Berakhot 32

Kapitel 32

א אי הכי מאי איריא הכונס את הבתולה אפי' כונס את האלמנה נמי
1 Wieso demnach nur derjenige, der eine Jungfrau ehelicht, es sollte doch auch von dem gelten, der eine Witwe ehelicht!? –
ב הכא טריד והכא לא טריד
2 Jener ist zerstreut, dieser aber nicht. –
ג אי משום טרדא אפילו טבעה ספינתו בים נמי אלמה אמר רבי אבא בר זבדא אמר רב אבל חייב בכל מצות האמורות בתורה חוץ מן התפילין שהרי נאמר בהן פאר שנאמר (יחזקאל כד, יז) פארך חבוש עליך וגו'
3 Wenn es von der Zerstreuung abhängt, sollte auch der [befreit sein], dessen Schiff im Meere unterging!? Wieso sagte R. Abba b. Zabda im Namen Rabhs, der Leidtragende sei zu allen in der Tora genannten Geboten verpflichtet, mit Ausnahme der Tephillin, weil es von ihnen Kopfschmuck heißt, denn es heißt: <i>lege dir deinen Kopfschmuck an &amp;c.</i>!?
ד אמרי התם טרדא דרשות הכא טרדא דמצוה:
4 Ich will dir sagen: da ist er durch Freigestelltes zerstreut, hier aber durch die Ausübung eines Gebotes.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> רחץ לילה הראשון שמתה אשתו אמרו לו תלמידיו למדתנו רבינו שאבל אסור לרחוץ אמר להם איני כשאר בני אדם אסטניס אני
5 <b>A</b><small>1S ER IN DER ERSTEN</small> N<small>ACHT, NACHDEM SEINE</small> F<small>RAU GESTORBEN WAR, BADETE, SPRACHEN SEINE</small> S<small>CHÜLER ZU IHM</small>: M<small>EISTER, DU HAST UNS JA GELEHRT, DER</small> L<small>EIDTRAGENDE DÜRFE NICHT BADEN</small>. E<small>R ERWIDERTE IHNEN</small>: I<small>CH GLEICHE NICHT ANDEREN</small> M<small>ENSCHEN, ICH BIN VERWEICHLICHT</small>.
ו וכשמת טבי עבדו קבל עליו תנחומין אמרו לו תלמידיו למדתנו רבינו שאין מקבלין תנחומין על העבדים אמר להם אין טבי עבדי כשאר כל העבדים כשר היה
6 A<small>LS SEIN</small> S<small>KLAVE</small> Ṭ<small>ABI GESTORBEN WAR, UND ER</small> B<small>EILEIDSBEZEUGUNGEN ENTGEGENNAHM, SPRACHEN SEINE</small> S<small>CHÜLER ZU IHM</small>: M<small>EISTER, DU HAST UNS JA GELEHRT, MAN NEHME KEINE</small> B<small>EILEIDSBEZEUGUNGEN ÜBER</small> [<small>DEN</small> T<small>OD VON</small>] S<small>KLAVEN ENTGEGEN</small>.E<small>R ERWIDERTE IHNEN</small>: M<small>EIN</small> S<small>KLAVE</small> Ṭ<small>ABI GLICH NICHT ALL DEN ANDEREN</small> S<small>KLAVEN, ER WAR TUGENDHAFT</small>.
ז חתן אם רוצה לקרות קרית שמע לילה הראשון קורא רבן שמעון בן גמליאל אומר לא כל הרוצה ליטול את השם יטול:
7 D<small>ER</small> B<small>RÄUTIGAM DARF, FALLS ER WILL, AUCH IN DER ERSTEN</small> N<small>ACHT DAS</small> Š<small>EMA͑ LESEN</small>. R. <small>ŠIMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL ABER SAGT, NIGHT EIN JEDER, DER SICH DEN</small> R<small>UF</small> <small>BEILEGEN WILL, DARF IHN SICH BEILEGEN</small>.
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> מ"ט דרבן (שמעון בן) גמליאל קסבר אנינות לילה דרבנן דכתיב (עמוס ח, י) ואחריתה כיום מר ובמקום אסטניס לא גזרו ביה רבנן:
8 GEMARA. Er ist demnach der Ansicht, die Trauer während der [folgenden] Nacht sei nur rabbanitisch, denn es heißt: <i>und ihr Ende, wie ein Tag des Trauerns</i>; für einen Verweichlichten aber haben die Rabbanan dies nicht angeordnet.
ט וכשמת טבי עבדו וכו':
9 A<small>LS SEIN</small> S<small>KLAVE</small> Ṭ<small>ABI GESTORBEN WAR</small> &amp;<small>C</small>.
י ת"ר עבדים ושפחות אין עומדין עליהם בשורה ואין אומרים עליהם ברכת אבלים ותנחומי אבלים
10 Die Rabbanan lehrten: Wegen Sklaven und Sklavinnen stellt man sich nicht in einer Reihe auf, auch spricht man ihretwegen nicht den Segensspruch der Leidtragenden und die Trostworte für Leidtragende.
יא מעשה ומתה שפחתו של רבי אליעזר נכנסו תלמידיו לנחמו כיון שראה אותם עלה לעלייה ועלו אחריו נכנס לאנפילון נכנסו אחריו נכנס לטרקלין נכנסו אחריו אמר להם כמדומה אני שאתם נכוים בפושרים עכשיו אי אתם נכוים אפילו בחמי חמין לא כך שניתי לכם עבדים ושפחות אין עומדין עליהם בשורה ואין אומרים עליהם ברכת אבלים ולא תנחומי אבלים אלא מה אומרים עליהם כשם שאומרים לו לאדם על שורו ועל חמורו שמתו המקום ימלא לך חסרונך כך אומרים לו על עבדו ועל שפחתו המקום ימלא לך חסרונך
11 Als einst R. Elie͑zer seine Sklavin starb, traten seine Schüler ein, ihn zu trösten. Als er sie sah, ging er in den Söller, und sie folgten ihm; er trat in das Vorzimmer, und sie folgten ihm; er trat in den Saal, und sie folgten ihm. Da sprach er zu ihnen: Ich glaubte, ihr würdet euch mit lauem Wasser verbrühen, nun aber verbrüht ihr euch nicht einmal mit kochend heißem Wasser. Habe ich euch nicht wie folgt gelehrt: Wegen Sklaven und Sklavinnen stellt man sich nicht in einer Reihe auf, auch spricht man ihretwegen nicht den Segensspruch der Leidtragenden und die Trostworte für Leidtragende. Vielmehr, wie man zu einem, wenn ihm ein Ochs oder ein Esel verendet ist, sagt: Gott möge dir deinen Schaden ersetzen, so auch sage man zu ihm wegen seines Sklaven oder seiner Sklavin: Gott möge dir deinen Schaden ersetzen.
יב תניא אידך עבדים ושפחות אין מספידין אותן ר' יוסי אומר אם עבד כשר הוא אומרים עליו הוי איש טוב ונאמן ונהנה מיגיעו אמרו לו אם כן מה הנחת לכשרים:
12 Ein Anderes lehrt: Über Sklaven und Sklavinnen halte man keine Trauerrede. R. Jose sagt, war es ein tugendhafter Sklave, so sage man über ihn: Wehe, der gute, treue Mann, der von seiner Mühe genossen! Man entgegnete ihm: Was läßt du demnach für die Freigeborenen!?
יג ת"ר אין קורין אבות אלא לשלשה ואין קורין אמהות אלא לארבע
13 Die Rabbanan lehrten: Man nennt niemand anders Väter als die drei; man nennt niemand anders Mütter als die vier.
יד אבות מאי טעמא אילימא משום דלא ידעינן אי מראובן קא אתינן אי משמעון קא אתינן אי הכי אמהות נמי לא ידעינן אי מרחל קא אתינן אי מלאה קא אתינן אלא עד הכא חשיבי טפי לא חשיבי
14 Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil wir nicht wissen, ob wir von Reúben oder von Šimo͑n abstammen, so wissen wir ja auch bei den Müttern nicht, ob wir von Raḥel oder von Leá abstammen!? – Vielmehr, (bis auf) diese sind (es) die ausgezeichneten, weiter aber nicht mehr.
טו תניא אידך עבדים ושפחות אין קורין אותם אבא פלוני ואמא פלונית ושל ר"ג היו קורים אותם אבא פלוני ואמא פלונית
15 Ein Anderes lehrt: Sklaven und Sklavinnen nenne man nicht Vater so und so, oder Mutter so und so; die des R. Gamliél nannte man wohl Vater so und so und Mutter so und so.
טז מעשה לסתור משום דחשיבי:
16 Eine Tatsache zur Widerlegung!? – Weil sie geachtet waren.
יז א"ר אלעזר מאי דכתיב (תהלים סג, ה) כן אברכך בחיי בשמך אשא כפי כן אברכך בחיי זו ק"ש בשמך אשא כפי זו תפלה ואם עושה כן עליו הכתוב אומר (תהלים סג, ו) כמו חלב ודשן תשבע נפשי ולא עוד אלא שנוחל שני עולמים העוה"ז והעולם הבא שנאמר (תהלים סג, ו) ושפתי רננות יהלל פי:
17 R. Elea͑zar sagte: Es heißt: <i>so will ich dich lebenslänglich preisen, bei deinem Namen, meine Hände erheben. So will ich dich lebenslänglich preisen</i>, das ist das Šema͑lesen; <i>bei deinem Namen meine Hände erheben</i>, das ist das Gebet. Wenn man so handelt, so spricht der Schriftvers über ihn: <i>wie mit Fett und Mark ist meine Seele gesättigt</i>. Und nicht nur dies, er erbt auch beide Welten, diese Welt und die zukünftige Welt, denn es heißt: <i>mit Lippen der Lobgesänge preiset mein Mund</i>.
יח ר' אלעזר בתר דמסיים צלותיה אמר הכי יהי רצון מלפניך ה' אלהינו שתשכן בפורינו אהבה ואחוה ושלום וריעות ותרבה גבולנו בתלמידים ותצליח סופנו אחרית ותקוה ותשים חלקנו בגן עדן ותקננו בחבר טוב ויצר טוב בעולמך ונשכים ונמצא יחול לבבנו ליראה את שמך ותבא לפניך קורת נפשנו לטובה.
18 Wenn R. Elea͑zar sein Gebet beendete, pflegte er folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du uns in unserem Lose Liebe, Brüderschaft, Frieden und Freundschaft angedeihen lassest, daß du unsere Grenze mit Schülern erweiterst, daß du unser Ende mit Erfolg und Hoffnung gelingen lassest, daß du unseren Anteil in das Paradies setzest, daß du uns in deiner Welt mit gutem Umgange und mit gutem Triebe rüstest, daß wir aufstehen und das Verlangen unseres Herzens finden, deinen Namen zu fürchten, und daß vor dich unser Seelenwunsch zum Guten komme.
יט רבי יוחנן בתר דמסיים צלותיה אמר הכי יהי רצון מלפניך ה' אלהינו שתציץ בבשתנו ותביט ברעתנו ותתלבש ברחמיך ותתכסה בעזך ותתעטף בחסידותך ותתאזר בחנינותך ותבא לפניך מדת טובך וענותנותך.
19 Wenn R. Joḥanan sein Gebet beendete, pflegte er folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du auf unsere Schmach blickest und auf unser Elend schauest, daß du dich mit deiner Barmherzigkeit bekleidest und mit deiner Macht bedeckest, dich in deine Liebe hüllest und mit deiner Gnade umgürtest; so möge doch deine Eigenschaft der Güte und der Sanftmut vor dich treten.
כ ר' זירא בתר דמסיים צלותיה אמר הכי יהי רצון מלפניך ה' אלהינו שלא נחטא ולא נבוש ולא נכלם מאבותינו
20 Wenn R. Zera sein Gebet beendete, pflegte er folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß wir nicht sündigen und uns nicht vor unseren Vätern schämen und zu Schanden werden.
כא ר' חייא בתר דמצלי אמר הכי יהי רצון מלפניך ה' אלהינו שתהא תורתך אומנותנו ואל ידוה לבנו ואל יחשכו עינינו.
21 R. Ḥija pflegte, nachdem er gebetet, folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß deine Tora unsere Beschäftigung sei, und das unser Herz nicht betrübt und unsere Augen nicht verdunkelt werden.
כב רב בתר צלותיה אמר הכי יהי רצון מלפניך ה' אלהינו שתתן לנו חיים ארוכים חיים של שלום חיים של טובה חיים של ברכה חיים של פרנסה חיים של חלוץ עצמות חיים שיש בהם יראת חטא חיים שאין בהם בושה וכלימה חיים של עושר וכבוד חיים שתהא בנו אהבת תורה ויראת שמים חיים שתמלא לנו את כל משאלות לבנו לטובה.
22 Rabh pflegte nach seinem Gebete folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du uns ein langes Leben gibst; ein Leben des Friedens, ein Leben der Güte, ein Leben des Segens, ein Leben des Erwerbs, ein Leben der Körperkraft, ein Leben, in dem Sündenscheu sei, ein Leben ohne Schande und Schmach, ein Leben des Reichtums und der Ehre, ein Leben, in dem die Liebe zur Tora und Gottesfurcht in uns sei, ein Leben, in dem du uns alle unsere Herzenswünsche zum Guten erfüllest.
כג רבי בתר צלותיה אמר הכי יהי רצון מלפניך ה' אלהינו ואלהי אבותינו שתצילנו מעזי פנים ומעזות פנים מאדם רע ומפגע רע מיצר רע מחבר רע משכן רע ומשטן המשחית ומדין קשה ומבעל דין קשה בין שהוא בן ברית בין שאינו בן ברית
23 Rabbi pflegte nach seinem Gebete folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott und Gott unserer Väter, daß du mich schützest vor Frechlingen und vor Frechheit, vor einem bösen Menschen und bösem Ereignis, vor dem bösen Trieb, vor schlechtem Umgange, vor einem bösen Nachbar, vor dem verderbenden Satan, vor strengem Gericht und vor einem hartherzigen Prozeßgegner, sei er Glaubensgenosse oder sei er kein Glaubensgenosse.
כד ואע"ג דקיימי קצוצי עליה דרבי.
24 Obgleich Rabbi von Bedienten umgeben war.
כה רב ספרא בתר צלותיה אמר הכי יהי רצון מלפניך ה' אלהינו שתשים שלום
25 R. Saphra pflegte nach seinem Gebete folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du Frieden stiftest