Chullin 202

Kapitel 202

א ורבי יוסי הגלילי לית ליה איסור כולל
1 Hat denn nach R. Jose dem Galiläer das einbegreifende Verbot keine Geltung,
ב והתניא שבת ויוה"כ שגג ועשה מלאכה מנין שחייב על זה בעצמו ועל זה בעצמו תלמוד לומר (ויקרא כג, ג) שבת היא (ויקרא כג, כז) יום הכפורים הוא דברי רבי יוסי הגלילי רבי עקיבא אומר אינו חייב אלא אחת
2 es wird ja gelehrt: Woher, daß, wenn jemand an einem mit dem Versöhnungstage zusammentreffenden Šabbath versehentlich eine Arbeit verrichtet hat, er wegen des einen besonders und wegen des anderen besonders schuldig sei? Es heißt: <i>es ist ein Šabbath</i>, und: <i>es ist ein Versöhnungstag</i> – so R. Jose der Galiläer. R. A͑qiba sagt, er sei nur einmal schuldig!?
ג שלח רבין משום דרבי יוסי בר' חנינא כך הצעה של משנה ואיפוך
3 Rabin ließ im Namen des R. Jose b. Ḥanina sagen: So lautet zwar diese Lehre, man wende sie aber um.
ד שלח רב יצחק בר יעקב בר גיורי משום דרבי יוחנן לדברי רבי יוסי הגלילי למאי דאפכן שגג בשבת והזיד ביום הכפורים חייב הזיד בשבת ושגג ביום הכפורים פטור
4 R. Jiçḥaq b. Ja͑qob b. Gijori ließ im Namen R. Joḥanans sagen: Nachdem wir sie umgewandt haben, ist er nach R. Jose dem Galiläer, wenn es inbezug auf den Šabbath versehentlich und inbezug auf den Versöhnungstag vorsätzlich erfolgt ist, schuldig, und wenn es inbezug auf den Šabbath vorsätzlich und inbezug auf den Versöhnungstag versehentlich erfolgt ist, frei. –
ה מאי טעמא אמר אביי שבת קביעא וקיימא יום הכפורים בי דינא דקא קבעי ליה
5 Aus welchem Grunde? Abajje erwiderte: Der Šabbath besteht ja, dagegen aber wird der Versöhnungstag vom Gerichte festgesetzt.
ו אמר ליה רבא סוף סוף תרוייהו בהדי הדדי קאתו אלא אמר רבא שמדא הוה ושלחו מתם דיומא דכפורי דהא שתא שבתא הוא וכן כי אתא רבין וכל נחותי אמרוה כרבא:
6 Raba sprach zu ihm: Immerhin treffen ja beide gleichzeitig ein!? Vielmehr, erklärte Raba, war es eine Zeit der Religionsverfolgung, und sie ließen von dort mitteilen, daß in diesem Jahre der Versöhnungstag an einem Šabbath [zu feiern sei]. Als Rabin kam, und alle Reisenden, erklärten sie es übereinstimmend mit Raba.
ז אמר רבי יהודה והלא מבני יעקב [וכו']:
7 R. J<small>EUUDA SPRACH</small>: S<small>CHON DEN</small> K<small>INDERN</small> J<small>A͑QOBS &amp;C</small>.
ח תניא אמרו לו לר' יהודה וכי נאמר על כן לא יאכלו בני יעקב והלא לא נאמר אלא בני ישראל ולא נקראו בני ישראל עד סיני אלא בסיני נאמר אלא שנכתב במקומו לידע מאיזה טעם נאסר להם
8 Es wird gelehrt: Sie erwiderten R. Jehuda: Es heißt ja nicht: daher essen die Kinder Ja͑qobs nicht, sondern: die Kinder Jisraél, und Kinder Jisraél heißen sie erst seit [der Gesetzgebung am] Sinaj; dies ist also erst am Sinaj verboten worden, jedoch an der passenden Stelle niedergeschrieben, damit man wisse, weshalb es ihnen verboten worden ist.
ט מתיב רבא (בראשית מו, ה) וישאו בני ישראל את יעקב אביהם לאחר מעשה
9 Raba wandte ein: <i>Und die Kinder Jisraéls hoben ihren Vater Ja͑qob</i>!? – Nach diesem Ereignisse. –
י אמר ליה רב אחא בריה דרבא לרב אשי מההיא שעתא ליתסר
10 R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Von dieser Zeit ab sollte es ihnen verboten worden sein!?
יא אמר ליה וכי תורה פעמים פעמים ניתנה ההוא שעתא לאו שעת מעשה הואי ולא שעת מתן תורה הואי
11 Dieser erwiderte: Ist etwa die Tora, an verschiedenen Zeiten verliehen worden!? Dies geschah weder zur Zeit des Ereignisses noch zur Zeit der Gesetzgebung.
יב ת"ר אבר מן החי נוהג בבהמה חיה ועוף בין טמאין ובין טהורין דברי רבי יהודה ורבי אלעזר וחכמים אומרים אינו נוהג אלא בטהורין
12 Die Rabbanan lehrten: [Das Verbot] eines Glieds von Lebendem hat Geltung beim Vieh, beim Wilde und beim Geflügel, sowohl bei unreinen als auch bei reinen – so R. Jehuda und R. Elea͑zar; die Weisen sagen, es habe Geltung nur bei reinen.
יג אמר ר' יוחנן ושניהן מקרא אחד דרשו (דברים יב, כג) רק חזק לבלתי אכול הדם כי הדם הוא הנפש
13 R. Joḥanan sagte: Beide entnehmen es aus demselben Schriftverse: <i>Allein, sei fest, das Blut nicht zu essen, denn das</i>