Bekhorot 35

Kapitel 35

א סבר לה כרבי יוסי הגלילי דאמר אפשר לצמצם בידי שמים וכל שכן בידי אדם
1 ist der Ansicht R. Jose des Galiläers, welcher sagt, wenn durch den Himmel, könne man präzisieren, und um so mehr, wenn durch Menschen.
ב נימא כתנאי נמצא מכוון בין שתי עיירות לא היו עורפין ר' אליעזר אומר שתיהן מביאות שתי עגלות מאי לאו בהא קמיפלגי דתנא קמא סבר אי אפשר לצמצם ורבי אליעזר סבר אפשר לצמצם
2 Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten. Findet man ihn genau zwischen zwei Städten, so hat das Genickbrechen nicht zu erfolgen. R. Elie͑zer sagt, beide bringen zwei Kälber. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, man könne nichtpräzisieren, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, man könne präzisieren. –
ג ותיסברא אי קסבר תנא קמא אי אפשר לצמצם אמאי לא היו עורפים יביאו עגלה אחת בשותפות ויתנו
3 Glaubst du: wieso hat, wenn der erste Autor der Ansicht ist, man könne nicht präzisieren, das Genickbrechen nicht zu erfolgen, sie sollten doch gemeinsam ein Kalb bringen und vereinbaren.
ד אלא להני תנאי דכולי עלמא אפשר לצמצם והכא בקרובה ולא קרובות קמיפלגי דתנא קמא סבר קרובה ולא קרובות ורבי אליעזר סבר קרובה ואפי' קרובות
4 Vielmehr sind nach diesen Autoren alle der Ansicht, man könne präzisieren, und hierbei streiten sie, ob dies nur von der nahen und nicht den nahen gilt. Der erste Autor ist der Ansicht, <i>die nahe,</i> nicht aber die nahen, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, <i>die nahe,</i> und auch die nahen. –
ה מאי הוי עלה אמר רב חייא בר אבין אמר רב עמרם תנא נמצא מכוון בין שתי עיירות ר' אליעזר אומר שתיהן מביאות שתי עגלות וחכמים אומרים יביאו עגלה אחת בשותפות ויתנו
5 Wie bleibt es damit? R. Ḥija b. Abin erwiderte im Namen R. A͑mrams: Es wird gelehrt: Findet man ihn genau zwischen zwei Städten, so müssen, wie R. Elie͑zer sagt, beide zwei Kälber bringen; die Weisen sagen, sie bringen gemeinsam ein Kalb und vereinbaren.
ו מאי קסברי רבנן אי קסברי רבנן דאפשר לצמצם וקרובה ואפי' קרובות לייתי תרתי ואי קרובה ולא קרובות אפי' חדא לא לייתי אלא לאו שמע מינה קסברי רבנן אי אפשר לצמצם ואפילו בידי אדם שמע מינה:
6 Welcher Ansicht sind die Rabbanan: sind die Rabbanan der Ansicht, man könne präzisieren, und dies gelte von der nahen und auch von den nahen, so sollten sie doch zwei bringen, und wenn von der nahen und nicht von den nahen, so sollten sie auch eines nichtbringen!? Wahrscheinlich sind die Rabbanan der Ansicht, man könne nicht präzisieren, selbst wenn durch Menschen. Schließe hieraus.
ז ר' טרפון אומר [הכהן] בורר לו את היפה: מאי טעמא דרבי טרפון קא סבר ההוא דבריא נפק ברישא:
7 R. T<small>RYPHON SAGT, DER</small> P<small>RIESTER SUCHE SICH DAS BESSERE AUS.</small> Was ist der Grund R. Tryphons? – Er ist der Ansicht, das kräftigere komme zuerst hervor.
ח ר' עקיבא אומר משמנין כו': אמר רבי חייא בר אבא אמר ר' יוחנן הכהן נוטל כחושה אמר ליה רבי חייא בר אבא לרבי יוחנן והא אנן משמנין ביניהן תנן אמר ליה עד דאכלת כפנייתא בבבל תרגימנא מסיפא
8 R. A͑<small>QIBA SAGT, MAN SCHÄTZE</small> &amp;<small>C</small>. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Priester erhält das magerere. R. Ḥija b. Abba sprach zu R. Joḥanan: Wir haben ja gelernt, daß sie unter sich schätzen!? Dieser erwiderte: Als du noch in Babylonien Holzdatteln aßest, erklärten wir dies bereits aus dem Schlußsatze,
ט דקתני סיפא מת אחד מהן רבי טרפון אומר יחלוקו ר' עקיבא אומר המוציא מחבירו עליו הראיה ואי סלקא דעתך משמנין ביניהן דכי הדדי פליגי הכי נמי ליפלגי גבי הדדי אלא מאי משמנין שומן יהא ביניהן דאמר ליה לכהן אייתי ראיה דבכור הוא ושקיל:
9 denn der Schlußsatz lehrt: Verendet eines von ihnen, so müssen sie, wie R. Tryphon sagt, teilen; R. A͑qiba sagt, wer vom andren fordert, habe den Beweis zu erbringen. Wenn man nun sagen wollte, ‘unter sich schätzen’ heiße, sie teilen gleichmäßig, so sollten sie auch hierbei untereinanderteilen!? Vielmehr ist unter ‘schätzen’ zu verstehen, sie haben über das fettereunter sich abzumachen. Er kann nämlich zum Priester sagen: bringe den Beweis, daß dieses das Erstgeborene ist, und nimm.
י והשני ירעה עד שיסתאב וחייב במתנות ורבי יוסי פוטר: מאי טעמא דרבי מאיר אמר ר' יוחנן הואיל וכהן בא עליו משני צדדין דאמר ליה אי בכור הוא כוליה דידי הוא אי לא בכור הוא הב לי מתנות מיניה
10 U<small>ND DAS ANDERE WEIDE, BIS ES EINEN</small> L<small>EIBESFEHLER BEKOMMT.</small> E<small>S IST ZU DEN</small> P<small>RIESTERGABEN PFLICHTIG; NACH</small> R. J<small>OSE ABER FREI.</small> Was ist der Grund R. Meírs? R. Joḥanan erwiderte: Weil der Priester an ihn von beiden Seiten herantreten kann, denn er kann zu ihm sagen: Ist es das Erstgeborene, so gehört es mir ganz, und ist es nicht das Erstgeborene, so gib mir davon die, Priestergaben. –
יא ור' יוסי מאי טעמא אמר רבא עשו שאינו זוכה כזוכה ואע"ג דלא מטא לידיה כמאן דמטא לידיה וזבניה לישראל במומיה
11 Was ist der Grund R. Joses? Raba erwiderte: Sie haben die, die noch nicht geeignet haben, denen gleichgestellt, die bereits geeignet haben. Obgleich es noch nicht in seine Handgekommen ist, ist es ebenso, als wäre es in seine Hand gekommen und hätte er es dem Jisraéliten fehlerbehaftet verkauft.
יב א"ר אלעזר הכל מודים בספק בכור שאין חליפין ביד כהן שחייב במתנות
12 R. Elea͑zar sagte: Alle stimmen überein über ein zweifelhaftes Erstgeborenes, von dem kein Eingetauschtes in der Hand des Priesters ist, daß es zu den Priestergaben pflichtig ist. –
יג הכל מודים מאן ר' יוסי פשיטא עד כאן לא קא פטר ר' יוסי התם אלא דחליפין ביד כהן דעשו שאינו זוכה כזוכה אבל אין חליפין ביד כהן לא
13 ‘Alle’, die übereinstimmen, ist wohl R. Jose, und dies ist ja selbstverständlich!? R. Jose befreit ja nur da, wo Eingetauschtes in der Hand des Priesters ist, weil sie die, die noch nicht geeignet haben, denen gleichgestellt haben, die bereits geeignet haben, nicht aber, wo kein Eingetauschtes in der Hand des Priesters ist. –
יד מהו דתימא טעמא דרבי יוסי דקסבר דאי מחייבת ליה במתנות אתי ליה לידי גיזה ועבודה אע"ג דאין חליפין ביד כהן קא משמע לן
14 Man könnte glauben, der Grund R. Joses sei, weil er der Ansicht ist, er könnte, wenn man ihn zu den Priestergaben verpflichten würde, es zur Schur und zur Arbeit verwenden, auch wenn kein Eingetauschtes in der Hand des Priesters ist, so lehrt er uns. –
טו ומי מצית אמרת הכי והתני סיפא שהיה רבי יוסי אומר
15 Wieso kannst du dies sagen, er lehrt ja im Schlußsatze: denn R. Jose sagt, wenn Eingetauschtes in der Hand des Priesters ist, sei es frei von den Priestergaben; nach R. Meír aber pflichtig.