על מנת לשוחטו ושוחטו והשני עושה לו פרנסה במקומו כדי שלא ימות
11 Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein [Vieh] und sein Junges in eine Grube gefallen sind, so hole man, wie R. Elie͑zer sagt, das eine herauf, um es zu schlachten, und schlachte es, und das andere füttere man an Ort und Stelle, damit es nicht verende.
יב ר' יהושע אומר מעלה את הראשון ע"מ לשוחטו ואינו שוחטו וחוזר ומערים ומעלה השני רצה זה שוחט רצה זה שוחט
12 R. Jehošua͑ sagt, man bediene sich einer List: man hole eines herauf, um es zu schlachten, schlachte es aber nicht, sodann hole man das andere herauf und schlachte, welches man will.
יג א"ל אביי ממאי דילמא עד כאן לא קאמר ר"א התם אלא דאפשר בפרנסה אבל הכא דלא אפשר בפרנסה לא
13 Abajje sprach zu ihm: Wieso denn, vielleicht ist R. Elie͑zer dieser Ansicht nur da, wo man [das Vieh] füttern kann, nicht aber hierbei, wo dies nicht möglich ist.
יד א"נ עד כאן לא קאמר ר' יהושע התם אלא דאפשר לאערומי אבל הכא דלא אפשר לאערומי לא
14 Oder vielleicht ist R. Jehošua͑ dieser Ansicht nur da, wo man sich einer List bedienen kann, nicht aber hierbei, wo dies nicht möglich ist.
טו אלא אמר רב פפא לא קשיא הא בית שמאי הא בית הלל
15 Vielmehr, erwiderte R. Papa, das ist kein Widerspruch; das eine nach der Schule Šammajs und das andere nach der Schule Hillels.
טז דתנן ב"ש אומרים אין מוציאין לא את הקטן ולא את הלולב ולא את ספר תורה לרה"ר וב"ה מתירין
16 Wir haben nämlich gelernt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe nicht [am Feste] ein Kind, einen Feststrauß oder eine Torarolle auf öffentliches Gebiet hinaustragen; die Schule Hillels erlaubt dies. –
יז דלמא לא היא עד כאן לא קא אמרי בית שמאי התם אלא אהוצאה אבל אטלטול לא אטו טלטול לאו צורך הוצאה הוא:
17 Vielleicht aber ist dem nicht so; die Schule Šammajs sagt dies nur vom Hinaustragen, nicht aber von der Fortbewegung!? – Erfolgt etwa nicht die Fortbewegung wegen des Hinaustragens!?
יח <big><strong>מתני׳</strong></big> הבהמה והכלים כרגלי הבעלים המוסר בהמתו לבנו או לרועה הרי אלו כרגלי הבעלים
18 <b>V</b><small>IEH UND</small> G<small>ERÄTE GLEICHEN DEN</small> F<small>ÜSSEN DES</small> E<small>IGENTÜMERS</small>. W<small>ENN JEMAND EIN</small> V<small>IEH SEINEM</small> S<small>OHNE ODER EINEM</small> H<small>IRTEN ÜBERGIBT, SO GLEICHEN DIESE DEN</small> F<small>ÜSSEN DES</small> E<small>IGENTÜMERS</small>.
יט כלים המיוחדין לאחד מן האחין שבבית הרי אלו כרגליו ושאין מיוחדין הרי אלו כמקום שהולכין
19 G<small>ERÄTE, DIE FÜR EINEN DER</small> B<small>RÜDER IM</small> H<small>AUSE BESTIMMT SIND, GLEICHEN SEINEN</small> F<small>ÜSSEN, DIE NICHT BESTIMMT SIND, DÜRFEN</small> [<small>DAHIN GEBRACHT WERDEN, WO ALLE</small>] <small>HINGEHEN DÜRFEN</small>.
כ השואל כלי מחבירו מעיו"ט כרגלי השואל ביו"ט כרגלי המשאיל וכן האשה ששאלה מחברתה תבלין ומים ומלח לעיסתה הרי אלו כרגלי שתיהן ר' יהודה פוטר במים מפני שאין בהן ממש:
20 W<small>ENN JEMAND AM</small> V<small>ORABEND DES</small> F<small>ESTES VON SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN EIN</small> G<small>ERÄT BORGT, SO GLEICHT ES DEN</small> F<small>ÜSSEN DES</small> B<small>ORGENDEN; WENN AM</small> F<small>ESTTAGE, SO GLEICHT ES DEN</small> F<small>ÜSSEN DES</small> V<small>ERBORGENDEN</small>. W<small>ENN EINE</small> F<small>RAU VON IHRER</small> N<small>ÄCHSTEN</small> G<small>EWÜRZ</small>, W<small>ASSER ODER</small> S<small>ALZ ZU IHREM</small> T<small>EIGE BORGT, SO GLEICHT DIESES DEN</small> F<small>ÜSSEN BEIDER</small>; R. J<small>EHUDA ENTBINDET BEIM</small> W<small>ASSER, WEIL NICHTS</small> W<small>ESENTLICHES DARAN IST</small>.
כא <big><strong>גמ׳</strong></big> מתניתין
21 GEMARA. Unsere Mišna lehrt