Berakhot 91

Kapitel 91

א ר' זירא חלש על לגביה ר' אבהו קביל עליה אי מתפח קטינא חריך שקי עבידנא יומא טבא לרבנן אתפח עבד סעודתא לכולהו רבנן כי מטא למשרי אמר ליה לר' זירא לישרי לן מר א"ל לא סבר לה מר להא דר' יוחנן דאמר בעל הבית בוצע שרא להו
1 R. Zera war krank, und als R. Abahu ihn besuchte, nahm er auf sich, wenn der Kleine mit den versengten Schenkeln genesen sollte, für die Jünger ein Fest zu veranstalten. Dieser genas, und er veranstaltete ein Fest für alle Jünger. Als es zum Anbrechen [des Brotes] kam, sprach er zu R. Zera: Möge der Meister anbrechen. Dieser sprach: Hält der Meister nichts von dem, was R. Joḥanan gesagt hat, daß nämlich der Hausherr anbreche? Da brach er an.
ב כי מטא לברוכי אמר ליה נבריך לן מר אמר ליה לא סבר לה מר להא דרב הונא דמן בבל דאמר בוצע מברך
2 Als es zum Tischsegen kam, sprach er zu ihm: Möge uns der Meister den Segen sprechen. Dieser erwiderte: Hält der Meister nichts von dem, was R. Hona aus Babylonien gesagt hat, daß nämlich, wer angebrochen hat, auch den Tischsegen spreche!? –
ג ואיהו כמאן סבירא ליה
3 Wessen Ansicht war jener? –
ד כי הא דאמר ר' יוחנן משום ר' שמעון בן יוחי בעל הבית בוצע ואורח מברך בעל הבית בוצע כדי שיבצע בעין יפה ואורח מברך כדי שיברך בעל הבית
4 Der des R. Joḥanan, der im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj gesagt hat, der Hausherr breche an, und der Gast spreche den Tischsegen. Der Hausherr breche an, damit er mit wohlwollendem Auge anbreche, der Gast spreche den Tischsegen, damit er den Hausherrn segne. –
ה מאי מברך יהי רצון שלא יבוש בעל הבית בעולם הזה ולא יכלם לעולם הבא
5 Welchen Segen spreche er? – ‘Möge es sein Wille sein, daß der Hausherr in dieser Welt nicht beschämt und in der zukünftigen Welt nicht zu Schanden werde’.
ו ורבי מוסיף בה דברים ויצלח מאד בכל נכסיו ויהיו נכסיו ונכסינו מוצלחים וקרובים לעיר ואל ישלוט שטן לא במעשי ידיו ולא במעשי ידינו ואל יזדקר לא לפניו ולא לפנינו שום דבר הרהור חטא ועבירה ועון מעתה ועד עולם:
6 Rabbi fügte noch Worte hinzu: ‘Möge er in all seinem Besitztum viel Glück haben; seine sowie unsere Güter mögen gedeihen und der Stadt nahe sein. Möge der Satan keine Macht haben über die Werke seiner Hände, noch über die Werke unserer Hände. Kein Gedanke der Sünde, der Übertretung und des Vergehens komme ihm sowie uns in den Weg, von jetzt an bis in Ewigkeit’.
ז עד היכן ברכת הזמון
7 Wie weit reicht der gemeinsame Tischsegen? –
ח רב נחמן אמר עד נברך ורב ששת אמר עד הזן
8 R. Naḥman sagt, bis ‘Wir wollen preisen’, R. Šešeth sagt, bis ‘Der da ernährt’.
ט נימא כתנאי דתני חדא ברכת המזון שנים ושלשה ותניא אידך שלשה וארבעה סברוה דכולי עלמא הטוב והמטיב לאו דאורייתא היא מאי לאו בהא קמיפלגי מאן דאמר שתים ושלש קסבר עד הזן ומאן דאמר שלש וארבע קסבר עד נברך
9 Es wäre anzunehmen, daß [sie denselben Streit führen], wie die folgenden Tannaím. Eines lehrt, den Tischsegen [sprechen] zwei oder drei, und ein Anderes lehrt, drei oder vier. Sie glaubten, alle seien der Ansicht, [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ sei kein Gebot der Tora, somit besteht ihr Streit in folgendem: derjenige, der zwei oder drei sagt, ist der Ansicht, [er reiche] bis ‘Der da ernährt’, und derjenige, der drei oder vier sagt, ist der Ansicht, bis ‘Wir wollen preisen’. –
י לא רב נחמן מתרץ לטעמיה ורב ששת מתרץ לטעמיה
10 Nein; R. Naḥman bringt sie in Übereinstimmung nach seiner Ansicht, und R. Šešeth bringt sie in Übereinstimmung nach seiner Ansicht.
יא רב נחמן מתרץ לטעמיה דכ"ע עד נברך מאן דאמר שלש וארבע שפיר ומ"ד שתים ושלש אמר לך הכא בברכת פועלים עסקינן דאמר מר פותח בהזן וכולל בונה ירושלים בברכת הארץ
11 R. Naḥman bringt sie in Übereinstimmung nach seiner Ansicht: alle stimmen überein, [er reiche] bis ‘Wir wollen preisen’, also nach demjenigen, der drei oder vier sagt, aber auch nach demjenigen, der zwei oder drei sagt, kann er dir erklären, hier werde vom Tischsegen der Tagelöhner gesprochen, denn der Meister sagte, er beginne mit [dem Segen] ‘Der da ernährt’ und schalte [den Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’ in den Segen über das Land ein.
יב רב ששת מתרץ לטעמיה דכ"ע עד הזן מ"ד שתים ושלש שפיר ומ"ד שלש וארבע קסבר הטוב והמטיב דאורייתא היא
12 R. Šešeth bringt sie in Übereinstimmung nach seiner Ansicht: alle sind der Ansicht, [er reiche] bis ‘Der da ernährt’, also nach demjenigen, der zwei oder drei sagt, derjenige aber, der drei oder vier sagt, ist der Ansicht, auch [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ sei ein Gebot der Tora.
יג אמר רב יוסף תדע דהטוב והמטיב לאו דאורייתא שהרי פועלים עוקרים אותה
13 R. Joseph sagte: Du siehst, daß [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ kein Gebot der Tora ist, denn Tagelöhner lassen ihn fort.
יד אמר רב יצחק בר שמואל בר מרתא משמיה דרב תדע דהטוב והמטיב לאו דאורייתא שהרי פותח בה בברוך ואין חותם בה בברוך כדתניא כל הברכות כולן פותח בהן בברוך וחותם בהן בברוך חוץ מברכת הפירות וברכת המצות וברכה הסמוכה לחברתה וברכה אחרונה שבקריאת שמע יש מהן שפותח בהן בברוך ואין חותם בברוך
14 R. Jiçhaq, Sohn des Šemuél b. Martha, sagte im Namen Rabhs: Du siehst, daß [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ kein Gebot der Tora ist, denn man beginnt ihn mit ‘Gepriesen’ und schließt ihn nicht mit ‘Gepriesen’. Es wird nämlich gelehrt: Man beginne alle Segenssprüche mit ‘Gepriesen’ und schließe sie mit ‘Gepriesen’, ausgenommen die Segenssprüche über Früchte, die Segenssprüche über die Gebote, der sich einem anderen anschließende Segensspruch, und der letzte Segensspruch des Šema͑. Manche von ihnen werden mit ‘Gepriesen’ begonnen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ geschlossen,