Berakhot 88

Kapitel 88

א אמר רב יצחק בר אבדימי משום רבינו על הביעא ועל מיני קופרא בתחלה מברך שהכל ולבסוף בורא נפשות רבות וכו' אבל ירקא לא ור' יצחק אמר אפילו ירקא אבל מיא לא ורב פפא אמר אפילו מיא
1 R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte im Namen unseres Meisters: Über Eier und über allerlei Fleischarten spreche man vorher den Segen ‘Alles’ und nachher ‘Der viele Seelen erschafft &c.’ Über Kräuter aber keinen [nachher], R. Jiçḥaq sagt, auch über Kräuter; über Wasser aber keinen. R. Papa sagt, auch über Wasser.
ב מר זוטרא עביד כרב יצחק בר אבדימי ורב שימי בר אשי עביד כר' יצחק וסימנך חד כתרי ותרי כחד
2 Mar Zuṭra pflegte nach R. Jiçḥaq b. Evdämi zu verfahren; R. Šimi b. Aši pflegte nach R. Jiçḥaq zu verfahren. Ein Merkzeichen dafür: einer wie zwei, und zwei wie einer.
ג א"ר אשי אנא זמנא דכי מדכרנ' עבידנא ככולהו
3 R. Aši sagte: Wenn ich daran denke, verfahre ich nach allen. –
ד תנן כל שטעון ברכה לאחריו טעון ברכה לפניו ויש שטעון ברכה לפניו ואין טעון ברכה לאחריו בשלמא לרב יצחק בר אבדימי לאפוקי ירקא לר' יצחק לאפוקי מיא אלא לרב פפא לאפוקי מאי
4 Wir haben gelernt: Was nachher eines Segensspruches benötigt, benötigt eines Segensspruches vorher, manches aber benötigt eines Segensspruches vorher, aber keines Segensspruches nachher. Allerdings schließt dies nach R. Jiçḥaq b. Evdämi Kräuter aus, nach R. Jiçḥaq schließt dies Wasser aus, was aber schließt dies nach R. Papa aus!? –
ה לאפוקי מצות
5 Dies schließt die Gebote aus. –
ו ולבני מערבא דבתר דמסלקי תפילייהו מברכי אקב"ו לשמור חקיו לאפוקי מאי
6 Was aber schließt es für jene im Westen aus, die, nachdem sie ihre Tephillin abgelegt haben, sprechen: ‘Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns geboten hat, seine Gesetze zu beobachten’? –
ז לאפוקי ריחני
7 Dies schließt Wohlgerüche aus.
ח א"ר ינאי א"ר כל שהוא כביצה ביצה טובה ממנו כי אתא רבין אמר טבא ביעתא מגולגלתא משיתא קייסי סולתא כי אתא רב דימי אמר טבא ביעתא מגולגלתא משיתא מטויתא מארבע מבושלתא כל שהוא כביצה ביצה טובה הימנו לבר מבשרא:
8 R. Jannaj sagte im Namen Rabhs: Besser ist ein Ei als alles, was dem Ei [quantitativ] gleicht. Als Rabin kam, sagte er: Besser ist ein gerolltes Ei, als sechs Löffel Mehl. Als R. Dimi kam, sagte er: Besser ist ein gerolltes Ei, als sechs, und ein gebackenes, als vier; das gekochte ist es, [von dem es heißt], ein Ei sei besser als alles, was dem Ei [quantitativ] gleicht, außer Fleisch.
ט רע"א אפילו אכל שלק כו': ומי איכא מידי דהוה שלק מזוני א"ר אשי בקלח של כרוב שנו
9 R. A͑<small>QIBA SAGT, SELBST WENN JEMAND GEKOCHTE</small> K<small>RÄUTER GEGESSEN HAT</small> &amp;<small>C</small>. Gibt es denn gekochte Kräuter, die als Mahlzeit dienen? R. Aši erwiderte: Dies wird vom Kohlstrunke gelehrt.
י ת"ר טחול יפה לשינים וקשה לבני מעים כרישין קשין לשינים ויפין לבני מעים כל ירק חי מוריק וכל קטן מקטין וכל נפש משיב את הנפש וכל קרוב לנפש משיב את הנפש כרוב למזון ותרדין לרפואה אוי לו לבית שהלפת עוברת בתוכו:
10 Die Rabbanan lehrten: Milz ist gut für die Zähne, aber schädlich für die Gedärme; Lauch ist schädlich für die Zähne, aber gut für die Gedärme. Alles Grüne macht grün; alles Kleine macht klein; alles Lebende erfrischt das Leben; was [dem Sitze] des Lebens am nächsten ist, erfrischt das Leben. Kohl als Nahrungsmittel, Mangold als Heilmittel; wehe dem Hause, in das Rüben hineinkommen.
יא אמר מר טחול יפה לשינים וקשה לבני מעים מאי תקנתיה נלעסיה ונשדייה
11 Der Meister sagte: Milz ist gut für die Zähne, aber schädlich für die Gedärme. Welches Mittel gibt es dagegen? –
יב כרישין קשין לשינים ויפין לבני מעים מאי תקנתיה לשלקינהו ונבלעינהו
12 Man zerkaue sie und werfe sie fort. «Lauch ist schädlich für die Zähne, aber gut für die Gedärme.» Welches Mittel gibt es dagegen? – Man koche ihn gut und schlucke ihn.
יג כל ירק חי מוריק א"ר יצחק בסעודה ראשונה של אחר הקזה
13 «Alles Grüne macht grün.» R. Jiçḥaq sagte: Bei der ersten Mahlzeit nach dem Aderlaß.
יד וא"ר יצחק כל האוכל ירק קודם ארבע שעות אסור לספר הימנו מאי טעמא משום ריחא וא"ר יצחק אסור לאדם שיאכל ירק חי קודם ארבע שעות
14 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Wer vor der vierten Stunde Kräuter ißt, mit dem darf man nicht sprechen. – Aus welchem Grunde? – Wegen des [üblen] Geruches. Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es ist verboten, vor der vierten Stunde rohe Kräuter zu essen.
טו אמימר ומר זוטרא ורב אשי הוו יתבי אייתו קמייהו ירק חי קודם ארבע שעות אמימר ורב אשי אכול ומר זוטרא לא אכל אמרו ליה מאי דעתיך דא"ר יצחק כל האוכל ירק קודם ארבע שעות אסור לספר הימנו משום ריחא והא אנן דקא אכלינן וקא משתעית בהדן
15 Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši saßen beisammen, und man setzte ihnen vor vier Stunden rohe Kräuter vor; Amemar und R. Aši aßen, Mar Zuṭra aß nicht. Da sprachen sie zu ihm: Du denkst wohl an das, was R. Jiçḥaq gesagt hat, daß man mit dem, der vor der vierten Stunde Kräuter ißt, wegen des [üblen] Geruches nicht sprechen dürfe; wir essen ja, dennoch sprichst du mit uns!?
טז אמר להו אנא כאידך דר' יצחק ס"ל דא"ר יצחק אסור לאדם שיאכל ירק חי קודם ארבע שעות
16 Dieser erwiderte: Ich halte es mit dem anderen [Ausspruch] R. Jiçḥaqs; R. Jiçḥaq sagte nämlich, es sei verboten, vor der vierten Stunde rohe Kräuter zu essen.
יז כל קטן מקטין אמר רב חסדא אפילו גדיא בר זוזא ולא אמרן אלא דלית ביה רבעא אבל אית ביה רבעא לית לן בה
17 «Alles Kleine macht klein.» R. Ḥisda sagte: Selbst ein Bröcklein im Werte eines Zuz. Dies nur, wenn es noch kein Viertel hat, hat es aber ein Viertel, so ist nichts dabei.
יח כל נפש משיב נפש אמר רב פפא אפילו גילדני דבי גילי
18 «Alles Lebende erfrischt das Leben.» R. Papa sagte: Selbst kleine Schilf-Fische.
יט כל הקרוב לנפש משיב את הנפש אמר רב אחא בר יעקב עונקא א"ל רבא לשמעיה כי מייתית לי אומצא דבישרא טרח ואייתי לי מהיכא דמקרב לבי ברוך
19 «Alles, was [dem Sitze] des Lebens am nächsten ist, erfrischt das Leben.» R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Der Hals. Rabba sprach zu seinem Diener: Wenn du mir rohes Fleisch bringst, bemühe dich und bringe mir von dem, was der Segensspruchstelle am nächsten ist.
כ כרוב למזון ותרדין לרפואה כרוב למזון אין ולרפואה לא והא תניא ששה דברים מרפאין את החולה מחליו ורפואתן רפואה ואלו הן כרוב ותרדין ומי סיסין דבש וקיבה והרת ויותרת הכבד אלא אימא כרוב אף למזון
20 «Kohl als Nahrungsmittel, Mangold als Heilmittel.» Der Kohl nur als Nahrungsmittel und nicht als Heilmittel, und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß sechs Dinge den Kranken von seiner Krankheit heilen und ihre Heilung eine wirkliche Heilung sei, und zwar: Kohl, Mangold, Sisinsaft, Honig, Magen, Gebärmutter und Leberanhängsel!? – Sage vielmehr: der Kohl auch als Nahrungsmittel.
כא אוי לו לבית שהלפת עוברת בתוכו איני והא אמר ליה רבא לשמעיה כי חזית לפתא בשוקא לא תימא לי במאי כרכת ריפתא
21 «Wehe dem Hause, in das Rüben hineinkommen.» Dem ist ja aber nicht so, Rabh sagte ja zu seinem Diener: siehst du Rüben auf dem Markte, so frage mich nicht: was willst du essen!? –
כב אמר אביי מבלי בשר ורבא אמר מבלי יין איתמר רב אמר מבלי בשר ושמואל אמר מבלי עצים ורבי יוחנן אמר מבלי יין
22 Abajje sagte: ohne Fleisch; Raba sagte: ohne Wein. Es wurde gelehrt: Rabh sagte: ohne Fleisch, Šemuél sagte: ohne Holz, und R. Joḥanan sagte: ohne Wein.
כג א"ל רבא לרב פפא סודני אנן תברינן לה בבשרא וחמרא אתון דלא נפיש לכו חמרא במאי תבריתו לה א"ל בציבי כי הא דביתהו דרב פפא בתר דמבשלא לה תברא לה בתמנן אופי פרסייתא
23 Raba sprach zu R. Papa: Metbrauer, wir brechen sie mit Fleisch und Wein, womit aber brechet ihr sie, die ihr nicht viel Wein habt? Dieser erwiderte: Mit Holz. So pflegte die Frau R. Papas, wenn sie diese kochte, sie mit acht persischen Holzkloben zu brechen.
כד תנו רבנן דג קטן מליח פעמים שהוא ממית בשבעה בשבעה עשר ובעשרים ושבעה ואמרי לה בעשרים ושלשה ולא אמרן אלא במטוי ולא מטוי אבל מטוי שפיר לית לן בה ודלא מטוי שפיר לא אמרן אלא דלא שתה בתריה שכרא אבל שתה בתריה שכרא לית לן בה:
24 Die Rabbanan lehrten: Ein kleiner eingesalzener Fisch tötet manchmal: am siebenten, am siebzehnten oder am siebenundzwanzigsten; manche sagen, am dreiundzwanzigsten. Dies nur dann, wenn er gebraten und nicht [richtig] gebraten ist; ist er aber gut gebraten, so ist nichts dabei. Auch bei einem nicht gut gebratenen nur dann, wenn man nachher keinen Met getrunken; hat man aber nachher Met getrunken, so ist nichts dabei.
כה והשותה מים לצמאו וכו' לאפוקי מאי א"ר אידי בר אבין לאפוקי למאן
25 W<small>ER DES</small> D<small>URSTES WEGEN</small> W<small>ASSER TRINKT</small> &amp;<small>C</small>. Was soll dies ausschließen? R. Idi b. Abin erwiderte: Dies schließt [den Fall] aus,