Berakhot 37

Kapitel 37

א ואי ס"ד דלא ידעי כי אמר להו מאי הוי אלא מאי דידעי למה לי' למימר להו לאחזוקי ליה טיבותא למשה
1 Welchen Sinn hätte es, wenn man sagen wollte, sie wissen von nichts, daß er es ihnen sagt!? – Wozu brauchte er, wenn sie es wissen, es ihnen zu sagen!? – Damit sie Moše dankbar seien.
ב אמר רבי יצחק כל המספר אחרי המת כאלו מספר אחרי האבן איכא דאמרי דלא ידעי ואיכא דאמרי דידעי ולא איכפת להו
2 R. Jiçḥaq sagte: Wenn man dem Toten Böses nachsagt, so ist es ebenso, als sagte man einem Steine nach. Manche erklären, weil sie es nicht wissen, und manche erklären, weil ihnen, obgleich sie es wissen, daran nichts liegt. –
ג איני והא אמר רב פפא חד אישתעי מילתא בתריה דמר שמואל ונפל קניא מטללא ובזעא לארנקא דמוחיה
3 Dem ist ja aber nicht so, R. Papa erzählte einst etwas über Mar Šemuél, und eine Stange fiel vom Dach und spaltete ihm die Hirnschale!? –
ד שאני צורבא מרבנן דקודשא בריך הוא תבע ביקריה
4 Anders ist es bei einem Gelehrten; der Heilige, gepriesen sei er, nimmt sich seiner Ehre an.
ה אמר רבי יהושע בן לוי כל המספר אחר מטתן של תלמידי חכמים נופל בגיהנם שנא' (תהלים קכה, ה) והמטים עקלקלותם יוליכם ה' את פועלי האון שלום על ישראל אפילו בשעה ששלום על ישראל יוליכם ה' את פועלי האון
5 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer Schriftgelehrten hinter ihrer Bahre nachredet, verfällt dem Fegefeuer, denn es heißt: <i>die auf krummen Wegen</i> <i>wandeln, wird der Herr mit den Übeltätern wegführen; Friede über Jisraél</i>; auch wenn Friede über Jisraél, wird der Herr sie mit den Übeltätern wegführen.
ו תנא דבי ר' ישמעאל אם ראית תלמיד חכם שעבר עבירה בלילה אל תהרהר אחריו ביום שמא עשה תשובה שמא סלקא דעתך אלא ודאי עשה תשובה והני מילי בדברים שבגופו אבל בממונא עד דמהדר למריה:
6 In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Hast du einen Schriftgelehrten nachts eine Sünde begehen sehen, denke über ihn tags nicht nach, er hat vielleicht Buße getan. – ‘Vielleicht’, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, er hat sicher Buße getan. Dieses gilt jedoch nur von persönlichen Angelegenheiten, bei Geldangelegenheiten aber, erst wenn er dem Eigentümer zurückerstattet hat.
ז ואמר ר' יהושע בן לוי בכ"ד מקומות בית דין מנדי' על כבוד הרב וכולן שנינו במשנתנו אמר ליה ר' אלעזר היכא אמר ליה לכי תשכח
7 Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: An vierundzwanzig Stellen [wird erwähnt], daß der Gerichtshof wegen Ehrverletzung eines Gelehrten den Bann verhänge; von diesen allen haben wir in unserer Mišna gelernt. R. Elea͑zar sprach zu ihm: Wo? Jener erwiderte: Finde es.
ח נפק דק ואשכח תלת המזלזל בנטילת ידים והמספר אחר מטתן של תלמידי חכמי' והמגיס דעתו כלפי מעלה
8 Als er fortging und nachforschte, fand er drei: Wenn man das Händewaschen geringschätzig vernachlässigt, wenn man Schriftgelehrten hinter ihrer Bahre nachredet, und wenn man gegen oben hochmütig ist. –
ט המספר אחר מטתן של תלמידי חכמים מאי היא דתנן הוא היה אומר אין משקין לא את הגיורת ולא את המשוחררת וחכמים אומרים משקין ואמרו לו מעשה בכרכמית שפחה משוחררת בירושלים והשקוה שמעיה ואבטליון ואמר להם דוגמא השקוה ונדוהו ומת בנדויו וסקלו בית דין את ארונו
9 Welches Bewenden hat es mit der Nachrede hinter der Bahre eines Schriftgelehrten? – Wir haben gelernt: Er sagte: Man lasse weder die Proselytin, noch die freigelassene Sklavin [das Fluchwasser] trinken; die Weisen aber sagen, man lasse sie wohl trinken. Sie sprachen zu ihm: Einst geschah es ja, daß Šema͑ja und Ptollion die Karkemith, eine Sklavin in Jerušalem, [das Fluchwasser] trinken ließen!? Er erwiderte ihnen: Ähnliche haben trinken lassen. Da taten sie ihn in den Bann, und da er im Banne starb, ließ das Gericht seinen Sarg mit Steinen bewerfen. –
י והמזלזל בנטילת ידים מאי היא דתנן א"ר יהודה חס ושלום שעקביא בן מהללאל נתנדה שאין עזרה ננעלת על כל אדם בישראל בחכמה ובטהרה וביראת חטא כעקביא בן מהללאל אלא את מי נדו את אלעזר בן חנוך שפקפק בנטילת ידים וכשמת שלחו בית דין והניחו אבן גדולה על ארונו ללמדך שכל המתנדה ומת בנדויו ב"ד סוקלין את ארונו
10 Welches Bewenden hat es mit der geringschätzigen Vernachlässigung des Händewaschens? – Wir haben gelernt: R. Jehuda sprach: Behüte und bewahre, daß Äqabja b. Mahalalél in den Bann getan worden sei, denn unter allen Männern Jisraéls, hinter denen der Tempelhof geschlossen wurde, gab es keinen, der A͑qabja b. Mahalalél in Weisheit, Reinheit und Sündenscheu gliche; in den Bann getan haben sie vielmehr den Elea͑zar b. Ḥanokh, der [am Gesetze des] Händewaschens rüttelte. Als er starb, ließ das Gericht einen großen Stein auf seinen Sarg legen. Dies lehrt dich, daß, wenn jemand in den Bann getan wird und im Banne stirbt, das Gericht seinen Sarg mit Steinen bewerfe. –
יא המגיס דעתו כלפי מעלה מאי היא דתנן שלח לו שמעון בן שטח לחוני המעגל צריך אתה להתנדות ואלמלא חוני אתה גוזרני עליך נדוי אבל מה אעשה שאתה מתחטא לפני המקום ועושה לך רצונך כבן שמתחטא לפני אביו ועושה לו רצונו ועליך הכתוב אומר (משלי כג, כה) ישמח אביך ואמך ותגל יולדתך
11 Welches Bewenden hat es mit dem Hochmut gegen oben? – Wir haben gelernt: Šimo͑n b. Šataḥ ließ Ḥoni dem Kreiszeichner sagen: Eigentlich solltest du in den Bann getan werden, und wärest du nicht Ḥoni, würde ich auch über dich den Bann verhängt haben; was aber soll ich machen, wo du gegen Gott ungezogen bist, und er dir doch deinen Willen tut, wie ein Kind gegen seinen Vater ungezogen ist, und er ihm dennoch seinen Willen tut. Über dich spricht die Schrift: <i>freuen</i> – <i>mögen sich dein Vater und deine Mutter, frohlocken deine Gebärerin</i>. –
יב ותו ליכא והא איכא דתני רב יוסף תודוס איש רומי הנהיג את בני רומי להאכילן גדיים מקולסין בלילי פסחים שלח ליה שמעון בן שטח אלמלא תודוס אתה גוזרני עליך נדוי שאתה מאכיל את ישראל קדשים בחוץ
12 Mehr etwa nicht, es gibt ja noch folgende Lehre R. Josephs!? Theodos aus Rom führte in der Gemeinde Roms ein, an den Pesaḥabenden ausgerüstete Ziegenböcke zu essen. Da ließ man ihm sagen: Wärest du nicht Theodos, so würden wir über dich den Bann verhängt haben, weil du Jisraél außerhalb [Jerušalems] Geheiligtes zu essen veranlaßtest. –
יג במשנתנו קאמרינן והא ברייתא היא
13 Wir sprechen von in unserer Mišna [genannten Fällen], dies hingegen ist eine Barajtha. –
יד ובמתני' ליכא והא איכא הא דתנן חתכו חוליות ונתן חול בין חוליא לחוליא ר' אליעזר מטהר וחכמים מטמאים וזהו תנורו של עכנאי
14 Gibt es denn in der Mišna keine mehr, es gibt ja noch folgende Lehre: Hat man ihn in Ringe geschnitten und zwischen die Ringe Sand getan, so ist er nach R. Elie͑zer nicht verunreinigungsfähig und nach den Weisen verunreinigungsfähig; das ist ein Schlangenofen. –
טו מאי עכנאי אמר רב יהודה אמר שמואל מלמד שהקיפוהו הלכות כעכנאי זה וטמאוהו
15 Weshalb [heißt er] Schlangenofen? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Weil man ihn gleich einer Schlange mit Halakhoth umringt hat. Schließlich erklärten sie ihn als verunreinigungsfähig.
טז ותניא אותו היום הביאו כל טהרות שטיהר ר"א ושרפום לפניו ולבסוף ברכוהו
16 Hierzu wird gelehrt: An jenem Tage brachte man alles Reingesprochene, was R. Elie͑zer reingesprochen hatte, und verbrannte es vor ihm im Feuer, und endlich tat man ihn in den Bann. –
יז אפילו הכי נדוי במתני' לא תנן אלא בכ"ד מקומות היכא משכחת לה ר' יהושע בן לוי מדמה מילתא למילתא ור' אלעזר לא מדמה מילתא למילתא:
17 Vom Banne jedoch steht in der Mišna nichts. – Wo findet man die vierundzwanzig Stellen? – R. Jehošua͑ b. Levi vergleicht einen Fall mit dem anderen, R. Elea͑zar vergleicht nicht einen Fall mit dem anderen.
יח נושאי המטה וחלופיהן: ת"ר אין מוציאין את המת סמוך לק"ש ואם התחילו אין מפסיקין איני והא רב יוסף אפקוהו סמוך לק"ש אדם חשוב שאני:
18 V<small>ON DEN</small> T<small>RÄGERN DER</small> B<small>AHRE, IHREN</small> A<small>BLÖSERN</small>. Die Rabbanan lehrten: Man führe den Toten nicht kurz vor dem Šema͑lesen hinaus, hat man aber damit angefangen, so unterbreche man nicht. – Dem ist ja aber nicht so, den R. Joseph hat man ja kurz vor dem Šema͑lesen hinausgeführt!? – Anders ist es bei einem bedeutenden Manne.
יט שלפני המטה ושלאחר המטה: ת"ר העוסקים בהספד בזמן שהמת מוטל לפניהם נשמטין אחד אחד וקורין אין המת מוטל לפניהם הן יושבין וקורין והוא יושב ודומם הם עומדים ומתפללין והוא עומד ומצדיק עליו את הדין ואומר רבון העולמים הרבה חטאתי לפניך ולא נפרעת ממני אחד מני אלף יהי רצון מלפניך ה' אלהינו שתגדור פרצותינו ופרצות כל עמך בית ישראל ברחמים
19 D<small>IE VOR DER</small> B<small>AHRE UND DIE HINTER DER</small> B<small>AHRE</small>. Die Rabbanan lehrten: Die sich mit der Trauer befassen, ziehen sich, solange der Tote vor ihnen liegt, einzeln zurück und lesen, er aber sitze und schweige. Sie stehen auf und beten, er aber stehe auf und erkenne die Strafe an. Er spreche: Herr des Weltalls, viel habe ich vor dir gesündigt, und du hast es mir nicht um ein Tausendstel heimgezahlt; möge es doch dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du unsere Risse und die Risse deines ganzen Volkes, des Hauses Jisraél, erbarmungsvoll verzäunest!
כ אמר אביי לא מבעי ליה לאינש למימר הכי דארשב"ל וכן תנא משמיה דרבי יוסי לעולם אל יפתח אדם פיו לשטן
20 Abajje sagte: Man spreche nicht so, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, auch wurde es im Namen R. Joses gelehrt: Nimmer öffne der Mensch seinen Mund vor dem Satan.
כא ואמר רב יוסף מאי קראה שנאמר (ישעיהו א, ט) כמעט כסדום היינו מאי אהדר להו נביא שמעו דבר ה' קציני סדום:
21 R. Joseph sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers: <i>fast wären wir wie Sedom</i>; und der Prophet erwiderte ihnen: <i>höret das Wort des Herrn, Fürsten Sedoms</i>.
כב קברו את המת וחזרו וכו': אם יכולים להתחיל ולגמור את כולה אין אבל פרק אחד או פסוק אחד לא ורמינהו קברו את המת וחזרו אם יכולין להתחיל ולגמור אפילו פרק אחד או פסוק אחד
22 S<small>OBALD SIE DEN</small> T<small>OTEN BESTATTET HABEN UND ZURÜCKGEKEHRT</small> &amp;<small>C</small>. Nur wenn sie es anfangen und ganz beenden können, nicht aber, wenn nur einen Absatz oder einen Vers; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn sie den Toten bestattet haben und zurückgekehrt sind, wenn sie anfangen und beenden können, auch nur einen Absatz oder einen Vers!? –
כג הכי נמי קאמר אם יכולין להתחיל ולגמור אפי' פרק אחד או אפילו פסוק אחד עד שלא יגיעו לשורה יתחילו ואם לאו לא יתחילו
23 So meint er es auch: wenn sie anfangen und beenden können, nämlich auch nur einen Absatz oder einen Vers, bevor sie noch in die Reihe kommen, müssen sie anfangen, wenn aber nicht, so fangen sie nicht an.