Bekhorot 6

Kapitel 6

א הכי אמר רבי יוחנן אפי' מום קל והדתנן רחל שילדה מין עז ועז שילדה מין רחל פטורה מן הבכורה ואם יש בו מקצת סימנין חייב מום קבוע הוי לשחוט עליו
1 Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: selbst der geringste Leibesfehler. Wir haben gelernt: Wenn ein Schaf eine Art Ziege oder eine Ziege eine Art Schaf geworfen hat, so ist es erstgeburtsfrei; hat es irgendwelche Kennzeichen, so ist es pflichtig. Immerhin ist es ein bleibender Leibesfehler, um daraufhin geschlachtet zu werden. –
ב בשלמא מום קל קא משמע לן כדרב הונא ולאפוקי מדרב חסדא ורבא
2 Erklärlich ist dies vom geringen Leibesfehler, denn er lehrt uns wie R. Hona, um die Ansicht R. Ḥisdas und Rabas auszuschließen,
ג אלא מום קבוע מאי קא משמע לן דכיון דאישתני הוה ליה מומא תנינא ופיו דומה כשל חזיר הרי זה מום
3 was aber lehrt er uns da vom bleibenden Leibesfehler: wenn es anders ist, ist dies ja ein bleibender Leibesfehler, denn wir haben gelernt, wenn sein Maul dem eines Schweines gleicht, sei dies ein Leibesfehler!?
ד וכי תימא התם נשתנה בדבר שאין במינו קדוש בבכורה הכא נשתנה בדבר שבמינו קדוש בבכורה הא נמי תנינא עינו אחת גדולה ואחת קטנה
4 Wolltest du erwidern, da sei es eine Änderung in eine Art, wie sie hinsichtlich der Erstgeburt nicht heilig ist, hier aber sei es eine Änderung in eine Art, wie sie hinsichtlich der Erstgeburt heilig ist, so haben wir ja auch dies gelernt: ist ein Auge groß und eines klein,
ה ותנא גדולה גדולה כשל עגל וקטנה קטנה כשל אווז בשלמא קטנה כשל אווז אין במינו קדוש בבכורה אלא גדולה כשל עגל יש במינו קדוש בבכורה אלא לאו משום דאמרינן כיון דאישתני הוה ליה מומא
5 und es wird gelehrt: groß, so groß wie das eines Kalbes, klein, so klein wie das einer Gans. Allerdings ist, wenn es so klein ist wie das einer Gans, die Art nicht heilig hinsichtlich der Erstgeburt, wenn es aber so groß ist wie das eines Kalbes, ist ja die Art hinsichtlich der Erstgeburt heilig. Doch wohl deshalb, weil wir sagen, die Änderung sei ein Gebrechen. –
ו לא משום דהוה ליה שרוע הכי נמי מסתברא דתנן מומין אלו בין קבועין בין עוברין פוסלין יתר עליהן אדם עיניו שתיהן גדולות שתיהן קטנות
6 Nein, weil es ungleichmäßigist. – Dies ist auch einleuchtend, denn wir haben gelernt: Diese Leibesfehler, ob bleibend oder vorübergehend, machen untauglich. Noch mehr bei einem Menschen: wenn beide Augen groß oder beide Augen klein sind.
ז גבי אדם הוא דכתיב (ויקרא כב, ד) איש איש מזרע אהרן דבעינן איש שוה בזרעו של אהרן אבל בהמה שתיהן גדולות שתיהן קטנות נמי לא הוי מומא
7 Dies gilt nur von Menschen, denn es heißt: <i>jeder Mensch vom Samen Ahrons,</i> es muß ein Mensch sein, der dem Samen Ahrons gleicht, bei einem Vieh aber ist, wenn beide groß oder beide klein sind, dies kein Leibesfehler.
ח אחת גדולה ואחת קטנה מאי טעמא אי משום שינוי אפילו שתיהן גדולות שתיהן קטנות נמי אלא לאו משום דהוה ליה שרוע
8 Weshalb, wenn eines groß und eines klein: wenn wegen der Anomalie, so sollte dies auch von dem Falle gelten, wenn beide groß oder beide klein; doch wohl deshalb, weil es ungleichmäßig ist. –
ט לא לעולם אימא לך משום שינוי שינוי הוי מומא ודקא קשיא לך אפילו שתיהן גדולות שתיהן קטנות התם אי מחמת בריותא יתירא תרווייהו בעי למיברא אי מחמת כחישותא יתירא תרווייהו בעי מיכחש
9 Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, wegen der Anomalie, denn die Anomalie gilt als Leibesfehler; wenn du aber einwendest, dies sollte auch dann gelten, wenn beide groß oder beide klein, so sind sie entweder aus übermäßiger Kraft stark entwickelt oder aus übermäßiger Schwäche stark zurückgeblieben.
י ההיא גיורתא דהוו מסרין לה אחי חיותא לפטומה אתאי לקמיה דרבא אמר לה לית דחש לה להא דרבי יהודה דאמר שותפות עובד כוכבים חייבת בבכורה
10 Einst kam eine Proselytin, der ihre Brüder Vieh zur Mast übergaben, vor Raba, und er sprach zu ihr: Niemand achtet auf das, was R. Jehuda gesagt hat, daß man nämlich bei Beteiligung eines Nichtjuden erstgeburtspflichtig sei.
יא רב מרי בר רחל הויא ליה ההיא חיותא הוה מקנה לאודנייהו לעובד כוכבים ואסר להו בגיזה ועבודה ויהיב להו לכהנים וכלאי חיותא דרב מרי בר רחל
11 R. Mari, der Sohn Raḥels, hatte Vieh und übereignete die Ohren einem Nichtjuden, dennoch verbot er es zur Schur und Arbeit und gab es den Priestern. Und das Vieh R. Maris, des Sohnes Raḥels, ging zugrunde. –
יב וכי מאחר דאסר להו בגיזה ועבודה ויהיב להו לכהנים אמאי מקנה להו לאודנייהו לעובד כוכבים דלמא אתי בהו לידי תקלה אי הכי מאי טעמא כלו חיותא דרב מרי משום דמפקע להו מקדושתייהו
12 Wozu brauchte er, wenn er sie zur Schur und Arbeit verbot und sie Priestern gab, die Ohren einem Nichtjuden zu übereignen!? – Man könnte vielleicht zu einem Verstoße kommen. – Weshalb ging demnach das Vieh R. Maris zugrunde? – Weil er es ihrer Heiligkeit entzogen hatte. –
יג והאמר רב יהודה מותר לאדם להטיל מום בבכור קודם שיצא לאויר העולם התם מקדושת מזבח קא מפקע ליה מקדושת כהן לא מפקע ליה הכא אפי' מקדושת כהן קא מפקע ליה
13 R. Jehuda sagte ja aber, man dürfe dem Erstgeborenen, bevor es in den Weltraum gekommen ist, einen Leibesfehler beibringen!? – Da entzieht man es nur der Heiligkeit für den Altar, nicht aber der Heiligkeit für den Priester, hierbei entzieht man es auch der Heiligkeit für den Priester.
יד ואיבעית אימא רב מרי בר רחל ידע לאקנויי קנין גמור וחזי ליה איניש אחרינא ואזיל ועביד וסבר רב מרי מילתא הוא דעבד ואתי בה לידי תקלה:
14 Wenn du aber willst, sage ich, R. Mari, der Sohn Raḥels, achtete darauf, es vollständigzu übereignen; wer dies aber sieht, tut dies ebenfalls, denn er denkt, auch R. Mari, der Sohn Raḥels, tue dies, somit könnte man dadurch zu einem Verstoße kommen.
טו <big><strong>מתני׳</strong></big> כהנים ולוים פטורין מק"ו אם פטרו את של ישראל במדבר דין הוא שיפטרו את של עצמן:
15 <b>P</b><small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN SIND DAVON FREI, WAS</small> [<small>DURCH EINEN</small> S<small>CHLUSS</small>] <small>VOM</small> S<small>CHWEREREN AUF DAS</small> L<small>EICHTERE ZU FOLGERN IST: WENN SIE IN DER</small> W<small>ÜSTE DIE DER</small> J<small>ISRAÉLITEN BEFREIT</small><small>HABEN, UM WIEVIEL MEHR BEFREIEN SIE IHRE EIGENEN.</small>