Berakhot 75

Kapitel 75

א כעבין חייבין כלמודין פטורים א"ל אביי לרב יוסף האי כובא דארעא מאי מברכין עלויה א"ל מי סברת נהמא הוא גובלא בעלמא הוא ומברכין עלויה בורא מיני מזונות
1 hat man es in Küchelchen geformt, so ist es pflichtig, wenn aber formlose Plätzchen, so ist es frei.
ב מר זוטרא קבע סעודתיה עלויה וברך עלויה המוציא לחם מן הארץ ושלש ברכות
2 Abajje sprach zu R. Joseph: Welchen Segen spreche man über die Bodenloch [speise]? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, es sei Brot, es ist nur eine Teigmasse und man spreche darüber den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’.
ג אמר מר בר רב אשי ואדם יוצא בהן ידי חובתו בפסח מ"ט (דברים טז, ג) לחם עוני קרינן ביה
3 Mar Zuṭra bestimmte es zu seiner Mahlzeit und sprach darüber den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’ und die drei Segenssprüche.
ד ואמר מר בר רב אשי האי דובשא דתמרי מברכין עלויה שהכל נהיה בדברו מ"ט זיעה בעלמא הוא
4 Mar b. R. Aši sagte: Man genügt damit seiner Pflicht am Pesaḥfest, denn auch hiervon heißt es: <i>Brot der Armut.</i>
ה כמאן כי האי תנא דתנן דבש תמרים ויין תפוחים וחומץ ספוניות ושאר מי פירות של תרומה רבי אליעזר מחייב קרן וחומש ורבי יהושע פוטר
5 Ferner sagte Mar b. R. Aši: Über Dattelhonig spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’, denn es ist nichts weiter als ein Saft. –
ו א"ל ההוא מרבנן לרבא טרימא מהו לא הוה אדעתיה דרבא מאי קאמר ליה יתיב רבינא קמיה דרבא א"ל דשומשמי קא אמרת או דקורטמי קא אמרת או דפורצני קא אמרת
6 Nach wessen Ansicht? –Nach dem Tanna der folgenden Lehre: Wegen des Dattelhonigs, Apfelweines, Weintraubenessigs und anderer Fruchtsäfte von Hebe, ist man nach R. Elie͑zer [zum Ersatze] des Grundwertes und des Fünftels verpflichtet, nach R. Jehošua͑ aber frei. Einer der Jünger fragte Raba: Welchen [Segen spreche man] über Trimma? Raba verstand nicht, was jener ihn fragte, und Rabina, der vor Raba saß, sprach zu jenem: Meinst du solche aus Sesam, oder aus Safflor, oder aus Weintraubenkernen?
ז אדהכי והכי אסקיה רבא לדעתיה אמר ליה חשילתא ודאי קא אמרת ואדכרתן מלתא הא דאמר רב אסי האי תמרי של תרומה מותר לעשות מהן טרימא ואסור לעשות מהן שכר והלכתא תמרי ועבדינהו טרימא מברכין עלוייהו בורא פרי העץ מאי טעמא במלתייהו קיימי כדמעיקרא.
7 Währenddessen verstand ihn Raba und sprach zu ihm: Du meinst gewiß Zerriebenes, da hast du mich an etwas erinnert, das R. Asi gesagt hat: Aus Datteln von Hebe darf man Ṭrimma bereiten, jedoch darf man daraus keinen Rauschtrank bereiten. Die Halakha ist: Hat man aus Datteln Ṭrimma bereitet, so spreche man darüber den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’, denn sie behalten ihr Wesen, wie vorher.
ח שתיתא רב אמר שהכל נהיה בדברו ושמואל אמר בורא מיני מזונות
8 Über Šetita spreche man, wie Rabh sagt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’, und wie Šemuél sagt, ‘Der allerlei Speisen erschafft’.
ט אמר רב חסדא ולא פליגי הא בעבה הא ברכה עבה לאכילה עבדי לה רכה לרפואה קא עבדי לה
9 R. Ḥisda sagte: Sie streiten aber nicht; einer spricht von hartem, der andere von weichem; das harte bereitet man zum Essen, das weiche bereitet man zu Heilzwecken.
י מתיב רב יוסף ושוין שבוחשין את השתות בשבת ושותין זיתום המצרי ואי ס"ד לרפואה קא מכוין רפואה בשבת מי שרי
10 R. Joseph wandte ein: Sie stimmen überein, daß man am Šabbath Šetita umrühren und ägyptisches Bier trinken dürfe. Ist denn, wo du erklärst, wenn man es zu Heilzwecken bereitet, [die Bereitung] eines Heilmittels am Šabbath erlaubt!?
יא א"ל אביי ואת לא תסברא והא תנן כל האוכלין אוכל אדם לרפואה בשבת וכל המשקין שותה אלא מה אית לך למימר גברא לאכילה קא מכוין ה"נ גברא לאכילה קא מכוין
11 Abajje erwiderte ihm: Bist du etwa nicht dieser Ansicht, wir haben ja gelernt, man dürfe am Šabbath zu Heilzwecken jede Speise essen und jedes Getränk trinken!? Du mußt also erklären, er beabsichtige das Essen, ebenso beabsichtigt man hierbei das Essen.
יב לישנא אחרינא אלא מה אית לך למימר גברא לאכילה קא מכוין ורפואה ממילא קא הויא ה"נ לאכילה קא מכוין ורפואה ממילא קא הויא
12 Eine andere Lesart. Du mußt also erklären, er beabsichtige das Essen, und Heilmittel ist es nebenbei, ebenso beabsichtigt man auch hierbei das Essen, und ein Heilmittel ist es nebenbei.
יג וצריכא דרב (ושמואל) דאי מהאי ה"א לאכילה קא מכוין ורפואה ממילא קא הויא אבל הכא כיון דלכתחלה לרפואה קא מכוין לא לבריך עלויה כלל קמ"ל כיון דאית ליה הנאה מיניה בעי ברוכי:
13 Und auch die [Lehre] Rabhs und Šemuéls ist nötig. Aus jener könnte man es nur von dem Falle wissen, wenn man das Essen beabsichtigt und es Heilmittel nebenbei ist, hierbei aber, wo man es von vornherein zur Heilung bereitet, spreche man darüber gar keinen Segen, so lehrt er uns, daß man, da man einen Genuß davon hat, darüber den Segen spreche.
יד שעל הפת הוא אומר המוציא וכו': ת"ר מה הוא אומר המוציא לחם מן הארץ רבי נחמיה אומר מוציא לחם מן הארץ אמר רבא במוציא כולי עלמא לא פליגי דאפיק משמע דכתיב (במדבר כג, כב) אל מוציאם ממצרים כי פליגי בהמוציא רבנן סברי המוציא דאפיק משמע דכתיב (דברים ח, טו) המוציא לך מים מצור החלמיש ורבי נחמיה סבר המוציא דמפיק משמע שנאמר (שמות ו, ז) המוציא אתכם מתחת סבלות מצרים
14 D<small>ENN ÜBER DAS</small> B<small>ROT SPRECHE MAN</small> ‘D<small>ER</small> [B<small>ROT AUS DER</small> E<small>RDE</small>] <small>HERVORBRINGT</small>’. Die Rabbanan lehrten: Wie spricht man? – ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt [hamoçi]’; R. Neḥemja sagt: ‘Der Brot aus der Erde hervorgebracht hat [moçi]’. Raba sagte: Über ‘moçi’ stimmen alle überein, daß es ‘hervorgebracht’ bedeute, denn es heißt: <i>der Gott, der sie aus Miçrajim herausgebracht [moçiám]</i>, sie streiten nur über ‘hamoçi’; die Rabbanan sind der Ansicht, auch ‘hamoçi’ bedeute ‘hervorgebracht’, denn es heißt: <i>der dir Wasser aus einem Kieselstein hervorgebracht [hamoçi]</i>, und R. Neḥemja ist der Ansicht, ‘hamoçi’ bedeute ‘hervorbringt’, denn es heißt: <i>Der euch aus der Knechtschaft Miçrajims herausbringt [hamoçi]</i>. –
טו ורבנן ההוא הכי קאמר להו קודשא בריך הוא לישראל כד מפיקנא לכו עבידנא לכו מלתא כי היכי דידעיתו דאנא הוא דאפיקית יתכון ממצרים דכתיב (שמות ו, ז) וידעתם כי אני ה' אלהיכם המוציא
15 Und die Rabbanan!? – Hier spricht der Heilige, gepriesen sei er, zu Jisraél wie folgt: Wenn ich euch herausgeführt habe, vollbringe ich euch etwas, wodurch ihr erkennen werdet, daß ich es bin, der euch aus Miçrajim herausgeführt hat, wie es auch heißt: <i>ihr sollt erkennen, daß ich, der Herr, euer Gott bin, der herausgebracht hat</i>.
טז משתבחין ליה רבנן לרבי זירא [את] בר רב זביד אחוה דר"ש בר רב זביד דאדם גדול הוא ובקי בברכות הוא אמר להם לכשיבא לידכם הביאוהו לידי זמנא חדא איקלע לגביה אפיקו ליה ריפתא פתח ואמר מוציא אמר זה הוא שאומרים עליו דאדם גדול הוא ובקי בברכות הוא בשלמא אי אמר המוציא
16 Die Rabbanan lobten R. Zera vor R. Zebid, dem Vater des R. Šimo͑n b. R. Zebid, daß er ein bedeutender Mann und in den Segenssprüchen kundig sei. Da sprach er zu ihnen: Wenn er zu euch kommt, bringet ihn zu mir. Als er einst bei ihm war, und man ihm Brot vorsetzte, begann er und sprach: ‘Der hervorgebracht hat [moçi]’. Da sprach jener: Der ist es, über den man sagt, er sei ein bedeutender Mann und in den Segenssprüchen kundig! Hätte er ‘hervorbringt [hamoçi]’ gesagt,