Beitzah 75

Kapitel 75

א והוינן בה מ"ש לכאן ולכאן דלא דאין ברירה מזרח ומערב נמי אין ברירה
1 Dagegen wandten wir ein: Da und dort wohl deshalb nicht, weil es keine fiktive Feststellung gibt, ebenso sollte es keine fiktive Feststellung geben, auch wenn nach Osten oder Westen!?
ב וא"ר יוחנן וכבר בא חכם אלמא לית ליה לר' יוחנן ברירה
2 Und R. Joḥanan erwiderte: Wenn der Gelehrte bereits eingetroffen war. Hieraus, daß R. Joḥanan von der fiktiven Feststellung nichts hält!? –
ג אלא לעולם לא תיפוך וכי לית ליה לרבי אושעיא ברירה בדאורייתא אבל בדרבנן אית ליה
3 Vielmehr, tatsächlich wende man es nicht um, aber R. Hošaja hält nichts von der fiktiven Feststellung nur bei einem Gebote der Tora, wohl aber hält er davon bei rabbanitischen.
ד דרש מר זוטרא הלכה כרבי אושעיא
4 Mar Zuṭra trug vor: Die Halakha ist wie R. Hošaja.
ה אמר שמואל שור של פטם הרי הוא כרגלי כל אדם שור של רועה הרי הוא כרגלי אותה העיר:
5 Šemuél sagte: Der Ochs eines Züchters gleicht den Füßen jedermanns, der des Hirten gleicht den Füßen der Stadtleute.
ו השואל כלי מחבירו מערב יו"ט: פשיטא לא צריכא שלא מסרו לו אלא ביו"ט מהו דתימא לאו ברשותיה אוקמיה קמ"ל
6 W<small>ENN JEMAND AM</small> V<small>ORABEND DES</small> F<small>ESTES VON SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN EIN</small> G<small>ERÄT BORGT</small>. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er es ihm erst am Festtage übergibt; man könnte glauben, es sei nicht in seinen Besitz übergegangen, so lehrt er uns.
ז מסייע ליה לר' יוחנן דא"ר יוחנן השואל כלי מחבירו מערב יום טוב אף על פי שלא נתנו לו אלא ביו"ט הרי הוא כרגלי השואל:
7 Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte: Wenn jemand am Vorabend des Festes von seinem Nächsten ein Gerät borgt, so gleicht es den Füßen des Borgenden, auch wenn er es ihm erst am Festtage übergibt.
ח ביו"ט כרגלי המשאיל: פשיטא לא צריכא דרגיל ושאיל מיניה מהו דתימא ברשותיה קא מוקים ליה קמ"ל מימר אמר דלמא משכח איניש אחרינא ואזיל ושאיל מיניה:
8 W<small>ENN AM</small> F<small>ESTTAGE, SO GLEICHT ES DEN</small> F<small>ÜSSEN DES</small> V<small>ERBORGENDEN</small>. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er es von ihm häufig zu borgen pflegt; man könnte glauben, es sei in seinen Besitz übergegangen, so lehrt er uns. Dieser denkt nämlich: da er bisher nicht gekommen ist, so hat er wohl jemand anders gefunden, von dem er es borgt.
ט וכן האשה ששאלה מחברתה: כי סליק רבי אבא אמר יהא רעוא דאימא מלתא דתתקבל כי סליק אשכחיה לר' יוחנן ורבי חנינא בר פפי ור' זירא ואמרי לה ר' אבהו ור' שמעון בן פזי ור' יצחק נפחא ויתבי וקאמרי אמאי ולבטיל מים ומלח לגבי עיסה אמר להו ר' אבא
9 W<small>ENN EINE</small> F<small>RAU VON IHRER</small> N<small>ÄCHSTEN BORGT</small>. Als R. Abba [nach Palästina] hinaufgehen wollte, sprach er wie folgt: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß ich etwas sage, was angenommen wird. Nachdem er hinaufgekommen war, traf er R. Joḥanan, R. Ḥanina b.Papi und R. Zera, und wie manche sagen, R. Abahu, R. Šimo͑n b.Pazi und R. Jiçḥaq den Schmied, die dasaßen und sagten: Weshalb denn, das Wasser und das Salz sollten doch dem Teige gegenüber ihre Wesentlichkeit verlieren!? Da sprach R. Abba zu ihnen: