Berakhot 40

Kapitel 40

א ומן התפלין וחייבין בתפלה ובמזוזה ובברכת המזון:
1 UND VON DEN T<small>EPHILLIN BEFREIT; SIE SIND ABER ZUM</small> G<small>EBETE, ZUR</small> M<small>EZUZA UND ZUM</small> T<small>ISCHSEGEN VERPFLICHTET</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> ק"ש פשיטא מצות עשה שהזמן גרמא הוא וכל מצות עשה שהזמן גרמא נשים פטורות
2 GEMARA. Vom Šema͑lesen und den Tephillin deshalb, weil diese Gebote sind, die von der Zeit abhängen, und von Geboten, die von der Zeit abhängen, sind Frauen befreit, zum Gebete, zur Mezuza und zum Tischsegen deshalb, weil es Gebote sind, die von der Zeit nicht abhängen, und zu solchen sind Frauen verpflichtet.
ג מהו דתימא הואיל ואית בה מלכות שמים קמ"ל:
3 Vom Šema͑lesen ist es ja selbstverständlich, da es ein Gebot ist, das von der Zeit abhängt, und von den Geboten, die von der Zeit abhängen, Frauen befreit sind!? – Man könnte glauben, weil darin die Anerkennung der himmlischen Regierung enthalten ist, so lehrt er uns.
ד ומן התפלין: פשיטא מהו דתימא הואיל ואתקש למזוזה קמ"ל:
4 U<small>ND VON DEN</small> T<small>EPHILLIN</small>. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, weil sie mit der Mezuza verglichen werden, so lehrt er uns.
ה וחייבין בתפלה: דרחמי נינהו מהו דתימא הואיל וכתיב בה (תהלים נה, יח) ערב ובקר וצהרים כמצות עשה שהזמן גרמא דמי קמ"ל:
5 S<small>IE SIND ABER ZUM</small> G<small>EBETE VERPFLICHTET</small>. Dieses ist ja ein Flehen!? – Man könnte glauben, da es von diesem heißt: <i>abends, morgens und mittags</i>, so gleiche es den Geboten, die von der Zeit abhängen, lehrt er uns.
ו ובמזוזה: פשיטא מהו דתימא הואיל ואתקש לתלמוד תורה קמשמע לן:
6 Z<small>UR</small> M<small>EZUZA</small>. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, weil sie mit dem Studium der Tora verglichen wird, so lehrt er uns.
ז ובברכת המזון: פשיטא מהו דתימא הואיל וכתיב (שמות טז, ח) בתת ה' לכם בערב בשר לאכל ולחם בבקר לשבע כמצות עשה שהזמן גרמא דמי קמ"ל:
7 Z<small>UM</small> T<small>ISCHSEGEN</small>. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da es ja heißt: <i>der Herr wird euch am Abend Fleisch zu essen geben, am Morgen Brot, zur Sattheit</i>, so vergleiche man es mit den von der Zeit abhängenden Geboten, so lehrt er uns.
ח אמר רב אדא בר אהבה נשים חייבות בקדוש היום דבר תורה אמאי מצות עשה שהזמן גרמא הוא וכל מצות עשה שהזמן גרמא נשים פטורות אמר אביי מדרבנן
8 R. Ada b. Ahaba sagte: Frauen sind nach der Tora [zum Segen] zur Weihe des Tages verpflichtet. Warum denn, dies ist ja ein von der Zeit abhängendes Gebot, und von den von der Zeit abhängenden Geboten sind ja Frauen befreit!? Abajje erwiderte: Rabbanitisch.
ט א"ל רבא והא דבר תורה קאמר ועוד כל מצות עשה נחייבינהו מדרבנן
9 Raba sprach zu ihm: Er sagt ja: nach der Tora! Ferner könnte man sie ja demnach rabbanitisch zu allen Geboten verpflichten!? –
י אלא אמר רבא אמר קרא (שמות כ, ז) זכור (דברים ה, יא) ושמור כל שישנו בשמירה ישנו בזכירה והני נשי הואיל ואיתנהו בשמירה איתנהו בזכירה
10 Vielmehr, erwiderte Raba, es heißt <i>gedenke</i> und es heißt <i>beobachte</i>: wer zur Beobachtung verpflichtet ist, ist auch zum Gedenken verpflichtet, und da Frauen zur Beobachtung verpflichtet sind, so sind sie auch zum Gedenken verpflichtet.
יא א"ל רבינא לרבא נשים בברכת המזון דאורייתא או דרבנן למאי נפקא מינה לאפוקי רבים ידי חובתן אי אמרת (בשלמא) דאורייתא אתי דאורייתא ומפיק דאורייתא (אלא אי) אמרת דרבנן הוי שאינו מחוייב בדבר וכל שאינו מחוייב בדבר אינו מוציא את הרבים ידי חובתן מאי
11 Rabina fragte Raba: Sind die Frauen zum Tischsegen nach der Tora, oder nur rabbanitisch verpflichtet!? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Ob sie eine Gruppe ihrer Pflicht entledigen können; sagst du, nach der Tora, so kann der nach der Tora verpflichtete einen nach der Tora verpflichteten seiner Pflicht entledigen, sagst du aber, rabbanitisch, so wären sie dazu nicht verpflichtet, und wer zu etwas selbst nicht verpflichtet ist, kann auch eine Gruppe dieser Pflicht nicht entledigen. Wie ist es nun? –
יב ת"ש באמת אמרו בן מברך לאביו ועבד מברך לרבו ואשה מברכת לבעלה אבל אמרו חכמים תבא מארה לאדם שאשתו ובניו מברכין לו
12 Komm und höre: Tatsächlich sagten sie, ein [minderjähriger] Sohn könne für seinen Vater, ein Sklave für seinen Herrn und eine Frau für ihren Mann den [Tisch]segen sprechen, aber die Weisen sagten, Fluch treffe den, dem seine Frau oder seine Kinder den [Tisch]segen sprechen.
יג אי אמרת בשלמא דאורייתא אתי דאורייתא ומפיק דאורייתא אלא אי אמרת דרבנן אתי דרבנן ומפיק דאורייתא
13 Richtig ist dies, wenn du sagst, nach der Tora, denn ein nach der Tora verpflichteter kann einen nach der Tora verpflichteten [der Pflicht] entledigen, wenn du aber sagst, nur rabbanitisch – kann denn ein rabbanitisch verpflichteter einen nach der Tora verpflichteten [der Pflicht] entledigen!? –
יד ולטעמיך קטן בר חיובא הוא אלא הכי במאי עסקינן כגון שאכל שיעורא דרבנן דאתי דרבנן ומפיק דרבנן:
14 Ist etwa, auch nach deiner Ansicht, der Minderjährige pflichtfähig!? Hier wird vielmehr von dem Falle gesprochen, wenn jemand ein rabbanitisches Quantum gegessen hat; da kann der rabbanitisch verpflichtete den rabbanitisch verpflichteten [der Pflicht] entledigen.
טו דרש רב עוירא זמנין אמר לה משמיה דר' אמי וזמנין אמר לה משמיה דר' אסי אמרו מלאכי השרת לפני הקב"ה רבש"ע כתוב בתורתך (דברים י, יז) אשר לא ישא פנים ולא יקח שחד והלא אתה נושא פנים לישראל דכתיב (במדבר ו, כו) ישא ה' פניו אליך אמר להם וכי לא אשא פנים לישראל שכתבתי להם בתורה (דברים ח, י) ואכלת ושבעת וברכת את ה' אלהיך והם מדקדקים [על] עצמם עד כזית ועד כביצה:
15 R. A͑vira trug vor, zuweilen sagte er es im Namen R. Amis und zuweilen im Namen R. Asis: Die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, es heißt in deiner Tora: <i>der das Gesicht nicht zuwendet</i> <i>und keine Bestechung annimmt</i>, und du wendest dein Gesicht Jisraél zu, wie es heißt: <i>der Herr wende dir sein Gesicht zu</i>! Da sprach er zu ihnen: Wie sollte ich ihnen mein Gesicht nicht zuwenden!? Ich habe ihnen in der Tora geschrieben: <i>wenn du gegessen und dich gesättigt hast, sollst du den Herrn, deinen Gott, preisen</i>, sie aber nehmen es so genau, auch beim Quantum einer Olive und eines Eies.
טז <big><strong>מתני׳</strong></big> בעל קרי מהרהר בלבו ואינו מברך לא לפניה ולא לאחריה ועל המזון מברך לאחריו ואינו מברך לפניו רבי יהודה אומר מברך לפניהם ולאחריהם:
16 <b>D</b><small>ER</small> S<small>AMENERGUSSBEHAFTETE DENKE</small> [<small>DAS</small> Š<small>EMA͑</small>] <small>IN SEINEM</small> H<small>ERZEN UND SPRECHE DIE</small> S<small>EGENSSPRÜCHE WEDER VORHER NOCH NACHHER</small>. Ü<small>BER DIE</small> M<small>AHLZEIT SPRECHE ER DEN</small> S<small>EGENSSPRUCH NACHHER, NICHT ABER VORHER</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, ER SPRECHE DIE</small> S<small>EGENSSPRÜCHE VORHER UND NACHHER</small>.
יז <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רבינא זאת אומרת הרהור כדבור דמי דאי סלקא דעתך לאו כדבור דמי למה מהרהר
17 GEMARA. Rabina sagte: Dies besagt, daß das Denken dem Sprechen gleiche, denn welchen Sinn hätte das Denken, wolltest du sagen, es gleiche dem Sprechen nicht. –
יח אלא מאי הרהור כדבור דמי יוציא בשפתיו
18 Wenn nun das Denken dem Sprechen gleicht, so sollte er es mit den Lippen aussprechen!? –
יט כדאשכחן בסיני
19 Weil wir es so beim Berg Sinaj finden.
כ ורב חסדא אמר הרהור לאו כדבור דמי דאי סלקא דעתך הרהור כדבור דמי יוציא בשפתיו
20 R. Ḥisda aber sagte: Das Denken gleiche dem Sprechen nicht, denn wolltest du sagen, das Denken gleiche dem Sprechen, so sollte er es mit den Lippen aussprechen. –
כא אלא מאי הרהור לאו כדבור דמי למה מהרהר אמר רבי אלעזר כדי שלא יהו כל העולם עוסקין בו והוא יושב ובטל
21 Wenn nun das Denken dem Sprechen nicht gleicht, welchen Sinn hat das Denken!? R. Elea͑zar erwiderte: Damit nicht die ganze Welt sich damit befasse, er aber müßig dasitze. –
כב ונגרוס בפרקא אחרינא אמר רב אדא בר אהבה בדבר שהצבור עוסקין בו
22 Soll er doch einen anderen Abschnitt lesen!? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Mit dem, womit die Gemeinde sich befaßt. –