Berakhot 27

Kapitel 27

א ובפרקים שואל מפני הכבוד ומשיב שלום לכל אדם
1 und an den Absätzen aus Ehrerbietung grüßen und jedermann seinen Gruß erwidern.
ב תניא נמי הכי הקורא את שמע ופגע בו רבו או גדול הימנו בפרקים שואל מפני הכבוד וא"צ לומר שהוא משיב ובאמצע שואל מפני היראה ואצ"ל שהוא משיב דברי ר' מאיר ר' יהודה אומר באמצע שואל מפני היראה ומשיב מפני הכבוד ובפרקים שואל מפני הכבוד ומשיב שלום לכל אדם
2 Desgleichen wird gelehrt: Wenn jemand das Šema͑ liest, und sein Lehrer oder ein vornehmer Mann ihm begegnet, so darf er ihn an den Absätzen aus Ehrerbietung grüßen und selbstverständlich seinen Gruß erwidern; in der Mitte aber darf man nur aus Furcht grüßen und selbstverständlich den Gruß erwidern – so R. Meír. R. Jehuda sagt, in der Mitte dürfe man aus Furcht grüßen und aus Ehrerbietung den Gruß erwidern, an den Absätzen aber dürfe man aus Ehrerbietung grüßen und jedermann seinen Gruß erwidern.
ג בעא מיניה אחי תנא דבי רבי חייא מרבי חייא בהלל ובמגילה מהו שיפסיק אמרינן ק"ו ק"ש דאורייתא פוסק הלל דרבנן מבעיא או דלמא פרסומי ניסא עדיף
3 Aḥi, ein Schüler der Schule R. Ḥijas, fragte R. Ḥija: Darf man das Lesen des Lobliedes und der Esterrolle [durch einen Gruß] unterbrechen? Sagen wir, es sei [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn man das Šema͑, ein Gebot der Tora, unterbrechen darf, um so mehr das Loblied, das rabbanitisch ist, oder ist das Bekanntmachen der Wundertaten bedeutender?
ד א"ל פוסק ואין בכך כלום אמר רבה ימים שהיחיד גומר בהן את ההלל בין פרק לפרק פוסק באמצע הפרק אינו פוסק וימים שאין היחיד גומר בהן את ההלל אפי' באמצע הפרק פוסק
4 Jener erwiderte: Man unterbreche es, es ist nichts dabei. Rabba lehrte: An den Tagen, an denen man das ganze Loblied liest, darf man zwischen den Absätzen unterbrechen, nicht aber darf man in der Mitte des Absatzes unterbrechen; an den Tagen aber, an denen man nicht das ganze Loblied liest, darf man auch in der Mitte unterbrechen. –
ה איני והא רב בר שבא איקלע לגביה דרבינא וימים שאין היחיד גומר את ההלל הוה ולא פסיק ליה
5 Dem ist ja nicht so, einst traf ja Rabh b. Šaba bei Rabina ein, es war gerade an den Tagen, an denen man nicht das ganze Loblied liest, und dieser unterbrach nicht!? –
ו שאני רב בר שבא דלא חשיב עליה דרבינא:
6 Anders verhielt es sich bei Rabh b. Šaba, den Rabina nicht würdigte.
ז בעי מיניה אשיאן תנא דבי ר' אמי מר' אמי השרוי בתענית מהו שיטעום אכילה ושתיה קביל עליה והא ליכא או דילמא הנאה קביל עליה והא איכא
7 Ašjan, ein Schüler der Schule R. Amis, fragte R. Ami: Darf der Fastende [eine Speise] kosten? Hat er nur dem Essen und Trinken entsagt, und dies ist es nicht, oder hat er dem Genüsse entsagt, und dies ist es?
ח א"ל טועם ואין בכך כלום תניא נמי הכי מטעמת אינה טעונה ברכה והשרוי בתענית טועם ואין בכך כלום
8 Dieser erwiderte: Er darf kosten, es ist nichts dabei. Desgleichen wird gelehrt: Die Kostende braucht keinen Segen zu sprechen; der Fastende darf kosten, es ist nichts dabei. –
ט עד כמה
9 Wieviel? –
י ר' אמי ור' אסי טעמי עד שיעור רביעתא:
10 R. Ami und R. Asi kosteten bis zum Quantum eines Viertellog.
יא אמר רב כל הנותן שלום לחבירו קודם שיתפלל כאלו עשאו במה שנאמר (ישעיהו ב, כב) חדלו לכם מן האדם אשר נשמה באפו כי במה נחשב הוא אל תקרי במה אלא במה
11 Rabh sagte: Wenn jemand seinen Nächsten grüßt, bevor er gebetet, so ist es ebenso, als hätte er ihn zur Opferstätte gemacht, denn es heißt: <i>lasset ab von dem Menschen, dem ein Odem in der Nase, denn wofür wird er geachtet</i>, und man lese nicht <i>bamme</i> [wofür], sondern <i>Bama</i> [Opferstätte].
יב ושמואל אמר במה חשבתו לזה ולא לאלוה
12 Šemuél erklärte: Wofür hast du diesen und nicht Gott geachtet.
יג מתיב רב ששת בפרקים שואל מפני הכבוד ומשיב
13 R. Šešeth wandte ein: An den Absätzen darf man aus Ehrerbietung grüßen und den Gruß erwidern!?
יד תרגמה ר' אבא במשכים לפתחו
14 R. Abba erklärte dies: Wenn er ihm morgens [den Gruß] zur Tür bringt.
טו (א"ר יונה א"ר זירא כל העושה חפציו קודם שיתפלל כאלו בנה במה א"ל במה אמרת א"ל לא אסור קא אמינא
15 R. Jona sagte im Namen R. Zeras: Wenn jemand seine Geschäfte verrichtet, bevor er gebetet, so ist es ebenso, als hätte er eine Opferstätte errichtet. Man sprach zu ihm: Du sagst eine Opferstätte! Dieser erwiderte: Nein, ich meine, daß es verboten sei.
טז וכדרב אידי בר אבין ד) אמר רב אידי בר אבין אמר רב יצחק בר אשיאן אסור לו לאדם לעשות חפציו קודם שיתפלל שנאמר (תהלים פה, יד) צדק לפניו יהלך וישם לדרך פעמיו
16 Dies nach R. Idi b. Abin, denn R. Idi b. Abin sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Asjan: Man darf seine Geschäfte nicht verrichten, bevor man gebetet, denn es heißt: <i>Rechtschaffenheit gehe vor ihm einher, und er lenke seine Schritte zum Wege</i>.
יז ואמר רב אידי בר אבין אמר רב יצחק בר אשיאן כל המתפלל ואח"כ יוצא לדרך הקב"ה עושה לו חפציו שנאמר צדק לפניו יהלך וישם לדרך פעמיו:
17 Ferner sagte R. Idi b. Abin im Namen des R. Jiçḥaq b. Asjan: Wer vorher betet und erst nachher seine Reise antritt, dem erfüllt der Heilige, gepriesen sei er, seine Wünsche, denn es heißt: <i>Rechtschaffenheit gehe vor ihm einher, und er lenke seine Schritte zum Wege</i>.
יח (ו)א"ר יונה א"ר זירא כל הלן שבעת ימים בלא חלום נקרא רע שנאמר (משלי יט, כג) ושבע ילין בל יפקד רע אל תקרי שבע אלא שבע
18 Ferner sagte R. Jona im Namen R. Zeras: Wer sieben Tage ohne Traum übernachtet, heißt ein Böser, denn es heißt: <i>Wer gesättigt übernachtet, ohne bedacht zu werden, ein Böser</i>, und man lese nicht <i>sabea͑ [gesättigt]</i>, sondern <i>šeba͑ [sieben]</i>.
יט א"ל רב אחא בריה דרבי חייא בר אבא הכי א"ר חייא א"ר יוחנן כל המשביע עצמו מדברי תורה ולן אין מבשרין אותו בשורות רעות שנאמר ושבע ילין בל יפקד רע:
19 R. Aḥa, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sprach zu ihm: Folgendes sagte R. Ḥija im Namen R. Joḥanans: Wer sich vorher mit Worten der Tora sättigt und dann übernachtet, dem verkündet man keine schlechten Botschaften, denn es heißt: <i>wer gesättigt übernachtet, wird mit Bösem nicht bedacht</i>.
כ אלו הן בין הפרקים וכו':
20 F<small>OLGENDE</small> [S<small>TELLEN</small>] <small>SIND</small> A<small>BSÄTZE</small> &amp;<small>C</small>.
כא א"ר אבהו א"ר יוחנן הלכה כר' יהודה דאמר בין אלהיכם לאמת ויציב לא יפסיק א"ר אבהו א"ר יוחנן מאי טעמיה דרבי יהודה דכתיב
21 R. Abahu sagte im Namen des R. Joḥanan: Die Halakha ist wie R. Jehuda, der lehrt, man unterbreche nicht zwischen den Worten <i>euer Gott</i> <i>und Wahr und feststehend</i>. R. Abahu sagte im Namen des R. Joḥanan: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt: