Berakhot 39

Kapitel 39

א אבל מטמא הוא למת מצוה אמאי לימא אין חכמה ואין תבונה ואין עצה לנגד ה'
1 wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. Warum denn, man sollte doch sagen: <i>keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn</i>!? –
ב שאני התם דכתיב ולאחותו
2 Anders ist es dort: es heißt ja: <i>wegen seiner Schwester</i>. –
ג וליגמר מינה שב ואל תעשה שאני:
3 Folgere man doch hieraus!? Anders ist es bei einer Unterlassung.
ד אמר ליה רב פפא לאביי מאי שנא ראשונים דאתרחיש להו ניסא ומאי שנא אנן דלא מתרחיש לן ניסא אי משום תנויי בשני דרב יהודה כולי תנויי בנזיקין הוה ואנן קא מתנינן שיתא סדרי וכי הוה מטי רב יהודה בעוקצין האשה שכובשת ירק בקדרה ואמרי לה זיתים שכבשן בטרפיהן טהורים אמר הויות דרב ושמואל קא חזינא הכא ואנן קא מתנינן בעוקצין תליסר מתיבתא ואילו רב יהודה כי הוה שליף חד מסאניה אתי מטרא ואנן קא מצערינן נפשין ומצוח קא צוחינן ולית דמשגח בן
4 R. Papa sprach zu Abajje: Inwiefern anders waren die Früheren, daß ihnen Wunder geschahen, während uns keine Wunder geschehen? Sollte es auf das Gesetzesstudium ankommen, so bestand ja in den Jahren R. Jehudas das ganze Studium in [der Abteilung von den] Schäden, während wir alle sechs Abteilungen studieren. Als nämlich R. Jehuda im Traktat U͑qçin [zum Passus] «Eine Frau, die Kräuter in einen Topf eingelegt hat», manche sagen, [zum Passus] «Oliven, die man mit ihren Blättern eingelegt hat, sind rein», herankam, rief er: die Disputationen von Rabh und Šemuél finden wir hier! Wir aber lernen U͑qçin in dreizehn Vorlesungen. Und dennoch, sobald R. Jehuda einen Schuh abzuziehen pflegte, kam Regen, wir aber kasteien uns und schreien, doch achtet niemand auf uns.
ה אמר ליה קמאי הוו קא מסרי נפשייהו אקדושת השם אנן לא מסרינן נפשין אקדושת השם כי הא דרב אדא בר אהבה חזייה לההיא כותית דהות לבישא כרבלתא בשוקא סבר דבת ישראל היא קם קרעיה מינה אגלאי מילתא דכותי היא שיימוה בארבע מאה זוזי א"ל מה שמך אמרה ליה מתון אמר לה מתון מתון ארבע מאה זוזי שויא:
5 Jener erwiderte: Die Früheren haben für die Heiligung des [Gottes]namens ihr Leben eingesetzt, wir aber setzen unser Leben für die Heiligung des [Gottes]namens nicht ein. So sah R. Ada b. Ahaba einst eine Nichtjüdin auf der Straße einen Turban tragen, und da er glaubte, sie wäre eine Jisraélitin, machte er sich auf und riß ihn ihr ab. Als es sich herausgestellt, daß sie Nichtjüdin war, bestrafte man ihn mit vierhundert Zuz. Hierauf fragte er sie: Wie heißt du? Sie erwiderte: Mathon. Da sprach er zu ihr: Gelassen, gelassen ist vierhundert Zuz wert.
ו רב גידל הוה רגיל דהוה קא אזיל ויתיב אשערי דטבילה אמר להו הכי טבילו והכי טבילו אמרי ליה רבנן לא קא מסתפי מר מיצר הרע אמר להו דמיין באפאי כי קאקי חיורי
6 R. Gidel pflegte hinzugehen und sich vor den Toren der Reinigungsbäder zu setzen; er belehrte sie: taucht so unter, und taucht so unter. Die Rabbanan sprachen zu ihm: Fürchtet der Meister nicht vor dem bösen Trieb? Er erwiderte ihnen: Sie kommen mir wie die weißen Löffelgänse vor.
ז ר' יוחנן הוה רגיל דהוה קא אזיל ויתיב אשערי דטבילה אמר כי סלקן בנות ישראל ואתיין מטבילה מסתכלן בי ונהוי להו זרעא דשפירי כוותי אמרי ליה רבנן לא קא מסתפי מר מעינא בישא אמר להו אנא מזרעא דיוסף קא אתינא דלא שלטא ביה עינא בישא דכתיב (בראשית מט, כב) בן פורת יוסף בן פורת עלי עין ואמר רבי אבהו אל תקרי עלי עין אלא עולי עין
7 R. Joḥanan pflegte hinzugehen und sich vor den Toren der Reinigungsbäder zu setzen, indem er sagte: mögen die Töchter Jisraéls, wenn sie heraufsteigen und vom Bade kommen, auf mich schauen, damit sie Kinder bekommen, die so schön sind, wie ich. Die Rabbanan sprachen zu ihm: Fürchtet der Meister nicht das böse Auge? Er erwiderte ihnen: Ich stamme vom Samen Josephs ab, über den das böse Auge keine Gewalt hat; denn es heißt: <i>ein</i> <i>fruchttragendes Reis ist Joseph, ein fruchttragendes Reis an einer Quelle</i>, worüber R. Abahu sagte, man lese nicht <i>a͑le-a͑jin [an einer Quelle]</i>, sondern <i>o͑le-a͑jin [das Auge übersteigend]</i>.
ח רבי יוסי ברבי חנינא אמר מהכא (בראשית מח, טז) וידגו לרוב בקרב הארץ מה דגים שבים מים מכסין עליהם ואין עין הרע שולטת בהם אף זרעו של יוסף אין עין הרע שולטת בהם
8 R. Jose b. Ḥanina folgerte dies hieraus: <i>Sie mögen sich fischähnlich auf Erden vermehren</i>; wie die Fische im Meere das Wasser bedeckt und das böse Auge keine Gewalt über sie hat, so hat auch über die Kinder Josephs das böse Auge keine Gewalt.
ט ואב"א עין שלא רצתה לזון ממה שאינו שלו אין עין הרע שולטת בו:
9 Wenn du aber willst, sage ich: Über das Auge, das von Fremdem nicht genießen wollte, hat das böse Auge keine Gewalt.
י <big><strong>מתני׳</strong></big> נשים ועבדים וקטנים פטורין מק"ש
10 <b>F</b><small>RAUEN</small>, S<small>KLAVEN UND</small> M<small>INDERJÄHRIGE SIND VOM</small> Š<small>EMA͑LESEN </small>