Chullin 19

Kapitel 19

א מפני שדרכן של שרצים לגלות ואין דרכן לכסות
1 weil Kriechtiere aufzudecken und nicht zuzudecken pflegen.
ב (אי נמי טעמא דהניחה מגולה ובא ומצאה מכוסה מכוסה ובא ומצאה מגולה הא מצאה כמה שהניחה לא טומאה איכא ולא פסולה איכא)
2 Oder auch: nur wenn man es offen zurückgelassen hat und zugedeckt findet, oder zugedeckt, und offen findet, wenn man es aber so findet, wie man es zurückgelassen hat, so ist es weder unrein noch untauglich.
ג ואילו ספק מים מגולים אסורין ש"מ חמירא סכנתא מאיסורא ש"מ
3 Besteht aber ein Zweifel über offen gestandenes Wasser, so ist es verboten. Schließe hieraus, daß es bei Lebensgefährlichem strenger ist als bei Verbotenem. Schließe hieraus.
ד תנן התם ג' משקין אסורין משום גלוי מים ויין וחלב כמה ישהו ויהיו אסורין כדי שיצא הרחש ממקום קרוב וישתה וכמה מקום קרוב א"ר יצחק בריה דרב יהודה כדי שיצא מתחת אוזן כלי וישתה
4 Dort haben wir gelernt: Dreierlei Getränke sind wegen Offenstehens verboten: Wasser, Wein und Milch. Wie lange müssen sie offen gestanden haben, um verboten zu sein? Daß das Schleichende aus einer nahen Stelle herausgekommen und davon getrunken haben kann. – Welches heißt eine nahe Stelle? R. Jiçḥaq, Sohn des R. Jehuda, erwiderte: Daß es unter dem Henkel des Gefäßes hervorkommen und trinken kann. –
ה ישתה הא קא חזי ליה אלא ישתה ויחזור לחורו:
5 Wenn es trinkt, sieht man es ja!? – Vielmehr, trinken und in das Loch zurückkehren kann.
ו איתמר השוחט בסכין ונמצאת פגומה אמר רב הונא אפילו שיבר בה עצמות כל היום פסולה חיישינן שמא בעור נפגמה ורב חסדא אמר כשרה שמא בעצם נפגמה
6 Es wurde gelehrt: Wenn man mit einem Messer geschlachtet hat und es schartig findet, so ist es, wie R. Hona sagt, selbst wenn man damit den ganzen Tag Knochen zerschlagen hat, untauglich, denn es sei zu berücksichtigen, es kann an der Haut schartig geworden sein, und wie R. Ḥisda sagt, tauglich, denn es ist wahrscheinlich an einem Knochen schartig geworden. –
ז בשלמא רב הונא כשמעתיה אלא רב חסדא מאי טעמא אמר לך עצם ודאי פוגם עור ספק פוגם ספק לא פוגם הוי ספק וודאי ואין ספק מוציא מידי ודאי
7 Allerdings entscheidet R. Hona nach seiner Lehre, was aber ist der Grund R. Ḥisdas? – Er kann dir erwidern: ein Knochen macht entschieden schartig, von der Haut aber ist es zweifelhaft, ob sie schartig macht oder nicht, somit liegt hier Zweifelhaftes und Entschiedenes vor, und das Zweifelhafte bringt nichts aus dem Zustande des Entschiedenen.
ח מתיב רבא לסיועיה לרב הונא טבל ועלה ונמצא עליו דבר חוצץ אע"פ שנתעסק באותו המין כל היום כולו לא עלתה לו טבילה עד שיאמר ברי לי שלא היה עלי קודם לכן והא הכא דודאי טבל ספק הוה עליה ספק לא הוה עליה וקאתי ספק ומוציא מידי ודאי
8 Raba erhob einen Einwand als Stütze für R. Hona: Wenn jemand untergetaucht und heraufgestiegen ist, und etwas Trennendes sich an ihm befindet, so wird ihm, selbst wenn er sich den ganzen Tag mit solchem befaßt hat, das Untertauchen nicht angerechnet, es sei denn, er sagt, er wisse bestimmt, daß es vorher an ihm nicht war. Hierbei ist es entschieden, daß er untergetaucht ist, und zweifelhaft, ob es an ihm war oder nicht, und das Zweifelhafte bringt aus dem Zustande des Entschiedenen!? –
ט שאני התם דאיכא למימר העמד טמא על חזקתו ואימא לא טבל
9 Anders ist es hierbei, denn man sage, der Unreine sei bei seinem Zustande zu lassen und nehme an, er sei nicht untergetaucht. –
י ה"נ העמד בהמה על חזקתה ואימר לא נשחטה הרי שחוטה לפניך
10 Sollte man auch in unsrem Falle sagen, das Vieh sei bei seinem Zustande zu lassen und nehme an, es sei nicht geschlachtet worden!? – Es liegt ja geschlachtet vor dir. –
יא ה"נ הרי טבל לפניך הא איתילידא ביה ריעותא
11 Auch da steht er ja untergetaucht vor dir!? – Es ist eine Suspiscion vorhanden. –
יב ה"נ איתילידא בה ריעותא סכין איתרעאי בהמה לא איתרעאי
12 Auch in unserem Falle ist ja eine Suspiscion vorhanden!? – Suspekt ist nur das Messer, das Vieh aber ist nichtsuspekt.
יג מיתיבי שחט את הושט ואח"כ נשמטה הגרגרת כשרה נשמטה הגרגרת ואח"כ שחט את הושט פסולה
13 Man wandte ein: Wenn er die Speiseröhre durchgeschnitten hat und nachher die Gurgel herausgezogen wurde, so ist es tauglich, wenn aber zuerst die Gurgel herausgezogen wurde und er nachher die Speiseröhre durchgeschnitten hat, so ist es untauglich.
יד שחט את הושט ונמצא הגרגרת שמוטה ואינו יודע אם קודם שחיטה נשמטה אם לאחר שחיטה נשמטה זה היה מעשה ואמרו כל ספק בשחיטה פסול
14 Wenn er die Speiseröhre durchgeschnitten hat und die Gurgel herausgezogen findet, und nicht weiß, ob sie vor dem Schlachten herausgezogen worden ist oder nach dem Schlachten herausgezogen worden ist, – dies ereignete sich einst, und sie entschieden, jeder Zweifel mache die Schlachtung ungültig.
טו כל ספק בשחיטה לאתויי מאי לאו לאתויי כה"ג לא לאתויי ספק שהה ספק דרס
15 [Die Worte] ‘jeder Zweifel mache die Schlachtung ungültig’ schließen wohl einen solchen Fall ein!? – Nein, sie schließen den Zweifel der Unterbrechung oder des Aufdrückens ein. –