Berakhot 76

Kapitel 76

א אשמעינן טעמא ואשמעינן דהלכתא כרבנן אלא דאמר מוציא מאי קמ"ל ואיהו דעבד לאפוקי נפשיה מפלוגתא
1 so würde er uns die Erklärung, und daß die Halakha wie die Rabbanan sei, mitgeteilt haben; was aber lehrt er uns, wenn er ‘hervorgebracht [moçi]’ sagt!? Er aber tat dies, um sich einer Streitigkeit zu entziehen.
ב והלכתא המוציא לחם מן הארץ דקי"ל כרבנן דאמרי דאפיק משמע:
2 Die Halakha ist, man spreche ‘Der Brot aus dem Boden hervorbringt [hamoçi]’, denn wir richten uns nach den Rabbanan, welche sagen, es bedeute ‘hervorbringt’.
ג ועל הירקות אומר וכו': קתני ירקות דומיא דפת מה פת שנשתנה ע"י האור אף ירקות נמי שנשתנו ע"י האור אמר רבנאי משמיה דאביי זאת אומרת שלקות מברכין עליהן בורא פרי האדמה (ממאי מדקתני ירקות דומיא דפת)
3 Ü<small>BER</small> K<small>RÄUTER SPRECHE MAN</small> &amp;<small>C</small>. Er lehrt von Kräutern, wie vom Brote: wie das Brot durch das Feuer verändert wurde, ebenso Kräuter, [auch] wenn sie durch das Feuer verändert wurden. Rabbanaj sagte im Namen Abajjes: Dies besagt, daß man über gedünstete Kräuter den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spreche. – Woher dies? – Da er von Kräutern wie vom Brote lehrt.
ד דרש רב חסדא משום רבינו ומנו רב שלקות מברכין עליהם בורא פרי האדמה ורבותינו היורדין מארץ ישראל ומנו עולא משמיה דר' יוחנן אמר שלקות מברכין עליהן שהכל נהיה בדברו ואני אומר כל שתחלתו בורא פרי האדמה שלקו שהכל נהיה בדברו וכל שתחלתו שהכל נהיה בדברו שלקו בורא פרי האדמה
4 R. Ḥisda trug vor im Namen unseres Meisters, das ist Rabh: Über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’. Unsere Lehrer, die aus dem Jisraélland herabgekommen sind – das ist U͑la im Namen R. Joḥanans – sagen, über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’. Ich sage, über das, worüber man sonst ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spricht, spreche man, wenn gedünstet, ‘Alles entsteht durch sein Wort’, und über das, worüber man sonst ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spricht, spreche man, wenn gedünstet, ‘Der die Bodenfrucht erschafft’. –
ה בשלמא כל שתחלתו שהכל נהיה בדברו שלקו בפה"א משכחת לה בכרבא וסלקא וקרא אלא כל שתחלתו בפה"א שלקו שהכל היכי משכחת לה א"ר נחמן בר יצחק משכחת לה בתומי וכרתי
5 Allerdings, über das, worüber man sonst ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spricht, wenn gedünstet, ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, dies kann bei Kohl, Mangold und Kürbis der Fall sein, in welchem Falle aber über das, worüber man sonst ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spricht, wenn gedünstet, ‘Alles &amp;c.’!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist bei Knoblauch und Lauch der Fall.
ו דרש רב נחמן משום רבינו ומנו שמואל שלקות מברכין עליהם בפה"א וחברינו היורדים מארץ ישראל ומנו עולא משמיה דר' יוחנן אמר שלקות מברכין עליהן שהכל נהיה בדברו
6 R. Naḥman trug vor im Namen unseres Meisters, das ist Šemuél: Über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’. Unsere Genossen, die aus dem Jisraélland herabgekommen sind – das ist U͑la im Namen R. Joḥanans – sagen, über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’.
ז ואני אומר במחלוקת שנויה דתניא יוצאין ברקיק השרוי ובמבושל שלא נמוח דברי ר"מ ור' יוסי אומר יוצאים ברקיק השרוי אבל לא במבושל אע"פ שלא נמוח
7 Ich sage, darüber besteht ein Streit, denn es wird gelehrt: Man genügt der Pflicht mit einem eingeweichten oder gekochten Kuchen, der nicht zergangen ist – so R. Meír; R. Jose sagt, man genüge der Pflicht mit einem eingeweichten Kuchen, nicht aber mit einem gekochten, auch wenn er nicht zergangen ist. –
ח ולא היא דכ"ע שלקות מברכין עליהן בפה"א ועד כאן לא קאמר ר' יוסי התם אלא משום דבעינן טעם מצה וליכא אבל הכא אפי' רבי יוסי מודה
8 Dies ist aber nichts; tatsächlich sind alle der Ansicht, man spreche über gedünstete Kräuter den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, denn nur da sagt dies R. Jose, weil da der Geschmack des Ungesäuerten erforderlich ist, der dann nicht vorhanden ist, hier aber pflichtet auch R. Jose bei.
ט אמר ר' חייא בר אבא א"ר יוחנן שלקות מברכין עליהם בפה"א ור' בנימין בר יפת א"ר יוחנן שלקות מברכין עליהם שהכל נהיה בדברו א"ר נחמן בר יצחק קבע עולא לשבשתיה כר' בנימין בר יפת
9 R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft‘; R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Joḥanans, über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: U͑la hat sich seinen Irrtum nach R. Binjamin b. Jepheth eingeprägt.
י תהי בה ר' זירא וכי מה ענין ר' בנימין בר יפת אצל ר' חייא בר אבא ר' חייא בר אבא דייק וגמיר שמעתא מרבי יוחנן רביה ורבי בנימין בר יפת לא דייק ועוד רבי חייא בר אבא כל תלתין יומין מהדר תלמודיה קמיה דר' יוחנן רביה ור' בנימין בר יפת לא מהדר ועוד בר מן דין ובר מן דין דההוא תורמסא דשלקי ליה שבע זמנין בקדרה ואכלי ליה בקנוח סעודה אתו ושאלו לר' יוחנן ואמר להו מברכין עלויה בורא פרי האדמה
10 R. Zera staunte darüber: welche Bedeutung hat R. Binjamin b. Jepheth gegenüber R. Ḥija b. Abba!? R. Ḥija b. Abba lernte die Halakha von seinem Lehrer R. Joḥanan und erwog sie genau, R. Binjamin b. Jepheth aber erwog nicht; ferner wiederholte R. Ḥija b. Abba alle dreißig Tage sein Studium vor seinem Lehrer R. Joḥanan, R. Binjamin b. Jepheth aber wiederholte nicht. Und abgesehen von diesem und von jenem, – einst geschah es, daß man wegen einer Lupine, die man siebenmal in einem Topfe gekocht und zum Nachtisch gegessen hatte, zu R. Joḥanan kam und ihn fragte, und er erwiderte, daß man darüber den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spreche.
יא ועוד אמר ר' חייא בר אבא אני ראיתי את ר' יוחנן שאכל זית מליח ובריך עליו תחלה וסוף אי אמרת בשלמא שלקות במילתייהו קיימי בתחלה מברך עליו בורא פרי העץ ולבסוף מברך עליו ברכה אחת מעין שלש אלא אי אמרת שלקות לאו במילתייהו קיימי בשלמא בתחלה מברך עליו שהכל נהיה בדברו אלא לבסוף מאי מברך
11 Ferner erzählte R. Ḥija b. Abba, er habe gesehen, wie R. Joḥanan eine eingesalzene Olive gegessen und über sie den Segen vorher und nachher gesprochen hat. Allerdings spricht man, wenn du sagst, gedünstete Kräuter behalten ihr Wesen, vorher ‘Der die Baumfrucht erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch; wenn du aber sagst, gedünstete Kräuter behalten ihr Wesen nicht, so spricht man zwar vorher den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’, welchen Segen aber spricht man nachher!? –
יב דילמא בורא נפשות רבות וחסרונן על כל מה שברא
12 Vielleicht [den Segen] ‘Der viele Wesen und ihre Bedürfnisse erschafft, für alles, was er erschaffen hat’.
יג מתיב רב יצחק בר שמואל ירקות שאדם יוצא בהן ידי חובתו בפסח יוצא בהן ובקלח שלהן אבל לא כבושין ולא שלוקין ולא מבושלין ואי ס"ד במילתייהו קאי שלוקין אמאי לא
13 R. Jiçḥaq b. Šemuél wandte ein: Mit den [bitteren] Kräutern, mit denen man seiner Pflicht am Pesaḥfeste genügt, genügt man sowohl mit ihnen selbst, wie auch mit ihrem Strunke, nicht aber mit eingelegten, gedünsteten und gekochten. Weshalb nicht mit gedünsteten, wenn du sagst, sie behalten ihr Wesen!? –
יד שאני התם דבעינן טעם מרור וליכא
14 Anders ist es da, wo der Geschmack des Bitteren erforderlich ist, der dann nicht vorhanden ist.
טו אמר ליה רבי ירמיה לרבי זירא רבי יוחנן היכי מברך על זית מליח כיון דשקילא לגרעיניה
15 R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Wieso sprach R. Joḥanan den Segensspruch über eine eingesalzene Olive, da man ihr den Kern genommen hat, fehlt ihr ja das Quantum!? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl,