Berakhot 100

Kapitel 100

א ולא אמרן אלא דלא אקדימו הנך ואזמון עלייהו בדוכתייהו אבל אזמון עלייהו בדוכתייהו פרח זימון מינייהו
1 Dies nur, wenn jene sie nicht vorher an ihrem Platze zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet haben, haben jene sie aber zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet, so ist die Pflicht des gemeinsamen Tischsegens von ihnen gewichen.
ב אמר רבא מנא אמינא לה דתנן מטה שנגנבה חציה או שאבדה חציה או שחלקוה אחין או שותפין טהורה החזירוה מקבלת טומאה מכאן ולהבא
2 Raba sagte: Dies entnehme ich aus dem, was wir gelernt haben: Ein Bett, dessen Hälfte gestohlen wurde, dessen Hälfte verloren ging, oder das Brüder oder Teilhaber geteilt haben, ist rein, setzt man es wieder zusammen, so ist es fortan verunreinigungsfähig.
ג מכאן ולהבא אין למפרע לא אלמא כיון דפלגוה פרח לה טומאה מינה ה"נ כיון דאזמון עלייהו פרח זימון מינייהו:
3 Nur fortan, rückwirkend aber nicht. Demnach weicht die Unreinheit davon, sobald man es teilt, ebenso ist es hierbei: sobald man sie zum gemeinsamen Tischsegen schon mitgezählt hat, ist von ihnen die Pflicht zum gemeinsamen Tischsegen gewichen.
ד ב' חבורות וכו': תנא אם יש שמש ביניהם שמש מצרפן:
4 W<small>ENN ZWEI</small> G<small>ESELLSCHAFTEN</small> &amp;<small>C</small>. Es wird gelehrt: Haben sie einen gemeinschaftlichen Tischdiener, so vereinigt sie der Tischdiener.
ה אין מברכין על היין: ת"ר יין עד שלא נתן לתוכו מים אין מברכין עליו ב"פ הגפן אלא בורא פרי העץ ונוטלין ממנו לידים משנתן לתוכו מים מברכין עליו בורא פרי הגפן ואין נוטלין ממנו לידים דברי ר"א וחכ"א בין כך ובין כך מברכין עליו ב"פ הגפן ואין נוטלין הימנו לידים
5 M<small>AN SPRECHE DEN</small> S<small>EGEN ÜBER DEN</small> W<small>EIN NICHT EHER</small> &amp;<small>C.</small> Die Rabbanan lehrten: Über Wein, in den man noch kein Wasser getan hat, spreche man nicht [den Segen] ‘Der die Rebenfrucht erschafft’, sondern ‘der die Baumfrucht erschafft’, auch darf man damit die Hände waschen; sobald man darin Wasser getan hat, spreche man über ihn [den Segen] ‘Der die Rebenfrucht erschafft’, auch darf man damit nicht die Hände waschen – so R. Elie͑zer. Die Weisen sagen, ob so oder so spreche man über ihn [den Segen] ‘Der die Rebenfrucht erschafft’, auch wasche man damit nicht die Hände.
ו כמאן אזלא הא דאמר שמואל עושה אדם כל צרכיו בפת כמאן כר' אליעזר
6 Mit wem übereinstimmend ist das, was Šemuél gesagt hat, daß man nämlich das Brot zu jeglichem Gebrauche verwenden dürfe? – mit wem? – mit R. Elie͑zer.
ז א"ר יוסי ברבי חנינא מודים חכמים לר"א בכוס של ברכה שאין מברכין עליו עד שיתן לתוכו מים מ"ט אמר רב אושעיא בעינן מצוה מן המובחר
7 R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Die Weisen pflichten R. Elie͑zer bei, daß man über den Becher des Tischsegens nicht eher den Tischsegen spreche, als bis man darin Wasser getan hat. – Aus welchem Grunde? R. Oša͑ja erwiderte: Bei einem Gebote ist das Beste erforderlich. –
ח ורבנן למאי חזי א"ר זירא חזי לקורייטי
8 Wofür ist er nach den Rabbanan verwendbar? – Er kann mit Karyotis verwendet werden.
ט ת"ר ד' דברים נאמרו בפת אין מניחין בשר חי על הפת ואין מעבירין כוס מלא על הפת ואין זורקין את הפת ואין סומכין את הקערה בפת
9 Die Rabbanan lehrten: Viererlei wurde von Brot gelehrt: Man lege auf Brot kein rohes Fleisch, man führe über Brot keinen vollen Becher, man werfe Brot nicht, und man stütze mit Brot nicht die Schüssel.
י אמימר ומר זוטרא ורב אשי כרכו ריפתא בהדי הדדי אייתי לקמייהו תמרי ורמוני שקל מר זוטרא פתק לקמיה דרב אשי דסתנא א"ל לא סבר לה מר להא דתניא אין זורקין את האוכלין ההיא בפת תניא והתניא כשם שאין זורקין את הפת כך אין זורקין את האוכלין א"ל והתניא אף על פי שאין זורקין את הפת אבל זורקין את האוכלין
10 Arnemar, Mar Zutra und R. Aši speisten zusammen, und man setzte ihnen Datteln und Granatäpfel vor. Da nahm Mar Zutra [eine Portion] und warf sie R. Aši zu. Dieser sprach zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was gelehrt wird, daß man nämlich keine Speise werfe!? – Das wurde vom Brote gelehrt. – Es wird ja aber gelehrt, wie man kein Brot werfen darf, dürfe man auch keine [anderen] Speisen werfen!? Jener erwiderte: Es wird aber [entgegengesetzt] gelehrt: obgleich man kein Brot werfen darf, so dürfe man dennoch [andere] Speisen werfen.
יא אלא לא קשיא הא במידי דממאיס הא במידי דלא ממאיס
11 Vielmehr ist dies kein Widerspruch; das eine gilt von Dingen, die unappetitlich werden, das andere von Dingen, die nicht unappetitlich werden.
יב ת"ר ממשיכין יין בצנורות לפני חתן ולפני כלה וזורקין לפניהם קליות ואגוזים בימות החמה אבל לא בימות הגשמים אבל לא גלוסקאות לא בימות החמה ולא בימות הגשמים:
12 Die Rabbanan lehrten: Man lasse vor dem Bräutigam und der Braut Wein in Röhren fließen, und im Sommer werfe man vor ihnen Rostähren und Nüsse, jedoch nicht in der Regenzeit; nicht aber darf man Backwerk werfen, weder im Sommer noch in der Regenzeit.
יג א"ר רב יהודה שכח והכניס אוכלין לתוך פיו בלא ברכה מסלקן לצד א' ומברך
13 R. Jehuda sagte: Hat jemand versehentlich Speisen ohne Segensspruch in seinen Mund getan, so schiebe er sie in eine Seite und spreche den Segen.
יד תניא חדא בולען ותניא אידך פולטן ותניא אידך מסלקן
14 Eines lehrt, man schlucke herunter, ein Anderes lehrt, man spucke aus, und ein Drittes lehrt, man schiebe es in eine Seite!? –
טו ל"ק הא דתניא בולען במשקין והא דתניא פולטן במידי דלא ממאיס והא דתניא מסלקן במידי דממאיס
15 Das ist kein Widerspruch; was gelehrt wird, man schlucke herunter, bezieht sich auf Getränke; was gelehrt wird, man spucke aus, bezieht sich auf Dinge, die nicht unappetitlich werden, und was gelehrt wird, man schiebe es in eine Seite, bezieht sich auf Dinge, die unappetitlich werden. –