Berakhot 38

Kapitel 38

א העומדים בשורה וכו': ת"ר שורה הרואה פנימה פטורה ושאינה רואה פנימה חייבת רבי יהודה אומר הבאים מחמת האבל פטורין מחמת עצמן חייבין:
1 V<small>ON DEN IN DER</small> R<small>EIHE</small> S<small>TEHENDEN</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Die Reihe, die das Innere sieht, ist befreit, und die das Innere nicht sieht, ist verpflichtet; R. Jehuda sagt, die wegen des Leidtragenden kommen, sind befreit, die um ihrer selbst willen, sind verpflichtet.
ב אמר רב יהודה אמר רב המוצא כלאים בבגדו פושטן אפי' בשוק מ"ט (משלי כא, ל) אין חכמה ואין תבונה ואין עצה לנגד ה' כ"מ שיש חלול השם אין חולקין כבוד לרב
2 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer in seinem Gewände Mischgewebe findet, lege es ab, selbst auf offener Straße. Denn es heißt: <i>keine Weisheit, keine Einsicht and keinen Ausweg wider den Herrn</i>; wenn der [Gottes]name entweiht wird, erweise man auch einem Lehrer keine Ehre.
ג מתיבי קברו את המת וחזרו ולפניהם ב' דרכים אחת טהורה ואחת טמאה בא בטהורה באין עמו בטהורה בא בטמאה באין עמו בטמאה משום כבודו אמאי לימא אין חכמה ואין תבונה לנגד ה'
3 Man wandte ein: Wenn sie den Toten bestattet haben und umkehren, und zwei Wege vor sich haben, einen reinen und einen unreinen, so gehen sie, wenn [der Leidtragende] den reinen geht, mit ihm den reinen, und wenn er den unreinen geht, mit ihm den unreinen, ihm zu Ehren. Warum denn, man sollte doch sagen: <i>keine Weisheit, keine Einsicht wider den Herrn</i>!? –
ד תרגמה רבי אבא בבית הפרס דרבנן
4 R. Abba bezieht dies auf einen Gräberpflug, der nur rabbanitisch [verunreinigend] ist.
ה דאמר רב יהודה אמר שמואל מנפח אדם בית הפרס והולך ואמר רב יהודה בר אשי משמיה דרב בית הפרס שנדש טהור
5 R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Man darf auf einem Gräberpfluge [die Erde] wegblasen und weitergehen. Ferner sagte R. Jehuda b. Aši im Namen Rabhs: Ein ausgetretener Gräberpflug ist rein. –
ו ת"ש דאמר ר' אלעזר בר צדוק מדלגין היינו על גבי ארונות של מתים לקראת מלכי ישראל ולא לקראת מלכי ישראל בלבד אמרו אלא אפי' לקראת מלכי עכו"ם שאם יזכה יבחין בין מלכי ישראל למלכי עכו"ם אמאי לימא אין חכמה ואין תבונה ואין עצה לנגד ה'
6 Komm und höre: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Wir sind, jisraélitische Könige [zu sehen], über Särge gesprungen. Und nicht nur bei jisraélitischen Königen erlaubten sie es, sondern auch bei Königen der weltlichen Völker, damit man, wenn es einem beschieden ist, zwischen jisraélitischen Königen und Königen der weltlichen Völker unterscheiden könne. Warum denn, man sollte doch sagen: <i>keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn</i>!? –
ז כדרבא דאמר רבא דבר תורה אהל כל שיש בו חלל טפח חוצץ בפני הטומאה ושאין בו חלל טפח אינו חוצץ בפני הטומאה
7 Dies nach Raba, denn Raba sagte, nach der Tora sei ein Zelt, das eine Höhlung von Faustgröße hat, eine Schutzwand gegen die Unreinheit, und das keine Höhlung von Faustgröße hat, keine Schutzwand gegen die Unreinheit.
ח ורוב ארונות יש בהן חלל טפח וגזרו על שיש בהן משום שאין בהן ומשום כבוד מלכים לא גזרו בהו רבנן
8 Die meisten Särge haben zwar eine Höhlung von Faustgröße, trotzdem haben die Rabbanan über die, die sie haben, wegen derer, die sie nicht haben, [Unreinheit] verhängt. Wenn aber die Ehrung von Königen zu berücksichtigen ist, haben die Rabbanan es nicht angeordnet. –
ט ת"ש גדול כבוד הבריות שדוחה [את] לא תעשה שבתורה
9 Komm und höre: Groß ist die Ehre der Menschen, daß sie sogar ein Verbot der Tora verdrängt.
י ואמאי לימא אין חכמה ואין תבונה ואין עצה לנגד ה' תרגמה רב בר שבא קמיה דרב כהנא בלאו (דברים יז, יא) דלא תסור אחיכו עליה לאו דלא תסור דאורייתא היא
10 Warum denn, man sollte doch sagen: <i>keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn</i>!? – Rabh b. Šaba bezog dies vor R. Kahana auf das Verbot: <i>du sollst nicht abweichen</i>. Man lachte über ihn: auch das Verbot: <i>du sollst nicht abweichen</i>, ist ja aus der Tora!?
יא אמר רב כהנא גברא רבה אמר מילתא לא תחיכו עליה כל מילי דרבנן אסמכינהו על לאו דלא תסור ומשום כבודו שרו רבנן
11 Da sprach R. Kahana: Ein großer Mann hat etwas gesprochen, spottet seiner nicht; alle Verordnungen der Rabbanan haben sie durch das Verbot: <i>du sollst nicht abweichen</i>, gestützt, wo aber Ehre zu berücksichtigen ist, haben die Rabbanan es erlaubt. –
יב ת"ש (דברים כב, א) והתעלמת מהם פעמים שאתה מתעלם מהם ופעמים שאין אתה מתעלם מהם
12 Komm und höre: <i>Du darfst dich ihrer entziehen</i>; bisweilen darfst du dich ihrer entziehen, bisweilen darfst du dich ihrer nicht entziehen.
יג הא כיצד אם היה כהן והיא בבית הקברות או היה זקן ואינה לפי כבודו או שהיתה מלאכתו מרובה משל חברו לכך נאמר והתעלמת אמאי לימא אין חכמה ואין תבונה ואין עצה לנגד ה'
13 Zum Beispiel: wenn er Priester ist, und jenes sich auf einem Begräbnisplatze befindet, oder er ein vornehmer Mann ist, und es seiner Ehre nicht ziemend, oder wenn dadurch sein Verlust größer sein würde als der seines Nächsten. Diesbezüglich heißt es: <i>du darfst dich ihrer entziehen</i>. Warum denn, man sollte doch sagen: <i>keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn</i>!? –
יד שאני התם דכתיב והתעלמת מהם וליגמר מינה איסורא מממונא לא ילפינן
14 Anders dort, da es ja heißt: <i>du darfst dich ihrer entziehen</i>. – Folgere man doch hieraus!? – Wir folgern nicht von Geldangelegenheiten auf Verbote. –
טו ת"ש
15 Komm und <i>höre</i>:
טז (במדבר ו, ז) ולאחותו מה תלמוד לומר הרי שהיה הולך לשחוט את פסחו ולמול את בנו ושמע שמת לו מת יכול יחזור ויטמא אמרת לא יטמא
16 <i>Und wegen seiner Schwester</i>. Was lehrt dies? Man könnte glauben, daß, wenn jemand sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht und hört, daß ihm jemand gestorben ist, er umkehren und sich verunreinigen solle, so heißt es: <i>er darf sich nicht verunreinigen</i>.
יז יכול כשם שאינו מטמא להם כך אינו מטמא למת מצוה ת"ל ולאחותו לאחותו הוא דאינו מטמא
17 Man könnte nun glauben, wie an jenen nicht, so dürfe er sich auch wegen eines Pflichttoten nicht verunreinigen, so heißt es: <i>und wegen seiner Schwester</i>, an seiner Schwester verunreinige er sich nicht,