Chullin 209

Kapitel 209

א אילימא בית שמאי אומרים מקנח ולא בעי מדיח ובית הלל אומרים מדיח ולא בעי מקנח אלא הא דאמר רבי זירא אין קינוח פה אלא בפת כמאן כב"ש
1 wollte man sagen, nach der Schule Šammajs reinigen und nicht ausspülen, und nach der Schule Hillels ausspülen und nicht reinigen, so lehrte ja demnach R. Zera, der sagte, die Mundreinigung müsse mit Brot erfolgen, nach der Schule Šammajs!? –
ב אלא בית שמאי אומרים מקנח ולא בעי מדיח ובית הלל אומרים אף מדיח הוי ליה מקולי בית שמאי ומחומרי בית הלל ולתנייה גבי קולי בית שמאי וחומרי בית הלל
2 Vielmehr, nach der Schule Šammajs reinigen und nicht ausspülen, und nach der Schule Hillels auch ausspülen. – Demnach gehört dies ja zu den Erleichterungen der Schule Šammajs und den Erschwerungen der Schule Hillels, somit sollte er es doch unter den Erleichterungen der Schule Šammajs und den Erschwerungen der Schule Hillels lehren!? –
ג אלא בית שמאי אומרים מקנח והוא הדין למדיח וב"ה אומרים מדיח והוא הדין למקנח מר אמר חדא ומר אמר חדא ולא פליגי
3 Vielmehr, nach der Schule Šammajs reinigen, und ebenso auch ausspülen, und nach der Schule Hillels ausspülen, und ebenso auch reinigen; eine lehrt eines, die andere lehrt anderes, und sie streiten nicht.
ד גופא אמר רבי זירא אין קינוח הפה אלא בפת והני מילי בדחיטי אבל בדשערי לא
4 Der Text. R. Zera sagte: Die Mundreinigung muß nur mit Brot erfolgen. Nur mit Weizen[brot], nicht aber mit Gersten[brot].
ה ודחיטי נמי לא אמרן אלא בקרירא אבל בחמימא משטר שטרי והני מילי ברכיכא אבל באקושא לא והלכתא בכל מילי הוי קינוח לבר מקמחא תמרי וירקא
5 Und auch beim Weizenbrot gilt dies nur von kaltem, warmes aber bleibt kleben. Ferner gilt dies nur von weichem, nicht aber von hartem. Die Halakha ist: das Reinigen kann mit allem erfolgen, nur nicht mit Mehl, Datteln und Kräutern.
ו בעא מיניה רב אסי מרבי יוחנן כמה ישהה בין בשר לגבינה א"ל ולא כלום איני והא אמר רב חסדא אכל בשר אסור לאכול גבינה גבינה מותר לאכול בשר אלא כמה ישהה בין גבינה לבשר א"ל ולא כלום
6 R. Asi fragte R. Joḥanan: Wie lange muß man zwischen Fleisch und Käse warten? Dieser erwiderte: Überhaupt nicht. – Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥisda sagte ja, wenn man Fleisch gegessen hat, dürfe man keinen Käse essen, wenn Käse, dürfe man Fleisch essen!? – Vielmehr, [er fragte,] wie lange man zwischen Käse und Fleisch warten müsse, und dieser erwiderte, überhaupt nicht.
ז גופא אמר רב חסדא אכל בשר אסור לאכול גבינה גבינה מותר לאכול בשר אמר ליה רב אחא בר יוסף לרב חסדא בשר שבין השינים מהו
7 Der Text. R. Ḥisda sagte: Hat man Fleisch gegessen, so darf man keinen Käse essen, wenn Käse, so darf man Fleisch essen. R. Aḥa b. Joseph fragte R. Ḥisda: Wie verhält es sich mit dem Fleische zwischen den Zähnen?
ח קרי עליה (במדבר יא, לג) הבשר עודנו בין שיניהם
8 Da las er ihm vor: <i>Noch war das Fleisch zwischen ihren Zähnen</i>.
ט אמר מר עוקבא אנא להא מלתא חלא בר חמרא לגבי אבא דאילו אבא כי הוה אכיל בשרא האידנא לא הוה אכל גבינה עד למחר עד השתא ואילו אנא בהא סעודתא הוא דלא אכילנא לסעודתא אחריתא אכילנא
9 Mar U͑qaba sagte: In dieser Hinsicht bin ich meinem Vater gegenüber aus Wein entstandener Essig. Wenn mein Vater heute Fleisch aß, aß er Käse erst zur selben Stunde des folgenden Tages, ich aber esse keinen bei derselben Mahlzeit, wohl aber esse ich ihn bei der folgenden Mahlzeit.
י אמר שמואל אנא להא מלתא חלא בר חמרא לגבי אבא דאילו אבא הוה סייר נכסיה תרי זמני ביומא ואנא לא סיירנא אלא חדא זימנא שמואל לטעמיה דאמר שמואל מאן דסייר נכסיה כל יומא משכח אסתירא
10 Šemuél sagte: In dieser Hinsicht bin ich meinem Vater gegenüber aus Wein entstandener Essig. Mein Vater besichtigte seine Güter zweimal täglich, ich aber besichtigte sie nur einmal täglich. Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte: Wer seine Güter täglich besichtigt, findet einen Stater.
יא אביי הוה סייר נכסיה כל יומא ויומא יומא חד פגע באריסיה דדרי פתכא דאופי אמר ליה הני להיכא אמר ליה לבי מר אמר ליה כבר קדמוך רבנן
11 Abajje besichtigte seine Güter täglich. Eines Tages traf er seinen Pächter ein Bündel Holz tragen; da sprach er zu ihm: Wohin damit? Dieser erwiderte: Zum Meister. Jener entgegnete: Die Weisen sind dir bereits zuvorgekommen.
יב רב אסי הוה סייר נכסיה כל יומא אמר היכא נינהו כל הני אסתירי דמר שמואל יומא חד חזא צינורא דבדקא בארעיה שקליה לגלימיה כרכיה אותביה בגוה רמא קלא אתו אינשי סכרוה אשכחתינהו לכולהו איסתרי דמר שמואל:
12 R. Asi besichtigte seine Güter täglich, und er sprach: Wo sind all die Stater des Meister Šemuél? Eines Tages bemerkte er einen Kanalriß an seinem Grundstücke; da wickelte er sein Gewand zusammen, steckte es hinein und schlug Lärm. Da kamen Leute und verstopften ihn. [Hierauf sprach er:] Ich habe nun all die Stater des Meister Šemuél gefunden.
יג אמר רב אידי בר אבין אמר רב יצחק בר אשיין מים ראשונים מצוה ואחרונים חובה
13 R. Idi b. Abin sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Ašjan: Das Waschen vorher ist Gebot, das Waschen nachher ist Pflicht.
יד מיתיבי מים ראשונים ואחרונים חובה אמצעיים רשות מצוה לגבי רשות חובה קרי לה
14 Man wandte ein: Das Waschen vorher und nachher ist Pflicht, das in der Mitte ist freigestellt!? – Im Vergleich zum Freigestellten heißt das Gebot Pflicht.
טו גופא מים ראשונים ואחרונים חובה אמצעיים רשות ראשונים נוטלין בין בכלי בין על גבי קרקע אחרונים אין נוטלין אלא בכלי ואמרי לה אין נוטלין על גבי קרקע
15 Der Text. Das Waschen vorher und nachher ist Pflicht, das in der Mitte ist freigestellt. Das Waschen vorher darf erfolgen sowohl in ein Gefäß hinein als auch auf die Erde, das Waschen nachher nur in ein Gefäß hinein. Manche sagen, es dürfe nicht auf die Erde erfolgen. –
טז מאי בינייהו איכא בינייהו קינסא
16 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei Holzspänen.
יז מים ראשונים נוטלין בין בחמין בין בצונן אחרונים אין נוטלין אלא בצונן מפני שחמין מפעפעין את הידים ואין מעבירין את הזוהמא: מים ראשונים נוטלין בין בחמין בין בצונן: אמר רב יצחק בר יוסף אמר רבי ינאי לא שנו אלא שאין היד
17 Das Waschen vorher darf sowohl mit warmem als auch mit kaltem [Wasser] erfolgen, das nachher nur mit kaltem, weil das warme die Hände schmeidigt und den Schmutz nicht entfernt. «Das Waschen vorher darf sowohl mit warmem als auch mit kaltem [Wasser] erfolgen.» R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Jannajs: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn die Hände