Chullin 118

Kapitel 118

א להתיר חלבה והכי קאמר אלו הן סימני חיה שחלבה מותר כל שיש לה קרנים וטלפים
1 Daß nämlich sein Talg erlaubt ist. Er meint es wie folgt: folgende sind die Kennzeichen beim Wild, dessen Talg erlaubt ist: wenn es Hörner und Klauen hat.
ב רבי דוסא אומר יש לה קרנים אי אתה צריך לחזור על טלפים יש לה טלפים צריך אתה לחזור על קרנים וקרש אע"פ שאין לו אלא קרן אחת מותר
2 R. Dosa sagte: Hat es Hörner, so brauchst du nicht nach Klauen zu suchen, hat es Klauen, so mußt du auch nach Hörnern suchen. Der des Einhorns ist erlaubt, obgleich es nur ein Horn hat. —
ג כללא הוא והרי עז דיש לו קרנים וטלפים וחלבו אסור כרוכות בעינן והרי שור דכרוכות וחלבו אסור חרוקות בעינן
3 Ist dies denn eine stichhaltige Regel, eine Ziege hat ja Hörner und Klauen, und dennoch ist ihr Talg verboten!? — Sie müssen geringelt sein. — Beim Rinde sind sie ja geringelt, dennoch ist sein Talg verboten!? — Sie müssen runzlig sein. —
ד והרי עז דחרוקות וחלבו אסור מפוצלות בעינן והרי צבי דאין מפוצלות וחלבו מותר חדורות בעינן
4 Bei der Ziege sind sie ja runzlig, dennoch ist ihr Talg verboten!? — Sie müssen gegabelt sein. — Beim Reh sind sie ja nicht gegabelt, dennoch ist sein Talg erlaubt!? — Sie müssen rund sein.
ה הלכך היכא דמיפצלא לא דינא ולא דיינא היכא דלא מיפצלא בעינן כרוכות חדורות וחרוקות והוא דמיבלע חירקייהו
5 Daher ist, wenn sie gegabelt sind, kein Bedenken zu tragen, wenn sie aber nicht gegabelt sind, so müssen sie geringelt, rund und runzlig sein; nur müssen die Runzeln in einander verschlungen sein.
ו והיינו ספיקא דעיזא כרכוז ההיא עיזא כרכוז דהואי בי ריש גלותא דעקור מלא צנא דתרבא מינה רב אחאי אסר רב שמואל בריה דרבי אבהו אכל מיניה קרי אנפשיה (משלי יח, כ) מפרי פי איש תשבע בטנו
6 Hierin besteht der Zweifel über die Karbin-Ziege. Einst wurde aus einer Karbin-Ziege, die beim Exilarchen war, ein voller Korb Talg herausgeholl. R. Aḥaj verbot es und Šemuél, Sohn des R. Abahu, aß davon. Da las er über sich: <i>Von der Frucht des Mundes wird der Leib des Menschen satt</i>.
ז שלחו מתם הלכתא כוותיה דשמואל בריה דרבי אבהו והזהרו ברבינו אחאי שמאיר עיני גולה הוא:
7 Von dort ließen sie sagen: Die Halakha ist nach Šemuél, dem Sohne des R. Abahu, zu entscheiden, jedoch achtet auf unseren Meister Aḥaj, denn er erleuchtet die Augen der Diaspora.
ח וקרש אע"פ שאין לו אלא קרן אחת מותר: אמר רב יהודה קרש טביא דבי עילאי טגרס אריא דבי עילאי אמר רב כהנא תשע אמהתא הוי בין אונא לאונא דאריא דבי עילאי אמר רב יוסף שיתסר אמהתא הוי משכיה דטביא דבי עילאי
8 «Der des Einhorns ist erlaubt, obgleich es nur ein Horn hat.» R. Jehuda sagte: Das Einhorn ist das Reh von Be I͑laj, der Tigris ist der Löwe von Be I͑laj. R. Kahana sagte: Neun Ellen beträgt beim Löwen von Be I͑laj die Entfernung von einem Ohre bis zum anderen Ohre. R. Joseph sagte: Sechzehn Ellen beträgt die Größe des Rehs von Be I͑laj.
ט אמר ליה קיסר לר' יהושע בן חנניה אלהיכם כאריה מתיל דכתיב (עמוס ג, ח) אריה שאג מי לא יירא מאי רבותיה פרשא קטיל אריא אמר ליה לאו כהאי אריא מתיל כאריא דבי עילאי מתיל אמר ליה בעינא דמיחזית ליה ניהלי אמר ליה לא מצית חזית ליה אמר ליה איברא חזינא ליה בעא רחמי אתעקר מדוכתיה
9 Der Kaiser sprach zu R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Euer Gott wird mit einem Löwen verglichen, wie es heißt: <i>wenn der Löwe brüllt, wer fürchtet nicht</i>; worin besteht diese Größe, ein Jäger tötet ja den Löwen!? Dieser erwiderte: Er wird nicht mit einem gewöhnlichen Löwen verglichen, sondern mit dem Löwen von Be I͑laj. Jener sprach: Ich möchte, daß du ihn mir zeigest. Dieser erwiderte: Du kannst ihn nicht sehen. Jener entgegnete: Doch, ich möchte ihn sehen. Da flehte er um Erbarmen, und er wurde von seinem Orte fortgetragen.
י כי הוה מרחיק ארבע מאה פרסי ניהם חד קלא אפילו כל מעברתא ושורא דרומי נפל אדמרחק תלת מאה פרסי ניהם קלא אחרינא נתור ככי ושיני דגברי ואף הוא נפל מכורסייא לארעא א"ל במטותא מינך בעי רחמי עליה דלהדר לדוכתיה בעא רחמי עליה ואהדר ליה לאתריה
10 Als er noch vierhundert Parasangen entfernt war, stieß er ein Gebrüll aus, und alle Brücken und Mauern in Rom stürzten ein, und als er dreihundert Parasangen entfernt war, stieß er ein zweites Gebrüll aus, und den Leuten fielen die Backzähne und die Schneidezähne aus, und auch er selbst fiel von seinem Throne auf die Erde. Hierauf sprach er: Ich bitte dich, flehe um Erbarmen, daß er nach seiner Stätte zurückkehre. Da flehte er um Erbarmen und brachte ihn nach seiner Stätte zurück.
יא אמר ליה קיסר לר' יהושע בן חנניה בעינא דאיחזי לאלהיכו א"ל לא מצית חזית ליה א"ל איברא
11 Der Kaiser sprach zu R. Jehošua͑ b. Ḥanania: Ich möchte euren Gott sehen. Dieser erwiderte: Du kannst ihn nicht sehen. Jener entgegnete: