Chagigah 20

Kapitel 20

א מלאכת מחשבת אסרה תורה ומלאכת מחשבת לא כתיבא:
1 Die Tora hat nur die bezweckte Arbeitverboten, und daß die Arbeit eine bezweckte sein muß, ist in der Schrift nicht geschrieben.
ב חגיגות: מיכתב כתיבן לא צריכא לכדאמר ליה רב פפא לאביי ממאי דהאי וחגותם אותו חג לה' זביחה דלמא חוגו חגא קאמר רחמנא
2 D<small>IE</small> F<small>ESTOPFER</small>. Diese stehen ja in der Schrift geschrieben!? – Dieser ist so zu erklären, wie R.Papa zu Abajje sagte: Woher, daß [der Schriftvers]: <i>ihr sollt es als Fest des Herrn feiern,</i> ein Festopfer meint, vielleicht befiehlt der Allbarmherzige eine Feier abzuhalten!? –
ג אלא מעתה דכתיב (שמות ה, א) ויחוגו לי במדבר הכי נמי דחוגו חגא הוא וכי תימא הכי נמי והכתיב (שמות י, כה) ויאמר משה גם אתה תתן בידינו זבחים ועולות
3 Es heißt auch: sie <i>sollen mir in der Wüste ein Fest feiern;</i> demnach wäre auch hier zu verstehen, eine Feier abhalten!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so heißt es ja: da <i>sprach Moše: Du selbst mußt uns Schlacht- und Brandopfertiere mitgeben</i>!? –
ד דלמא הכי קאמר רחמנא אכלו ושתו וחוגו חגא קמאי לא סלקא דעתך דכתיב (שמות כג, יח) ולא ילין חלב חגי עד בקר ואי סלקא דעתך דחוגא הוא תרבא לחגא אית ליה
4 Vielleicht meint es der Allbarmherzige wie folgt: esset und trinket, und feiert vor mir ein Fest!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: <i>das Fett meines Fest[opfers] soll nicht bis zum nächsten Morgen übernachten,</i> und was soll hierbei das Fett, wenn du sagen wolltest, darunter sei nur eine Feier zu verstehen!? –
ה ודלמא הכי קאמר רחמנא חלב הבא בזמן חג לא ילין
5 Vielleicht aber meint es der Allbarmherzige wie folgt: das Fett [von Opfern], die am Feste dargebracht werden, soll nicht übernachten!? –
ו אלא מעתה הבא בזמן חג הוא דלא ילין הא דכל השנה כולה ילין (ויקרא ו, ב) כל הלילה עד הבקר כתיב
6 Sollte es demnach nur am Feste nicht übernachten, wohl aber das ganze Jahr, während es ja heißt: <i>die ganze Nacht hindurch bis zum Morgen</i>!? –
ז דלמא אי מההוא הוה אמינא ההוא לעשה כתב רחמנא האי ללאו
7 Aus diesem [Verse] würde man nur das Gebot entnommen haben, daher schrieb der Allbarmherzige jenen, wegen des Verbotes!? –
ח ללאו כתב קרא אחרינא (דברים טז, ד) ולא ילין מן הבשר אשר תזבח בערב ביום הראשון לבקר ודלמא לעבור עליו בשני לאוין ועשה
8 Als Verbot gibt es einen anderen Schriftvers: <i>und vom Fleische, das du am ersten Tage am Abend schlachtest, darf nichts bis zum nächsten Morgen übernachten</i>. – Vielleicht deshalb, damit man dieserhalb zwei Verbote und ein Gebot übertrete!? –
ט אלא אתיא מדבר מדבר כתיב הכא ויחוגו לי במדבר וכתיב התם (עמוס ה, כה) הזבחים ומנחה הגשתם לי במדבר מה להלן זבחים אף כאן זבחים
9 Vielmehr, es ist aus [dem Worte] <i>Wüste</i> zu folgern: hier heißt es: <i>sie sollen mir in der Wüste ein Fest feiern,</i> und dort heißt es: <i>habt ihr mir denn in der Wüste Schlacht- und Speisopfer dargebracht;</i> wie dort Schlachtopfer, ebenso auch hierbei Schlachtopfer. –
י ומאי כהררין התלויין בשערה דברי תורה מדברי קבלה לא ילפינן:
10 Wieso heißt es demnach: wie Berge, die an einem Haare hängen!? – Weil nicht aus Worten der Propheten auf Worte der Tora zu folgern ist.
יא מעילות: מיכתב כתיבן אמר רמי בר חמא לא נצרכא אלא לכדתנן השליח שעשה שליחותו בעל הבית מעל לא עשה שליחותו שליח מעל
11 V<small>ERUNTREUUNGEN</small>. Diese stehen ja in der Schrift geschrieben!? Rami b. Ḥama erwiderte: Dies bezieht sich auf das, was wir gelernt haben: Hat der Beauftragte seinen Auftrag ausgeführt, so hat der Hausherr die Veruntreuung begangen, hat er seinen Auftrag nicht ausgeführt, so hat der Beauftragte die Veruntreuung begangen.
יב וכי עשה שליחותו אמאי מעל וכי זה חוטא וזה מתחייב היינו כהררין התלויין בשערה
12 Wieso hat nun jener die Veruntreuung begangen, falls dieser seinen Auftrag ausgeführt hat, kann denn einer eine Sünde begehen und der andere schuldig sein!? Deshalb heißt es: wie Berge, die an einem Haare hängen.
יג אמר רבא ומאי קושיא דלמא שאני מעילה דילפא חטא חטא מתרומה מה התם שלוחו של אדם כמותו אף כאן שלוחו של אדם כמותו
13 Raba sprach: Was ist dies denn für ein Einwand: vielleicht ist die Veruntreuung anders, da diesbezüglich durch [das Wort] <i> Sünde</i>von der Hebe gefolgert wird: wie bei dieser der Beauftragte eines Menschen ihm selbst gleicht, ebenso gleicht auch bei jener der Beauftragte eines Menschen ihm selbst!? –
יד אלא אמר רבא לא נצרכא אלא לכדתניא נזכר בעל הבית ולא נזכר שליח שליח מעל שליח עניא מאי קא עביד היינו כהררין התלויין בשערה
14 Vielmehr, erklärte Raba, bezieht sich dies auf folgende Lehre: Erinnerte sich der Hausherr und der Beauftragte nicht, so hat der Beauftragte die Veruntreuung begangen. Was hat der arme Beauftragte getan!? Deshalb heißt es: wie Berge, die an einem Haare hängen.
טו אמר רב אשי מאי קושיא דלמא מידי דהוה אמוציא מעות הקדש לחולין
15 R. Aši sprach: Was ist dies für ein Einwand: so ist es bei jedem anderen, der [irrtümlich] Geld des Heiligtums für Profanes ausgibt!?
טז אלא אמר רב אשי לא נצרכא אלא לכדתנן נטל אבן או קורה של הקדש הרי זה לא מעל נתנה לחבירו הוא מעל וחבירו לא מעל מכדי מישקל שקלה מה לי הוא ומה לי חבירו היינו כהררין התלויין בשערה
16 Vielmehr, erklärte R. Aši, bezieht sich dies auf das, was wir gelernt haben: Hat jemand einen dem Heiligtume gehörigen Stein oder Balken genommen, so hat er keine Veruntreuung begangen; gab er ihn seinem Nächsten, so hat er eine Veruntreuung begangen, sein Nächster aber hat keine Veruntreuung begangen. Merke, er hat ihn ja genommen, was ist nun der Unterschied, ob er selbst oder sein Nächster [ihn behält]!? Deshalb heißt es: wie Berge, die an einem Haare hängen. –
יז ומאי קושיא דלמא כדשמואל דאמר שמואל הכא
17 Was ist dies für ein Einwand: vielleicht ist dies nach Šemuél zu erklären, denn Šemuél sagte,