Chullin 119

Kapitel 119

א חזינא ליה אזל אוקמיה להדי יומא בתקופת תמוז א"ל איסתכל ביה א"ל לא מצינא א"ל יומא דחד משמשי דקיימי קמי דקודשא בריך הוא אמרת לא מצינא לאיסתכלא ביה שכינה לא כל שכן
1 Doch, ich möchte ihn sehen. Hierauf ließ er ihn in der Jahreszeit des Tammuz gegen die Sonne stehen und sprach zu ihm: Schaue sie an. Jener erwiderte: Ich kann nicht. Da sprach er zu ihm: Wenn du, wie du sagst, nicht einmal auf die Sonne schauen kannst, die nur eine von den Dienern ist, die vor dem Heiligen, gepriesen sei er, stehen, um wieviel weniger auf die Göttlichkeit selbst.
ב אמר ליה קיסר לרבי יהושע בן חנניה בעינא דאיצבית ליה נהמא לאלהיכו אמר ליה לא מצית אמאי נפישי חילוותיה א"ל איברא אמר ליה פוק צבית לגידא דרביתא דרויחא עלמא טרח שיתא ירחי קייטא אתא זיקא כנשיה לימא
2 Der Kaiser sprach zu R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Ich möchte eurem Gott ein Mahl bereiten. Dieser erwiderte: Du kannst es nicht. — Weshalb? — Seine Heere sind zahlreich. Jener entgegnete: Doch. Da sprach dieser: Geh, bereite es am Ufer des Rabitha, wo ein ausgedehnter Raum vorhanden ist. Nachdem er sich damit die sechs Monate des Sommers abgemüht hatte, kam ein Wind und fegte es ins Meer.
ג טרח שיתא ירחי דסיתוא אתא מיטרא טבעיה בימא א"ל מאי האי אמר ליה הני כנושאי זלוחאי דאתו קמיה א"ל אי הכי לא מצינא
3 Hierauf mühte er sich damit die sechs Monate des Winters ab: da kam ein Regen und versenkte es ins Meer. Da sprach er: Was soll dies bedeuten? Dieser erwiderte: Es sind die Fegenden und Sprengenden, die vor ihm kommen. Hierauf sprach er: Wenn dem so ist, kann ich es wirklich nicht.
ד א"ל בת קיסר לר' יהושע בן חנניה אלהיכון נגרא הוא דכתיב (תהלים קד, ג) המקרה במים עליותיו אימא ליה דנעביד לי חדא מסתוריתא אמר לחיי בעא רחמי עלה ואינגעה אותבה בשוקא דרומי ויהבי לה מסתוריתא דהוו נהיגי דכל דמנגע ברומי יהבו ליה מסתוריתא ויתיב בשוקא וסתר דוללי כי היכי דליחזו אינשי וליבעי רחמי עליה
4 Die Tochter des Kaisers sprach zu R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Euer Gott ist ein Zimmermann, wie es heißt: <i>der seine Zimmer im Wasser bälkt</i>. Sage ihm, daß er mir eine Spindel mache. Er erwiderte: Gut. Da flehte er um Erbarmen und sie wurde aussätzig. Hierauf setzte man sie in Rom auf die Straße und gab ihr eine Spindel. In Rom war es nämlich Sitte, daß, wenn jemand aussätzig war, man ihm eine Spindel gab und auf die Straße setzte, wo er Garn spann, damit die Leute ihn sehen und für ihn um Erbarmen flehen.
ה יומא חד הוה קא חליף התם הות יתבא וסתרה דוללי בשוקא דרומאי אמר לה שפירתא מסתוריתא דיהב ליך אלהי אמרה ליה אימא ליה לאלהיך לשקול מאי דיהב לי אמר לה אלהא דידן מיהב יהיב משקל לא שקיל
5 Eines Tages ging er durch die Straße, in der sie saß und Garn spann, und er fragte sie: Gefällt dir die Spindel, die mein Gott dir gegeben hat? Da sprach sie zu ihm: Sage doch deinem Gott, daß er zurücknehme, was er mir gegeben hat. Er erwiderte ihr: Unser Gott gibt nur und nimmt nichts.
ו אמר רב יהודה שור כרסתן ופרסתן רב רישיה ורב גנובתיה וחילופא בחמרא למאי נפקא מינה למקח וממכר
6 R. Jehuda sagte: Das Rind hat einen dicken Bauch, starke Klauen, einen großen Kopf und einen langen Schwanz; entgegengesetzt der Esel. — In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Bei Kauf und Verkauf.
ז ואמר רב יהודה שור שהקריב אדם הראשון קרן אחת היתה לו במצחו שנאמר (תהלים סט, לב) ותיטב לה' משור פר מקרין מפריס מקרין תרתי משמע אמר רב נחמן מקרן כתיב
7 Ferner sagte R. Jehuda: Das Rind, das Adam der Urmensch darbrachte, hatte ein Horn auf der Stirn, denn es heißt: <i>das wird dem Herrn besser gefallen als ein Rind, ein Farre mit Hörnern und Klauen</i>. — Mit Hörnern, das sind ja zwei!? R. Naḥman erwiderte: Die Schreibweise ist: ein gehörnter.
ח ואמר רב יהודה שור שהקריב אדם הראשון קרניו קודמות לפרסותיו שנאמר ותיטב לה' משור פר מקרין מפריס מקרין ברישא והדר מפריס
8 Ferner sagte R. Jehuda: Das Rind, das Adam der Urmensch darbrachte, hatte die Hörner früher als die Klauen, denn es heißt: <i>das wird dem Herrn besser gefallen als ein Rind, ein Farre mit Hörnern und Klauen</i>, zuerst mit Hörnern und nachher mit Klauen.
ט מסייע ליה לר' יהושע בן לוי דאמר ריב"ל כל מעשה בראשית בקומתן נבראו בדעתן נבראו בצביונם נבראו שנאמר (בראשית ב, א) ויכולו השמים והארץ וכל צבאם אל תקרי צבאם אלא צביונם
9 Dies ist eine Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Alle Werke der Schöpfung sind in ihrer richtigen Höhe, mit ihrem Wissen und mit ihrem Einvernehmen erschaffen worden, denn es heißt: <i>es wurden vollendet die Himmel, die Erde und all ihr Heer</i>, und man lese nicht <i>çebaám [Heer]</i>, sondern <i>çibjonam [Einvernehmen]</i>.
י דרש רבי חנינא בר פפא (תהלים קד, לא) יהי כבוד ה' לעולם ישמח ה' במעשיו פסוק זה שר העולם אמרו בשעה שאמר הקב"ה (בראשית א, יב) למינהו באילנות נשאו דשאים קל וחומר בעצמן
10 R. Ḥanina b. Papa trug vor: <i>Ewig währt die Herrlichkeit des Herrn, es freut sich der Herr seiner Werke</i>. Diesen Schrift verssprach der Fürst der Welt. Als nämlich der Heilige, gepriesen sei er, bezüglich der Bäume sprach: <i>nach seiner Art</i>, folgerten es die Gräser auf sich:
יא אם רצונו של הקב"ה בערבוביא למה אמר למינהו באילנות ועוד ק"ו ומה אילנות שאין דרכן לצאת בערבוביא אמר הקב"ה למינהו אנו עאכ"ו
11 wäre dem Heiligen, gepriesen sei er, ein Durcheinander erwünscht, so würde er ja bezüglich der Bäume nicht gesagt haben: <i>nach seiner Art</i>. Ferner ist auch ein Schluß (vom Leichteren auf das Schwerere) zu folgern: wenn der Heilige, gepriesen sei er, hinsichtlich der Bäume, deren Art es nicht ist, durcheinander hervorzukommen, gesagt hat: <i>nach seiner Art</i>, um wieviel mehr gilt dies von uns.
יב מיד כל אחד ואחד יצא למינו פתח שר העולם ואמר יהי כבוד ה' לעולם ישמח ה' במעשיו
12 Hierauf kam jedes nach seiner Art hervor. Sodann begann der Fürst der Welt und sprach: <i>Ewig währt die Herrlichkeit des Herrn, es freut sich der Herr seiner Werke</i>.
יג בעי רבינא הרכיב שני דשאים זה על גב זה
13 Rabina fragte: Wie ist es nach