Chullin 171

Kapitel 171

א לא מיבעיא קאמר לא מיבעיא צא נחור דלאו שחיטה היא כלל אבל צא טרוף אימא שחיטה שאינה ראויה שמה שחיטה וליבעי כסוי קמ"ל כדר' חייא בר אבא
1 Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich durfte er es metzeln, denn dies ist überhaupt kein Schlachten, von der Totverletzung aber könnte man glauben, das ungültige Schlachten gelte als Schlachten und benötige des Bedeckens, so lehrt er uns, nach R. Ḥija b. Abba.
ב ולמ"ד צא נחור מ"ט לא אמר צא טרוף וכי תימא קסבר שחיטה שאינה ראויה שמה שחיטה והא א"ר חייא בר אבא א"ר יוחנן ראה רבי דבריו של רבי שמעון בכסוי הדם ושנאו בלשון חכמים
2 Weshalb sagte er nach demjenigen, welcher erklärt, er sagte ihm auch, daß er es metzle, nicht, daß er es totverletzt mache? Wolltest du erwidern, er sei der Ansicht, das ungültige Schlachten gelte als Schlachten, so sagte ja R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans, Rabbi gefiel die Ansicht R. Šimo͑ns beim [Gesetze vom] Bedecken des Blutes, und er lehrte sie deshalb im Namen der Weisen.
ג לא מיבעיא קאמר לא מיבעיא צא טרוף דשחיטה שאינה ראויה לא שמה שחיטה אבל צא נחור אימא אין שחיטה לעוף מן התורה ונחירתו זו היא שחיטתו וליבעי כסוי קמ"ל כאשר צויתיך
3 Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich durfte er es totverletzt machen, denn das ungültige Schlachten gilt nicht als Schlachten, hinsichtlich des Metzelns aber könnte man glauben, das Geflügel benötige nach der Tora nicht des Schlachtens, vielmehr gelte bei ihm das Metzeln als Schlachten und benötige des Bedeckens, so lehrt er uns, nach [der Lehre:] <i>wie ich dir befohlen habe</i>.
ד ומי נפל ליה יאניבא בכיתניה והאמר רבין בר אבא ואמרי לה אמר רבי אבין בר שבא משעלו בני הגולה פסקו הזיקין והזועות והרוחות והרעמים ולא החמיץ יינם ולא לקה פשתנם ונתנו חכמים עיניהם ברבי חייא ובניו
4 Wieso kamen Motten in seinen Flachs, Rabin b. Abba, manche sagen, R. Abin b. Šaba, sagte ja, daß, seitdem die Männer aus dem Exil [nach Palästina] gekommen sind, da Blitzschläge, Erdbeben, Orkane und Donner aufgehört haben, der Wein nicht sauer und der Flachs nicht geschlagen wurde, und die Weisen ihre Augen auf R. Ḥija und seine Söhne richteten!?
ה כי מהניא זכותייהו אעלמא אדידהו לא כדרב יהודה אמר רב דאמר רב יהודה אמר רב בכל יום ויום בת קול יוצאת ואומרת כל העולם כולו ניזון בשביל חנינא בני וחנינא בני די לו בקב חרובין מערב שבת לערב שבת:
5 Ihre Verdienste nützten der ganzen Welt, nicht aber ihnen selbst. Dies nach R. Jehuda im Namen Rabhs, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: An jedem Tage geht eine Hallstimme aus und ruft: Die ganze Welt wird durch das Verdienst meines Sohnes Ḥanina gespeist, mein Sohn Ḥanina aber begnügt sich mit einem Kab Johannisbrot von einem Vorabende des Šabbaths bis zum anderen.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> חרש שוטה וקטן ששחטו ואחרים רואין אותם חייב לכסות בינן לבין עצמן פטור מלכסות
6 <b>W</b><small>ENN EIN</small> T<small>AUBER, EIN</small> B<small>LÖDER UND EIN</small> M<small>INDERJÄHRIGER GESCHLACHTET UND ANDERE SIE BEOBACHTET HABEN, SO MUSS MAN</small> [<small>DAS</small> B<small>LUT</small>] <small>BEDECKEN; WENN ABER UNTER SICH, SO BRAUCHT MAN ES NICHT ZU BEDECKEN</small>.
ז וכן לענין אותו ואת בנו ששחטו ואחרים רואין אותן אסור לשחוט אחריהם בינן לבין עצמן רבי מאיר מתיר לשחוט אחריהן וחכמים אוסרים ומודים שאם שחט שאינו סופג את הארבעים:
7 D<small>IES GILT AUCH BEIM</small> [G<small>ESETZE VOM</small>] V<small>IEH UND SEINEM</small> J<small>UNGEN: WENN SIE</small> [<small>DAS EINE</small>] <small>GESCHLACHTET UND ANDERE SIE BEOBACHTET HABEN, SO DARF MAN HINTERHER</small> [<small>DAS ANDERE</small>] <small>NICHT SCHLACHTEN, WENN ABER UNTER SICH, SO IST DAS</small> S<small>CHLACHTEN HINTERHER NACH</small> R. M<small>EÍR ERLAUBT UND NACH DEN</small> W<small>EISEN VERBOTEN</small>. S<small>IE PFLICHTEN JEDOCH BEI, DASS MAN, WENN MAN GESCHLACHTET HAT, DIE VIERZIG</small> [G<small>EISSELHIEBE</small>] <small>NICHT ERHALTE</small>.
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> ורבנן מאי שנא רישא דלא פליגי ומאי שנא סיפא דפליגי
8 GEMARA. Weshalb streiten die Rabbanan nicht über den ersten Fall und über den anderen wohl?
ט רישא אי אמרינן חייבין לכסות אמרי שחיטה מעלייתא היא ואתי למיכל משחיטתן
9 Wenn man sagen würde, man sei zu bedecken verpflichtet, so könnte man glauben, ihr Schlachten sei gültig, und dazu kommen, von ihrer Schlachtung zu essen.
י סיפא נמי כיון דקאמרי רבנן אסור לשחוט אחריהם אמרי שחיטה מעלייתא היא ואתי למיכל משחיטתן
10 Dies sollte ja auch vom anderen Falle gelten: da die Rabbanan sagen, man dürfe hinterher [das andere] nicht schlachten, so kann man glauben, ihr Schlachten sei gültig, und dazu kommen, von ihrer Schlachtung zu essen!?
יא סיפא אמרי בשרא דלא קא מיבעיא ליה רישא נמי אמרי לנקר חצירו הוא צריך
11 Beim anderen Falle kann man annehmen, er brauche kein Fleisch. – Auch beim ersten Falle kann man ja annehmen, er wolle seinen Hof reinigen!?
יב שחט באשפה מאי איכא למימר בא לימלך מאי איכא למימר
12 Was könnte man in dem Falle annehmen, wenn sie auf einen Misthaufen geschlachtethaben, oder in dem Falle, wenn einer fragen kommt!?
יג וליטעמיך סיפא נמי בא לימלך מאי איכא למימר
13 Dies sollte ja, nach deiner Erklärung, auch vom anderen Fall gelten: was könnte man in dem Falle annehmen, wenn einer fragen kommt!?
יד אלא רבנן אכולה מילתא פליגי ונטרי ליה לר' מאיר עד דמסיק לה למילתא והדר פליגי עילויה
14 Vielmehr, die Rabbanan streiten gegen die ganze Lehre, nur warteten sie, bis R. Meír seine Lehre beendet hatte, und erst nachher streiten sie gegen ihn.
טו בשלמא רבנן לחומרא אלא רבי מאיר מאי טעמא
15 Allerdings sind die Rabbanan der Ansicht, es sei erschwerend zu entscheiden, was aber ist der Grund R. Meírs?
טז אמר רבי יעקב אמר רבי יוחנן מחייב היה רבי מאיר על שחיטתן משום נבלה מאי טעמא אמר רבי אמי הואיל ורוב מעשיהן מקולקלים
16 R. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Joḥanans: Nach R. Meír ist man wegen ihres Schlachtens wegen Aases schuldig. – Aus welchem Grunde? R. Ami erwiderte: Weil die Mehrheit ihrer Handlungen verpfuscht ist.
יז אמר ליה רב פפא לרב הונא בריה דרב יהושע ואמרי לה רב הונא בריה דרב יהושע לרב פפא מאי איריא רוב אפילו מיעוט נמי דהא רבי מאיר חייש למיעוטא סמוך מיעוטא לחזקה ואתרע ליה רובא
17 R. Papa sprach zu R. Hona, dem Sohne R. Jehošua͑š, manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu R. Papa: Wozu die Mehrheit, dies gilt ja auch von der Minderheit, denn R. Meír berücksichtigt die Minderheit, und wenn man die Minderheit mit dem bisherigen Zustande verbindet, ist die Mehrheit suspekt.
יח דתנן תינוק שנמצא בצד העיסה ובצק בידו רבי מאיר מטהר וחכמים מטמאין מפני שדרכו של תינוק לטפח ואמרינן מאי טעמא דרבי מאיר קסבר רוב תינוקות מטפחין ומיעוט אין מטפחין ועיסה זו בחזקת טהרה עומדת
18 Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Kind mit Teig in der Hand neben dem Teige angetroffen wird, so ist er nach R. Meír rein und nach den Weisen unrein, weil es die Art eines Kindes ist, herumzuwühlen. Und auf die Frage, was der Grund R. Meírs sei, erklärten wir, er sei zwar der Ansicht, die Mehrheit der Kinder pflege herumzuwühlen und nur die Minderheit pflege nicht herumzuwühlen, da aber der Teig bisher sich im Zustande der Reinheit befunden hatte,