Bekhorot 21

Kapitel 21

א בהשג יד כתיב
1 Dieser [Schriftvers] spricht von der Erschwingung.
ב אמר רב נחמן הלכה כדברי חכמים וכמה אמר רב יוסף אפי' פטרוזא בר דנקא אמר רבא אף אנן נמי תנינא גדול וקטן
2 R. Naḥman sagte: Die Halakha ist wie die Weisen. – Wieviel? R. Joseph erwiderte: Sogar ein Schindlingim Werte eines Danaqa. Raba sagte: Auch wir haben es gelernt: Ob groß oder klein. –
ג פשיטא מהו דתימא כולי האי לא אי נמי פטרוזא לא קמ"ל
3 Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, so wenig nicht, oder mit einem Schindling nicht, so lehrt er uns.
ד רבי יהודה נשיאה הוה ליה פטר חמור שדריה לקמיה דרבי טרפון אמר ליה כמה בעינא למיתב לכהן אמר ליה הרי אמרו עין יפה בסלע עין רעה בשקל בינונית ברגיא
4 R. Jehuda der Fürst hatte einen Erstling eines Esels, da sandte er zu R. Tryphon und ließ ihn fragen: Wieviel muß ich dem Priester geben? Dieser erwiderte: Sie sagten: der Freigebige einen Sela͑, der Knauser einen Šeqel, der Mittelmäßige einen Ragia.
ה אמר רבא הלכתא ברגיא וכמה תלתא זוזי רגיל הכא ורגיל הכא
5 Raba sagte: Die Halakha ist, einen Ragia. – Wieviel ist dies? Drei Zuz, nahediesem und nahe jenem. –
ו קשיא הלכתא אהלכתא לא קשיא כאן בבא לימלך כאן בעושה מעצמו
6 Es besteht ja ein Widerspruch zwischen der einen Halakha und der anderen Halakha!? – Das ist kein Widerspruch; eines, wenn er fragen kommt, und eines, wenn er selbständig handelt.
ז אמר רבי יצחק אמר ריש לקיש מי שיש לו פטר חמור ואין לו שה לפדותו פודהו בשויו למאן אילימא לרבי יהודה הא אמר הקפידה עליו תורה בשה אלא לרבי שמעון
7 R. Jiçḥaq sagte im Namen des Reš Laqiš: Wer einen Erstling eines Esels und kein Schaf hat, ihn auszulösen, löse ihn um seinen Wert aus. – Nach wem, wollte man sagen, nach R. Jehuda, so sagt er ja, die Tora habe darauf geachtet, daß es durch ein Schaf erfolge!? – Vielmehr, nach R. Šimo͑n.
ח רב אחא מתני הכי רבינא קשיא ליה רבי יהודה ורבי שמעון הלכה כרבי יהודה
8 So lehrte es R. Aḥa. Rabina aber lehrte es als Einwurf: Bei einem Streite [zwischen] R. Jehuda und R. Šimo͑n ist ja die Halakha wie R. Jehuda,
ט וסתם לן תנא כרבי יהודה ואת אמרת הלכה כרבי שמעון
9 und auch der Autor lehrt es anonymnach R. Jehuda, und du sagst, die Halakha sei wie R. Šimo͑n!? –
י אלא אפי' תימא רבי יהודה לא יהא חמור מן ההקדש ולא אמרה תורה בשה להחמיר עליו אלא להקל עליו רב נחמן בריה דרב יוסף פריק ליה בשילקי בשויו
10 Vielmehr, du kannst auch sagen, wie R. Jehuda, denn es ist ja hierbei nicht strenger als beim Heiligenund nur als Erleichterung und nicht zur Erschwerung sagte die Tora, daß es durch ein Schaf erfolge. R. Naḥman, Sohn des R. Joseph, löste es aus, durch gekochtes Gemüse im entsprechenden Werte.
יא אמר רב שיזבי אמר רב הונא הפודה פטר חמור של חבירו פדיונו פדוי איבעיא להו פדיונו לפודה או דלמא פדיונו לבעלים
11 R. Šezbi sagte im Namen R. Honas: Wenn jemand den Erstling des Esels seines Nächsten auslöst, so ist die Auslösung gültig. Sie fragten: Gehört das Ausgelöste dem Auslösenden oder gehört das Ausgelöste dem Eigentümer?
יב אליבא דר"ש לא תיבעי לך כיון דאמר מותר בהנאה ממונא דבעלים הוא כי תיבעי אליבא דרבי יהודה דאמר אסור בהנאה
12 Nach R. Šimo͑n ist dies nicht fraglich, denn da er sagt, es sei zur Nutznießung erlaubt, so ist es das Geld des Eigentümers, fraglich ist es nur nach R. Jehuda, welcher sagt, es sei zur Nutznießung verboten:
יג להקדש מדמי ליה ורחמנא אמר ונתן הכסף (ויקרא כז יט) וקם לו או דלמא כיון דקני להו בביני וביני לא דמי להקדש
13 gleicht es dem Heiligen, von dem der Allbarmherzige sagt:<i>er gehe das Geld und erstehe</i><i>es</i>, oder gleicht es nicht dem Heiligen, da es ihm mit der Differenz zugeeignet wird.
יד אר"נ ת"ש הגונב פטר חמור של חבירו משלם תשלומי כפל לבעלים ואע"פ שאין לו עכשיו יש לו לאחר מכאן
14 R. Naḥman sagte: Komm und höre: Wer den Erstling des Esels seines Nächsten stiehlt, bezahle das Doppeltean den Eigentümer, denn obgleich es jetzt nicht ihm gehört, gehört es späterihm.
טו מני אילימא ר"ש אמאי אין לו עכשיו אלא פשיטא רבי יהודה
15 Wer [ist der Autor]: wollte man sagen, R. Šimo͑n, wieso ist es jetzt nicht sein eigen; doch wohl R. Jehuda,
טז ואי ס"ד להקדש מדמינן ליה (שמות כב, ו) וגונב מבית האיש אמר רחמנא ולא מבית הקדש ותו לא מידי:
16 und wenn man sagen wollte, man vergleiche es mit dem Heiligen, so sagt ja der Allbarmherzige:<i>und es gestohlen wird aus dem. Hause des Mannes,</i> nicht aber aus dem Hause des Heiligtums. Weiter nichts hierüber.
יז אחת ביכרה ואחת שלא ביכרה [כו']: ת"ר כיצד אמרו נכנס לדיר להתעשר
17 W<small>ENN EINE BEREITS GEWORFEN HAT UND EINE NOCH NICHT GEWORFEN HAT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: In welchem Falle kommt es in die Hürde, um verzehntet zu werden?
יח אי אתה יכול לומר בבא ליד כהן שהרי שנינו הלקוח ושניתן לו במתנה פטור ממעשר בהמה אלא בישראל שהיו לו עשרה ספק פטרי חמורים בתוך ביתו שמפריש עליהן עשרה שיין ומעשרן והן שלו
18 Du kannst nicht sagen, wenn es bereits in die Hände des Priesters gekommenwar, denn wir haben ja gelernt, das Gekaufte und das Geschenkte sei frei vom Viehzehnten. Vielmehr gilt dies von einem Jisraéliten, der zehn zweifelhafte Eselserstlinge in seinem Hause hat, der für diese zehn Schafe absondere, sie verzehnte, und sie sind sein.
יט מסייע ליה לר"נ דאמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה ישראל שהיו לו עשרה ספק פטרי חמורים מפריש עליהן עשרה שיין ומעשרן והן שלו
19 Dies ist eine Stütze für R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn ein Jisraélit zehn zweifelhafte Eselserstlinge hat, so sondere er für sie zehn Schafe ab, entrichte von ihnen den Zehnten und sie sind sein.
כ ואמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה ישראל שהיו לו עשרה פטרי חמורים ודאין בתוך ביתו שנפלו מבית אבי אמו כהן ואותו אבי אמו כהן נפלו לו מבית אבי אמו ישראל
20 Ferner sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn ein Jisraélit zehn zweifellose Eselserstlinge in seinem Hause hat, die ihm vom Vater seiner Mutter, einem Priester, zugefallen sind, dem diese vom Vater seiner Mutter, einem Jisraéliten zugefallen waren,
כא מפריש עליהן עשרה שיין ומעשרן והן שלו
21 so sondere er für sie zehn Schafe ab, entrichte von ihnen den Zehnten und sie sind sein.
כב ואמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה ישראל שהיו לו טבלים ממורחין בתוך ביתו שנפלו מבית אבי אמו כהן ואותו אבי אמו כהן נפלו לו מבית אבי אמו ישראל מעשרן והן שלו
22 Ferner sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn ein Jisraélit unverzehntetes glattgestrichenesGetreide in seinem Hause hat, das ihm vom Vater seiner Mutter, einem Priester zugefallen ist, dem es vom Vater seiner Mutter, einem Jisraéliten zugefallen war, so verzehnte er es, und [der Zehnt]ist sein.
כג וצריכא דאי אשמועינן קמייתא משום דקא מפריש וקאי
23 Und beides ist nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es bereits abgesondertist,
כד אבל הכא מתנות שלא הורמו כמי שלא הורמו דמיין אימא לא
24 nicht aber gelte dies da, wo die Priestergaben noch nicht abgehoben worden sind.
כה ואי אשמועינן הכא דאפשר לעשורי מיניה וביה דהא מנח אבל התם כיון דשה מעלמא בעי אתויי ומפריש וקאי אימא לא צריכא
25 Und würde er nur [das andere] gelehrt haben, so könnte man glauben, weil der Zehnt von diesem selbst entrichtet werden kann, und er daliegt, in jedem Falle aber, wo ein Schaf von anderwärts geholt werden muß, gelte es nicht alsabgesondert. Daher ist beides nötig.
כו אמר רבי שמואל בר נתן אמר רבי חנינא הלוקח טבלים
26 R. Šemuél b. Nathan sagte im Namen R. Ḥaninas: Wenn jemand unverzehntetes