Bekhorot 19

Kapitel 19

א אי הכי בשר בחלב מאי איריא דהיתה לה שעת הכושר תיפוק לי דאוכל שאתה יכול להאכילו לאחרים הוא
1 Wieso wird demnach hinsichtlich des Fleisches in Milch begründet: weil es eine Zeit der Tauglichkeit hatte, es sollte doch schon der Umstand ausreichend sein, weil es eine Speise ist, die man anderen zu essen geben darf!?
ב דתניא רבי שמעון בן יהודה אומר משום ר' שמעון בשר בחלב אסור באכילה ומותר בהנאה שנאמר (דברים יד, ב) כי עם קדוש אתה לה' אלהיך ולהלן הוא אומר (שמות כב, ל) ואנשי קודש תהיון לי מה להלן אסור באכילה ומותר בהנאה אף כאן אסור באכילה ומותר בהנאה
2 Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Fleisch in Milch ist zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt, denn hierbei heißt es:<i>du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott,</i> und dortheißt es: <i>heilige Leute sollt ihr mir sein;</i> wie es dort zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt ist, ebenso ist es auch hier zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt. –
ג חדא ועוד קאמר חדא דאוכל שאתה יכול להאכילו לאחרים הוא ועוד לדידיה נמי הרי היתה לו שעת הכושר
3 Zu diesem Grunde führt er noch einen anderen an; erstens ist es eine Speise, die man anderen zu essen geben darf, und zweitens hatte es auch für ihn selbst eine Zeit der Tauglichkeit.
ד ואם איתא דלאחר עריפה שרי רבי שמעון ליתני ומודה רבי שמעון בפטר חמור ובשר בחלב שמטמאין טומאת אוכלין
4 Wenn man nun sagen wollte, R. Šimo͑n erlaube es nach dem Genickbrechen, so sollte er doch lehren, R. Šimo͑n pflichte bei hinsichtlich des Erstlings eines Esels und des Fleisches in Milch, daß sie als Speisen verunreinigungsfähig sind!? –
ה אי דחשיב עליה הכי נמי הכא במאי עסקינן דלא חשיב עליה
5 Wenn er es beabsichtigthat, ist dem auch so, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn er es nicht beabsichtigt hat. –
ו וטעמא מאי מטמאי רבנן אמרוה רבנן קמיה דרב ששת הואיל ואיסורו חישובו
6 Weshalb ist es demnach nach den Rabbanan verunreinigungsfähig? – Die Jünger erklärten vor R. Šešeth, im Verbote liege seine Bedeutung. –
ז ולרבנן מי אמר הואיל ואיסורו חישובו והא תנן שלשה עשר דברים אמרו בנבלת עוף טהור וזו אחת מהן צריכה מחשבה ואינה צריכה הכשר
7 Sagen wir denn nach den Rabbanan, im Verbote liege seine Bedeutung, wir haben ja gelernt: dreizehn Dinge sagten sie vom Aase eines reinen Vogels, und dies ist eines davon; es benötigt der Beabsichtigungund benötigt nicht der Befähigung.
ח ואי איסורו חישובו למה לי מחשבה הא מני רבי שמעון היא
8 Wozu ist, wenn im Verbote seine Bedeutung besteht, die Beabsichtigung erforderlich!? – Hier ist die Ansicht R. Šimo͑nsvertreten. –
ט תא שמע נבלת בהמה טמאה בכל מקום ונבלת עוף טהור והחלב בכפרים צריכים מחשבה ואינם צריכים הכשר ואי אמרת איסורו חישובו למה לי מחשבה הא מני רבי שמעון היא
9 Komm und höre: Das Aas eines unreinen Viehs überall, und das Aas eines reinen Vogels und Talg in Dörfern benötigen der Beabsichtigung, und sie benötigen nicht der Befähigung. Wozu ist, wenn du sagst, im Verbot liege seine Bedeutung, die Beabsichtigung nötig? – Hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten. –
י תא שמע נבלת בהמה טהורה בכל מקום ונבלת עוף הטהור והחלב בשווקים אינן צריכין מחשבה ולא הכשר הא טמאה בעיא מחשבה
10 Komm und höre: Das Aas eines reinen Viehs überall, und das Aas eines reinen Vogels und Talg in den Straßen benötigen nicht der Beabsichtigung noch der Befähigung. Das eines unreinen benötigt demnach der Befähigung.
יא וכי תימא הא מני רבי שמעון היא הא מדסיפא רבי שמעון הוי רישא לאו רבי שמעון דקתני סיפא רבי שמעון אומר אף הגמל והארנבת והשפן והחזיר אינן צריכין לא מחשבה ולא הכשר ואמר רבי שמעון מה טעם הואיל ויש בהן סימני טהרה
11 Wolltest du sagen, hier sei die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, so ist ja, wenn der Schlußsatz die Ansicht R. Šimo͑ns lehrt, der Anfangsatz nicht von R. Šimo͑n. Der Schlußsatz lehrt nämlich: R. Šimo͑n sagt, auch das Kamel, der Hase, das Kaninchen und das Schwein benötigen weder der Beabsichtigung noch der Befähigung, weil sie Merkmale der Reinheit haben. –
יב אלא אמר רבא דכולי עלמא לא אמרינן איסורו חישובו ואי דערפיה מיערף הכי נמי
12 Vielmehr, erwiderte Raba, alle sind der Ansicht, wir sagen nicht, im Verbote liege seine Bedeutung; hat er ihm das Genick gebrochen, so ist dem auch so,