Berakhot 99

Kapitel 99

א אף ברכו ומ"מ נברך עדיף דאמר רב אדא בר אהבה אמרי בי רב תנינא ו' נחלקין עד י'
1 auch ‘preiset’, besser aber, ‘wir wollen preisen’. R. Ada b. Ahaba sagte nämlich im Namen der Schule Rabhs: Es wird gelehrt: Sechs bis zehn dürfen sich trennen.
ב אי אמרת בשלמא נברך עדיף מש"ה נחלקין אלא א"א ברכו עדיף אמאי נחלקין אלא לאו ש"מ נברך עדיף ש"מ
2 Erklärlich ist es, daß sie sich trennen dürfen, wenn du sagst, ‘wir wollen preisen’ sei vorzuziehen, wieso aber dürfen sie sich trennen, wenn du sagst, ‘preiset’ sei vorzuziehen!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß ‘wir wollen preisen’ vorzuziehen ist. Schließe hieraus.
ג תניא נמי הכי בין שאמר ברכו בין שאמר נברך אין תופסין אותו על כך והנקדנין תופסין אותו על כך ומברכותיו של אדם ניכר אם ת"ח הוא אם לאו כיצד רבי אומר ובטובו הרי זה ת"ח ומטובו ה"ז בור
3 Ebenso wird gelehrt: Einerlei, ob er ‘preiset’ gesagt hat, oder er ‘wir wollen preisen’ gesagt hat; man behellige ihn deswegen nicht; die Wortklauber aber behelligen jemanden deswegen. An den Segenssprüchen eines Menschen ist auch zu erkennen, ob er ein Schriftgelehrter ist oder nicht. Wieso? Rabbi sagte: [Sagt jemand] ‘durch seine Güte’, so ist es ein Schriftgelehrter, wenn ‘von seiner Güte’, so ist es ein Unwissender.
ד א"ל אביי לרב דימי והכתיב (ש"ב ז, כט) ומברכתך יברך (את) בית עבדך לעולם בשאלה שאני בשאלה נמי הכתיב (תהלים פא, יא) הרחב פיך ואמלאהו ההוא בד"ת כתיב
4 Abajje sprach zu R. Dimi: Es heißt: <i>und von deinem Segen werde das Haus deines Knechtes ewig gesegnet</i>!? – Anders ist es bei einer Bitte. – Auch bei einer Bitte heißt es ja: <i>öffne deinen Mund, daß ich ihn fülle</i>!? – Dies bezieht sich auf Worte der Tora.
ה תניא רבי אומר בטובו חיינו הרי זה ת"ח חיים הרי זה בור נהרבלאי מתני איפכא ולית הלכתא כנהרבלאי
5 Es wird gelehrt: Rabbi sagte: [Sagt jemand] ‘durch seine Güte leben wir’, so ist es ein Schriftgelehrter, wenn ‘leben sie’, so ist es ein Unwissender. Die Neharbelaenser lehren es entgegengesetzt. Die Halakha ist aber nicht wie die Neharbelaenser.
ו אמר רבי יוחנן נברך שאכלנו משלו הרי זה ת"ח למי שאכלנו משלו הרי זה בור
6 R. Joḥanan sagte: [Sagt jemand] ‘wir wollen preisen, dessen wir gegessen haben’, so ist es ein Schriftgelehrter; wenn ‘den, dessen wir gegessen haben’, so ist es ein Unwissender.
ז אמר ליה רב אחא בריה דרבא לרב אשי והא אמרינן למי שעשה לאבותינו ולנו את כל הנסים האלו א"ל התם מוכחא מילתא מאן עביד ניסי קודשא ב"ה
7 R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Wir sagen ja: ‘den, der unseren Vätern und uns allen diese Wunder vollbracht hat’!? Dieser erwiderte: Hier ist es ja deutlich, daß nur der Heilige, gepriesen sei er, es ist, der die Wunder vollbringt.
ח א"ר יוחנן ברוך שאכלנו משלו הרי זה ת"ח על המזון שאכלנו הרי זה בור
8 R. Joḥanan sagte: [Sagt jemand] ‘gepriesen sei er, dessen wir gegessen haben’, so ist es ein Schriftgelehrter, wenn ‘für die Speise, die wir gegessen haben’, so ist es ein Unwissender.
ט א"ר הונא בריה דרב יהושע לא אמרן אלא בג' דליכא שם שמים אבל בעשרה דאיכא שם שמים מוכחא מילתא כדתנן כענין שהוא מברך כך עונין אחריו ברוך ה' אלהי ישראל אלהי הצבאות יושב הכרובים על המזון שאכלנו:
9 R. Hona, der Sohn R. Jehošua͑s, sagte: Dies nur bei drei, wo der Name Gottes nicht genannt wird, bei zehn aber, wo der Name Gottes genannt wird, ist es deutlich, wie wir ja gelernt haben: Wie er die Preisung spricht, so antworten sie: ‘Gepriesen sei der Herr, der Gott Jisraéls, der Gott der Heerscharen, der über den Kherubim thront, für die Speise, die wir gegessen haben.’
י אחד עשרה ואחד עשרה רבוא: הא גופא קשיא אמרת אחד עשרה ואחד עשרה רבוא אלמא כי הדדי נינהו והדר קתני במאה אומר באלף אומר ברבוא אומר
10 E<small>INERLEI OB ZEHN ODER ZEHN</small> M<small>YRIADEN.</small> Dies widerspricht sich ja selbst; zuerst sagst du: einerlei ob zehn oder zehn Myriaden, wonach es einerlei ist, nachher aber lehrt er: wenn hundert, spreche er [so], wenn tausend, spreche er [so], wenn eine Myriade, spreche er [so]!?
יא אמר רב יוסף לא קשיא הא ר' יוסי הגלילי הא ר"ע דתנן ר' יוסי הגלילי אומר לפי רוב הקהל הם מברכין שנאמר (תהלים סח, כז) במקהלות ברכו אלהים:
11 R. Joseph erwiderte: Das ist kein Widerspruch; dies nach R. Jose dem Galiläer, jenes nach R. A͑qiba. Es wird nämlich gelehrt: R. Jose der Galiläer sagt, er spreche die Preisung gemäß der Menge der Gesellschaft, denn es heißt: <i>in Gesellschaften preiset Gott</i>
יב אר"ע מה מצינו בבית הכנסת וכו': ור"ע האי קרא דרבי יוסי הגלילי מאי עביד ליה מיבעי ליה לכדתניא היה ר' מאיר אומר מנין שאפי' עוברין שבמעי אמן אמרו שירה על הים שנאמר במקהלות ברכו אלהים ה' ממקור ישראל ואידך ממקור נפקא
12 R. <small>A͑QIBA SAGTE</small>: W<small>IE WIR ES IM</small> B<small>ETHAUSE FINDEN &amp;C</small>. Wofür verwendet R. A͑qiba den von R. Jose dem Galiläer angezogenen Schriftvers? – Diesen verwendet er für folgende Lehre: R. Meír sagte: Woher, daß sogar Kinder im Mutterleibe am Meere den Lobgesang gesungen haben? – es heißt: <i>in Versammlungen preiset Gott</i>, <i>den Herrn, ihr aus der Quelle Jisraéls.</i> – Und jener!? – Er folgert dies aus [dem Worte] <i>Quelle.</i>
יג אמר רבא הלכה כר"ע רבינא ורב חמא בר בוזי אקלעו לבי ריש גלותא קם רב חמא וקא מהדר אבי מאה א"ל רבינא לא צריכת הכי אמר רבא הלכה כר"ע
13 Raba sagte: Die Halakha ist wie R. A͑qiba. Als einst Rabina und R. Ḥama b. Buzi beim Exilarchen waren, stand R. Ḥama auf und suchte nach hundert; da sprach Rabina zu ihm: Das ist nicht nötig; so sagte Raba: Die Halakha ist wie R. A͑qiba.
יד אמר רבא כי אכלינן רפתא בי ריש גלותא מברכינן ג' ג' וליברכו י' י' שמע ריש גלותא ואיקפד וניפקו בברכתא דריש גלותא איידי דאוושו כ"ע לא שמעי
14 Raba erzählte: Als wir beim Exilarchen speisten, pflegten wir je drei den Tischsegen zu sprechen. – Sollten sie je zehn sprechen!? – Der Exilarch könnte es hören und übel nehmen. – Sollten sie sich ihrer Pflicht mit dem Tischsegen des Exilarchen entledigen!? – Da alle [Tischgenossen] laut antworteten, hörte man nicht.
טו אמר רבה תוספאה הני ג' דכרכי רפתא בהדי הדדי וקדים חד מינייהו ובריך לדעתיה אינון נפקין בזמון דידיה איהו לא נפיק בזמון דידהו לפי שאין זמון למפרע:
15 Rabba Tosphaáh sagte: Wenn drei zusammen gespeist haben, und einer von ihnen zuerst fertig wurde und den Tischsegen für sich gesprochen hat, so entledigen sich jene ihrer Pflicht zum gemeinsamen Tischsegen durch ihn, er aber entledigt sich nicht seiner Pflicht zum gemeinsamen Tischsegen durch sie, weil es rückwärts keinen Zusammenschluß gibt.
טז ר' ישמעאל אומר: רפרם בר פפא איקלע לבי כנישתא דאבי גיבר קם קרא בספרא ואמר ברכו את ה' ואשתיק ולא אמר המבורך אוושו כ"ע ברכו את ה' המבורך אמר רבא פתיא אוכמא בהדי פלוגתא למה לך ועוד הא נהוג עלמא כרבי ישמעאל:
16 R. J<small>ISMA͑ÉL SAGT.</small> Raphram b. Papa war im Bethause des Abi Gibar; da stand er auf und las in der Schrift und sprach: ‘Preiset den Herrn’. Dann brach er ab und setzte nicht fort: ‘den Vielgepriesenen’. Das Publikum antwortete: ‘Preiset den Herrn, den Vielgepriesenen’. Da rief Raba: Schwarzer Topf, warum mischest du dich in einen Streit? Außerdem verfährt ja die ganze Welt nach R. Jišma͑él.
יז <big><strong>מתני׳</strong></big> ג' שאכלו כאחת אינן רשאין ליחלק וכן ד' וכן חמשה ו' נחלקין עד עשרה ועשרה אין נחלקין עד כ'
17 <b>W</b><small>ENN DREI ZUSAMMEN GEGESSEN HABEN, SO DÜRFEN SIE SICH NICHT TRENNEN, EBENSO VIER, EBENSO FÜNF; SECHS BIS ZEHN DÜRFEN SICH TRENNEN, ZEHN ABER DÜRFEN SICH NICHT TRENNEN, BIS SIE ZWANZIG SIND</small>.
יח שתי חבורות שהיו אוכלות בבית אחד בזמן שמקצתן רואין אלו את אלו הרי אלו מצטרפין לזמון ואם לאו אלו מזמנין לעצמן ואלו מזמנין לעצמן
18 W<small>ENN ZWEI</small> G<small>ESELLSCHAFTEN IN EINEM</small> R<small>AUME SPEISEN, SO VEREINIGEN SIE SICH ZUM</small> G<small>EMEINSAMEN</small> T<small>ISCHSEGEN, FALLS SIE SICH TEILWEISE GEGENSEITIG SEHEN KÖNNEN; WENN ABER NICHT, SO SPRECHEN DIESE DEN GEMEINSAMEN</small> T<small>ISCHSEGEN FÜR SICH, UND JENE SPRECHEN DEN GEMEINSAMEN</small> T<small>ISCHSEGEN FÜR SICH</small>.
יט אין מברכין על היין עד שיתן לתוכו מים דברי ר' אליעזר וחכ"א מברכין:
19 M<small>AN SPRECHE DEN</small> S<small>EGEN ÜBER DEN WEIN NICHT EHER, ALS BIS MAN</small> W<small>ASSER</small> <small>HINEINGETAN HAT</small> – <small>SO</small> R. E<small>LIE͑ZER; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, MAN SPRECHE WOHL</small>.
כ <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי קמ"ל תנינא חדא זימנא ג' שאכלו כאחת חייבין לזמן
20 GEMARA. Was lehrt er uns da, wir haben ja bereits gelernt, daß, wenn drei zusammen gespeist haben, sie verpflichtet sind, den Tischsegen gemeinsam zu sprechen!? –
כא הא קמ"ל כי הא דאמר רבי אבא אמר שמואל ג' שישבו לאכול כאחת ועדיין לא אכלו אינן רשאין ליחלק
21 Er lehrt uns das, was R. Abba im Namen Šemuéls gesagt hat: Wenn drei sich zusammen zum Essen hingesetzt und noch nicht gegessen haben, so dürfen sie sich nicht mehr trennen.
כב ל"א אמר רבי אבא אמר שמואל הכי קתני ג' שישבו לאכול כאחת אע"פ שכל אחד ואחד אוכל מככרו אינן רשאין ליחלק אי נמי כי הא דרב הונא דאמר רב הונא ג' שבאו מג' חבורות אינן רשאין ליחלק
22 Eine andere Lesart: R. Abba sagt im Namen Šemuéls: Folgendes lehrt er: Wenn drei sich zusammen zum Essen hingesetzt haben, so dürfen sie, auch wenn jeder seinen eigenen Laib ißt, sich nicht mehr trennen. Oder das, was R. Hona gesagt hat, denn R. Hona sagte: Wenn drei aus drei verschiedenen Tischgesellschaften zusammengekommen sind, so dürfen sie sich nicht mehr trennen.
כג אמר רב חסדא והוא שבאו מג' חבורות של ג' בני אדם
23 R. Ḥisda sagte: Dies nur, wenn sie aus drei Tischgesellschaften von je drei Personen gekommen sind.
כד אמר רבא
24 Raba sagte: