Bekhorot 62

Kapitel 62

א <big><strong>גמ׳</strong></big> כל פסולי המוקדשין הנאתן להקדש אימת אילימא לאחר פדיונו הנאתן להקדש הנאתן דבעלים הוא
1 GEMARA. V<small>ON ALLEN UNTAUGLICH GEWORDENEN</small> O<small>PFERTIEREN GEHÖRT DIE</small> N<small>UTZNIESSUNG DEM</small> H<small>EILIGTUME.</small> Wann, wollte man sagen, nach der Auslösung, wieso gehört die Nutznießung dem Heiligtume, die Nutznießung gehört ja dem Eigentümer,
ב אלא לפני פדיונו נשחטין הא בעי העמדה והערכה
2 und wollte man sagen, vor der Auslösung, wieso werden sie geschlachtet, sie benötigen ja des Hinstellens und der Schätzung!?
ג הניחא למאן דאמר קדשי מזבח לא היו בכלל העמדה והערכה אלא למאן דאמר היו בכלל העמדה והערכה מאי איכא למימר
3 Allerdings nach demjenigen, der sagt, Heiliges des Altars sei in [der Vorschrift] des Hinstellens und des Schätzens nicht einbegriffen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei in [der Vorschrift] des Hinstellens und des Schätzens einbegriffen!? –
ד אלא לעולם לאחר פדיון ומאי הנאתן להקדש אדמעיקרא
4 Vielmehr, tatsächlich nach der Auslösung, und [die Worte] ‘gehört die Nutznießung dem Heiligtume’, beziehen sich auf vorher.
ה דכיון דשרי להו מר נמכרין באיטליז ונשחטין באיטליז ונשקלין בליטרא טפי ופריק מעיקרא:
5 Da der Meister sie im Scharren zu verkaufen, im Scharren zu schlachten und nach Litra auszuwiegen erlaubt hat, muß er von vornherein bei der Auslösung etwas hinzufügen.
ו חוץ מן הבכור ומן המעשר שהנייתן לבעלים: בשלמא בכור באיטליז הוא דלא מיזדבן הא בביתיה מיזדבן אלא מעשר בביתיה מי מיזדבן
6 A<small>USGENOMMEN DAS</small> E<small>RSTGEBORENE UND DER</small> Z<small>EHNT, DEREN</small> N<small>UTZNIESSUNG DEM</small> E<small>IGENTÜMER GEHÖRT.</small> Allerdings darf das Erstgeborene nur im Scharren nicht verkauft werden, wohl aber kann es daheim verkauft werden; aber darf denn der Zehnt daheim verkauft werden!?
ז והתניא בבכור נאמר (במדבר יח, יז) לא תפדה ונמכר חי במעשר נאמר (ויקרא כז, כ) לא יגאל ואינו נמכר לא חי ולא שחוט לא תם ולא בעל מום
7 Es wird nämlich gelehrt: Beim Erstgeborenen heißt es:<i>es soll nicht ausgelöst werden,</i> und es darf lebend verkauft werden; beim Zehnten heißt es: <i>es soll nicht losgekauft werden,</i> und es darf nicht verkauft werden, weder lebend noch geschlachtet, weder fehlerfrei noch fehlerbehaftet.
ח הא מילתא איקשיא ליה לרב ששת באורתא ושנייה בקדמותא מברייתא במעשר בהמה של יתומים עסקינן ומשום השבת אבידה נגעו בה
8 Dies war R. Šešeth abends schwierig, und morgens erklärte er es nach einer Barajtha. Hier handelt es sich um den Viehzehnten von Waisen, wobei der Schutz vor Verlust berührt worden ist.
ט רבי אידי סרסיה דרב ששת הוה שמעה מיניה אזל אמרה בי מדרשא ולא אמרה משמיה שמע רב ששת איקפד אמר מאן דעקיץ ליעקציה עקרבא ורב ששת מאי נפקא ליה מינה דאמר רב יהודה אמר רב מאי דכתיב (תהלים סא, ה) אגורה באהלך עולמים וכי איפשר לאדם לגור בשני עולמים
9 R. Idi war Famulus des R. Šešeth, und als er es hörte, ging er hin und berichtete es im Lehrhause, ohne es im Namen des R. Šešeth zu sagen. R. Šešeth aber nahm es übel und sprach: Wer [mich] stach, den steche ein Skorpion. – Wieso achtete R. Šešeth darauf? – R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es heißt: <i>ich will in deinem Zelte weltenlang wohnen</i>; kann ein Mensch denn in beiden Welten wohnen?
י אלא אמר דוד רבונו של עולם יאמרו דבר שמועה מפי בעולם הזה דאמר ר' יוחנן משום ר' שמעון בן יוחי כל תלמיד חכם שאומרים דבר שמועה מפיו בעולם הזה שפתותיו דובבות בקבר
10 Vielmehr sprach David: Herr der Welt, möge man doch eine Lehre in meinem Namen in dieser Welt vortragen. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wenn man eine Lehre im Namen eines [verstorbenen] Schriftgelehrten auf dieser Welt vorträgt, so murmeln seine Lippen im Grabe.
יא ואמר רבי יצחק בר זעירי מאי קראה (שיר השירים ז י) וחכך כיין הטוב הולך לדודי למישרים דובב שפתי ישנים ככומר של ענבים מה כומר של ענבים כיון דאדם נוגע בו דובב אף תלמידי חכמים כיון שאדם אומר דבר שמועה מפיו דובבות שפתיו בקבר
11 Hierzu sagte R. Jiçḥaq b. Zee͑ri: Hierauf deutet folgender Schriftvers:<i>und dein Gaumen wie köstlicher Wein, der meinem Geliebten glatt hinunterfließt, er läßt murmeln die Lippen der Schlafenden.</i> Gleich einem Traubenhaufen; wie ein Traubenhaufen, sobald man mit dem Finger daran tippt, sofort zischt, ebenso die Schriftgelehrten, sobald man eine Lehre in ihrem Namen auf dieser Welt vorträgt, murmeln ihre Lippen im Grabe. –
יב מאי ברייתא דתניא מעשר בהמה של יתומים מוכרין אותו ומעשר בהמה ששחטו מבליעו בעורו בחלבו ובגידו ובקרניו
12 Was ist dies für eine Barajtha? – Es wird gelehrt: Den Viehzehnten von Waisen verkaufe man, und wenn man den Viehzehnten geschlachtet hat, kalkuliere man ein [den Erlös in den Erlös] für Haut, Fett, Sehnen und Hörner. –
יג מאי קאמר אמר אביי הכי קאמר מעשר בהמה של יתומים מוכרין אותו בהבלעה
13 Wie ist dies zu verstehen? Abajje erwiderte: Dies ist wie folgt zu verstehen: Den Viehzehnten der Waisen verkaufe man, indem man [das Fleisch] einkalkuliert. –
יד מכלל דגדול בהבלעה לא מאי שנא מהא דתניא הלוקח לולב מחבירו בשביעית נותן לו אתרוג במתנה לפי שאינו רשאי ללוקחו בשביעית
14 Demnach darf ein Erwachsener es nicht, auch nicht bei einer Einkalkulierung; aber womit ist es hierbei anders als bei folgender Lehre: Wenn jemand von seinem Nächsten im Siebentjahre einen Feststrauß kauft, so gebe dieser ihm den Etrog als Geschenk, weil man ihn im Siebentjahre nicht kaufen darf.
טו והוינן בה לא רצה ליתן לו במתנה מאי ואמר רב הונא מבליע לו דמי אתרוג בלולב
15 Und auf unsre Frage, wie es denn sei, wenn er ihn ihm nicht als Geschenk geben will, erwiderte R. Hona, er kalkuliere ihm den Preis für den Etrog in den des Feststraußes ein!? –
טז התם לא מוכחא מילתא הכא מוכחא מילתא
16 Da ist es nicht ersichtlich, hierbei aberist es ersichtlich.
יז אמר רבא א"כ מעשר בהמה תרי זמני למה לי אלא אמר רבא הכי קאמר מעשר בהמה של יתומים מוכרין אותו כדרכו ומעשר בהמה דגדול ששחטו מבליעו בעורו בחלבו בגידו ובקרניו
17 Raba sprach: Wieso heißt es demnachzweimal Viehzehnten!? Vielmehr, erwiderte Raba, meint er es wie folgt: Den Viehzehnten von Waisen verkaufe man auf gewöhnliche Weise, wenn man aber den Viehzehnten von Erwachsenen geschlachtet hat, kalkuliere man ein [den Erlös in den Erlös] für Haut, Fett, Sehnen und Hörner.
יח אמר רבא מנא אמינא לה דכתיב (ויקרא כז, לג) והיה הוא ותמורתו יהיה קודש לא יגאל
18 Raba sagte: Dies entnehme ich aus folgendem Schriftverse:<i>so soll es und das Eingetauschte heilig sein, es soll nicht losgekauft werden.</i>
יט אימתי עושה תמורה מחיים אימתי אינו נגאל מחיים הא לאחר שחיטה נגאל ורבנן ההוא דגזרו לאחר שחיטה אטו לפני שחיטה
19 Der Tausch erfolgt lebend, nicht losgekauft werden darf es lebend; nach dem Schlachten aber darf es losgekauft werden, nur haben die Rabbanan es auch nach dem Schlachten verboten mit Rücksicht auf [die Lösung] vor dem Schlachten.
כ דבר הנישום מחיים גזור רבנן לאחר שחיטה אטו לפני שחיטה
20 Bei dem, was lebend geschätztwird, haben die Rabbanan es verboten nach dem Schlachten mit Rücksicht auf [die Lösung] vor dem Schlachten,